Partizan Belgrad Testbericht
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Erfahrungsbericht von dr_error
Auf Matthäus\' Spuren
Pro:
Mannschaft mit Zukunft, Traditionsverein, Organisation...
Kontra:
zerstrittene Fans, schwacher Zuschauerschnitt
Empfehlung:
Ja
Heute schreibe ich über den Belgrader Traditionsverein Partizan. Den deutschen Fußballfans dürfte der Verein spätestens seit dem vorletzten Sommer bekannt sein, als man sich unter dem Trainer Lothar Matthäus für die Champions League qualifizierte und dort in einer Gruppe mit dem späteren Sieger FC Porto, Real Madrid und Olympique Marseille ordentlich mithielt.
Partizan, lange im Schatten des Stadtrivalen Roter Stern - in den 90er Jahren einer der besten und erfolgreichsten europäischen Vereine - ist in den letzten 13 Jahren der erfolgreichste serbische Fußballverein und der einzige aus der Region (ehemaliges Jugoslawien), dem es gelungen ist, in die Gruppenphase der Championsleague vorzudringen. Diese Saison spielte man erfolgreich in der neugegründeten UEFA-Cup-Gruppenphase und steht im Achtelfinale.
GESCHICHTE
Der FK Partizan wurde am 4. Oktober 1945 als Fußbalsektion des Universalvereins Partizan gegründet. Wie der Name schon sagt, war Partizan im Prinzip ein Armeeverein, auch gegründet seitens der Jugoslawischen Volksarmee. Unter diesem Image litt man aber nur wenige Jahre - schnell wurde Partizan zum zweitbeliebtesten Verein in ex-Jugoslawien, gleich hinter dem Stadtrivalen Roter Stern.
Im Laufe der Jahre und Jahrzehnte veränderten sich auch die Strukturen des Vereins, so dass er schon ab Mitte der 60er Jahre eigentlich kein Armeeverein mehr war, sondern ganz normale sportliche und Führungsstrukturen hatte.
Das Absurde ist, dass Partizan im Prinzip nie seitens der Militär- bzw. Staatsführung Jugoslawiens bevorzugt wurde, so wie z.B. der BFC Dynamo in der ehemaligen DDR. Roter Stern, ein Volksverein durch und durch und das Symbol des serbischen Bürgertums, das im Sozialismus ja eigentlich nicht viel zu melden hatte, hatte schon immer eine viel größere und einflussreichere Lobby innerhalb der sportlichen und politischen Strukturen Jugoslawiens. Partizan bekam ziemlich schnell das Image des Underdogs, des Alternativvereins, dessen Anhänger aus allen Gesellschaftsschichten kommen und doch eines gemeinsam haben - die Underdogmentalität. Das hat sich in den letzten 10-20 Jahren ein wenig geändert, aber dazu komme ich später.
Die ersten Erfolge kamen im Prinzip gleich nach der Vereinsgründung. Bereits 1947 konnte man den ersten Meistertitel erringen und Partizan war dann später auch in der ersten Ausgabe des ehemaligen Landesmeisterpokals (der heutigen CL) vetreten. Man schaltete gleich Sporting Lissabon aus und spielte in der 2. Runde gegen Real Madrid, das den Pokal dann 5 Mal in Folge gewinnen sollte. Es hätte aber auch anders kommen können: Real gewann das erste Spiel in Madrid mit 3:0 und es schin schon alles entschieden. In Belgrad wartete aber die Hölle auf die Spanier - 60000 fanatische Fans und eine Partizan-Mannschaft, die fest entschlossen war, ein Wunder zu schaffen. Lange sah es so aus, als könnten sie es tatsächlich schaffen. Bis kurz vor Schluss stand es 3:0 für die Belgrader, das entscheidende vierte Tor lag in der Luft.... und dann fiel plötzlich das 3:1, Di Stefano, Puskas und weitere Real-Stars kamen weiter und gewannen dann den Landesmeistercup 5 Mal hintereinander. Wer weiß, was gewesen wäre...
1949 wurde Partizan zum 2. Mal Meister und dann trat die große Spielergeneration um Stjepan Bobek, Zlatko Tschick Cajkovski (später der erste Bayern-Meistertrainer) und Branko Zebec (Erfolgstrainer der Bayern und des HSV) ab. Auf den nächsten Titel wartete man bis 1961. Dann holte man aber 4 Meisterschaften in Folge und die Erfolgsära gipfelte 1966, als man das Finale des Landesmeisterpokals erreichte. Dort stand - wie konnte es anders sein - Real Madrid. Lange führte Partizan, aber am Ende stand es 2:1 für die Königlichen. Das sollte auch für Real für die nächsten 32 Jahre der letzte europäische Titel bleiben (1998 schoss sie ausgerechnet der frühere Partizan-Star Pedja Mijatovic zum CL-Titel). Für Partizan bedeutete dieses Spiel auch den Beginn einer langen Durststrecke. Erst 1976 konnte man wieder den jugoslawischen Meistertitel erringen. Weitere kamen 1978, 1983, 1986 und 1987 hinzu, aber auf internationaler Ebene bleib man bis auf ein paar verrückte Spiele ohne größeren Erfolg.
In all diesen Jahren war der große Rivale Roter Stern weit erfolgreicher, sowohl auf nationaler Ebene als auch international.
Der Wendepunkt kam ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, als Roter Stern am stärksten und am erfolgreichsten war: 1991 gewann Roter Stern die Champions League (gegen Olympique Marseille im Finale) und Partizan verpflichtete den erfolgreichen Nationaltrainer Jogoslawiens Ivica Osim. Dieser sollte dann die wichtigsten Umstrukturierungen und Reformen in der Organisation des Vereins einleiten, die in Zukunft von entscheidender Bedeutung sein sollten: Partizan investierte immer mehr in die eigene Jugendschule, baute Ende der neunziger Jahre ein Trainigszentrum, das in ganz Europa seinesgleichen sucht. Ergebnisse blieben seitdem auch nicht aus - seit 1992 ist Partizan der mit Abstand erfolgreichste Fußballverein Serbiens. 1993, 1994, 1996, 1997, 1999, 2002, und 2003 wurde man Meister, obwohl fast jedes Jahr die besten Spieler verkaufen musste, um den Verein finaziell am Leben zu erhalten. Es kamen aber jedes Jahr neue Talente hinzu - laut einer UEFA-Studie hat Partizan zusammen mit Ajax Amsterdam die beste und vorbildlichste Fußballschule Europas. Die Liste der Spieler, die bei Partizan in den 90ern groß wurden und dann ins Ausland gingen ist unendlich. Hier nur die bekanntesten Namen: Predrag Mijatovic (Real Madrid), Mateja Kezman (PSV Eindhoven, jetzt Chelsea), Savo Milosevic (Aston Villa, Parma, Zaragoza...), Mladen Krstajic (Werder Bremen, Schalke), Zoran Mirkovic (Juvenstus Turin), Danko Lazovic, (Feyenoord Rotterdam), Slavisa Jokanovic (La Coruna)...
Wie alle anderen serbischen Sportmannschaften auch, litt Partizan zwischen 1992 bis 1996 unter den UNO-Sanktionen gegen Serbien, die auch den Sport betrafen - keine serbische Mannschaft durfte an internationalen Wettbewerben teilnehmen. Und dennoch - seit der letzten Saison ist der Verein auch auf europäischer Bühne zurück. Ein weiterer revolutionärer Schritt in der Vereinspolitik war die Verpflichtung von Lothar Matthäus als Trainer und Taribo West als Verteidiger. Gerade der bei uns umstrittene Matthäus hauchte dem Verein eine Siegermentalität ein, die der Grundstein für die aktuellen internationalen Erfolge ist. Er machte Schluss mit der berüchtigten \"Balkanmentalität\", die nichts anderes heißt als immer im entscheidenden Moment zu versagen. Letzte Saison verlor man im ersten Spiel der CL-Quali gegen Newcastle United zu Hause 0:1 und alle dachten das wär\'s mal wieder. Im Rückspiel schaffte es Partizan aber mit deuschen Tugenden wie Disziplin, Laufarbeit und Kampf bis zur letzten Minute 1:0 zu gewinnen. Im Elfmeterschießen schaltete man den englischen Vertreter aus und auf einmal stand man in der CL -als erster Verein aus der Region überhaupt. Dort schlug man sich beachtlich in der wohl stärksten Gruppe überhaupt: Real Madrid (0:0, 0:1), den späteren Sieger FC Porto (1:1, 1:2) und Olypique Marseille, den späteren UEFA-Cup-Finalisten (1:1, 0:3).
Seitdem herrscht eine ganz andere mentalität, ein ganz anderes Denken im Verein. Man glaubt wieder an sich, es ist ein gesundes Selbstbewusstsein da und so gesehen wird Matthäus eine große und wichtige Rolle in den Geschichtsbüchern des Vereins einnehmen.
Erfolge:
Meister - 18 mal
Pokalsieger - 9 mal
Finale des Landesmeisterpokals - 1 mal
Mitteleuropa-Cup - 1 mal
SAISONVERLAUF 2004/2005
Matthäus\' Weggang nach Budapest im Januar 2004 traf den Verein ziemlich schwer, denn das kam völlig unerwartet. So verlor man dann auch sehr unglücklich den Titel an Roter Stern. In der Sommerpause kosolidierte sich der Verein aber, holte einige ehemalige Stars aus Spanien und Italien zurück und schon war man wieder in der Erfolgsspur.
In der UEFA-Pokal-Quali schaltete man ziemlich unspektakulär den rumänischen Vertreter Otelul mit 1:0 und 0:0. In der ersten Runde wartete dann wieder eine rumänische Mannschaft - Dinamo Bukarest. Da konnte Partizan schon mehr überzeugen und setzte sich mit 3:1 und 0:0 durch qualifizierte sich für die neu eingeführte Gruppenphase.
Dort stand man in der Gruppe mit Lazio Rom, Villarreal, FC Middlesbrough und Aigaleo Athen. Im ersten Spiel schlugen die Belgrader die griechische Überraschungsmannschaft aus Athen mit 4:0, dann kam ein 2:2 gegen Lazio in Rom und mit dem 1:1 gegen Villarreal stand schon vor dem letzten Spiel fest, dass Partizan im Achtelfinale steht. Im letzten Spiel, in dem es um nichts mehr ging, kassierte man dann die einzige Pflichtspielniederlage der ganzen Saison - 0:3 in Middlesbrough.
Im Achtelfinale, das Ende Februar stattfindet, trifft man nun auf den ukrainischen Vertreter Dnjepar Dnjepropetrovsk, der allen HSV-Fans auch noch gut in Erinnerung ist (der HSV schied letzte Saison in der 1. Runde des UEFA-Pokals gegen Dnjepar aus). Eine unangenehme Mannschaft, aber durchaus machbar. Sollte man die Ukrainer ausschalten, träfe man dann in der nächsten Runde entweder auf Benfica Lissabon oder CSKA Moskau.
In der Meisterschaft von Serbien/Montenegro steht man unangefochten an der Tabellenspitze, mit 13 Siegen und nur 2 Unentschieden, einem Torverhältnis von 39:8 und mit 5 Punkten Vorsprung vor Roter Stern. Realistisch gesehen ist Partizan der Titel nicht mehr zu nehmen, zumal es in der Winterpause bisher auch keine Abgänge zu verzeichnen gibt.
Im nationalen Pokal steht man auch im Halbfinale, wo man im Frühjahr auf - richtig - Roter Stern treffen wird.
Diese Saison ist noch einiges möglich, national wie international. Zum nationalen Meistertitel und dem Pokal könnten durchaus noch ein paar Erfolge im UEFA-Cup hinzukommen.
DER AKTUELLE KADER
(in Klammern die Rückennummern + Alter)
- Torhüter:
Die Nummer 1 von Partizan ist ein alter bekannter, Ivica Kralj(25/31). Partizan ist sein Stammverein und letzte Saison kehrte er nach langen Jahren beim PSV Eindhoven und dem FC Porto zurück. Seine große Stärke sind die Reflexe und die Reaktionsschnelligkeit sowie seine Erfahrung. Auf der Linie und in der Strafraumbeherrschung gleich stark, sind Distanzschüsse vielleicht seine einzige nennenswerte Schwäche. In der letzten Saison einer der CL-Helden, in dieser auch in bestechender Form.
Torhüter Nummer 2 und 3 sind Djordje Pantic (27/24) und der Grieche Nikolas Asprogenis (30/18), die beide als große Talente gelten, aber bisher gar nicht eingesetzt wurden, so dass eine Bewertung nicht möglich ist.
- Abwehr:
Das Prunkstück der Mannschaft. Unumstrittener Chef ist ein Rückkehrer: Zoran Mirkovic (4/33), Innenverteidiger, der schon bei Juventus Turin spielte. Vor der Saison kam er zurück und sofort wurde er zum Anführer der jungen Mannschaft. Zweikampf- und kopfballstark, sehr routiniert und erfahren, verleiht er der Abwehr die Sicherheit eines Bollwerks.
Sein Partner in der Innenverteidigung ist Nenad Djordjevic (14/25), ein ebenfalls kompromissloser und äußerst zweikampfstarker Verteidiger, der auch technisch durchaus zu gefallen weiß.
Die rechte Außenbahn ist das Zuhause von Milivoje Cirkovic (2/27). Er ist pfeilschnell und technisch sehr beschlagen, aber auch sehr verletzungsanfällig. Sein erster Vertreter ist Nemanja Rnic (24/20), ein junges Talent, das diese Saison wohl den endgültigen Durchbruch geschafft hat.
Auf der rechten Seite wirbelt der Nigerianer Ifeanyi Emeghara (16/20). Er hat einen ähnlichen Werdegang wie der Stuttgarter Phillipp Lahm - als Rechtssfuß, der sich auf der linken Seite etabliert hat. Technisch perfekt, ist der Niegerianer auch pfeilschnell und sehr zweikampfstark. Der kommende Superstar, den Partizan nicht lange wird halten können.
Außerdem sind da noch junge Talente wie Ivan Babic (20), Milovan Milovic (20) und Nikola Drincic (19), denen die Zukunft gehört.
- Mittelfeld:
Auch eine große Stärke des Teams. Da die Mannschaft meist ein 4-5-1 spielt, übernehmen 2 Spieler den defensiven Part: Albert Nadj (28/30), Rückkehrer aus Spanien und Nenad Brnovic (7/24). Während Nadj eher die Arbeitsbiene und der Zerstörer ist, ist Brnovic fürs Kreative zuständig. Ein Techniker mit Übersicht.
Das offensive Mittelfeld gehört zum Besten, was es in Europa gibt. Eine Mischung aus Jugend und Erfahrung, kreativ und torgefährlich. In erster Linie rede ich vom Kapitän Sasa Ilic (22/27), dem Megatalent Simon Vukcevic (1/18) und dem Rückkehrer Dragan Ciric (10/20), der auch schon beim großen FC Barcelona gibt. Feste Positionen gibt es nicht, die drei rotieren ständig, so dass es auch keinen klassischen Spielmacher gibt. Vukcevic ist das größte serbische Talent seit Jahren und es sind schon Vereine wie Juventus und Chelsea hinter ihm her, gerade nach großartigen Leistungen im UEFA-Cup.
Ivan Tomic (21/28), ein weiterer Spanien-Rückkehrer, Branimir Petrovic (18/22), Miroslav Radovic (11/20) oder Nebojsa Marinkovic (36/18) stellen absolut gleichwertigen Ersatz dar.
- Angriff:
Da Partizan meist mit nur einem nominellen Stürmer aufläuft, ist der Kameruner Pierre Boya (8/20) der erste und oft der einzige Mann in vorderster Spitze. Er stand schon im Kader der Nationalmannschaft Kameruns und ist in jeder Hinsicht so etwas wie der junge Anthony Yeboah. Körperlich stark wie ein Fels, zweikampf- und kopfballstark, technisch beschlagen... sein einziges Manko ist die mangelnde Abgeklärtheit vor dem Tor, aber das kommt auch mit der Erfahrung. In dieser Saison ist er auch der beste Torjäger mit 10 Treffern in der Meisterschaft und 4 im UEFA-Cup.
Hinter ihm warten große Talente: Nikola Grubjesic (20), Srdjan Radonjic (23), Branislav Atanackovic (20) oder Ivan Stankovic (19). Schlecht besetzt ist der Angriff also keinesfalls, zumal auch die Reservestürmer regelmäßig ihre Chancen nutzen und für Tore sorgen.
- Trainer:
Vladimir Vermezovic(41), ein ehemaliger Spieler von Partizan und Neuling in der Branche. Als Nachfolger des erfolgreichen und überaus beliebten Matthäus hatte er es in den ersten 6 Monaten sehr schwer, insbesondere bei den Fans, zumal auch der Meistertitel am Ende der letzten Saison verloren wurde. In den letzten 6-7 Monaten hat er sich aber mit den internationalen Erfolgen und einer souverän geführten Meisterschaft sehr viel Respekt in allen Kreisen verschafft. Mittlerweile wird er mehr als akzeptiert und seine Ergebnisse sprechen für sich.
VEREINSFÜHRUNG
Der Präsident von Partizan ist Ivan Curkovic, ehemalige Torwartlegende des Vereins. Er hat aber eher repräsentative Aufgaben - die eigentlichen Macher sind die beiden Manager: Zarko Zecevic und Nenad Bjekovic, ebenfalls ehemalige Partizan-Spieler. Sie haben es geschafft, den Verein aus dem Schatten von Roter Stern zu führen, ihn auch auf europäischer Bühne zu etablieren. Außerdem ist Partizan heute ein für serbische Verhältnisse sehr finanzstarker Verein, der nicht mehr darauf angewiesen ist, jedes Jahr die besten Spieler zu verkaufen. Die beiden haben auch für die nötige Infrastruktur gesorgt wie z.B. das phantastische Trainigszentrum oder das Jugendinternat.
INFRASTRUKTUR
Wie bereits erwähnt, verfügt Partizan über eines der modernsten und grösten Trainigszentren Europas. Ich war auch schon an der Münchner Säbener Straße, aber das was Partizan gebaut hat, ist für mich bisher einmalig:
- 7 perfekte Rasenplätze mit Rasenheizung
- 2 Kunstrasenplätze
- Flutlicht auf allen Plätzen
- Zentralgebäude mit über 4000 qm Fläche
- Fitnesszentrum/Kraftraum mit modernsten Geräten und Sauna
- Unterhaltungssaal für Spieler
- Spielerhotel mit 25 Apartments und 2 Restaurants
- Tagungsrüumlichkeiten
usw.
Die Spieler können also den ganzen Tag auf dem Gelände verbringen und müssen zwischen den Trainingseinheiten nicht nach Hause fahren, was durchaus praktiziert wird.
Außerdem verfügt der Verein über eine eigene Jugensschule mit dem dazugehörigen Internat.
Das Stadion von Partizan bietet Sitzplätze für 30000 Menschen. Es ist nicht mehr das schönste und modernste Stadion, es erfüllt aber durchaus die strengen UEFA-Kriterien.
FANS
Die Partizan-Fans, die allgemein unter dem Namen \"Grobari\" (Totengräber) bekannt sind, den sie den Vereinsfarben (schwarz-weiß) und einem am Stadion nahegelegenen Freidhof zu verdanken haben, waren jahrzehntelang das Symbol für Vereinstreue und auch die Gründer der Fankultur auf dem Balkan. Eine aktive Fanszene gibt bereits seit den 50er Jahren.
In den letzten Jahren kam es aber zu großen Auseinandersetzungen zwischen zwei Fangruppierungen, die sich getrennt haben und heute die Mannschaft voneinander unabhängig und von 2 Tribünen aus anfeuern.
Diese Auseinandersetzungen sowie sie regelmäßigen Gewaltausbrüche bei jedem Derby gegen Roter Stern haben dazu geführt, dass die Spiele sehr schwach besucht sind. In dieser Saison hat Partizan einen Zuschauerschnitt von ca. 5000. Ausverkauft sind eigentlich nur die Derbys gegen RS und die Spiele in internationalen Wettbewerben. Bei normalen Ligaspielen verirren selten mehr als 1000-2000 Menschen ins Stadion. Dies ist auch das größte Problem des serbischen Fußballs, der Zuschauerschwund, denn bei anderen Vereinen sieht es diesbezüglich noch schlechter aus.
FAZIT
Partizan ist ein großer Traditionsverein, der schon viele große Spieler herausgebracht hat und der heute auf dem besten Wege ist, in die europäische Spitze vorzudringen. Der Verein hat alles, was dazu nötig ist: eine erfolfreiche und talentierte Mannschaft, geordnete Strukturen und Finanzen, phantastische Trainingsbedingungen und eine kompetente Führung.
Partizan, lange im Schatten des Stadtrivalen Roter Stern - in den 90er Jahren einer der besten und erfolgreichsten europäischen Vereine - ist in den letzten 13 Jahren der erfolgreichste serbische Fußballverein und der einzige aus der Region (ehemaliges Jugoslawien), dem es gelungen ist, in die Gruppenphase der Championsleague vorzudringen. Diese Saison spielte man erfolgreich in der neugegründeten UEFA-Cup-Gruppenphase und steht im Achtelfinale.
GESCHICHTE
Der FK Partizan wurde am 4. Oktober 1945 als Fußbalsektion des Universalvereins Partizan gegründet. Wie der Name schon sagt, war Partizan im Prinzip ein Armeeverein, auch gegründet seitens der Jugoslawischen Volksarmee. Unter diesem Image litt man aber nur wenige Jahre - schnell wurde Partizan zum zweitbeliebtesten Verein in ex-Jugoslawien, gleich hinter dem Stadtrivalen Roter Stern.
Im Laufe der Jahre und Jahrzehnte veränderten sich auch die Strukturen des Vereins, so dass er schon ab Mitte der 60er Jahre eigentlich kein Armeeverein mehr war, sondern ganz normale sportliche und Führungsstrukturen hatte.
Das Absurde ist, dass Partizan im Prinzip nie seitens der Militär- bzw. Staatsführung Jugoslawiens bevorzugt wurde, so wie z.B. der BFC Dynamo in der ehemaligen DDR. Roter Stern, ein Volksverein durch und durch und das Symbol des serbischen Bürgertums, das im Sozialismus ja eigentlich nicht viel zu melden hatte, hatte schon immer eine viel größere und einflussreichere Lobby innerhalb der sportlichen und politischen Strukturen Jugoslawiens. Partizan bekam ziemlich schnell das Image des Underdogs, des Alternativvereins, dessen Anhänger aus allen Gesellschaftsschichten kommen und doch eines gemeinsam haben - die Underdogmentalität. Das hat sich in den letzten 10-20 Jahren ein wenig geändert, aber dazu komme ich später.
Die ersten Erfolge kamen im Prinzip gleich nach der Vereinsgründung. Bereits 1947 konnte man den ersten Meistertitel erringen und Partizan war dann später auch in der ersten Ausgabe des ehemaligen Landesmeisterpokals (der heutigen CL) vetreten. Man schaltete gleich Sporting Lissabon aus und spielte in der 2. Runde gegen Real Madrid, das den Pokal dann 5 Mal in Folge gewinnen sollte. Es hätte aber auch anders kommen können: Real gewann das erste Spiel in Madrid mit 3:0 und es schin schon alles entschieden. In Belgrad wartete aber die Hölle auf die Spanier - 60000 fanatische Fans und eine Partizan-Mannschaft, die fest entschlossen war, ein Wunder zu schaffen. Lange sah es so aus, als könnten sie es tatsächlich schaffen. Bis kurz vor Schluss stand es 3:0 für die Belgrader, das entscheidende vierte Tor lag in der Luft.... und dann fiel plötzlich das 3:1, Di Stefano, Puskas und weitere Real-Stars kamen weiter und gewannen dann den Landesmeistercup 5 Mal hintereinander. Wer weiß, was gewesen wäre...
1949 wurde Partizan zum 2. Mal Meister und dann trat die große Spielergeneration um Stjepan Bobek, Zlatko Tschick Cajkovski (später der erste Bayern-Meistertrainer) und Branko Zebec (Erfolgstrainer der Bayern und des HSV) ab. Auf den nächsten Titel wartete man bis 1961. Dann holte man aber 4 Meisterschaften in Folge und die Erfolgsära gipfelte 1966, als man das Finale des Landesmeisterpokals erreichte. Dort stand - wie konnte es anders sein - Real Madrid. Lange führte Partizan, aber am Ende stand es 2:1 für die Königlichen. Das sollte auch für Real für die nächsten 32 Jahre der letzte europäische Titel bleiben (1998 schoss sie ausgerechnet der frühere Partizan-Star Pedja Mijatovic zum CL-Titel). Für Partizan bedeutete dieses Spiel auch den Beginn einer langen Durststrecke. Erst 1976 konnte man wieder den jugoslawischen Meistertitel erringen. Weitere kamen 1978, 1983, 1986 und 1987 hinzu, aber auf internationaler Ebene bleib man bis auf ein paar verrückte Spiele ohne größeren Erfolg.
In all diesen Jahren war der große Rivale Roter Stern weit erfolgreicher, sowohl auf nationaler Ebene als auch international.
Der Wendepunkt kam ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, als Roter Stern am stärksten und am erfolgreichsten war: 1991 gewann Roter Stern die Champions League (gegen Olympique Marseille im Finale) und Partizan verpflichtete den erfolgreichen Nationaltrainer Jogoslawiens Ivica Osim. Dieser sollte dann die wichtigsten Umstrukturierungen und Reformen in der Organisation des Vereins einleiten, die in Zukunft von entscheidender Bedeutung sein sollten: Partizan investierte immer mehr in die eigene Jugendschule, baute Ende der neunziger Jahre ein Trainigszentrum, das in ganz Europa seinesgleichen sucht. Ergebnisse blieben seitdem auch nicht aus - seit 1992 ist Partizan der mit Abstand erfolgreichste Fußballverein Serbiens. 1993, 1994, 1996, 1997, 1999, 2002, und 2003 wurde man Meister, obwohl fast jedes Jahr die besten Spieler verkaufen musste, um den Verein finaziell am Leben zu erhalten. Es kamen aber jedes Jahr neue Talente hinzu - laut einer UEFA-Studie hat Partizan zusammen mit Ajax Amsterdam die beste und vorbildlichste Fußballschule Europas. Die Liste der Spieler, die bei Partizan in den 90ern groß wurden und dann ins Ausland gingen ist unendlich. Hier nur die bekanntesten Namen: Predrag Mijatovic (Real Madrid), Mateja Kezman (PSV Eindhoven, jetzt Chelsea), Savo Milosevic (Aston Villa, Parma, Zaragoza...), Mladen Krstajic (Werder Bremen, Schalke), Zoran Mirkovic (Juvenstus Turin), Danko Lazovic, (Feyenoord Rotterdam), Slavisa Jokanovic (La Coruna)...
Wie alle anderen serbischen Sportmannschaften auch, litt Partizan zwischen 1992 bis 1996 unter den UNO-Sanktionen gegen Serbien, die auch den Sport betrafen - keine serbische Mannschaft durfte an internationalen Wettbewerben teilnehmen. Und dennoch - seit der letzten Saison ist der Verein auch auf europäischer Bühne zurück. Ein weiterer revolutionärer Schritt in der Vereinspolitik war die Verpflichtung von Lothar Matthäus als Trainer und Taribo West als Verteidiger. Gerade der bei uns umstrittene Matthäus hauchte dem Verein eine Siegermentalität ein, die der Grundstein für die aktuellen internationalen Erfolge ist. Er machte Schluss mit der berüchtigten \"Balkanmentalität\", die nichts anderes heißt als immer im entscheidenden Moment zu versagen. Letzte Saison verlor man im ersten Spiel der CL-Quali gegen Newcastle United zu Hause 0:1 und alle dachten das wär\'s mal wieder. Im Rückspiel schaffte es Partizan aber mit deuschen Tugenden wie Disziplin, Laufarbeit und Kampf bis zur letzten Minute 1:0 zu gewinnen. Im Elfmeterschießen schaltete man den englischen Vertreter aus und auf einmal stand man in der CL -als erster Verein aus der Region überhaupt. Dort schlug man sich beachtlich in der wohl stärksten Gruppe überhaupt: Real Madrid (0:0, 0:1), den späteren Sieger FC Porto (1:1, 1:2) und Olypique Marseille, den späteren UEFA-Cup-Finalisten (1:1, 0:3).
Seitdem herrscht eine ganz andere mentalität, ein ganz anderes Denken im Verein. Man glaubt wieder an sich, es ist ein gesundes Selbstbewusstsein da und so gesehen wird Matthäus eine große und wichtige Rolle in den Geschichtsbüchern des Vereins einnehmen.
Erfolge:
Meister - 18 mal
Pokalsieger - 9 mal
Finale des Landesmeisterpokals - 1 mal
Mitteleuropa-Cup - 1 mal
SAISONVERLAUF 2004/2005
Matthäus\' Weggang nach Budapest im Januar 2004 traf den Verein ziemlich schwer, denn das kam völlig unerwartet. So verlor man dann auch sehr unglücklich den Titel an Roter Stern. In der Sommerpause kosolidierte sich der Verein aber, holte einige ehemalige Stars aus Spanien und Italien zurück und schon war man wieder in der Erfolgsspur.
In der UEFA-Pokal-Quali schaltete man ziemlich unspektakulär den rumänischen Vertreter Otelul mit 1:0 und 0:0. In der ersten Runde wartete dann wieder eine rumänische Mannschaft - Dinamo Bukarest. Da konnte Partizan schon mehr überzeugen und setzte sich mit 3:1 und 0:0 durch qualifizierte sich für die neu eingeführte Gruppenphase.
Dort stand man in der Gruppe mit Lazio Rom, Villarreal, FC Middlesbrough und Aigaleo Athen. Im ersten Spiel schlugen die Belgrader die griechische Überraschungsmannschaft aus Athen mit 4:0, dann kam ein 2:2 gegen Lazio in Rom und mit dem 1:1 gegen Villarreal stand schon vor dem letzten Spiel fest, dass Partizan im Achtelfinale steht. Im letzten Spiel, in dem es um nichts mehr ging, kassierte man dann die einzige Pflichtspielniederlage der ganzen Saison - 0:3 in Middlesbrough.
Im Achtelfinale, das Ende Februar stattfindet, trifft man nun auf den ukrainischen Vertreter Dnjepar Dnjepropetrovsk, der allen HSV-Fans auch noch gut in Erinnerung ist (der HSV schied letzte Saison in der 1. Runde des UEFA-Pokals gegen Dnjepar aus). Eine unangenehme Mannschaft, aber durchaus machbar. Sollte man die Ukrainer ausschalten, träfe man dann in der nächsten Runde entweder auf Benfica Lissabon oder CSKA Moskau.
In der Meisterschaft von Serbien/Montenegro steht man unangefochten an der Tabellenspitze, mit 13 Siegen und nur 2 Unentschieden, einem Torverhältnis von 39:8 und mit 5 Punkten Vorsprung vor Roter Stern. Realistisch gesehen ist Partizan der Titel nicht mehr zu nehmen, zumal es in der Winterpause bisher auch keine Abgänge zu verzeichnen gibt.
Im nationalen Pokal steht man auch im Halbfinale, wo man im Frühjahr auf - richtig - Roter Stern treffen wird.
Diese Saison ist noch einiges möglich, national wie international. Zum nationalen Meistertitel und dem Pokal könnten durchaus noch ein paar Erfolge im UEFA-Cup hinzukommen.
DER AKTUELLE KADER
(in Klammern die Rückennummern + Alter)
- Torhüter:
Die Nummer 1 von Partizan ist ein alter bekannter, Ivica Kralj(25/31). Partizan ist sein Stammverein und letzte Saison kehrte er nach langen Jahren beim PSV Eindhoven und dem FC Porto zurück. Seine große Stärke sind die Reflexe und die Reaktionsschnelligkeit sowie seine Erfahrung. Auf der Linie und in der Strafraumbeherrschung gleich stark, sind Distanzschüsse vielleicht seine einzige nennenswerte Schwäche. In der letzten Saison einer der CL-Helden, in dieser auch in bestechender Form.
Torhüter Nummer 2 und 3 sind Djordje Pantic (27/24) und der Grieche Nikolas Asprogenis (30/18), die beide als große Talente gelten, aber bisher gar nicht eingesetzt wurden, so dass eine Bewertung nicht möglich ist.
- Abwehr:
Das Prunkstück der Mannschaft. Unumstrittener Chef ist ein Rückkehrer: Zoran Mirkovic (4/33), Innenverteidiger, der schon bei Juventus Turin spielte. Vor der Saison kam er zurück und sofort wurde er zum Anführer der jungen Mannschaft. Zweikampf- und kopfballstark, sehr routiniert und erfahren, verleiht er der Abwehr die Sicherheit eines Bollwerks.
Sein Partner in der Innenverteidigung ist Nenad Djordjevic (14/25), ein ebenfalls kompromissloser und äußerst zweikampfstarker Verteidiger, der auch technisch durchaus zu gefallen weiß.
Die rechte Außenbahn ist das Zuhause von Milivoje Cirkovic (2/27). Er ist pfeilschnell und technisch sehr beschlagen, aber auch sehr verletzungsanfällig. Sein erster Vertreter ist Nemanja Rnic (24/20), ein junges Talent, das diese Saison wohl den endgültigen Durchbruch geschafft hat.
Auf der rechten Seite wirbelt der Nigerianer Ifeanyi Emeghara (16/20). Er hat einen ähnlichen Werdegang wie der Stuttgarter Phillipp Lahm - als Rechtssfuß, der sich auf der linken Seite etabliert hat. Technisch perfekt, ist der Niegerianer auch pfeilschnell und sehr zweikampfstark. Der kommende Superstar, den Partizan nicht lange wird halten können.
Außerdem sind da noch junge Talente wie Ivan Babic (20), Milovan Milovic (20) und Nikola Drincic (19), denen die Zukunft gehört.
- Mittelfeld:
Auch eine große Stärke des Teams. Da die Mannschaft meist ein 4-5-1 spielt, übernehmen 2 Spieler den defensiven Part: Albert Nadj (28/30), Rückkehrer aus Spanien und Nenad Brnovic (7/24). Während Nadj eher die Arbeitsbiene und der Zerstörer ist, ist Brnovic fürs Kreative zuständig. Ein Techniker mit Übersicht.
Das offensive Mittelfeld gehört zum Besten, was es in Europa gibt. Eine Mischung aus Jugend und Erfahrung, kreativ und torgefährlich. In erster Linie rede ich vom Kapitän Sasa Ilic (22/27), dem Megatalent Simon Vukcevic (1/18) und dem Rückkehrer Dragan Ciric (10/20), der auch schon beim großen FC Barcelona gibt. Feste Positionen gibt es nicht, die drei rotieren ständig, so dass es auch keinen klassischen Spielmacher gibt. Vukcevic ist das größte serbische Talent seit Jahren und es sind schon Vereine wie Juventus und Chelsea hinter ihm her, gerade nach großartigen Leistungen im UEFA-Cup.
Ivan Tomic (21/28), ein weiterer Spanien-Rückkehrer, Branimir Petrovic (18/22), Miroslav Radovic (11/20) oder Nebojsa Marinkovic (36/18) stellen absolut gleichwertigen Ersatz dar.
- Angriff:
Da Partizan meist mit nur einem nominellen Stürmer aufläuft, ist der Kameruner Pierre Boya (8/20) der erste und oft der einzige Mann in vorderster Spitze. Er stand schon im Kader der Nationalmannschaft Kameruns und ist in jeder Hinsicht so etwas wie der junge Anthony Yeboah. Körperlich stark wie ein Fels, zweikampf- und kopfballstark, technisch beschlagen... sein einziges Manko ist die mangelnde Abgeklärtheit vor dem Tor, aber das kommt auch mit der Erfahrung. In dieser Saison ist er auch der beste Torjäger mit 10 Treffern in der Meisterschaft und 4 im UEFA-Cup.
Hinter ihm warten große Talente: Nikola Grubjesic (20), Srdjan Radonjic (23), Branislav Atanackovic (20) oder Ivan Stankovic (19). Schlecht besetzt ist der Angriff also keinesfalls, zumal auch die Reservestürmer regelmäßig ihre Chancen nutzen und für Tore sorgen.
- Trainer:
Vladimir Vermezovic(41), ein ehemaliger Spieler von Partizan und Neuling in der Branche. Als Nachfolger des erfolgreichen und überaus beliebten Matthäus hatte er es in den ersten 6 Monaten sehr schwer, insbesondere bei den Fans, zumal auch der Meistertitel am Ende der letzten Saison verloren wurde. In den letzten 6-7 Monaten hat er sich aber mit den internationalen Erfolgen und einer souverän geführten Meisterschaft sehr viel Respekt in allen Kreisen verschafft. Mittlerweile wird er mehr als akzeptiert und seine Ergebnisse sprechen für sich.
VEREINSFÜHRUNG
Der Präsident von Partizan ist Ivan Curkovic, ehemalige Torwartlegende des Vereins. Er hat aber eher repräsentative Aufgaben - die eigentlichen Macher sind die beiden Manager: Zarko Zecevic und Nenad Bjekovic, ebenfalls ehemalige Partizan-Spieler. Sie haben es geschafft, den Verein aus dem Schatten von Roter Stern zu führen, ihn auch auf europäischer Bühne zu etablieren. Außerdem ist Partizan heute ein für serbische Verhältnisse sehr finanzstarker Verein, der nicht mehr darauf angewiesen ist, jedes Jahr die besten Spieler zu verkaufen. Die beiden haben auch für die nötige Infrastruktur gesorgt wie z.B. das phantastische Trainigszentrum oder das Jugendinternat.
INFRASTRUKTUR
Wie bereits erwähnt, verfügt Partizan über eines der modernsten und grösten Trainigszentren Europas. Ich war auch schon an der Münchner Säbener Straße, aber das was Partizan gebaut hat, ist für mich bisher einmalig:
- 7 perfekte Rasenplätze mit Rasenheizung
- 2 Kunstrasenplätze
- Flutlicht auf allen Plätzen
- Zentralgebäude mit über 4000 qm Fläche
- Fitnesszentrum/Kraftraum mit modernsten Geräten und Sauna
- Unterhaltungssaal für Spieler
- Spielerhotel mit 25 Apartments und 2 Restaurants
- Tagungsrüumlichkeiten
usw.
Die Spieler können also den ganzen Tag auf dem Gelände verbringen und müssen zwischen den Trainingseinheiten nicht nach Hause fahren, was durchaus praktiziert wird.
Außerdem verfügt der Verein über eine eigene Jugensschule mit dem dazugehörigen Internat.
Das Stadion von Partizan bietet Sitzplätze für 30000 Menschen. Es ist nicht mehr das schönste und modernste Stadion, es erfüllt aber durchaus die strengen UEFA-Kriterien.
FANS
Die Partizan-Fans, die allgemein unter dem Namen \"Grobari\" (Totengräber) bekannt sind, den sie den Vereinsfarben (schwarz-weiß) und einem am Stadion nahegelegenen Freidhof zu verdanken haben, waren jahrzehntelang das Symbol für Vereinstreue und auch die Gründer der Fankultur auf dem Balkan. Eine aktive Fanszene gibt bereits seit den 50er Jahren.
In den letzten Jahren kam es aber zu großen Auseinandersetzungen zwischen zwei Fangruppierungen, die sich getrennt haben und heute die Mannschaft voneinander unabhängig und von 2 Tribünen aus anfeuern.
Diese Auseinandersetzungen sowie sie regelmäßigen Gewaltausbrüche bei jedem Derby gegen Roter Stern haben dazu geführt, dass die Spiele sehr schwach besucht sind. In dieser Saison hat Partizan einen Zuschauerschnitt von ca. 5000. Ausverkauft sind eigentlich nur die Derbys gegen RS und die Spiele in internationalen Wettbewerben. Bei normalen Ligaspielen verirren selten mehr als 1000-2000 Menschen ins Stadion. Dies ist auch das größte Problem des serbischen Fußballs, der Zuschauerschwund, denn bei anderen Vereinen sieht es diesbezüglich noch schlechter aus.
FAZIT
Partizan ist ein großer Traditionsverein, der schon viele große Spieler herausgebracht hat und der heute auf dem besten Wege ist, in die europäische Spitze vorzudringen. Der Verein hat alles, was dazu nötig ist: eine erfolfreiche und talentierte Mannschaft, geordnete Strukturen und Finanzen, phantastische Trainingsbedingungen und eine kompetente Führung.
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