Die Wolke (Taschenbuch) / Gudrun Pausewang Testbericht
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Erfahrungsbericht von biker
Es könnte jederzeit passieren
Pro:
kann passieren
Kontra:
nichts
Empfehlung:
Ja
Es handelt sich bei dem Buch um das Buch "Die Wolke" von Gudrun Pausewang.
Daten zum Buch:
Erstausgabe 1987 --- das mir vorliegende Exemplar ist von 1997
Ausgezeichnet mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis
Ravensburger Taschenbuch
www.ravensburger.de
ISBN 3-473-58014-7
ca. 220 Seiten
Euro 4,95
Zu diesem Buch gibt es Materialien zur Unterrichtspraxis.
Zur Autorin Gudrun Pausewang:
Gebohren 1928 in Wichstadl in Böhmen. Sie war lange Zeit Lehrerin in Deutschland und an deutschen Schulen in Südamerika
Sie hat noch verschiedene Bücher geschrieben mit interessanten Titeln :
Adi - Jugend eines Diktators (RTB 58151)
Die letzten Kinder von Schewenborn (58007)
Die Geschichte:
Janna Berta ist 14 Jahre alt und in der Schule. Sie schaut aus dem Fenster. Es ist Freitagmorgen und Mai: die Sonne scheint und es regnet Kirschblüten, weil eine starke Brise weht.
Plötzlich gibt es unerklärlichen ABC-Alarm und alle Schüler werden nach Hause geschickt. Janna Berta wohnt in Schlitz, und es fahren keine Busse. Aber sie hat das Glück, das Lars, der auch aus Schlitz kommt, sie mit dem Auto mitnimmt. Im Auto sind noch 3 andere Schüler aus Schlitz, aber keiner weiß was wirklich los ist. Das Autoradio ist kaputt und so wird nur gerätselt.
Die Fahrt ist anders als sonst. Es gibt Staus, wo es sonst nie Probleme gab. Aber Janna Berta muß nach Hause, da die Eltern mit dem kleineren Bruder Kai zu einer Tagung nach Schweinfurt gefahren sind, und sie sich um ihren Bruder Uli kümmern muß.
Zu Hause angekommen erfahren sie und Uli aus dem Radio, das es einen kerntechnischen Unfall im Raktor Grafenrheinfeld gegeben hat.
Sie versuchen mit ihren Fahrrädern vor der giftigen Wolke zu fliehen - sie wollen zum Bahnhof in Bad Hersfeld. Aber alle benehmen sich hektisch, egoistisch und rücksichtslos. Bei einem Unfall wird Uli überfahren und einfach in ein Rapsfeld gelegt. Janna Berta wird in ein Auto mit einem Ehepaar und deren Kinder gepackt und mit zum Bahnhof genommen. Auch hier gibt es kein Durchkommen und sie wird von der Familie getrennt. Sie verläßt den Bahnhof um Uli zu suchen, als es anfängt zu regnen. Sie wandert allein durch den Regen und wird noch einmal in einem Bus mitgenommen. Sie aber möchte zu ihrer Tante und verläßt den Bus wieder. Dann bricht sie zusammen und landet im Nothospital Herleshausen. Sie wird krank und verliert die Haare. So nach und nach erfährt sie, das auch ihr Bruder Kai und ihre Eltern tot sind. Nur Almut, die Schwester ihrer Mutter, mit ihrem Mann und Vater und Helga, die Schwester ihres Vaters haben überlebt. Ihre Großeltern sind auf Malorca und sollen laut Helga dort auch erst mal bleiben und von allem nichts erfahren.
Als sich ihr Gesundheitszustand etwas verbessert hat, holt Helga sie nach Hamburg, wo sie auch wieder zur Schule geht. Nach dem Selbstmord eines ehemaligen Mitschülers aus Schlitz flieht sie zu Almut, wo sie sich besser aufgehoben fühlt.
Als die Sperrzone 3 aufgehoben wird zieht es sie nach Schlitz zurück. Dort trifft sie ihre Großeltern, die ja meinen alle seien gesund und munter. Der Großvater sagt es würde alles nur übertrieben und es wäre alles nicht so schlimm....
Und Janna Berta ????
Besonderheit des Buches:
Das Buch beginnt mit einem Zeitungsinserat vom 23.05.86 aus der Zeit
Das war 4 Wochen nach Tschernobyl und von Inge Aicher-Scholl der Schwester von Hans und Sophie Scholl.
Leseprobe:
"Schlitz" sagte Janna Berta. "Wie ist es in Schlitz?"
"Leer", sagte Lars Vater. "Was sollen wir dort noch mit unserem Geschäft, wenn keine Kundschaft mehr da ist? Und auf eine Entschädigung können wir lange warten."
Janna Berta saß still und antwortete nicht.
Aber Lars sprang auf.
"Seid ihr noch bei Trost!" schrie er. "Wen interessiert denn jetzt noch euer Scheißladen? Wen, außer euch? Und wer entschädigt sie?" Er zeigte auf Janna Berta. "Habt ihr euch das mal überlegt? Was meint ihr: Was sind Eltern wert? Und Geschwister? Was beklagt ihr euch überhaupt? Wer war denn immer für die Kernenergie? >Damit hier nicht die Lichter ausgehen<
Erinnert ihr Euch? Nein?"
Die Personen:
Janna Berta - ein Kind, das mit dem Problem der Gefahr Kernkraft durch ihre Eltern wußte, und es jetzt am eigenen Körper schmerzhaft erfährt
Helga - jemand, der kaum Gefühle zeigt, und meint alles ist in Ordnung, wenns sie es so möchte
Almut - mitfühlend ohne aufdringlich zu sein - Kämpfernatur
Großeltern - desinteressiert, ahnungslos und nicht Politisch interessiert
Fazit und Meinung:
Vorweg muß ich sagen, das ich Kernkraftgegner bin, aus Angst vor der unberechenbaren Strahlung, die man nicht sieht, riecht oder fühlen kann -- und somit habe ich auch damals an den Kundgebungen nach Tschernobyl und gegen Kernkraftwerke teilgenommen. Meine Rolle im Buch wäre die der Eltern von Janna Berta, die es irgendwann mal aufgegeben haben, weil kein Protest gegen Kernkraft geholfen hat.
Man merkt, das das Buch 1987 herausgekommen ist, da noch DDR usw. erwähnt wird. Das ist aber nicht wirklich störend.
Und dann ist es doch passiert:
Das Buch selber ist gut geschrieben - es sagt die Wahrheit ohne zu überzeichnen.
Es zeigt auf, wie hilflos Polizei, Behörden und Politiker im "Wirklichen Fall" reagieren könnten und wie sie es zu entschuldigen versuchen. Nach dem Motto : und nachher wills keiner gewesen sein.
Die Geschichte wird aus Janna Bertas Sicht geschildert, und ist ansprechend und spannend.
Aber auch ergreifend, wenn man liest, das Janna Berta mit 14 also Radioaktiv verseucht wurde - und sie es bewußt weiß.
Sie weiß auch die Folgen, das sie wahrscheinlich keine gesunden Kinder bekommen wird, andere Krankheiten wie Krebs später noch auftreten können usw. Sie weigert sich die Glatze durch eine Mütze oder Perücke zu verstecken, was von der Gesellschaft als "daran erinnern" angesehen wird. Ohne Perücke muß man als nicht betroffener nicht daran denken !!! ????
Auch die Art und Weise wie sie mit dem Verlust der Eltern und Brüder umgeht ist ansprechend geschildert und läßt einen nachdenklich werden.
Oft fragt man sich, was würde ich selber machen?
Müssen die anderen so reagieren - oder kommt es einfach wegen der allgemeinen Panik?
Würde ich auch so ragieren?
Ich kann meiner Nichte nur danken - das Buch ist wirklich gut.
Da es Unterrichtsmaterial dazu gibt, könnte es in den Schulen verwendet werden. Ob dies geschieht, weiß ich nicht. Wäre aber zu hoffen.
Hoffentlich passiert nie wirklich so etwas - es war nicht zu vertuschen.
Kleinere Unfälle gehen heute ja eh unter und werden gar nicht mehr öffentlich gemacht.
Nachdenklich geworden
*2006*
27 Bewertungen, 12 Kommentare
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10.01.2008, 13:19 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichsehr schöner Bericht. :) lg
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16.03.2006, 22:28 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreich*** sh & lg *** Christina :)
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16.03.2006, 22:09 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich <br/>
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14.01.2006, 14:39 Uhr von AngelikaBS
Bewertung: sehr hilfreichGudrun Pausewang schreibt auch tolle Kinderbücher. Ich werde demnächst auch noch über zwei davon berichten. Die Wolke kenne ich noch nicht. Habe aber schon davon gehört. Ein toller Buchbericht! LG von Angelika
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13.01.2006, 18:43 Uhr von Sang_il
Bewertung: sehr hilfreichSchöner Bericht! Weiter so, viele Grüße Sang_il
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12.01.2006, 20:37 Uhr von Fluetie
Bewertung: sehr hilfreichEin erschütterndes Buch. Aber erst nach einem wirklichen Unfall, werden die Menschen ( Politiker ) umdenken, weil sie dann umdenken müssen. <br/>:-) lg Dirk
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12.01.2006, 14:47 Uhr von M_SPEED
Bewertung: sehr hilfreichEin Alptraum
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12.01.2006, 13:48 Uhr von NancyNoack
Bewertung: sehr hilfreichVon mir ein sehr hilfreich, da ich deinen Bericht optisch sowie auch inhaltlich sehr ansprechend finde. Er ist gut srukturiert und enthält alles was Wichtig ist. Lg, Nancy
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11.01.2006, 23:12 Uhr von tobbbbi
Bewertung: sehr hilfreichSchön ausführlich
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11.01.2006, 22:58 Uhr von Lidlefood
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich
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11.01.2006, 22:36 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreich***SH und LG****
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11.01.2006, 22:35 Uhr von sternle23
Bewertung: sehr hilfreichlg sternle23
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