Pearl Harbor (VHS) Testbericht

Pearl-harbor-vhs-antikriegsfilm
ab 11,75
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 10/2004

Erfahrungsbericht von Claudi/Moers

Macht Krieg, nicht Liebe...

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

...mit dem Prinzip: Liebe in Zeiten der Katastrophe geht das Filmspektakel Pearl Harbor baden. Das Titanic-Konzept zieht halt nicht immer.

Ich sehe ja ein, dass ich mit meiner Meinung ziemlich gegenläufig zu allgemeinen Trend liege, doch es ist meine Meinung, und ich glaube, genau darum geht es hier bei Yopi.

Wann regnen denn endlich die Bomben? Wir warten. Eine Stunde und zwanzig Minuten... zieht ... sich ... die ... Geschichte ... nun ... schon ... hin. Nein, nicht weil die Hintergründe des vernichtenden Angriffs erklärt werden, des ersten Angriffs, bei dem die unverwundbare USA verwundet wurde. Nein, es geht um die Liebe, die große, die unteilbare, die sich hier ein Trio teilt.

Was ist das für ein Film, der einen auf eines der dunklen und traurigen Kapitel der Kriegsgeschichte förmlich warten macht?

Zwei Jungs, beste Freunde, wollen Piloten werden und werden es auch. Rafe (Ben Affleck) verliebt sich in die Krankenschwester Evelyn (Kate Beckinsale) und geht nach England, um mit den Briten freiwillig gegen die Nazis zu kämpfen. Er wird abgeschossen. Einige Monate vergehen, Evelyn und Rafes Freund Dane (Josh Hartnett), inzwischen in Pearl Harbor auf Hawaii, werden ein Paar. Der tot geglaubte Rafe taucht wieder auf.

Wir warten...

Und endlich fallen die Bomben der Japaner aus allen Wolken. Es beginnt ein choreographiertes Chaos, ein Bomben-Ballett mit Bombast-Musik. Hausfrauen hängen Wäsche auf, Matrosen liegen in den Kojen. Über ihnen knattern die Japaner im Tiefflug.
Schiffsteile, Menschen fliegen durch die Luft.
Rauch, Feuer, Flammen, Flugzeuge; Der Zuschauer mittendrin. Er fliegt förmlich mit, taucht unter, wird gar mit einer Bombe abgeworfen.

Regisseur Michael Bay war einmal Werbefilmer. Das sieht man. Dane und Evelyn amüsieren sich zum Beispiel so hübsch meerumspült und sonnenbestrahlt am Strand, als ob sie gleich ihr Dusch-Das in die Kamera halten würden. Kitsch??
Gern, aber dann doch lieber den von Titanic, in deren Kielwasser hier wohl die Millionen an Land gezogen werden sollten.
Das Vehikel (Liebe in Zeiten der Katastrophe) geht hier wie schon einleitend gesagt, baden. Evelyn ist keine Rose und Rafe schon gar kein William Wallace (obwohl Drehbuchautor Randall Wallace auch Braveheart geschrieben hat, nur so als Info am Rande).
Warum kämpft Rafe in England?
Warum meldet sich Dane für die Himmelfahrt nach Tokio, die Pearl Harbor rächen soll?
Die wiederentdeckten Helden des zweiten Weltkrieges kennen keine Motive, keine Zweifel, keine Zwischentöne, nur ein: Wir fliegen gern und tun, was zu tun ist!!!
Und die Dialoge? Als hätte Randall Wallace zum Einschlafen in Groschenheftchen gelesen. Die Liebe zu dir hat mich am Leben gehalten, sagt Rafe zu Evelyn; nur ein Sülz-Satz von vielen.

Gääääääääähn

Ich weiß, das ich vielen Fans diesen Films vielleicht nicht gerecht werde, doch dies ist, wie gesagt meine Meinung. Ich möchte auch nicht, das man meint, ich würde diesen Film zugunsten von Titanic zerreißen. Ich fand ihn einfach total unglaubwürdig.

700 Dynamitstangen, 7500 Meter Zündschnur und 16000 Liter Benzin ver(sch)wendeten Regisseur Michael Bay und Produzent Jerry Bruckheimer für die vielen, vielen Explosionen. Der Film soll über 300 Millionen Mark gekostet haben.
Einiges kann man schon wiederentdecken, was da so verpulvert wurde, aber überzeugen konnte der Film mich nicht!

Grüße
ClaudiMoers

27 Bewertungen, 2 Kommentare

  • Puenktchen3844

    28.10.2007, 18:11 Uhr von Puenktchen3844
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ein sehr schöner Bericht von Dir. LG

  • MatthiasHuehr

    25.04.2002, 13:47 Uhr von MatthiasHuehr
    Bewertung: sehr hilfreich

    ich war zum Glück nicht drin ...