Pearl Harbor (VHS) Testbericht

Pearl-harbor-vhs-antikriegsfilm
ab 11,75
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Erfahrungsbericht von DirtyHardy

Es begann ohne Warnung ...

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

am frühen Sonntagmorgen des 07. Dezember 1941, die USA werden in ihrem Ehrgefühl verletzt und in das aktuelle Kriegsgeschehen in Europa verwickelt, denn, japanische Streitkräfte überfallen und bombardieren ohne vorherige Kriegserklärung den bedeutendsten US-amerikanischen Marinestützpunkt Pearl Harbor auf der hawaiianischen Insel Oahu.

Der Zweite Weltkrieg nimmt seinen Lauf ...


Ja, nach "Bad Boys", "The Rock" und "Armageddon" hat sich Hollywoods neues Dream-Team Jerry Bruckheimer/Michael Bay diesem Thema mit geschichtlichem Hintergrund verschrieben und dies in gewohnter Manier umgesetzt, aber hierzu später mehr.


Wir befinden uns im Jahre 1923, die beiden befreundeten Farmersöhne Rafe McCawley (Ben Affleck) und Danny Walker (Josh Hartnett), so um die sieben, acht Jahre alt, träumen vom Fliegen und dem Kampf gegen die verhassten Schweine-Deutschen, dies leben sie als Besatzung eines Flugzeugwracks in der Scheune aus. Als sich einmal die Gelegenheit ergibt den landwirtschaftlich genutzten Doppeldecker des Vaters zu besetzen, wird dieser natürlich versehentlich gestartet und die beiden unternehmen ihren ersten ersehnten Flugversuch, der aber etwas ungeschickt endet ...

Achtzehn Jahre später, wir befinden uns nun im Frühjahr des Jahres 1941, sind die beiden dicken Freunde bei der US-Army gelandet, wen wundert´s, als Piloten. Rafe lernt hier bei der Musterung die Krankenschwester Evelyn Stewart (Kate Beckinsale) kennen und es folgt die Liebe auf den ersten Blick, die in knappen vier Wochen auf romatische Art auf der Insel Oahu, auf besagtem Militärstützpunkt, auf den zwischenzeitlich alle drei versetzt wurden, ausgelebt wird ...

Da Rafe, der tollkühne Typ, aber nicht nur brav zuhause sitzen und Übungsflüge für einen eventuellen Kampfeinsatz absolvieren möchte, bewirbt er sich für die britisch-alliierte Fliegereinsatzgruppe zum Kampfeinsatz gegen die deutsche Wehrmacht über London. Er verlässt schließlich seine neugewonnene große Liebe und seinen besten Freund um nach Ruhm und Ehre zu streben, wird aber nach einigen erfolgreich überlebten Einsätzen abgeschossen ...

Zuhause tröstet nun Danny die total niedergeschlagene Evelyn, was nach einigen Monaten, zwei Tage vor den namensgebenden Ereignis, zu einer heißen Nacht führt, der Freund springt eben nach kleinen Gewissensbissen ein, warum denn auch nicht (KS by DirtyHardy)?! Evelyn, tags darauf von richtigen Gewissensbissen geplagt, will die Romanze wieder beenden, kommt aber nicht mehr dazu, denn der sprichwörtliche Horror beginnt!

Zuerst taucht der doch noch lebende Rafe wieder auf und danach bricht über Pearl Harbor mit hunderten japanischer Kampfbomber richtiggehend die Hölle aus ...


Kommen wir doch mal wieder ein bisschen auf den geschichtlichen Hintergrund zurück?! Im Jahre 1939 kündigten die USA den Japanern einen Handelsvertrag, der die Einfuhr von kriegswichtigen Rohstoffen unterband. Es folgten von japanischer Seite angestrebte langwierige Verhandlungen, die aber letztendlich am 06. Dezember 1941 in einem Fiasko endeten, denn während der andauernden Verhandlungen planten die Japaner unter Führung des japanischen Admirals Isoruku Jamamoto eine große militärische Einschüchterungsaktion, die einen Tag nach den erwarteten gescheiterten Verhandlungen ihren Lauf nahm ...

Und eben wegen der detailgenauen Umsetzung der geschichtlichen Hintergründe, aus japanischer wie amerikanischer Sicht, fand ich solch großen Gefallen an diesem Film, denn auch für geschichtlich Uninteressierte wird dieser bewegende Stoff in großartigen Bildern zum Nachvollziehen angeboten. Klar, die Amis übertreiben mal wieder ein bisschen, bei einem Volk, das so gerne in Patriotismus schwelgt und im Gegensatz zu anderen Völkern der Welt auch schwelgen darf, verständlich. Positiv anzumerken ist, dass diese patriotistischen Passagen aber klar vom geschichtlichen Hintergrund abzugrenzen sind, man merkt und weiß genau, wenn die Amis mal wieder ein bisschen abschweifen ...

Was viele andere Skeptiker am Film als großes Minus anführen ist die romantische Dreiecksbeziehung die den zweiten Handlungsstrang darstellt. Warum denn eigentlich? Wer würde sich denn gerne einen Film anschauen, nur weil es sich um ein trockenes, geschichtliches Ereignis handelt, steht jemand etwa auf Dokumentarfilme im Kino!? Tragische Einzelschicksale sind doch das, was interessiert, und hierbei kommen wir garantiert nicht zu kurz, die/der eine oder andere wird schon mal ´ne kleine Träne verdrücken ... Aber nicht nur für Dramaturgiker wird was geboten, nein, gelungene Prisen Humor wurden genauso eingestreut, die somit nie den Hang zur Untergangsstimmung aufkommen lassen ...

Und genau dies könnte man als großes Minus anführen, die Verharmlosung des Kriegsgeschehens! Wer beispielsweise bewegende Szenen aus "Der Soldat James Ryan" erwartet, ist schief gewickelt, denn so viel Blut kommt auch schon mal in ´ner Liebesschnulze vor ... Nein, ich bin kein Horrorfanatiker und stehe auch nicht auf Splatterfilme, aber in einem Kriegsfilm erwarte ich den mahnenden Zeigefinger, Bilder die einem den Magen umdrehen können und nicht im Kugelhagel umfallende Menschen in sonnigen, klaren, reinen Bildern zur Erde oder Wasser ... Wer jetzt meint, dass er keine Toten sehen wird, weit gefehlt, die gibt es massig, wer dann aber eine aufgebahrte, tote, junge Frau sieht, neben der eben eine Granate einschlug, und diese immer noch engelsgleiche Züge aufweist, weiß was ich sagen will ...

Was zusätzlich noch den Hang zum Heldenepos vermitteln lässt sind die "schönen Menschen" des Films und deren Taten, damit meine ich die Hauptdarsteller (KS by DirtyHardy), die auf jeden Fall aus männlicher sowie weiblicher Hinsicht einen Hingucker wert sind, was die schauspielerischen Leistungen auf keinen Fall schmälern soll, denn diese durchgängige, großartige Besetzung sucht seinesgleichen ...

Da es sich hier um einen Bruckheimer-Film handelt, brauche ich zum Sound eigentlich auch nicht viel sagen?! Wie bei den vorherigen Werken auch, handelt es sich um wirklich ausdrucksstarke Untermalung des Geschehens, somit mal wieder die rockige, sowie die melodiöse Synthesizer-Art im Wechsel, der jeweiligen Situation entsprechend, die einen ein um´s andere Mal in den Kinosessel drückt ...


Dementsprechend kann sich nun jeder mein abschließendes Urteil vorstellen, ein wirkliches Filmerlebnis, ein Muss für jeden Kinofan, das auch mit dieser enormen Lauflänge nie langweilig wird, dennoch einen kleinen Hang zum kriegsverherrlichenden Heldenepos hat ...


Nochmals abschließend ein kleiner Schwenk zu den geschichtlichen Folgeereignissen, vielleicht interessiert´s ja den einen oder anderen ...
Von Bedeutung für die Kriegsgeschichte ist nicht nur diese Angriffswelle mit ungefähr 350 Bombern auf Pearl Harbor, nein, es wurden im weiteren Verlauf der Geschichte anfangs auch weitere erfolgreiche und vernichtende Schlachten aus Sicht der Japaner geschlagen. Es wurden Inseln wie Singapur oder Birma, sogar Hongkonk besetzt, was aber nicht von langer Dauer war. Bei der entscheidenden Schlacht um Midway (Inselgruppe bei Hawaii) im April 1942 erlitten die japanischen Truppen eine vernichtende Niederlage, der eine anschließende Säuberungsaktion, bzw. Rückeroberung der USA folgte, mit dem Abwurf der ersten Atombombe am 06. August 1945 über dem japanischen Hiroshima, und der Kapitulation Japans am 02. September 1945 endend.

Der Zweite Weltkrieg war somit endgültig beendet, wollen wir hoffen, dass wir keinen dritten erleben werden ...


Regie:
Michael Bay

Produzent:
Jerry Bruckheimer

Darsteller:
Ben Affleck
Josh Hartnett
Kate Beckinsale
Mako
Alec Baldwin
Cuba Gooding Jr.
Dan Akroyd
...

FSK:
ab 12 Jahren

Lauflänge:
183 Minuten

Internet:
www.pearlharbor-derfilm.de

21 Bewertungen, 7 Kommentare

  • Mybaby

    05.05.2002, 14:33 Uhr von Mybaby
    Bewertung: sehr hilfreich

    Der Film hat Spitzenklasse

  • tepungaatewaka

    01.05.2002, 22:50 Uhr von tepungaatewaka
    Bewertung: sehr hilfreich

    Der Bericht ist wirklich klasse. Was mirt besonders gut gefiel, waren die Hintergrund Infos, was damals geschah. wirklich ein Muß, für jeden Kinogänger. Gruß von tepu

  • sidhe

    04.04.2002, 14:18 Uhr von sidhe
    Bewertung: sehr hilfreich

    Den Bericht fand ich echt gut - Film reizt mich überhaupt nicht!

  • furthy

    02.04.2002, 12:54 Uhr von furthy
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr guter berich man ließt sich vielleicht:-)

  • AliAsAliAs

    25.03.2002, 15:35 Uhr von AliAsAliAs
    Bewertung: sehr hilfreich

    den muss ich mir noch anschaun. gruß vom alias

  • Stoewi

    25.03.2002, 15:34 Uhr von Stoewi
    Bewertung: sehr hilfreich

    Wirklich klasse geschriebener Bericht. Gruß, Stoewi

  • IvoryB

    25.03.2002, 15:28 Uhr von IvoryB
    Bewertung: sehr hilfreich

    SORRY, tut mir wirklich leid, habe Probleme mit der Bewertungsleiste, ist nicht das erste Mal passiert, daß ich bei nützlich hängen bleibe!! Gut daß Du Bescheid gesagt hast ... der Bericht ist natürlich TOP, aber das weißt