Pearl Harbor (VHS) Testbericht

Pearl-harbor-vhs-antikriegsfilm
ab 11,75
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Erfahrungsbericht von gregorthebrain

Trotz viel Patriotismus ein klasse Film!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Hallo Leute!

Zunächst einmal eine kurze Anmerkung in eigener Sache. Wie Ihr ja sicherlich ale mitbekommen habt, wurden alle Meinungen, Kontostände und so weiter bei der Umstellung gelöscht. Sorry, ich meine natürlich, sie sind aus Versehen verloren gegangen, was aber nicht weniger ärgerlich ist, da ich gerade erst eine Auszahlung in Höhe von über 40 DM beantragt hatte, über 60 Meinungen veröffentlicht hatte, und auch so noch reichlich Bewertungen übrig hatt. Daher denke ich, es ist legitim, wenn ich jetzt meine alten Meinungen erneut veröffentliche. Es kann hin und wieder vorkommen, dass ich mich in der Meinung auf eine abgelaufene Aktion beziehe, oder lediglich die Ciao- Community anspreche. Das liegt daran, dass ich meine Meinungen Gott sei Dank auch bei Ciao veröffentlich habe. Ich hoffe auf Euer Verständnis, denke aber, dass die Meinungen dadurch ja nicht schlechter werden.

Na, da staunt Ihr, dass ich schon wieder schreibe, oder? Hab ich Euch doch versprochen!
Denn jetzt, wo ich mein Abi habe, ...

Meine heutige Meinung wird aber nicht ganz so lang wie die letzte, versprochen! Diesmal möchte ich mich mit dem neuen Film „Pearl Harbor“ beschäftigen, welcher in den Medien zum Teil hochgelobt, zum Teil aber auch vollkommen zerrissen wird! Doch bevor ich auf den Film genauer eingehe, muss ich erst noch etwas allgemeines zum Thema „Kino“ loswerden!

Also, vor ungefähr zwei Wochen fuhr ich mit einem Freund nach Dortmund ins Cinestar, um mir den Film „Exit Wounds“ anzugucken. Bis dahin sind wir fast immer Montags gefahren, da Montags Kinotag ist (war). Da konnte man dann schön für weniger als zehn Deutsche Mark in der Loge sitzen! Zu unserer Überraschung mussten wir aber 14 DM pro Person zahlen! So eine Sch...! Da fährt man fast hundert Kilometer (hin und zurück), und dann noch so was! Aber was will man machen?

Neuer Kinotag ist jetzt Dienstags, und das ganze nennt sich dann „Half Price Day“. Und das soll angeblich in allen großen Kinos Deutschlands so sein. Na toll, ausgerechnet Dienstags, wo viele Sportvereine, und ich auch, Training haben! Also ich vermute dahinter ja eine ganz große Verschwörung :-) !!! Aber, wie schon gesagt, was will man machen?

Na ja, und auch wenn ich wusste, dass Kino Samstags besonders teuer ist, blieb mir ja im Grunde kein anderer Termin über, und so fuhr ich letzten Samstag wieder nach Dortmund, um mir den Film anzuschauen, der vielleicht erfolgreicher als Titanic werden soll! Pearl Habor ist übrigens ähnlich aufgebaut: Zunächst eine lange Liebesgeschichte, in der sich zwei Männer um eine schöne Frau streiten (nur dass es diesmal beste Freunde sind, die sich streiten), und dann pure Action, mit einem gigantischen Aufwand und vielen genialen Effekten produziert.

An mir soll es übrigens nicht gelegen haben, falls der Film kein Kassenschlager wird: Allein der Eintritt betrug nämlich schon 18,50 DM, auf Grund von Logenzuschlag, Überlängenzuschlag, und so! Dazu kommen noch ein paar Mark für Popkorn, Getränk und Eis, welche sich wegen der Überlänge auch zu einem hübschen Sümmchen zusammen addierten, sowie circa 20 DM Fahrtkosten. Macht summa summarum über 50 DM! Ein stolzes Preis, aber was will man machen?

Nun gut, jetzt werde ich endlich meinen Senf dazu geben, ob der Film denn auch sein Eintrittsgeld wert war!

Im Grunde muss ich sagen, dass ich den Film klasse fand! Zum einen natürlich, weil mir als Action-Fan mit der Bombardierung Pearl Harbors, den zahlreichen Explosionen und Luftkämpfen reichlich viel geboten wurde! Ich würde sagen, man merkt gar nicht, dass der Film im Grunde ziemlich unblutig ist. Dies war nämlich die Auflage, um die Altersbegrenzung möglichst weit nach unten zu drücken!

Aber auch der Rest des Films, also die Liebesgeschichte, war zu meiner Verwunderung nicht langweilig, obwohl ich zugeben muss, dass das vielleicht auch nur daran lag, dass ich mit meiner Freundin in einem dieser bequemen Kuschelsitze gesessen habe :-). Im Gegenteil sogar, da bis zum Ende des Films offen bleibt, wer denn nun die hübsche Frau bekommt, wird selbst hier noch ein wenig Spannung erzeugt. Und auch wenn ich an dieser Stelle natürlich nicht verraten möchte, wer denn nun der Glückliche ist, möchte ich soviel dahin stellen: Ich hätte es eigentlich dem anderen gegönnt, der war mir irgendwie sympathischer. Aber was soll´s, das ist ja eh Geschmackssache!

Eine Sache hat mich an dem Film dann aber doch total gestört, und das ist natürlich der vollkommen überzogene Patriotismus. Dies war ja auch ein Hauptgrund dafür, warum der Film in der Presse, oder zumindest bei uns in der Westfalenpost, so zerrissen und als Gurke des Jahres betitelt wurde. Und das, obwohl der Film für die Deutschen und Japaner, also die Besiegten des zweiten Weltkrieges, in Bezug auf die selbstverherrlichende Darstellung der Amerikaner angeblich schon etwas abgespeckt worden sein soll!

Hier ein paar Szenen, die mir dann doch ordentlich auf den S... gingen!
Normalerweise bin ich bisher davon ausgegangen, dass der Name des Films auch etwas mit seinem Höhepunkt, also dem Ende des Film zu tun hat. Beispiele hierfür gibt es massig, zum Beispiel die Brücke von Arnheim, Gettysburg, ... . Bei Pearl Harbor ist dies jedoch anders! Nachdem die Japaner zwei Angriffswellen geflogen und die Pazifikflotte der Vereinigten Staaten von Amerika heftigst bombardiert hatten, war erst mal Halbzeit im Kino!

Nach der Pause drehte sich dann alle darum, wie sich die Amis an den Japanern rächen können. Alle Minister und Generäle versichern dem Präsidenten (für die in Geschichte etwas weniger bewandelten, es war übrigens Franklin Roosevelt. Als Abiturient muss ich natürlich jetzt mit meinem Wissen prahlen, ich hoffe Ihr verzeiht mir :-)), dass ein ebenbürtiger Überraschungsangriff unmöglich sei! Der Präsident, der übrigens im Rollstuhl sitzt, steht auf eine äußerst heroische Weise auf und brüllt zurück, man solle ihm nicht erzählen, was möglich sei, und was nicht! So wird ein Team aus sich aufopfernden „Kamikaze-Fliegern“ gebildet, die Tokio bombardieren sollen. Und ich dachte bisher immer, Kamikaze-Flieger seien typisch für die Japaner gewesen???

Und nachdem dann doch einige Piloten lebend nach Amerika zurückkehren, verkündet El Presidente ganz pathetisch, dass Amerika gestärkt aus der Zerstörung Pearl Harbors hervorgegangen sei, der Angriff auf Tokio Ihre unschlagbare Stärke gezeigt hätte, und das ja kein Zweifel daran bestehe, dass man den Krieg gewinnen werde... . Also wirklich, ein bisschen dick aufgetragen finde ich, ist das schon!

Ebenso unpassend finde ich den Ausspruch eines japanischen Generals, nachdem der Angriff auf Pearl Harbor als voller Erfolg gewertet werden kann. Dies befürchtet nämlich, dass man einen schlafenden Riesen geweckt habe! Natürlich! Hollywood pur, sage ich Euch!

Na ja, wenn man sich diesen Patriotismus nun wegdenkt, muss ich sagen, dass mir der Film echt gut gefallen habe. Auf jeden Fall für ich Euch raten, ihn mal anzugucken, und Euch so eine eigene Meinung zu bilden!

Also, macht´s gut!

Euer GregTheBrain