Pearl Harbor (VHS) Testbericht

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ab 11,75
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Erfahrungsbericht von shifty08

Große Erwartungen? Große Enttäuschung!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Im Nachhinein ist man immer klüger. Hätte ich jedoch gewusst, dass Pearl Harbor eine solche Enttäuschung werden würde, wäre ich bestimmt nicht ins Kino gegangen. Seit Monaten läuft die Vorschau für diesen Film durch die Kinos und ich war wirklich beeindruckt von dem Trailer.




Film / Handlung
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Hollywoodkino ist groß. Und die beiden Produzenten Michael Bay und Jerry Bruckheimer haben es wirklich geschafft großes Kino zu produzieren.

Allein schon die Überlänge des Films (173 Minuten) sorgt dafür, dass Pearl Harbor nicht irgendein Film ist. Hier wird eine komplizierte Liebesgeschichte in ein bekanntes historisches Ereignis aus dem 2. Weltkrieg verpackt. Oder ist es anders herum? Ben Affleck als Rafe verliebt sich in seinem heimatland in die Krankenschwester Evelyn (Kate Beckinsale) und diese verspricht ihm auf Pearl Harbor zu warten, während er in England für die Royal Airforce Angriffe gegen die deutsche Luftwaffe fliegt. Rafe verliert bei einem der Angriffe sein Leben und stürzt ins Meer ab. Die Todesnachricht trifft Evelyn genauso unerwartet und hart wie Rafe’s besten Kindesfreund Danny (Josh Harnett). Nach einigen Monaten verlieben sich die beiden ineinander und kurz vor dem Angriff auf Pearl Harbor kommt Rafe, der doch nicht Tod ist und aus seiner gecrashten Maschine entkommen konnte, zurück und das Dilemma ist perfekt.

Neben dieser Lovestory wird der eigentliche Angriff der Japaner auf Pearl Harbor systematisch vorbereitet. Hier gewinnt man Einblicke in den Militärbereich der USA und kann die Geschehnisse eigentlich schon vorwegnehmen.

Der Angriff auf den amerikanischen Stützpunkt im Pazifik dauert ganze 40 Minuten und ist an beindruckender Szenen, Musik und Effekten wirklich schwer zu überbieten. Danach nehmen Rafe und Danny an einem Vergeltungsschlag auf Tokio teil. Rafe weiß allerdings, dass Evelyn von Danny schwanger ist und versucht mit allen Mitteln Danny von seinem Einsatz abzuhalten, was allerdings nicht gelingt. Früher oder später wird jedem klar, dass Danny bei der Flucht auf chinesischen Boden sterben wird und Rafe schlussendlich der Vater der Kindes sein soll.





Geschichtlicher Hintergrund
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Pearl Harbor ist eine Bucht auf der Insel Oahu (Hawaii), etwa zehn Kilometer westlich von Honolulu und stellt einen der wichtigsten Flottenstützpunkte der Vereinigten Staaten von Amerika dar.

6. Dezember 1941 - Washington D.C. - U.S. Präsident Roosevelt macht einen letzten Friedensaufruf an den Kaiser von Japan. Es erfolgt keine Antwort.

Morgen des 7. Dezember 1941 - Japanische Unterseeboote und flugzeugträgergestützte Kampfflugzeuge greifen die amerikanische Pazifikflotte in Pearl Harbor an. Nahe gelegene Militärflughäfen werden ebenfalls von den japanischen Flugzeugen bombardiert. Acht amerikanische Schlachtschiffe und zehn weitere Seeschiffe versinken, fast 200 amerikanische Flugzeuge werden zerstört, und nahezu 3 000 Marine- und Militärangehörige verlieren ihr Leben.

Am nächsten Tag erklären die Vereinigten Staaten von Amerika und Großbritannien den Japanern den Krieg. Präsident Roosevelt ruft den 7. Dezember als Tag der Schande aus. Am 11. Dezember erklären Deutschland und Italien den Vereinigten Staaten den Krieg. In der Folge werden die europäischen und südostasiatischen Kriege zu globalen Konflikten mit den Achsenmächten Japan, Deutschland und Italien gegen Amerika, Großbritannien und Frankreich.





Filmdaten
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Kinostart Deutschland: 7. Juni 2001
Laufzeit 173 Min. / FSK ab 12 Jahre

Darsteller
Ben Affleck (Rafe McCawley)
Josh Hartnett (Danny Walker)
Kate Beckinsale (Evelyn Johnson)
Alec Baldwin (Doolittle)
Jon Voight (Präsident Roosevelt)
Cuba Gooding jr. (Doris 'Dorie' Miller)

William Lee Scott (Billy)
Greg Zola (Anthony Winkle)
Ewen Bremner (Red)
James King (Betty)
Catherine Kellner (Barbara)
Jennifer Garner (Sandra)
Michael Shannon (Theo)
und Gene Hackman u. a.

Regie: Michael Bay
Produzenten: Michael Bay, Jerry Bruckheimer
Drehbuch: Randall Wallace





Fazit
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Die Kinos werben mit dem Filmereignis des Jahres. Beeinflusst vom Erfolgsrezept von "Titanic" präsentieren die Macher Jerry Bruckheimer und Michael Bay eine epische Liebesgeschichte vor dem Hintergrund einer historischen Tragödie. Stunts und amerikanisches Heldentum dürfen jedoch nicht zu kurz kommen. Die Länge des Film ist gerechtfertigt und der technische Aufwand zeigt sich in beeindruckenden Aufnahmen, Effekten und Stunts, sowie in einer guten Musikauswahl. Die Schauspieler machen ihre Sache gut, dennoch ist der Streifen nicht frei von einigen Fehlern.

Die Vorschau für Pearl Harbor ist so beeindruckend, dass ich schon fast dachte etwas zu verpassen, wenn ich den Film nicht anschaue. Irgendwie baut der Movie auch auf diese Motivation: Egal was von Freunden oder Bekannten über den Streifen erzählt wird, irgendwie sollte man doch selbst im Kino gewesen sein. Nervig ist der amerikanische Dauerpathos und die Richtung des Films. Denn nach dem Angriff auf Pearl Harbor und den dazugehörigen Bildern, könnte der Kinobesucher den Atombombenabwurf mehrere Jahre später fast vollkommen verstehen und nachvollziehen. Das heisst der Film vermittelt zunehmend dein Eindruck, dass die Atombomben auf Japan nach diesem bösen Angriff der Japaner fast schon logisch sein müsse. Noch dazu gibt es in dem Film eine Sequenz, in der man wirklich denken könnte, dass Rafe und Danny Jahre später den Abwurf einer Atombombe auf Japan vornehmen – natürlich fällt dieses Gedankenspiel flach, wenn der Zuschauer die Hintergrundstory kennt.

Pearl Harbor ist großes Kino mit beeindruckenden Aufnahmen. Die Lovestory endet in einer Dreiecksgeschichte, doch leider sind die Amerikaner mit einer solchen Situation noch nie fertig geworden und müssen einen der Helden sterben lassen. Insgesamt ist der Ausgang der Liebesgeschichte sehr absehbar.

Alles andere in Pearl Harbor versinkt im amerikanischen Traum des Sieges und wird diesem vollkommen untergeordnet. Ein Präsident, der aus seinem Rollstuhl aufsteht und den Generälen zeigt was ein guter Amerikaner ist, ein riskanter Vergeltungsschlag der Amerikaner wird zum vollen Erfolg und die amerikanische Trauer schlägt in den größten Siegeswillen aller Zeiten um. Nach dem Kinobesuch und etwa 100 amerikanischen Flaggen hat man vorerst genug von dem bekannten Pathos und der großen Ehre der Amerikaner, selbst Titanic hatte historische Bezüge und hat diese Aufgabe besser gemeistert. Der wirkliche historische Bezug fehlt dem Film jedoch an vielen wichtigen Stellen und so ist der Angriff auf Pearl Harbor eher Mittel zum Zweck.

Wer dieses Jahr nicht in Pearl Harbor geht, verpasst in Wahrheit auch nichts und spart die teure Kinokarte. Wer damit nicht leben kann, sollte sich den Streifen einfach ansehen.

P.S.: Die Freigabe ab 12 Jahren ist ähnlich wie bei Jurassic Park nicht immer nachvollziebar.

18 Bewertungen, 1 Kommentar

  • constantin

    03.03.2002, 19:17 Uhr von constantin
    Bewertung: sehr hilfreich

    irgendwie entsprechen sich Einleitung und ret des textes nicht so sehr. die E. macht den Eindruck du seist absolut unzufrieden, im Rest des Text gibst du dich sehr versöhnlich! gruss Cons