Pearl Harbor (VHS) Testbericht

Pearl-harbor-vhs-antikriegsfilm
ab 11,75
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Erfahrungsbericht von Yakuza

2 Stunden Liebesschmalz und ne Stunde coole Action

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Da nichts besseres lief, hab ich mir heute Pearl Harbor angeschaut. Der Film, der der teurerste Film in der Filmgeschichte ist, handelt von einer Liebesgeschichte zur Zeit des Angriffs der Japaner auf Pearl Harbor.

Gut, ich bin voreingenommen in den Film gegangen, da ich doch schon ne Menge Kritik an dem Film gelesen habe. Doch was ich dann zu sehen bekam, unterbot meine Vorstellungen doch gewaltig.

Die ersten 90 Minuten passiert eigendlich so ziemlich gar nichts. Es wird die Geschichte der beiden Freunde Rafe (Ben Affleck) und Danny (Josh Hartnett) erzählt, die beide große Flugfans sind und später bei der Air Force landen. Dort lernt Rafe Evylin (Kate Beckinsale) kennen, in die er sich verliebt. Da er sich jedoch für die Front gemeldet hat, muß er schon am nächsten Tag abreisen. An der Front wird Rafe dann abgeschossen, für vermisst erklärt und Danny und Evylin, die beide nach Pearl Harbor verlegt wurden, trauern. Mit der Zeit kommen sie sich jedoch näher und Evylin wird von Danny schwanger. Als am 6. Dezember dann plötzlich Rafe wieder auftaucht, ist die Beziehungskiste lichterloh am brennen.

Diese 90 Minuten plätschern so ziemlich am Zuschauer vorbei, da außer viel Liebesgeschmachte, Klischees und vielen unfreiwilligen Gags nichts passiert. Danach gibts dann jedoch richtig was fürs Auge.

Die nächsten 45 Minuten handeln nur vom Luftangriff der Japaner und sind wirklich opulent in Szene gesetzt. So geniale Kameraeinstellungen, Explosionen und Kampfszenen hats bisher noch nicht gegeben. Dabei ist jedoch zu beachten, daß von jetzt an der Pathos und Patriotismus aus allen Löchern geflossen kommt. Da gibt es dann so schöne Sprüche wie: "Es gibt nichts stärkeres als das Herz eines Freiwilligen" zu hören und überall sterben dutzendweise Leute für ihr Vaterland.

Die letzten 40 Minuten beschäftigen sich dann mit den Aufräumarbeiten und dem militärischen Gegenschlag, wofür natürlich die Helden Rafe und Danny gebraucht werden. Sie fliegen einen Angriff auf Tokyo, flüchten Richtung China, stürzen vor der Grenze ab, Danny stirbt, alle werden als Helden gefeiert und Rafe zieht mit Evylin Dannys Sohn groß.
Friede, Freude, Eierkuchen.

So im nachhinein hätten die Regisseure lieber aus den Kampfszenen einen Actionfilm machen sollen, als drumrum einen schmalzigen Liebesfilm zu stricken, der nebenbei noch aufzeigt, wie toll und unbesiegbar die USA doch sind und das man alles erreichen kann, wenn man nur will.

Dazu kommt dann noch, das der Film von der US Navy unterstützt wurde, unter der Bedingung, das der Film USA-Freundlich gedreht wird. So wurden kurzerhand die komplexe historische Geschichte vereinfacht und teilweise sogar umgeschrieben. Was auch sehr interessant ist, sind die Paralelen zu anderen Filmen. Da kommt es schon mal vor, daß ein Schiff Schlagseite bekommt und sich die Besatzung mit letzter Kraft versucht, ans Schiff zu Klammern (siehe auch "Titanic"). Oder das ein schwarzer Koch (Cuba Godding Jr.) zum Helden wird und ausgezeichnet wird (siehe auch "Men of Honor" mit dem selben Schauspieler).

Ingesamt gesehen ist "Pearl Harbor" ein flacher Liebesfilm, in dem man einschlafen würde, wenn nach 90 Minuten die Actionszenen einen nicht wachrütteln würden. Trotzdem sind drei Stunden viel zu lang. Wenn schon eine Verfilmung von Pearl Harbor, dann bitte eine geschichtlich korrekte und nur themenbezogene.

13 Bewertungen, 2 Kommentare

  • ingchief

    19.02.2002, 02:17 Uhr von ingchief
    Bewertung: sehr hilfreich

    ... s.n. für Deinen Beitrag (Der Film bekäme von mir maximal "geht so"; schon alleine wegen der ziemlich einseitigen, teilweise geschichtverfälschenden Darstellung und des -zwar erhobenen, aber in keiner Weise erfüllten Anspru

  • sozey

    19.02.2002, 01:02 Uhr von sozey
    Bewertung: sehr hilfreich

    ...denk ich auch... schnulzige amerikanische Kriegspropaganda