Peter Gabriel Testbericht

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Erfahrungsbericht von yorke

Weitab vom alltäglichen....

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Einleitung
Heute schreibe ich einen Bericht über einen, wie ich finde kreativsten und emsigsten Mann im Musikgeschäft. Sein Name: Peter Gabriel. Gerade wenn es darum ging, abstrakte Kunst und Musik auf einen Nenner zu bringen war Gabriel eigentlich schon immer ein großer Vorreiter auf diesem Gebiet.
Schon früher in der Gruppe Genesis war er eigentlich der kreative Kopf der Band, fiel auf mit einer abstrakten Bühnenshow und vorallem durch seine charismatische Ausstrahlung. Nach seinem Ausstieg bei Genesis im Jahre 1975 startete er eine Solokarierre, die zwar im Vergleich zu seinem "Nebenbuhler" Phil Collins kommerziell nicht ganz so erfolgreich ausfiel, jedoch hatte er gerade von Kritikern und der Musikpresse zu fast jeder Zeit vollste Zustimmung erreicht.
Er gründete sein eigenes Label Realworld, wo er auch das von mir besprochen Album "Us" veröffentlichte. Nebenher beschränkt Peter Gabriel sich heute mehr auf das Produzieren von sogenannter Weltmusik; Musik die geprägt ist von verschiedensten Kulturen und Sprachen. Ein für die Musikindustrie unorthodoxer Weg, weil dieses Genre von der breiten Öffentlichkeit meist wenig Beachtung findet. Heute investiert Peter Gabriel eine Menge Zeit und Geld in die Unterstützung junger und talentierter Künstler, quer über den Erdball verstreut.

Das Album
Das 1992 veröffentlichte Album "Us" beinhaltet insgesamt 10 Tracks, welche von exotischer Art wie z.B. "Fourteen black paintings" über einige typische "Fußwipp" Nummern wie "Steam" reichen und letztendlich mit fast schon kitschigen Balladen wie “Washing of the water” zu einem Ganzen verschmelzen.
Schon das erste Stück auf dem Album "Come talk to me" erscheint in einem sehr exotischen Gewand. Dort prallen knallende Drumsounds auf orientalische Instrumente, wie beispielsweise Doudouk´s, Tablas oder Sabar Drums. Schon dort wie klar, daß Gabriel darauf bedacht ist, verschiedenste Kulturen und Bräuche in seinen Songs zu verschmelzen.
Im zweiten Song "Love to be loved" driftet Gabriel wieder in eine sentimentale Stimmung á la "Don´t give up" von seinem Vorgänger Album ab, ohne dabei aber besonders schmalzig und voller Selbstmitleid zu klingen. Und auch hier erkennt man wieder die Fusion von verschiedensten "herkömmlichen" und exotischen Instrumenten.
Steam ist ein Stück, was mich sehr an seinen früheren Hit "Sledgehammer" erinnert hat. Stampfendes Schlagzeug, kraftvoller Gesang und natürlich das druckvolle Baßspiel von Gabriels Stammbassisten Tony Levin.
Der kommerziell erfolgreichste Song auf dieser Platte war eindeutig "Digging in the dirt". Eine Fusion aus gesampelten Drumloops, einer Wah Wah Gitarre und vielen kleinen Effektspielereien, die von Gabriels charismatischen Gesang unterlegt werden. Vorallem der dazugehörige Videoclip hat neue Maßstäbe in der Kameraführung gesetzt. Mit einer aus der Zuschauerperspektive positionierten Kamera wird man direkt ins Geschehen des Videos hineinversetzt. Überhaupt hat Peter Gabriel schon immer ein großes Faible für Musik in Zusammenhang mit Multimedia gehabt. Seine Videos setzten schon immer neue Standards, gerade was die Einbindung der neuen Computer und Animationstechnologie angeht.
Unter anderem brachte Peter Gabriel auch als einer der ersten Künstler überhaupt passend zu diesem Album eine CD-Rom heraus, auf der es möglich war, einige Songs daraus selbst an einem virtuellen Mischpult zu mischen. Dabei sollte man nicht vergessen, daß das immerhin im Jahre 1992 war, also noch in der multimedialen "Steinzeit".
"Kiss that frog" ist ein weiterer Song, der Hitpotential auf der Platte gehabt hat, von der Stilart ähnlich zu vergleichen mit "Steam". Ein krönender Abschluß folgt mit "Secret World". Auf den ersten Blick erscheint dieser Song als ziemlich langweilig, jedoch reißen gerade der geniale Drummer Manu Katche und wieder einmal Bassist Tony Levin die Sache wieder heraus. Vorallem live ist dieses Lied ein absolutes Erlebnis.

Playlist
1.) Come talk to me
2.) Love to be loved
3.) Blood of Eden
4.) Steam
5.) Only us
6.) Washing of the water
7.) Digging in the dirt
8.) Fourteen black paintings
9.) Kiss that frog
10.) Secret world

Fazit
Ein insgesamt hervorragendes Album, und wie ich finde eine Reise quer durch verschiedenste Kulturen, Musikstile und Bräuche. Ein weiteres Gimmick ist, daß im Booklet zu jedem Song ein dazu passendes Kunstwerk abgelichtet wurden ist. Die Bilder und Skulpturen wurden von Kunststudenten auf der ganzen Welt kreirt.
Meiner Meinung nach, hat Peter Gabriel mit diesem Album klar seine Vormachtstellung im Bereich der Musik in Verbindung mit Kunst bewiesen. Gerade diese Fusion und der Zusammenschluß macht dieses Album zu einem wahren Erlebnis und kann es wirklich nur jedem empfehlen, der in Musik vielleicht mehr sieht, als eine reine Berieselung.
Vielleicht hört ihr mal rein.
MfG
Yorke

15 Bewertungen, 1 Kommentar

  • diewicca

    27.09.2002, 00:48 Uhr von diewicca
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich mag seine Musik auch sehr gern. Hast Du mal sein deutsches Album gehört? LG diewicca