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Pflanzliche-heilmittel-johanniskraut
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Summe aller Bewertungen
  • Wirkung:  sehr gut
  • Verträglichkeit:  sehr gut
  • Nebenwirkungen:  fast keine

Erfahrungsbericht von Hanni64

Nein - man muss mir nicht den Teufel austreiben!

5
  • Wirkung:  sehr gut
  • Verträglichkeit:  sehr gut
  • Nebenwirkungen:  fast keine

Pro:

hilft bei kleinen Wunden und Depressionen

Kontra:

bei längerer Behandlung empfindlich gegen Sonne.

Empfehlung:

Ja

Seit ein paar Monaten befasse ich mich etwas mit den verschiedensten Kräuterchen für die Gesundheit und auch für die Küche. Dabei kam mir ein Kraut in Erinnerung, das meine Mutter früher öfters bei kleinen Wunden einsetzte. Das Johanniskraut nämlich. Mein Großvater kannte dieses Kraut ebenso, doch er brachte das immer mit Teufelsaustreibung und Hexenbeschwörungen in Verbindung. Das kann man mir jetzt glauben oder nicht, mein Großvater konnte mit Hilfe eines Bindfadens, und dem Vollmond Warzen abbeten und wusste um die Heilkraft des Johanniskrautes. Er nannte es immer Teufelsfluchtkraut und das erschien mir als Kind immer alles sehr geheimnisvoll. Später war mir dann auch klar, dass es sich nur um überlieferte Sagen handelt und das Kraut auch andere Namen hatte wie z.B. Elfenblut, Bockskraut, Mannskraft oder Herrgottsblut.
Warum man dem Johanniskraut solche Namen gab, erfuhr ich erst vor einigen Jahren durch eine Heilpraktikerin.
Wenn man nämlich die gelben Blüten zerreibt, dann tritt ein Saft heraus der die Haut leicht rötlich verfärbt. Schuld daran sind die Inhaltsstoffe der Pflanze wie Gerbstoffe, ätherische Öle, Hypericin und Falvonoide. Durch starke Sonneneinstrahlungen entsteht dieser rote Farbstoff und daher ist sie eine Pflanze, die man bis Ende September sammeln kann.


*~*~* Aussehen und Standort der Pflanze *~*~*

Die Pflanze sieht eigentlich recht reizvoll aus. Sie kann bis zu 1m hoch werden. Ihre Blätter sind oval und von mittelgrüner Farbe und die Pflanze ist insgesamt recht buschig. Die kleinen gelben Blüten sehen aus wie leuchtende Sterne und gleichen fast der Blüte einer Butterblume. Allerdings finde ich nirgendwo mehr Johanniskraut. Auch bei meinen langen Spaziergängen durch Wald und Flur, die ich früher mit meinem Basco unternahm hatte ich nie Glück auf Johanniskraut zu stoßen. Es wächst am Wald und – Wegrändern die gut von der Sonne bestrahlt werden. Aber wahrscheinlich wurde diese Pflanze auch Opfer der chemischen Keulen, die in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Ohne Spritzmittel geht doch nichts mehr und man muss schon Glück haben wenn man noch etwas echte Kamille am Wegrand findet. Aber auch dann lässt man lieber die Finger davon, es sei denn sie blüht an einer Stelle an der keine Landwirtschaft ist und man weiß, das dort nicht gespritzt wurde.

Deswegen bleibt einem nur eine Möglichkeit an das Johanniskraut zu kommen, wenn man kleine Stellen weiß, wo man sie pflücken kann. (Wohl dem, der diese Stellen kennt!) Man bekommt sie in der Apotheke, in Reformhaus oder in einer gut sortierten Drogerie. Bei Drogeriemarkt Müller sah ich es auch schon in den verschiedensten Formen. Als Tee oder auch als getrocknetes Kraut.


*~*~* Gegen welche Wehwechen hilft das? *~*~*

Wie schon erwähnt versorgte meine Mutter kleine Wunden oder Hautabschürfungen mit Johanniskraut. Früher fand mein Großvater das noch massenhaft an der Bahnlinie, an dessen Nähe wir wohnten. Johanniskraut hilft also bei kleinen Wunden, bei kleinen Verbrennungen, bei Muskelschmerzen, bei Blutergüssen und zur Behandlung von Narben.
Sehr gerne wird es in der Medizin zur Behandlung von Depressionen eingesetzt und auch bei einer Verstimmung der Verdauungsorgane soll es helfen.


*~*~* Anwendung *~*~*
Verwendet werden eigentlich nur die Blüten und das blühende Kraut. Hat man das Glück selber das Kraut sammeln zu können, so muss man es erst einmal trocknen. Für die Innere Anwendung, also bei Depressionen oder für den Verdauungstrakt bereitet man sich einen Tee wie folgt zu:

- man übergießt 1 ½ Teelöffel Johanniskraut mit einer Tasse Wasser.
- Nun lässt es man 10 Minuten ziehen
- Morgens und Abends eine Tasse davon trinken.

Zur Behandlung von kleinen Wunden bereitete meine Mutter auf gleiche Weise einen Sud vor, allerdings etwas stärker. Sie tränkte dann ein Tuch und belegte die betroffenen Stellen damit. Das wurde ein paar mal täglich wiederholt und zeigte nach kurzer Zeit Wirkung.
Natürlich geht das auch, wenn man sich eine fertige Tinktur kauft.

Vorsichtig sollte man allerdings sein, wenn man sich Sonnenstrahlen während einer Johanniskrautbehandlung aussetzt. Besonders bei Menschen mit heller Haut kann es zu einer besonderen Lichtempfindlichkeit kommen.


*~*~* Schlusswort *~*~*

Da mein Sohnemann vor einiger Zeit seine Vorliebe zum Skateboard entdeckte und natürlich diese „uncoolen“ Knieschoner nicht immer benützte, hatte er schon mal so manche Schramme an den Knien. Nicht immer greife ich sofort zu Bepanten oder einer Ringelblumensalbe sondern mache einen Aufguss aus Johanniskraut. Ich tränke ein Stück Mullbinde, keinen Waschlappen, und lege es auf die betroffene Hautpartie. Das wird dann mehrmals täglich erneuert und Erfolge erzielt man darin, dass sich nichts entzündet. Irgendwie hat dieses Kraut eine Antibakterielle Wirkung. Spätestens nach zwei Tagen dieser Behandlung lasse ich die Wunden trocknen und gebe nur ein Pflaster drauf, je nach Größe der Wunde. Manchmal ist auch kleines Wundgitter und etwas Binde nötig, besonders wenn das ganze Knie aufgeschürft ist.

Meist hatten wir mit dieser Behandlung Erfolg und greifen wirklich nur im Notfall auf eine Heilsalbe zurück.
Bei Muskelschmerzen half mir das Kraut bisher allerdings nicht. Lange Zeit machte ich mir Umschläge für meine Handgelenke, doch das schlug überhaupt nicht an. Leider!

Neben der Ringelblume ist das eine hervorragende Heilpflanze die leider etwas in Vergessenheit geraten ist und die man auch leider nicht mehr oft in der Natur sieht. Schade, denn in ihr steckt einiges und wer weiß, wenn mich wieder mal der Teufel reitet und ich bekomme einen Tee aus Johanniskraut serviert, dann stimmt wohl nicht was mit mir!!!


*Hanni64*

20 Bewertungen, 2 Kommentare

  • Alusru

    05.09.2004, 18:40 Uhr von Alusru
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich kannte es bisher nur als Tee, schön zu wissen das es noch mehr kann, danke für den Tipp, lieben Gruß Uschi.

  • sandro

    05.09.2004, 17:48 Uhr von sandro
    Bewertung: sehr hilfreich

    schöner Bericht hilft mir sehr weiter Gruß Sandro