Pharao (Management PC Spiel) Testbericht

Pharao-management-pc-spiel
ab 8,22
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Erfahrungsbericht von liskailonka

°*° EIN REICH FÜR DIE EWIGKEIT °*°

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Letzte Woche wollte ich meinen Schrank mit PC-Spielen ein wenig ausmisten und traf dabei auf ein Spiel, was ich schon sehr lange nicht mehr gespielt habe: Pharao aus der Softwareschmiede von Sierra. Uralt ist das Spiel zwar nicht, aber heute zählt ein Spiel aus dem Jahre 1999 zu den Software-Antiquitäten und so möchte ich euch ein wenig von dieser \"Antiquität\" berichten.

°*° GAMEPLAY °*°
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Man übernimmt die Rolle eines Dieners des Pharaos und in zahlreichen Missionen und Aufgaben, muß man sich würdig erweisen dessen nachfolge antreten zu dürfen. Dabei entdeckt man alles über die Baukunst der großen Pyramiden und wird ein Teil der Bevölkerung in den blühenden Städten am Ufer des Nils. Man lernt die Ägyptische Kultur kennen, wird eingeweiht in den Geheimnissen der Einbalsamierung, Götterverehrung und des Totenkults, führt Kriege gegen fremde Völker und betreibt Handel mit Feigen, Bier, kostbare Leinentücher und sonstige Erzeugnisse aus der ägyptischen Hochkultur. Man lernt sogar den Wert der Grabbeigaben kennen und wird eingeweiht in die Geheimnisse der Hohepriester, die den Pharao in den Pyramiden beisetzten, auf daß ihr Reich ewig lebt. Hierbei sieht man in das Innere der Pyramiden hinein und entdeckt dabei Sachen die man nur aus Büchern lernen kann.

Während man damit beschäftigt ist die Aufträge und Missionen zu erfüllen, lernt man auf spielerische Weise die jährlichen Überschwemmungen des Nils einzusetzen bei der Landwirtschaft und so von den fruchtbaren Boden den höchsten Ertrag zu erzielen. Es macht sich nicht gerade gut beim Pharao, wenn man das Volk hungern läßt, wegen Mißwirtschaft auf den Feldern am Nilufer.

Hat man es einigermaßen geschafft, sein Volk am Essen zu halten und die Götter sind einem wohlgesonnen, dann bleibt keine Zeit um sich aus zu ruhen; 12 feindliche Völker warten nur darauf um die Städte des Pharaos anzugreifen und zu plündern. Also muß man auch die ganze Verteidigung und Kriegführung gegen u. A. Nubier, Römer, Hurtiger oder gar Ägypter (wenn der Pharao sehr böse mit seinem Diener ist) planen. Hierbei stehen Bogenschützen, Infanterie, Wagenlenker und Kriegsschiffe zur Verfügung.

°*° TECHNISCHES °*°
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Die Installation verläuft komplett automatisch, kann allerdings nach Größe der Installation bis zu 10 Minuten dauern. Hierbei kann man wählen aus \"klein\", \"standard\" und \"groß\", wobei \"groß\" 500 MB Festplattenspeicher benötigt. Unterschiede bei den Installationsarten bzw. dem Spiel konnte ich nur bei der Spielgeschwindigkeit feststellen. Wenn man die \"große\" Installation wählt, kann man die CD danach aus dem Laufwerk entfernen - allerdings wird man hier nach dem Kopierschutz gefragt.

Wer Pharao spielen will, sollte auf folgende Systemvoraussetzungen achten:
- Windows 95/98
- Pentium 133 MHz
- 32 MB RAM
- Quadspeed-CD-ROM-Laufwerk
- 300 MB freier Festplattenspeicher (bei Standardinstallation)
- Soundkarte, Grafikkarte, Maus und Tastatur.

Mein Spiele-PC ist kein Pentium 133 MHz, aber das Spiel läßt sich trotzdem gut, flüssig und ruckelfrei spielen. Pharao ist recht bescheiden was den Anforderungen angeht. Sogar auf ein Laptop konnte ich Pharao schon spielen. Systemabstürze konnte ich bis heute nicht feststellen.

In einer der Missionen liegt leider ein Bug vor; dadurch kann man die Mission nicht beenden wenn man das Missionsziel erreicht hat. Dies liegt an einen Kartenfehler. Das Problem ist leicht zu beheben, indem man sich das Patch bei Sierra downloaded. Man kann auch einfach die Mission per Mausklick beenden und die nächste Mission wählen (wie gemein *grins*).

°*° OPTISCHES °*°
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Der Name Cäsar 1, 2 und 3 dürfte noch mancher Spieler im Ohr liegen; wie begeistert waren wir alle vom \"Wuselfaktor\" bei diesen Spielen. Wer Pharao spielt, wird doppelt begeistert sein. Nicht nur das der \"Wuselfaktor\" extrem hoch ist, nein, dieses Mal wurde auch sehr viel Wert gelegt auf Detailtreue bei den Tempeln, Pyramiden und sonstige Monumente. Es ist wirklich sehr interessant zu sehen, wie der Malermeister sich in den zu bauenden Pyramiden begibt und dort erst die Wände verputzt und danach die kunstvollen Wandmalereien anbringt. Die Hieroglyphen sind so detailgetreu gestaltet, daß man sie sogar lesen könnte.

Auch die Früchte auf den Feldern wachsen sehr realistisch heran und in den Handwerkstätten, kann man genaustes sehen, wie man aus Schilf die Papyri herstellt oder aus Gerste, Bier braut. Hierbei wurde sehr viel Wert gelegt auf geschichtliche Erkenntnisse und so lernt man nebenbei auch noch etwas Geschichte, ohne daß man es merkt.

°*° AKUSTISCHES °*°
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Auch hier wieder Detailtreue bis in Perfektion; so hört man am Fischerhafen die Möwen schreien und in der Waffenschmiede die Hammer auf den Ambossen schlagen. Nebenbei hört man dann noch das Gebabbel der Bürger und Marktfrauen und die Gebete der Hohepriester; alles garniert mit ägyptische Musikstücke.

Ab und zu nervt die ständige Musik doch etwas, wenn man an die 6000 Leute durch seine Stadt laufen hat, aber sämtliche Geräuschkulissen lassen sich individuell regulieren. Man kann Musik, Geräusche und Sprache separat schalten und verwalten.

°*° BEDIENUNG °*°
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Bedienen läßt sich das Spiel auf einfachste Weise; komplett per Mausklick. Auch die Hilfefunktionen sind legio und für jeden Aspekt des Spiels per Mausklick abrufbar. Wer sich für die geschichtliche Aspekte und Hintergründe interessiert, kann mit einem weiteren Mausklick auf ein komplettes Lexikon zurückgreifen; hierin kann man alles lernen und nachlesen über die Zusammensetzung der ägyptischen Bevölkerung, über ihre Wohnstädten und alles was damit zusammenhängt. So kann man nicht nur spielen und planen, sondern ganz nebenbei alles lernen über Einbalsamierungen, Priesterkulte, diverse Götter, Lebensweise, Regierung, Steuersystem und die Dynastien. Dadurch bekommt das Spiel eine extra Dimension, die nicht außer Acht zu lassen ist.

°*° LANGZEITSPAß °*°
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Man kann direkt von Anfang an wählen zwischen eine \"Familiengeschichte\" oder zwischen Einzelmissionen; beide Varianten bieten sehr langes Spielvergnügen. Wer sich für die Familiengeschichte entscheidet, fängt als kleiner Diener des Pharaos an und muß immer schwierigere und komplexere Aufgaben erfüllen auf dem Weg zur Nachfolge des Pharaos. Vor jede neue Mission erklärt ein Sprecher genau was man machen soll und wie sich diese Mission in der Thronfolge unterordnet. Auch wird erklärt welche Errungenschaften man seinem Volk jetzt gebracht hat, durch das Erreichen des letzten Missionsziels.

Wer sich den Einzelmissionen stellt, tritt einen Wettkampf gegen sich selbst an; jede Mission wird am Ende mit Punkte belohnt und jetzt geht es darum seinen Highscore zu brechen durch schneller, reicher und erfolgreicher zu werden als Diener des Pharaos. Auch wenn sich die Karten bei den Missionen wiederholen, so ist jede Mission auf verschiedene Weisen zu beenden und man braucht sehr viel Köpfchen um eine erfolgreiche Langzeitplanung aus zu tüfteln; wer zuviel Schulden macht, der kann mit den Zorn der Götter rechnen oder bekommt die Armee des Pharaos ins Haus geschickt - die Mission dann noch erfolgreich zu beenden ist so gut wie unmöglich. Die Götter können an einer ziemlichen Zerstörungswut leiden, wenn man sie nicht regelmäßig besänftigt. Die Soldaten des Pharaos benehmen sich dagegen wie die Rüpel und brennen Stadt und Land nieder; da sollte man also nicht zuviel Schulden auf Kosten des Pharaos machen.

Und wenn das noch nicht genug wäre, kaum das man Götter und Pharao gnädig gestimmt hat, bricht die Pest oder sonst eine Seuche aus - dann hat man am falschen Ende gespart - Gesundheitsfürsorge gehört auch zur Langzeitplanung. Arbeitslosigkeit gibt es auch; bei einer Arbeitlosenrate von etwa 25% laufen die Bürger durch die Straßen und fackeln Häuser und Finanzämter ab. Man hat also niemals Ruhe vor dem Volk; immer schreien die nach etwas - nach Arbeit, nach Götter, nach niedrigeren Steuern, nach mehr Lohn und, und, und....

°*° ABSCHLIEßEND °*°
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Ich bin froh, dieses Spiel wieder entdeckt zu haben; schon seit Nächte plage ich mich mit Pyramidenbauern, Töpfereien und Finanzämter herum und raufe mir die Haare, wenn meine Baumeister streiken und keiner mehr Steinblöcke schleppen will. Herrjeeeeeeeee.

Manche Missionen sind recht einfach zu bewältigen und sind in zwei bis drei Stunden am Ziel. Für manche Missionen braucht man allerdings drei bis vier Tage - 7000 Bürger am fressen zu halten ist keine Kleinigkeit und dann auch noch ständig diese maulenden Götter und Händler. Hat man dann endlich alles ein wenig unter einem Hut gebracht, fangen die Bürger schon wieder an zu maulen; jetzt wollen die Gärten, Freizeilichtbühnen und Statuen vor der Tür haben. Man hat wirklich ein Auge für alles zu haben und sogar nach Missionsende ist noch nicht Schluß; man bekommt die Chance die Mission um weitere 2 oder 5 Jahre weiter zu spielen, ehe man zur nächsten Mission übergeht. Langweilen tut man sich keine Minute und man braucht immer wieder neue Ideeen und Strategien um sein Volk friedlich zu halten.

Ein Spiel das nicht nur fasziniert sondern auch noch Geschichte auf spielerische Weise vermittelt und dabei auch noch geeignet ist für Kinder ab 6 Jahre. Kaum zu glauben, daß ich Pharao (und das Ad-On Kleopatra) über zwei Jahre in meinem Schrank habe liegen lassen; es ist sogar besser als Cäsar und das war schon sehr große Klasse.

Pharao ist übrigens immer noch im Handel erhältlich und zwar als \"Pharao\", und die \"Pharao - Goldedition\". Bei letztere Version ist das Ad-On \"Kleopatra bereits enthalten, aber man kann diese auch separat dazu kaufen. Für ein Aufbaustrategiespiel, wurde hier sehr viel Wert gelegt auf korrekte historische Informationen; dadurch hat das Spiel viel mehr Wert für mich als Cäsar oder Zeus, bei denen mehr Wert gelegt wurde auf Spielspaß.

In diesem Sinne - Osiris läßt grüßen.

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