Fach Physik Testbericht

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Erfahrungsbericht von julian.k

Messungenauigkeit und Zehnerpotenzen

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Dieser Bericht soll sich an alle diejenigen richten, die sich für Physik, speziell für einen Physik-LK interessieren, einen solchen belegen oder vielleicht gerade fürs nächste Schuljahr Physik gewählt haben. Offensichtlich gehöre ich zu denjenigen, die sich vor einem Jahr zum gleichen Zeitpunkt für Physik entschieden haben. Und für Geschichte. Dass diese Entscheidung weitreichende Konsequenzen hatte, ich musste, um sie zu verwirklichen, nämlich die Schule wechseln, wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht, es ist für diesen Bericht aber wohl auch irrelevant. Oder doch nicht? Immerhin musste der Physik-LK speziell bei mir nun höchste Erwartungen erfüllen: Hat es sich gelohnt für diese beiden LKs die Schule zu wechseln? Ja. Warum? Darum:

α) Physik ist nicht anstrengend.

Der Arbeitsaufwand beim Physik-LK ist für meinen Geschmack ziemlich gering: Ich bin jetzt seit einem dreiviertel Jahr (physikalisch korrekt: 2,3328*10^7 sec ;-) in besagtem LK und brauchte noch nicht mehr für ihn tun als ab und zu mal ein paar Seiten im Lehrbuch zu lesen, leichte Übungsaufgaben zu Hause zu machen und ab und zu mal eine Sinuskurve zu zeichnen. Ob die Übungsaufgaben wirklich leicht waren ist dabei natürlich mehr oder weniger Geschmackssache. Den größten arbeitsmäßigen Aufwand stellen dann wohl die Klausuren dar, allerdings ist der große Vorteil bei Physik-Klausuren dass man immer genau weiß, was einen erwartet. Man bespricht im Unterricht gewisse Sachverhalte, wie zum Beispiel das Verhalten von Elektronen in magnetischen Feldern. Der Unterricht besteht dann einerseits daraus, dass Formeln für diesen Sachverhalt hergeleitet werden, andererseits daraus, dass man mit den so gewonnenen Formeln Aufgaben rechnet. Wenn man fähig ist, eine Formel nach einer Variablen aufzulösen und anschliessend Zahlen korrekt in einen Taschenrechner einzugeben, dann hat man den zweiten Teil des Unterrichts schon bewältigt. Für den ersten ist das natürlich nicht so leicht zu sagen, denn er ist für meinen Geschmack der einzige wirklich interessante, da man in ihm denken muss. Man muss verschiedene Sachverhalte miteinander verknüpfen, abstrakt denken und den Überblick behalten können.

β) Physik ist übersichtlich.

Obwohl es manchmal nicht ganz einfach ist, an einer voll beschriebenen Tafel mit Variablen, Formeln, Umformungen, Einsetzungen, Gleichsetzungen, Folgerungen und Ähnlichem den Überblick zu behalten, ist Physik im Allgemeinen doch eher ein übersichtliches Fach. Man braucht, um Physik zu können, praktisch kein Allgemeinwissen und kaum Kenntnisse aus anderen Fächern. Als ich mich für die (zugegeben etwas ungewöhnlich und leicht zusammenhanglos wirkende) LK-Kombination Physik/Geschichte entschied, wurde mir oft gesagt: „In Physik hast du doch keine Chance wenn du nicht auch Mathe-LK hast.“ Ich scheine nicht der einzige gewesen zu sein, dem diese Zweitwahl empfohlen wurde, denn ich würde mal schätzen dass mindestens die Hälfte der Leute in meinem Physik-Kurs auch Mathe-LK hat. Jedoch kann ich das Vorurteil widerlegen, denn ich hatte zumindest bis jetzt noch keine Probleme damit, dass mir vielleicht einiges an mathematischem Vorwissen fehlt weil ich nur einen Mathe-Grundkurs belege. In Physik benötigt man einfach nicht viel Wissen, das man nicht im Physik-Unterricht selbst lernt. Wenn man sich sein Physik-Buch vor den Klausuren einmal durchliest und versucht, die Formeln, die darin besprochen werden, nochmal selbst herzuleiten, dann ist man gut genug vorbereitet und fähig, die volle Punktzahl zu erreichen. Besonders angenehm ist hier auch, dass die Notengebung in Physik praktisch nicht vom Lehrer abhängig ist: Wenn man aus den Aufgaben das richtige herausbekommt und der Rechenweg nachvollziehbar ist, dann kann der Lehrer/die Lehrerin (ja, die für mich zuständige Lehrkraft ist wirklich eine Frau! in Physik! kaum zu glauben...) gar nicht anders als einem alle Punkte zu geben. Interpretationsungenauigkeiten entfallen völlig, was ich oft sehr angenehm finde.

γ) Physik macht Spass.

Eine sehr gewagte These. Vermutlich trifft sie auch nur auf ca. 1,2 % der Weltbevölkerung zu (wobei die Messungenauigkeit hier immens hoch ist ;-). Ich zähle mich aber zu diesem geringen Teil. Euch kann ich natürlich nur schwer sagen ob ihr euch ebenfalls dazu rechnen dürft, aber so ist das ja bei jedem Kurs über den man schreiben könnte. Wen es jedoch interessiert, nach welchen Regeln und Gesetzen diese Welt funktioniert und wie man ihre Zukunft zumindest annähernd berechnen kann, der sollte mal einen Blick in Physik wagen. Man muss allerdings für diesen Kurs dazu bereit und fähig sein, mit Zahlen umzugehen und manchmal auch über Dinge zu sprechen und nachzudenken, die man noch nie in der Welt gesehen hat und vielleicht auch nie sehen wird (elektrische Felder und Ähnliches...). Jedoch gibt es immer wieder Möglichkeiten, Bezug zur sichtbaren Welt herzustellen. Zum Beispiel mit Überlegungen, die Welt zu zerstören indem man ein Elektron auf annähernd Lichtgeschwindigkeit beschleunigt um seine Masse so gross werden zu lassen, dass das Universum in sich zusammenfällt oder missliebige Leute zu liquidieren indem man sie mit Eisentabletten füttert und dann in starke Magnetfelder schmeißt, um die Auswirkungen der induzierten Ströme zu nutzen :-) Naja, ich gebe zu, einen wirklichen Bezug zu der Welt in der wir leben gibt es oft nicht. Aber Physik ist trotzdem eine nicht völlig abstrakte Wissenschaft in der man durchaus Spaß haben kann.

Für mich ist der Physik-Leistungskurs auf jeden Fall genau das Richtige.

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