Pilze Testbericht

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Erfahrungsbericht von paksekk

Pilze ? - Vorsicht !!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

'Psilocybin-Pilze sind mit Dynamit vergleichbar. In der Hand eines erwachsenen Menschen
kann es mit großem Nutzen verwendet werden. In der Hand eines Jugendlichen wird es
sehr wahrscheinlich größten Schaden anrichten. "Drogenpsychosen sind gerade für
unerfahrene Konsumenten eine ernst zunehmende Gefahr.'

Ein Zitat, was die Problematik ziemlich gut trifft. Halluzinogene Pilze sind Drogen,
die, eher unbekannt, nicht so sehr in der öffentlichen Diskussion stehen. Doch
grade halluzinogene Drogen sind meiner Meinung nach die gefährlichsten Drogen
für Jugendliche.
In diesem Bericht möchte ich ein wenig über Pilzarten, körperliche und psychische
Wirkungen etc. schreiben

Pilzarten:

Es gibt weltweit 144 Psilocybe-Arten wovon 81 halluzinogen wirken.
Nur 10 Arten fallen hiervon auf Europa.
Der bekannteste in Europa vorkommende Pilz (auch in Dtl.) ist der
spitzkegeliger Kahlkopf (Psilocybe semilanceata).

Andere Beispiele:

Panaeolus-Arten (Düngerlinge)
Pholiotina-Arten (Glockenschüpplinge)
Panaeolina foenisecii (Heudüngerlinge)
Gymnopilus-Arten (Flämmlinge)
Stropharia (Träuschlinge)
Pluteus (Dachpilze)
Conocybe (Samthäubchen)
Hypholoma (Schwefelköpfe)
Inocybe (Rißpilze)

Besonders wirksam sind hawaiianische Zauberpilze; hier besondere Vorsicht !!


Körperliche und Psychische Wirkungen:

a. körperlich

Nachgewiesenermaßen schädigen Pilze keine körperliche Organe. Nach Einnahme
der Pilze kann es allerdings zu Übelkeit, Kopfschmerzen oder unkontrollierten
Bewegungen kommen.

b.psychisch

Die Wirkungsweise auf das Gehirn ist wie folgt zu erklären.
Im 'normalen' Zustand werden die im Gehirn ankommenden Informationen
stark gefiltert und nur das wichtigste wird in's Bewußtsein 'vorgelassen' um
eine Reizüberflutung vermeiden und eine sinnvolle Informationsverarbeitung
gewährleiten zu können.
Psilocybin hebt diese Filterung auf und es kommt zu einer Reizüberflutung.
Der Konsument sieht hunderte Bilder vor seinem inneren Auge oder, wie mir
passiert, denkt 4 parallele Gedanken auf 3 verschiedenen Ebenen.
Dies mag vielleicht ein wenig wirr und unverständlich klingen, doch was nach
der Einnahme von Psilos abgehen kann ist mit Worten sehr sehr schwer zu
beschreiben (eigentlich unmöglich)
Man nimmt sich und die Umwelt ganz anders wahr. Das kann sich dann
entweder in Lachattacken und in Angstzuständen widerspiegeln.
Junge Menschen, die sich selbst noch zu wenig kennen, können mit den
Gedanken aus ihrem Unterbewußtsein einfach überfordert sein.
Suizidgefahr droht im schlimmsten Fall !!




Auf der anderen Seite stellen diese Drogen sicherlich die interessanteste
Art dar, da sie das Bewußtsein temporär total verändern und somit ganz neue
Erfahrungen für den Konsumenten zulassen.
Wichtig ist vor allem, dass man die Droge nie konsumiert, wenn man
Probleme hat (nichtbestandene Prüfung, Trennung von der Freundin etc.),
die belasten, da diese dann unter dem Einfluss der Droge nur noch
intensiviert werden.
Weiterhin sollte man die Pilze (wenn überhaupt) in keiner fremden Umgebung
oder mit fremden Menschen einnehmen.

Timothy Leary, ein Harvard-Professor für Psychologie, hatte in den 70-Jahren
in den USA diverse Forschungsprojekte mit Pilzen laufen, in denen er
erforschen wollte, wie die Droge im positiven Sinne (Bewußtseinserweiterung)
nutzbar sei. Unter anderem nahmen er und seine Kollegen zusammmen
mit Häftlingen in einem kontrollierten Versuch die Pilze gemeinsam ein
(über mehrere Wochen). Die Häftlinge machten erstaunliche soziale Fortschritte.
Die teilnehmenden Häflinge hatten anschließend eine Rückfallquote von 10%,
während die 'normalen' Häftlinge zu 70% wieder in den Knast zurückkehrten.
Leary prägte die Begriffe Set und Setting, was meint das der Einnahmeort und die
geistige Verfassung gewissen Anforderungen genügen müssen, damit das
erlebte gut verdaut werden kann.


Abschließend möchte ich sagen, dass Drogen wie Cannabis meiner Meinung
nicht annähernd so gefährlich sind wie Pilze oder LSD (auch halluzinogen),
doch überall wird Cannabis verteufelt. Das zeugt davon, wie wenig die
Bevölkerung die tatsächlichen Gefahrenpotentiale der Drogen kennt.
(Cannabis ist übrigens nachgewiesenermaßen weniger gefährlich als
Alkohol, eine Droge, die komischerweise von der Gesellschaft toleriert wird)

Viel gefährlicher für Jugendliche sind jedoch die oben beschriebenen Pilze,
ein Versuch kann unter Umständen in der Psychatrie enden, weil die
Konsumenten das Erlebte nicht verarbeiten können.

In Maßen und von verantwortungsbewußten Menschen (die sich damit nicht nur
'wegknallen' wollen) eingesetzt können Pilze allerdings auch stark zur
Persönlichkeitsbildung beitragen, so komisch dies klingen mag.


Bücher:

Albert Hofmann: LSD. Mein Sorgenkind. Die Entdeckung einer 'Wunderdroge'.


Richard Evans Schultes, Albert Hofmann :
Pflanzen der Götter. Die magischen Kräfte der bewußtseinserweiternden Gewächse.

Albert Hofmann war übrigens der Wissentschaftler, der im Labor der Firma
Sandoz 1938 LSD entdeckte und zahlreiche Selbstversuche damit unternahm.

Ciao

18 Bewertungen, 5 Kommentare

  • knollyi

    09.11.2002, 21:39 Uhr von knollyi
    Bewertung: sehr hilfreich

    klasse bericht! noch ein literaturhinweis: Alduous Huxley: the doors of perception

  • guardien

    15.03.2002, 10:34 Uhr von guardien
    Bewertung: sehr hilfreich

    freut mich. schön zu lesen und auch so:)

  • Terrorist

    04.03.2002, 21:04 Uhr von Terrorist
    Bewertung: sehr hilfreich

    habe auch einen Bericht über Drogen geschrieben!

  • Chribu

    02.03.2002, 15:35 Uhr von Chribu
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ein sehr ausführlicher und informativer Beitrag... Gruß Norbert

  • antjeeule

    02.03.2002, 15:34 Uhr von antjeeule
    Bewertung: sehr hilfreich

    Dieser Bericht ist wirklich sehr interessant und kommt gerade zur rechten Zeit. Wir führen im Moment sehr häufig Gespräche über diese Thematik. Vielen Dank, Antje