Polycystisches Ovarialsyndrom PCO (S) Testbericht

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Erfahrungsbericht von trine800

Das Drama um meine Zysten

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Zysten, ein Thema, über das ich mich stundenlang auslassen könnte und es hier auch einmal mache. Ich leide bzw. litt unter Zysten seit vielen Jahren. Es handelt sich dabei um spezielle Zysten an den Eierstöcken (Ovarialzysten).

Das Jahr 2000:
Mit der allseits erwarteten Jahrtausendwende, begann das Drama. Regelbeschwerden und ständige Bauchschmerzen gepaart mit starken Blutungen hatte ich zwar schon mit 13, aber es wurde immer schlimmer. Damals war ich auch nicht so selbstbewusst wie heute und so machte ich mich irgendwann wegen dieser Beschwerden auf den Weg zum Gynäkologen. Das war damals bei uns in der Region nicht so einfach, da viele Ärzte keine neuen Patientinnen mehr annahmen und so erlebte ich einen Alptraum. Ich landete in einer Gemeinschaftspraxis bei einem völlig überalterten Arzt, der nicht einmal ein Ultraschallgerät (das wohl noch sinnigste medizinische Gerät in einer solchen Praxis) besaß. Ich belächelte mein Problem und fragte, ob ich die Pille möchte. Aus irgendeinem Grund verneinte ich die Antwort. Wenn ich damals nur gewusst hätte, dass...
Nach einer ekligen Prozedur, die im allgemeinen als Vorsorgeuntersuchung bezeichnet wird (und bei der auch seine Frau, die als Sprechstundenhilfe dort arbeitet dabei war) erklärte er mir, dass da nichts schlimmes sei. Er verschrieb mir starke Schmerztabletten und schickte mich wieder weg.
Damit war aber mein Problem nicht gelöst, im Gegenteil.

Das Jahr 2001:
Nachdem ich mein Asthma so einigermaßen unter Kontrolle hatte, kamen die Beschwerden wieder - und gleich doppelt so schlimm. Im April bekam ich übers Wochenende akute Schmerzen im rechten Unterbauch, dass ich auf Blinddarm tippte. Gleich am Montagmorgen bin ich schnurstracks an meinem Studienort Magdeburg in eine Frauenarztpraxis. Ich hatte Glück und durfte bleiben. Ich habe so eine halbe Stunde nur gewartet. Die Ärztin frage mich, zunächst, ob denn "meine Mutti auch Regelschmerzen hätte". Hallo? Ich dachte, ich höre nicht recht. Ich war 20 Jahre und schließlich kein Baby mehr. Sie drückte mir, nachdem ich ihr mein Problem geschildert hatte ein Privatrezept über ein pflanzliches Mittel (Mönchspfeffer) in die Hand, dass ich ohne weiteres hätte ich ohne Rezept in der Apotheke kaufen können. Die untersuchte meinen Bauch per Ultraschall und fiel vor Schreck fast in Ohnmacht, denn mit einem Mal gab es eine Erklärung für meine Schmerzen: Eine 8 cm große Blutzyste. Sie überwies mich auf der Stelle ins Krankenhaus. Da ich aber damals Vorlesungen hatte, bin ich erst zwei Wochen später rein. Da war die Zyste allerdings schon geplatzt, was ich vorher auch gemerkt hatte. Ein Schmerz zum Schreien!!! Der nette Chefarzt riet mir zu einer Hormonbehandlung (zunächst mit einer einfachen Pille auf KASSENREZEPT). Als ich mit diesem Befund die Ärztin wieder aufsuchte, meinte sie, dass die Pille bei Zysten eh nicht hilft (kompletter Schwachsinn!!!). Im Resultat war 4 Wochen später eine weitere Zyste da und ich bekam wieder starke Blutungen. Wieder wollte sie mir Mönchspfeffer andrehen und ich verneinte ihr "Angebot". Da schrie (!) sie mich an, was ich denn von ihr verlange. Heulend verließ ich die Praxis.
Einen Monat später, es war mittlerweile August bekam ich wieder starke Schmerzen und meine Hausärztin wies mich wegen Blinddarmverdacht ins Krankenhaus ein. Dort schickte man mich mit einer erneuten Zystendiagnose und einer Nierenbeckenentzündung wieder nach Hause. Drei Wochen später bin ich wieder ins Krankenhaus. Diesmal bei mir zu Hause, denn es waren ja Semesterferien. Hier traf ich auf die Oberhärte aller Gynäkologen. Bitte erspart mir die Einzelheiten.
Ich bin dann auf eigene Gefahr wieder nach Hause, weil ich nur zu Beobachtung dableiben sollte.
Ich habe dann kurzerhand eine neue Frauenärztin aufgesucht, die mir zu einer Bauchspiegelung riet. Ich willigte ein. Damals war das Verfahren ganz groß im Kommen und ich durfte am Folgetag auch wieder nach Hause.
Allerdings ging es mir danach nicht gut. Ich musste mich am laufenden Band übergeben, die Schultern taten mir tierisch weh usw.
Sie verschrieb mir meine erste Pille gegen die Beschwerden. Damals dachte ich, dass sei mit dem Präparat auch okay, aber leider ist es genau das falsche Medikament gewesen, wie ihr noch sehen werdet, denn zwei Monate später wurden meine Blutungen zwar schwächer, ich hatte (erst mal) keine Zysten mehr, aber ich bekam starken Haarausfall. Ich erklärte der Ärztin das Problem und sie meinte, ich solle noch ein Weilchen mit der Pille weitermachen. Mir wurde von dem Präparat auch übel und ich bekam ständig Krämpfe in den Beinen. Ich bin alle Nase lang in dieser Praxis aufgekreuzt und sie fragte grinsend jedes Mal: "Na, was machen die Haare?" Da könnte ich heute noch an die Decke gehen.

Das Jahr 2002:
Nach einem zweiten Präparat wurde mein Haarausfall nicht besser und ich ging zum Hautarzt. Der stellte einen zu hohen Testosteronspiegel fest. So hatte ich androgentisch bedingten Haarausfall, der bei Frauen ja keine Seltenheit ist. Natürlich war das auch bedingt durch die Zysten, aber das wusste ich damals noch nicht.
Er gab mir eine Überweisung für meine Frauenärztin mit, dass sie das Problem erneut mit Hormonen behandeln soll. Ich hatte die Pille zu der Zeit schon abgesetzt, denn man sollte bei hohem Testosteronwert keine Pille nehmen, die diesen noch fördern. Präparate mit Levonorgestrel oder Desogestrel sind typische Vertreter.
So spritzte der Hautarzt mir ein Kortison und der Haarausfall wurde besser. Zu Weihnachten hatte eine schöne Bescherung: Ich bekam Blutungen. Wie aus heiterem Himmel. Diese wurden immer schlimmer und gingen nicht weg.

Das Jahr 2003:
Nach 4 Wochen bin ich wieder zu meiner Ärztin, die sofort eine Ausschabung machen wollte und auch gemacht hat. "Das sieht aus wie ein Polyp." meinte sie. Eine tolle Diagnose. Das Resultat der Ausschabung teilte sie mir zwischen Tür und Angel mit, dass das Ergebnis nicht bösartig ist. Na toll auch!!!
Zwei Monate später im März 2003 bekam ich wieder akute Schmerzen und bin wieder (ein letztes Mal) dorthin. Sie riet mir erneut zu einer Bauchspiegelung. Da hat es mir gereicht und ich hatte das System der Praxis durchschaut: Das war ein ambulantes OP-Zentrum, das eine bestimmte Anzahl an Op´s pro Jahr durchführen muss, um bestehen zu bleiben. Medikamente werden nicht verschrieben und schon gar nicht auf Kassenrezept!
Wieder suchte ich mir eine neue Ärztin, die das Problem zuerst erkannte und mir eine antiangrogene Pille aufschrieb. Sie lieferte mir die endgültige Diagnose: PCO (polyzystisches Ovarialsyndrom) und erklärte, dass wenn ich nichts dagegen tue, es immer wieder kommt.

Das Jahr 2004:
So nahm ich also diese Pille und mir ging es so gut wie nie. Leider wehrte das Glück bis nur bis Ende 2004...


Das Jahr 2005:
Ich bekam die Pille nichts mehr zur Behandlung auf Kassenrezept verschrieben. Meine Ärztin weigerte sich mir diese dann auf Kassenrezept auszustellen, da sie ja von unzähligen Krankenkassen angemahnt wurde. Von meiner sicher nicht, aber das kümmerte sie nicht. Kassenpatient bleibt nun mal Kassenpatient! So setzte ich die Pille ab und alles ging von vorn los. Nur viel schlimmer. Meine Frauenärztin verschrieb mir ein Gestagen. Da das Östrogen mir fehlte bekam ich typische Wechseljahresbeschwerden, wie Hitzewallungen, schrecklich! Außerdem hatte ich Akne von der schlimmsten Sorte bekommen.
Ich wechselte noch zweimal die Frauenärztin. Die eine meinte doch ganz cool, dass Zysten nichts schlimmes wären, keine Schmerzen machen und oft nicht mal bemerkt werden. Das ich nicht lache. Die zweite meinte gleich, wenn ich die Pille nicht auf Privatrezept nehme, kann sie mir nicht helfen. Schönen Dank auch!
Mein Internist wollte dem ganzen Drama nach nun fast 5 Jahren endlich ein Ende setzen und überwies mich zu einem Endokrinologen. Damit tat er mir allerdings nichts gutes. Wieder landete ich bei so einem Opa, der null Ahnung hatte. Der verschrieb mir eine andere Pille, was wohl die einzige ist, die von der Kasse zu Therapiezwecken bezahlt wird. Das Ende vom Lied war ein krasser Haarausfall. Mir gingen oft bis zu 600 Haaren pro Tag aus. Ich hatte schon am Scheitel ein typisches Haarausfallmuster. Das war kurz nachdem ich mein Diplom erhalten hatte. Gleich im Anschluss an mein Studium hatte ich eine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Uniklinik bekommen.,,

Das Jahr 2006:
... was zunächst auch meine Rettung war. Auch dort gab es eine Klinik für Endokrinologie, an die ich mich im Januar 2006 wandte. Der noch junge Assistenzart war superlieb und bedauerte das Drama. Er meinte auch, dass mir die zweite OP (Ausschabung) erspart geblieben wäre, wenn ich weiterhin von den Frauenärzten vernünftig behandelt worden wäre. Er stellte mit mir zusammen einen Antrag bei meiner Krankenkasse und ich durfte meine alte Pille wieder auf Kassenrezept bekommen. Leider währte das Glück nur für ein Jahr, denn der Arzt und auch ich gingen das weg aus der Klinik. Außerdem genehmigte mir meine Kasse die Pille für genau ein Jahr!

Die Jahre 2007 und 2008:
Ich habe inzwischen mehr Fachwissen zu dem Thema als meine Hausärztin. Wir haben uns 2006 eine neue gesucht und sie hat mein Problem total verstanden. Ich nehme jetzt ein Wechseljahresmedikament, dass im Grunde die gleichen Wirkstoffe bzw. Wirkstoffklassen enthält, wie die Pille. Zusätzlich nehme ich Estriol, ein Schwangerschaftshormon mit toller Wirkung. Ich habe keine Regelschmerzen mehr, keine Zysten und meine Haar und meine Haut sind schön wie nie. Jeder (Friseur und Kosmetikerin) fragen sich, wie ich das mache. Dabei war das mit dem Estriol meine Idee und meine Hausärztin war voll und ganz einverstanden.

FAZIT:
All die schlimmen Erfahrungen, die ich leider machen musste, haben mich zu dem Entschluss gebracht, dass mich nie wieder eine Frauenarztpraxis von innen sieht. Die Untersuchungsmethoden sind in meinen Augen größtenteils sinnlos und werden unzureichend ausgeführt(lest mal die Berichte von den Patientinnen mit Brustkrebs, dann wisst ihr, was ich meine) und man bekommt oft nur dumme Antworten. Da wird für Vorsorgeuntersuchungen und ganz aktuell für die Impfungen gegen Gebärmutterhalskrebs (was so erst mal nicht stimmt, denn man kann trotzdem diese Krebsart bekommen) mehr oder weniger geworben und raus kommt nichts. Damit will ich sagen, dass ich bei keinem anderen Facharzt solche Probleme habe etwas vernünftiges verschrieben zu bekommen, wie bei Frauenärzten
Morgen habe ich wieder einen Termin in der Endokrinologie (auch wegen meiner Schilddrüse) bei einer anderen Ärztin. Mal sehen, was draus wird...

54 Bewertungen, 27 Kommentare

  • katimouse007

    03.02.2009, 18:01 Uhr von katimouse007
    Bewertung: besonders wertvoll

    Wünsche Dir alles Gute! Auch bei anderen Ärzten sieht es seit der Gesundheitsreform nicht besser aus mit dem Verschreiben! :-( Kann ich ein Lied von Singen! LG Kathi

  • Striker1981

    28.09.2008, 22:41 Uhr von Striker1981
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH und Liebe Grüße vom STRIKER

  • blackangel63

    27.08.2008, 03:57 Uhr von blackangel63
    Bewertung: sehr hilfreich

    SwEeT dReAmS..gLg AnJa

  • anonym

    26.08.2008, 14:34 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    schönen tag und lieben gruss

  • try_or_die87

    31.07.2008, 18:46 Uhr von try_or_die87
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr Hilfreich! Liebe Grüße

  • Mondlicht1957

    25.07.2008, 20:56 Uhr von Mondlicht1957
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr hilfreich und schönes Wochenende, LG Pet

  • l.x.klar@gmx.net

    06.07.2008, 05:27 Uhr von [email protected]
    Bewertung: sehr hilfreich

    gruss

  • mrwong

    02.06.2008, 03:11 Uhr von mrwong
    Bewertung: sehr hilfreich

    s.h. liebe grüße felix

  • MasterSirTobi

    30.05.2008, 18:29 Uhr von MasterSirTobi
    Bewertung: sehr hilfreich

    Da gibts ein dickes SH von mir. LG MasterSirTobi

  • bigmama

    28.05.2008, 22:40 Uhr von bigmama
    Bewertung: sehr hilfreich

    LG Anett und eine schöne Restwoche

  • Fabs91

    28.05.2008, 18:26 Uhr von Fabs91
    Bewertung: sehr hilfreich

    Lg Fabs :-D

  • frankensteins

    28.05.2008, 18:13 Uhr von frankensteins
    Bewertung: sehr hilfreich

    leider kannst du deine Meinung, heutzutage auf fast alle Ärzte umlegen. Es ist schon wie im Lotto einen guten fähigen Arzt zu finden. Operieren, verpfuschen, experimentieren auf Teufel komm raus. Der Mensch wird als Versuchsobjekt mißbraucht lg

  • NavySeall

    28.05.2008, 15:57 Uhr von NavySeall
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr Hilfreicher Bericht! LG NavySeall

  • emanuels

    28.05.2008, 15:23 Uhr von emanuels
    Bewertung: besonders wertvoll

    lg Emanuel

  • Lici17

    28.05.2008, 12:11 Uhr von Lici17
    Bewertung: besonders wertvoll

    Ich hatte letztes Jahr eine Zyste am Eierstock, zum Glück konnte die mit Tabletten behandelt werden und seitdem habe ich keine Beschwerden mehr! Es tut mir leid, dass du das durchmachen musstest! Ein bw-bericht! lg

  • campino

    28.05.2008, 12:10 Uhr von campino
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schlimm, was Du da mitgemacht hast. Ich habe mir im letzten Jahr eine neue Frauenärztin gesucht. Das Erste was ich in der Praxis in die Hand gedrückt bekam war eine Liste mit Untersuchungen (IGEL), die ich selbst bezahlen soll. Das wars. Ich bin wieder geg

  • creedy18

    28.05.2008, 11:52 Uhr von creedy18
    Bewertung: sehr hilfreich

    feiner Bericht LG Andrea

  • Baby1

    28.05.2008, 11:11 Uhr von Baby1
    Bewertung: sehr hilfreich

    .•:*¨ ¨*:•. Liebe Grüße Anita .•:*¨ ¨*:•.

  • Laranjeira

    28.05.2008, 10:59 Uhr von Laranjeira
    Bewertung: besonders wertvoll

    .-.-.lieben Gruß Ivonne.-.-.

  • Mundi

    28.05.2008, 10:48 Uhr von Mundi
    Bewertung: besonders wertvoll

    lg mund

  • Narcottic

    28.05.2008, 10:32 Uhr von Narcottic
    Bewertung: besonders wertvoll

    ich denke dafür hast du dir ein bw verdient. auch wenn ein bw deine erfahrungen nicht lindern kann. lg PS: da sieht man mal wieder leute nur mit ihrem standardkommentar antworten *kopf schüttel*

  • schwimm_ente

    28.05.2008, 10:10 Uhr von schwimm_ente
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße. Schwimm_ente

  • Puppekaa

    28.05.2008, 10:04 Uhr von Puppekaa
    Bewertung: sehr hilfreich

    schöner Bericht - LG Karsta

  • Jerry525

    28.05.2008, 10:02 Uhr von Jerry525
    Bewertung: sehr hilfreich

    Klasse Bericht lg Jerry

  • anonym

    28.05.2008, 09:44 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH für deinen guten Bericht.LG Bernd

  • bambie34

    28.05.2008, 09:39 Uhr von bambie34
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich,lg Tanja

  • Oliver-

    28.05.2008, 09:37 Uhr von Oliver-
    Bewertung: sehr hilfreich

    Hoffe der nächste Termin bringt was....drück dir die Daumen! Wünsche dir heute noch einen wunderschönen Tag! LG Oliver-