Port Royale 2 (Management PC Spiel) Testbericht

ab 37,12
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Auf yopi.de gelistet seit 03/2008

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Erfahrungsbericht von Tut_Ench_Amun

Für ein paar Dublonen mehr

Pro:

Moderner, schneller und stabiler als sein Vorgänger

Kontra:

Stark bei Pirates abgekupfert, keine Neuerfindung des Rades

Empfehlung:

Ja

Nachdem Port Royale I immer mal wieder auf den pharaonischen Rechnern zum Leben erweckt wurde, sah das herrscherliche Udjat-Auge beim METRO-Bummel doch tatsächlich einen Budget-Stand mit vermeintlich alter Schleuderware. Darunter auch der Nachfolger der WiSim aus dem Hause Ascaron. Da sich Merkwürden bereits seit geraumer Zeit bei tauschticket.de erfolglos die Augen nach PR II ausgesucht hat, war die Gelegenheit günstig. Nach herzzerreißendem Quengeln, Betteln und vorgetäuschten Ohnmachtsanfällen an die Adresse der holden Göttergattin, landete die 7,99 € teure CD - aus noch nicht näher geklärten Gründen - plötzlich auf dem Laufband der Kasse. Komisch.

[ Das Spielprinzip]
Wer die einschlägigen Genre-Verteter (Pirates! und natürlich den Vorgänger aus eigenem Hause) kennt, weiß, was gebacken ist: Durch Handel und Seeschlachten die Karriereleiter erklimmen. Inwieweit man dabei eher auf Handel und somit vorwiegend friedliche Mittel zurückgreift oder sich mordend, plündernd und brandschatzend durch die Karibik zwischen Fuffzehnhundert- bis Sechzehnhundertnochwas raubeint, bleibt dem geneigten Spieler selbst überlassen. Ganz ohne Keilerei kommen aber auch bekennende Friedensapostel nicht aus, wenn deren Konvois von der Skull 'n Crossbones Gang aufgelauert werden, ist es Zeit denen mal kräftig vors Holzbein zu kicken und ihnen die Pötte unterm Hintern weg zu kartätschen. Am besten bevor die bösen Buben das mit den eigenen Schiffen machen.

[ Nach dem Spiel ist vor dem Spiel ]
Das alles ist weder neu noch bahnbrechend anders, jedoch dank detaillierterer Grafik, schnellerer Ladezeiten und weniger Bugs um einiges spielbarer geworden. Am erprobten und erfolgreichen Grundprinzip hat man so wenig wie möglich herumgedoktert. Im Gegensatz zu Teil 1 wurde nicht nur an der Grafik und dem Gameplay gedreht, sondern auch an der Missionsstruktur. Das neue, höchst umfangreiche Tutorial sei auch alten Kempen anempfohlen, da sich einige Sachen zwar nicht prinzipiell, dafür aber im Detail umso mehr geändert haben. Und dort steckt ja bekanntlich der Teufel.

Das "freie Spiel" ist bei Teil 1 die einzige Option gewesen, hier jedoch stehen für ein recht schnelles Spielchen zwischendurch auch feste Szenarien mit voreingestellten Parametern und definierten Siegbedingungen zur Verfügung. Das ist neu. "Sterben" kann man immer noch nicht und beim freien Spiel geht die Spielzeit weiter gegen unendlich, bis man sich den Gouverneursposten unter den Nagel gerissen hat. Natürlich sind auch immer wieder Schatzkarten zu ergattern und diverse Missionen zu erfüllen. Das ist bereits aus Teil 1 soweit alles bekannt, Teil 2 wartet hierbei jedoch mit einem diffizileren Handelssystem (mehr und andere Waren) plus einigen weiteren Neuerungen auf.

Fehlten beim ersten PR noch die von Pirates! bekannten Fechtkämpfe, hat man sie bei PR2 auch eingebaut. Somit ist Ascaron nun noch näher an Sid Meiers Meisterwerk herangerückt und wirkt einmal mehr, wie ein Klon. Fast jedenfalls. Irgendwie tut man dem Spiel damit aber auch Unrecht. Denn wie schon beim Vorgänger, ist PR in erster Linie WiSim mit Aufbauelementen und erst an zweiter Stelle kommt die Ballerei auf See, sowie natürlich auch wieder an Land.

[ Äääktschn!]
Renoviert wurde endlich die Art der Seegefechtsführung, was für alteingesessene PR-Recken vielleicht anfangs gewöhnungsbedürftig ist. Unter anderem, da nun nicht mehr mehrere Schiffe zeitgleich befehligt werden müssen. Das war nämlich eine Schwäche des ersten Teils, denn ab einer gewissen Konvoistärke hatte man sich zwangsläufig mit seinen Einheiten fast heillos verheddert. Die vormals manchmal strohdumme und zeitweise unfaire KI wurde auch endlich mehr in Richtung "I" verbessert. Erstens werden nun nur noch ausgewiesene Kampfschiffe involviert - Handelsschiffe werden zwar bei verlorener Schlacht geplündert, bleiben aber auf jeden Fall im Besitz des Spielers.

Zudem werden die Geleitschiffe nacheinander angewählt und in die Schlacht geschickt, was nun viel übersichtlicher ist, jedoch eine ganz andere Taktik als beim Vorgänger erfordert. Verbessert wurde die Windrose und der Ruderlagenanzeiger, jetzt weiß man schon vor Beginn der Schlacht aus welcher Richtung es weht und wie man sich strategisch am Klügsten verhält, noch bevor es in die Vollen geht. Pflichtgemäß wird optisch und stimmlich der Ladezustand (und Wechsel der Munitionsart: Voll-, Ketten- oder Streugeschosse) der Kanonen gemeldet und der Maat kann sich ab und an ein hämisches "Getrroffäään!" oder "Volltreffer!" nicht verkneifen, wenn eine Breitseite sehr gut im Ziel platziert wurde.

Eine Änderung bei den Änderungen gab es mit dem aktuellsten Patch - auf vermehrten Userwunsch hin. Standen in der Urversion beim Entern eines gegnerischen Schiffen die Chancen in einen mausgesteuerten Fechtkampf verwickelt zu werden noch Fifty-Fifty, so wurde die Wahrscheinlichkeit auf 30% herabgesetzt, noch um weitere 30% reduziert sich die Rechnung (also auf Null), sobald eine gewisse Übermacht (ca. 70:30) an Mannschaften vorherrscht, dann kapituliert der gegnerische Skipper lieber. Ausnahme: Gegen Freibeuter/Piraten muss in jedem Falle gefochten werden, was auf die Dauer arg auf die Sehnenscheiden schlägt, denn die Steuerung beim Duell ist durch die andauernde, schnelle Klickerei anstrengend und alles andere als gelungen.

Insgesamt laufen die Gefechte schneller ab, sind aber nicht mehr so leicht zu bestreiten - besonders gegen Abwehrtürme in Häfen ist es ein zähes Ringen, das man nur mit verdammt gut bewaffneten Konvois angehen sollte. Die Landkämpfe sind nur wenig verändert worden und recht leicht zu absolvieren, eine solide Übermacht ist noch immer Garant dafür, eine Stadt und deren Wachen zu überrennen. Zahlreiche Musketenschützen sind dabei eine gute Unterstützung, doch ohne säbelrasselnde Nahkämpfer geht es nicht. Selbstredend steigt die Qualität des Konvois, seine Navigationsfähigkeit, Handelsbilanz und die Effizienz im Kampf, mit der Erfahrungsstufe des zugeteilten Kapitäns und seinen (Spezial-)Fähigkeiten.

[ Für eine Hand voll Dublonen ]
Das Management der Handelsrouten fällt leichter, trotz mehr Waren im Angebot. Das liegt unter anderem daran, dass man nun auf die entsprechenden Städte auf einer Minikarte klickt, in der Reihenfolge, in welcher sie angefahren werden sollen, statt sie wie früher umständlich aus einer Liste picken zu müssen. Per Mauseinsatz kann man jetzt Warenmengen und -preise manuell vorgeben, ganz vom Handel ausschließen oder automatisch vom Kapitän verticken lassen. Das lässt sich von Stadt zu Stadt beliebig regeln, damit auch dort nur Waren gehandelt werden, die sich auch wirklich lohnen bzw. Rohstoffe und Werkzeuge werden, die am Standort der eigenen Betriebe nicht vorrätig aber nötig, sind, damit die Konjunktur brummt.

Wird ein Konvoi mit einem Top-Kapitän komplett aufgerieben, schmerzt der Verlust lange. Es ist also tunlichst darauf zu achten, dass Konvois sich ständig in einwandfreiem Zustand befinden und die nötige Sollstärke an Mannschaften, Entermessern nebst Kanonen und Munition aufweisen. Das kann man leider nicht automatisieren. Des weiteren empfiehlt es sich bei jeder neu erreichten Stufe gleich einen neuen Kapitän anzuheuern und diesen Frischling durch manuelles Steuern soweit aufzupäppeln, dass er zumindest eigenständig automatisierte Handelsrouten befahren kann/darf. Dazu ist mindestens Stufe 2 nötig, vorher verweigert das Programm den Punkt "Handelsroute", wenn ein Greenhorn mit Stufe 0 oder 1 angewählt wurde.

Grafik und Sound
Wie beim Vorgänger ist auch diesmal die Grafik weniger spektakulär, denn zweckdienlich. Allerdings schön anzuschauen, allein die Spiegeleffekte auf der Meeresoberfläche haben was und auch die kleinen Animatiönchen des Stadtlebens gibt's immer noch. Insgesamt hat man den moderneren Grafikkarten Rechnung getragen, und leider droht - beinahe schon traditionell - zuweilen Zanke mit ATI-Chipsätzen. Das betrifft aber wohl nur die mobilen Vetrreter dieser Gattung, wie den X300. Auf meinem Läppi muss die Grafik zur Kompatibilität gezwungen werden, dann funktioniert sie jedoch einwandfrei. Der Radeon 9600 auf dem Desktop-PC schluckt PR2 ohne Kunstgriffe und gänzlich ohne Murren - DirectX sei Dank.

Der Sound gibt sich wohltuend unauffällig und schafft die nötige Piraten-Atmosphäre, die Sprachausgabe ist neu und beschränkt sich nicht allein auf Segelkommandos und Gefechtsmeldungen, diesmal ist auch ein Chronist dabei, der manchmal in Hafenkneipen angetroffen werden kann und dann kleine Geschichten und Wissenswertes aus der Zeit der wirklichen Freibeuterei zum Besten gibt. Nur auf Wunsch natürlich. Die gleiche Stimme führt auch gut verständlich durch das Tutorial, wobei das gesprochene Wort nicht immer dem angezeigten Text entspricht, doch das ist vernachlässigbar. Wie schon beim Vorgänger lassen sich keine eigenen Soundfiles/CDs abspielen, wodurch die Musik auf Dauer ein wenig eintönig wird.

[ Steuerung ]
Noch immer wird PR ausschließlich per Mausklick auf Icons oder Gelände/Gebäude/Schiffe gesteuert, sieht man von den üblichen Hotkeys ab. Zum Einsatz kommen Point&Click, Drag&Drop, sowie Gummiband-Selektion, natürlich immer in Abhängigkeit der Spielsituation. Grundsätzlich wählt Linksklick aus und Rechtsklick startet irgendeine Aktion ( Bewegung, Angriff etc.) bzw. in Menüs (z.B. Handel) geht alles über Links, mit Rechts wird das betreffende Menü wieder verlassen. Ausnahmen von diesem Schema gibt's auch (Schiffstransfer von Konvoi zu Konvoi etwa), die hat man aber schnell gefressen. Das Scrollrad zoomt die Welt ein- oder aus, was sich wieder einmal als beinahe unverzichtbar für den Überblick bei Land- und Seegefechten erweist.

[ Systemvorraussetzungen ]
Moderat. Selbst ältere 98SE/ME/2000/XP-Rechner mit 3 oder mehr Jahren auf dem Buckel sind in der Lage PR II mit allen Details und Lichteffekten ruckel- und fehlerfrei zu präsentieren. Minimal tut's ein Pentium III-700 mit 128 MB RAM, 3D-fähiger 32-MB VRAM GraKa (wer hat die heutzutage nicht?) und natürlich eine mehrstimmige Schundblaster-Karte (oder Onboard-Lösung). Als Optimum gibt Ascaron ein Pentium IV-System mit 1,6 Ghz CPU und 512 MB RAM an, wobei die GraKa dann ruhig 64 MB haben darf. The bigger the better - versteht sich. Alles DirectX 9 kompatibel, welches auf CD selbstredend auch vorhanden ist.

Die Installation entspricht dem Standard, ist daher schmerzfrei und frisst - nebenbei bemerkt - lockere 700 MB. Für die Lauffähigkeit auf Laptops übernimmt Ascaron laut Packungsaufdruck explizit keine Garantie. Die Samsung R50-Serie funktioniert nachgewiesermaßen, allerdings muss die Funktion "Wasserspiegelung" im Setup auf "Kompatibilität erzwingen" gesetzt werden, sonst gibt's lila Wasser (Igitt) und seltsame Klötzchenbildung im Meer. Die CD-Originalerkennung ist angenehm fix und auch so bremst kaum etwas den Spielfluss. Die aktuelle Budget-Veröffentlichung beinhaltet kein gedrucktes Handbuch, sondern nur eins im PDF-Format. Dafür ist der seit 2 Jahren aktuelle Patch bereits enthalten.

[ Fazit ]
Obwohl PR II das umfangreichere und technisch augefeiltere Programm ist, läuft es flüssiger und vor allem stabiler, als die Vorgängerversion, welche unter dem einen oder anderen Bug zu leiden hatte. Die hat man in der 2. Version weitgehend ausgemerzt und noch ein paar Gimmicks mit hinein gepackt, zwar nicht ganz Pirates! aber schon sehr nah dran. Dabei ist die WiSim durchaus eigenständig und kann dem großen Konkurrenten streckenweise den Schneid abkaufen, immerhin adelten 3 Spielemagazine PR II mit Auszeichnungen und durchweg guten Noten. Recht haben sie - und wenn es die Rechenpower zulässt auf jeden Fall den Nachfolger installieren und den Vorgänger als Appetithappen auf schwachbrüstiger Hardware zocken. Für um 10 Euro macht man nix falsch.

So Long

Der Immer-noch-Skull-and-Crossbones-Pharao

53 Bewertungen, 13 Kommentare

  • Mondlicht1957

    13.02.2009, 01:18 Uhr von Mondlicht1957
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr hilfreich und liebe Grüsse

  • Zzaldo

    05.02.2009, 17:05 Uhr von Zzaldo
    Bewertung: sehr hilfreich

    liebe Grüße sendet dir Stephan

  • racheane

    13.01.2009, 16:21 Uhr von racheane
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße, Anne

  • Iris1979

    10.01.2009, 20:01 Uhr von Iris1979
    Bewertung: sehr hilfreich

    Super Bericht. LG Iris

  • morla

    18.12.2008, 23:58 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    wünsche dir einen schönen abend lg. petra

  • krullinchen

    23.01.2007, 11:24 Uhr von krullinchen
    Bewertung: sehr hilfreich

    ┬sh & liebe Grüße^ Bine┴

  • Binki

    18.09.2006, 12:28 Uhr von Binki
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße Binki

  • LilaLisa

    12.08.2006, 17:07 Uhr von LilaLisa
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüsse Lisa ;-D

  • Django006

    12.08.2006, 15:25 Uhr von Django006
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh & *lg* Alan :>))))

  • anonym

    12.08.2006, 13:29 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh :o)

  • HiRD1

    12.08.2006, 13:23 Uhr von HiRD1
    Bewertung: sehr hilfreich

    ~~ SH. Gruß, Ralf ~~

  • aurelia_aurita

    12.08.2006, 12:31 Uhr von aurelia_aurita
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh & lg, aurelia

  • MarkusDani

    12.08.2006, 12:25 Uhr von MarkusDani
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schöner ausführlicher Bericht! LG Dani