Powerslave (1984) - Iron Maiden Testbericht

Powerslave-1984-iron-maiden
ab 11,86
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Summe aller Bewertungen
  • Cover-Design:  sehr gut
  • Klangqualität:  sehr gut

Erfahrungsbericht von Gemeinwesen

Tales of Mystery & Imagination für Luftgitarristen

5
  • Cover-Design:  sehr gut
  • Klangqualität:  gut

Pro:

Iron Maiden auf dem Zenit ihrer Karriere, ein nettes Cover . . .

Kontra:

. . . dessen kleine, versteckte Gags im CD - Format allerdings leider gänzlich untergehen.

Empfehlung:

Ja


„Powerslave” ist für mich viel mehr als nur irgendein Album. Für mich markiert das Erscheinen des 1984er Albums von Iron Maiden den Beginn einer wunderbaren Freundschaft, die nach wie vor besteht. „Powerslave“ ist nicht nur das erste Iron Maiden-Album, das ich mir je gekauft habe, sondern war für mich auch der erste Tonträger von Interpreten aus dem Bereich der gebrüllten Musik. Bevor ich „Powerslave“ kaufte, hatte ich Chris de Burgh und Elton John für Rockmusiker gehalten. Nachdem ich „Powerslave“ für mich entdeckt hatte, wusste ich es besser.

Chris de Burgh und Elton fabrizierten Stoff, aus dem Kuschelrock-CDs sind. Die vier Jungs von Iron Maiden hingegen waren die Evangelisten des Hardrock, Verkünder der reinen, einzig wahren Lehre und von Stund an meine erklärten Helden.

Rund 20 später sehe ich die Dinge zwar etwas undogmatischer (hey, es ist zwar verdammt lange her, aber Chris de Burgh hat nicht nur Schnulzensülze produziert, sondern immerhin auch so ein schönes Stück wie “Patricia, the Stripper“ – und so ganz uneben ist auch Elton John nicht, finde ich), aber meine Begeisterung für Iron Maiden ist ungebrochen. Und wenn ich, wie kürzlich erst wieder geschehen, „Powerslave“ auflege, dann weiß ich auch wieder genau, warum.


Den Songtexter nennen sie "Conan, the Librarian"

Da wären zum Beispiel die Texte. Die stammen bei Iron Maiden in der Regel aus der Feder des Sängers Bruce Dickinson, dem seine Bandkollegen schon vor Jahr und Tag den Spitznamen „Conan, the Librarian“ verpasst haben. Weil Fechter Bruce zum einen eine scharfe Klinge führt, zwischendurch seine Nase aber offenbar auch gern in Bücher steckt. Wenn er sie wieder herausholt, macht er aus englischer Romantik einen Text für ein episches Heavy Metal-Stück von knapp 14 Minuten Länge – so geschehen bei „Rime of the Ancient Mariner“, dem das gleichnamige Gedicht von Samuel Taylor Coleridge (1798-1834) zugrunde liegt. Sowas muss man sich erst einmal trauen in einem Genre, in dem sich, einem ungeschriebenen Gesetz folgend, jeder zweite Gesang wahlweise mit Wein oder Weib befasst.

Texte von Iron Maiden-Songs mögen hie und da etwas sperrig sein, aber dafür wird dann eben auch mehr geboten als nur das Repertoire gängiger Heavy Metal-Klischees. „Da muss ich echt zwischendurch zum Wörterbuch greifen“ – der Ausspruch einer guten Freundin von mir bringt’s, finde ich, auf den Punkt.

Die Musik steht dahinter freilich nicht zurück. Eingängige Refrains mit mehrstimmigem Satzgesang, ausgefeilte Soli der Gitarristen Dave Murray und Adrian Smith sowie Steve Harris’ markant rumpelnder Bass geben den Kurs vor, und Drummer Nicko McBrain schlägt dazu den Takt. Der Opener „Aces High“, Nummer eins von zwei als Single ausgekoppelten Stücken von „Powerslave“, legt die Messlatte bereits verdammt hoch an. Single-Aspirant Numero Zwo „Two Minutes to Midnight“ schließt aber nahtlos an, und selbst die Sujets sind ähnlich.

Typisch für die 80er: Der "Ich-bin-gegens-Wettrüsten"-Song als integraler Bestandteil

Beide Stücke setzen sich mit dem Thema „Krieg“ auseinander, wenn auch auf sehr verschiedene Weise. „Aces High“, eine Art Ehrenbezeugung vor den Spitfire-Flieger-Assen des Zweiten Weltkriegs, ist ein Stück, das in der Tradition von „Where Eagles Dare“ steht und verdankt, wie auch der Opener des Vorjahres-Albums „Piece of Mind“, seine Entstehung wahrscheinlich einem der einschlägigen britischen WWII-Filme aus den 60er Jahren. „Two Minutes to Midnight“ hingegen atmet ganz den Geist der 80er, in denen es quasi zum guten Ton gehörte, früher oder später mal einen Song zu veröffentlichen, in dem man ganz klar Stellung zum Wettrüsten bezieht. In dem man klipp und klar sagt, dass man Krieg ganz, ganz scheiße findet (ein Paradebeispiel, in dem zufällig auch die Ziffer zwei eine Rolle spielt, ist „Two Tribes“ von Frankie Goes to Hollywood). Iron Maidens Blick auf die Doomsday Clock spiegelt den Zeitgeist wieder, Aussage und Musik sind dabei aber zeitlos.

„Losfer Words (Big ’Orra)“ kommt, nomen est omen, auch ganz ohne Worte aus; mit dem von einem eingängigen Gitarren-Signal eingeläuteten „Flash of the Blade“ hat Bruce Dickinson wohl seiner Liebe zum Fechtsport ein musikalisches Denkmal gesetzt. Wenn „Powerslave“ überhaupt eine Schwachstelle hat, dann ist es in meinen Augen das nun anschließende „Back in the Village“, dem ich nie sonderlich viel habe abgewinnen können und dessen Text für mich seit gut 20 Jahren ein ziemliches Buch mit Sieben Siegeln ist (schlecht muss er deswegen nicht sein, ich kann halt mit dem Expressionismus Dickinson’scher Prägung in „Back in the Village“ vergleichsweise nur wenig anfangen).


Liebäugeleien mit dem Prinzip Konzeptalbum

Mit dem Titelstück „Powerslave“ wird’s nun episch: hätte Regisseur Stephen Sommers seine Neuverfilmung von „Die Mumie“ mit Rockklängen untermalen wollen, er hätte sicher nichts Besseres tun können, als zu der von schaurig verzerrtem Hohngelächter eingeleiteten groß angelegten Gruselnummer zu greifen. Und als ob eine Spielzeit von mehr als sieben Minuten noch nicht genug für ein Heavy Metal-Stück sei, setzen Iron Maiden ihrem Werk jetzt mit dem monumentalen „Rime of the Ancient Mariner“ die Krone auf und beweisen, dass auch ein Stück von knapp 14 Minuten Spielzeit nicht langweilig werden muss: Streckenweise erinnert mich das an Alan Parsons’ legendäres Konzept-Album „Tales of Mystery and Imagination“; und tatsächlich liebäugelten Bandleader Steve Harris und seine Mitstreiter in den Jahren nach 1984 zunehmend mit dem Gedanken, ein Konzeptalbum aufzunehmen.

Nach acht Stücken und einer Gesamtspielzeit von rund 52 Minuten ist dann erst mal Schluss – es sei denn, man machte es wie ich und stellte sofort wieder auf „Repeat“: Sehr oft höre ich „Powerslave“ vielleicht nicht, aber wenn, dann meist gleich zweimal hintereinander.


R e s ü m e e :

„Powerslave“ war mein erstes Iron Maiden-Album, und besser als auf ihrer 1984er Veröffentlichung sind sie m. E. nie mehr gewesen. Den Powerslave-Nachfolger „Somewhere in Time“ fand ich zwar auch noch ganz manierlich; was danach kam, war mir oft zu manieriert. Auf „Powerslave“ aber macht das britische Heavy Metal-Flaggschiff Iron Maiden ordentlich Fahrt. Angefangen bei den Single-Auskopplungen „Aces High“ und „Two Minutes to Midnight“, die einen furiosen Auftakt bilden, bis zum knapp viertelstündigen „Rime of the Ancient Mariner“ bietet„Powerslave“ einmal mehr Heavy Metal der Güteklasse A: Iron Maiden sind und bleiben für mich erste Wahl für den Award „The thinking man’s melodic heavy metal band no. 1“.


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D i e _ C D /
m e i n e _ A n s p i e l t i p p s
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… … 1. Aces High
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… … 2. 2 Minutes to Midnight
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… … 3. Losfer Words (Big 'Orra)
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… … 4. Flash of the Blade
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… … 5. The Duellists
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… … 6. Back in the Viallge
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… … 7. Powerslave
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… … 8. Rime of the Ancient Mariner
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39 Bewertungen, 20 Kommentare

  • Estha

    04.09.2008, 00:59 Uhr von Estha
    Bewertung: sehr hilfreich

    Naaaaabend...

  • hjid55

    31.12.2006, 15:33 Uhr von hjid55
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh & wünsch dir eine schöne Silvester Feier. lg Sarah

  • Lidlefood

    04.02.2006, 21:27 Uhr von Lidlefood
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich

  • chapikra

    04.02.2006, 20:13 Uhr von chapikra
    Bewertung: sehr hilfreich

    Mit internetten Grüßen Sandra

  • Magdal_ena

    04.02.2006, 19:26 Uhr von Magdal_ena
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich!! Adios, Magdal,ena

  • Sternenhimmel

    04.02.2006, 14:27 Uhr von Sternenhimmel
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich <br/>

  • anonym

    04.02.2006, 11:45 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh

  • Foxe

    04.02.2006, 03:08 Uhr von Foxe
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr guter Bericht, freue mich über gegenlesungen!

  • Power_Surfer

    04.02.2006, 00:23 Uhr von Power_Surfer
    Bewertung: sehr hilfreich

    schöner bericht, mit iron maiden kann ich bis heute nichts anfangen obwohl ich metal sehr gerne höre

  • sindimindi

    03.02.2006, 21:43 Uhr von sindimindi
    Bewertung: sehr hilfreich

    Tja - und ich hab's damals noch nicht verstanden..."Brüllmusik" ist auch heute noch nicht mein Steckenpferd. Damals war wohl eher Conan the Barbarian, als Conan the Librarian angesagt...;-) <br/>RS

  • t_durden

    03.02.2006, 12:58 Uhr von t_durden
    Bewertung: sehr hilfreich

    schöner bericht *lg rene

  • Rebbi

    03.02.2006, 09:12 Uhr von Rebbi
    Bewertung: sehr hilfreich

    schön geschrieben

  • NancyNoack

    03.02.2006, 01:04 Uhr von NancyNoack
    Bewertung: sehr hilfreich

    klasse Bericht

  • HiRD1

    03.02.2006, 01:02 Uhr von HiRD1
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH. Gruß, Ralf

  • Damk1x

    03.02.2006, 01:00 Uhr von Damk1x
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh, würde mich über eine Gegenbewertung freuen

  • Vicky

    03.02.2006, 00:53 Uhr von Vicky
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich. Vicky

  • morla

    03.02.2006, 00:27 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich

  • waltraud.d

    03.02.2006, 00:20 Uhr von waltraud.d
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich

  • Lotosblüte

    03.02.2006, 00:15 Uhr von Lotosblüte
    Bewertung: sehr hilfreich

    Perfekt wieder mal... <br/>lg

  • Baby1

    03.02.2006, 00:15 Uhr von Baby1
    Bewertung: sehr hilfreich

    super bericht LG Anita