Powerslave (1984) - Iron Maiden Testbericht

Powerslave-1984-iron-maiden
ab 11,86
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5 Sterne
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Summe aller Bewertungen
  • Cover-Design:  sehr gut
  • Klangqualität:  sehr gut

Erfahrungsbericht von Tom_Araya

Unsterblicher Klassiker

5
  • Cover-Design:  gut
  • Klangqualität:  gut

Pro:

Melodie, Inhalt, Feeling, einfach alles

Kontra:

wäre Haarspalterei hier etwas zu suchen

Empfehlung:

Ja

Iron Maiden waren für mich immer schon mehr als nur einfach eine Heavy Metal Band (Accept kommt fast an diesen Status heran, aber nicht ganz) - wo ich bei anderen Bands Balladen oder langsamere Stücke kritisch und meist grummelnd betrachte da finde ich vieles das Maiden in der Richtung gemacht haben genial.

Einer der Hauptgründe dafür ist mit Sicherheit Sänger Bruce Dickinson, niemals nervig und immer intensiv merkt man einfach das er alles was er hat in die Lyrics schmeisst.
Und diese Lyrics sind teilweise wirklich Kunstwerke - man schaue sich nur den Text von \"Fear of the Dark\" an...

Wieviel Bruce für die Band wert ist kann man sehr leicht erkennen als er mal für 2 CDs eine Auszeit genommen hat und Blaze Bayley für ihn eingesprungen ist...
was für ein Aderlass im Vergleich zu den alten Scheiben und dem 2000er Knaller \"Brave New World\" in dem Bruce wieder mit von der Partie war.

Leider gefällt mir die neuste CD der eisernen Jungfrauen gar nicht mehr, es scheint als braucht da jemand Geld oder will nochmal kommerziellen Erfolg haben...


Die Bandbesetzung für Powerslave ist...
Gesang: Bruce Dickinson
Gitarren: Adrian Smith, Dave Murray
Bass: Steve Harris
Drums: Nicko McBrain


Besondere Scheiben verdienen ein Song by Song Review, so here it comes...

1. Aces High
Was für Ein Anfang...ein einfach göttliches Gitarrensolo eröffnet diesen Song bei dem man am liebsten auch gleich in einen Flieger springen möchte...

\"Jump in the cockpit and start up the engines,
Remove all the wheelblocks, there’s no time to waste!\"

Das die Melodie überragend ist muss man anhand meiner deutlich erkennbaren Begeisterung nicht näher erwähnen...und der Song ist auch noch einer der schnellsten des Albums *Mosh Mosh*.
Fetzendes Gitarrensolo im Mittelteil und einfach begeisternde Lyrics.
Aber das beste heben sich Maiden für den Schluss auf: Das geniale Gitarrensolo vom Anfang wird nochmal wiederholt, und das macht diesen Song so einprägsam
Es sind vielleicht die besten 40 Sekunden des ganzen Albums.
Ein unsterblicher Klassiker.


2. 2 Minutes to Midnight
Weiter gehts mit dem nächsten festen Bestandteil jedes Live Gigs. Nicht mehr ganz so schnell wie Aces High, aber doch flott präsentiert sich dieser Song.
Ein Stück mit geheimnisvoll anmutendem Text und Melodie, man hat das Gefühl das etwas nicht so angenehmes in 2 Minuten passieren wird.
Und genau so ist es auch, der Text ist für Iron Maiden Verhältnisse recht brutal, hier ein kleiner Auszug:

\"The body bags and little rags of children torn in two,
And the jellied brains of those who remain,
to put the finger right on you.\"


3. Losfer Words (Big \'Orra)
Instrumental, und als solches nur sehr schwer zu bewerten - ist Geschmacksache ob man drauf steht oder nicht.
Meiner Meinung nach gibt es aber stärkere Melodien als die hier gefundene.


4. Flash of the Blade
Ein sehr schöner Ohrwurm, eigentlich das ganze Stück über.
Vielleicht der am meisten unterschätze Song des Albums, kann man sich immer wieder und wieder anhören.


5. The Duellists
2 Männer kämpfen um ihre Ehre, um Leben und Tod.
Bruce holt hier alles aus seiner Stimme raus, sehr oft zieht er die Vocals gekonnt in die Länge.
Insgesamt ein sehr interessanter Song, irgendwie passt die Melodie genau zum Text, schwer zu beschreiben aber es stimmt einfach.
Man fühlt sich teilweise richtig hineinversetzt in die Zeit als noch mit Degen gekämpft wurde.


6. Back in the Village
Dieser Song fällt etwas ab im Vergleich zu den anderen Knallern, aber Durchschnitts-Maiden ist immer noch ok.


7. Powerslave
Der Wind heult...ein böses und dunkles Lachen erklingt...
Sehr cooler Anfang, und der Song nimmt einen sofort gefangen.
Vielen Gitarrenteile, die sehr gut zur altertümlichen Thematik des Songs passen.
Der Text handelt von einem Gott der es gewohnt war Angst und Schrecken zu verbreiten, und nun nicht glauben kann das seine Zeit gekommen sein soll:

\"Tell me why I had to be a Powerslave...
I don’t wanna die, I’m a God!
...why can’t I live on?\"

Der Refrain brennt sich gnadenlos ins Hirn, und sorgt dafür das man diesen Klassiker immer wieder abspielen möchte.
Einer der absoluten Höhepunkte des Albums, wie sich das für einen Titelsong gehört.


8. Rime of the ancient Mariner
Ein fast 14 Minuten langer Song der auch dementsprechend viel zu erzählen hat. Ein Seeman berichtet uns von seiner schlimmsten Fahrt, nach Süden ging es, ins ewige Eis.
Die Crew sieht einen Albatross und folgt ihm - und dann begeht der Seeman einen schweren Fehler: er tötet den Vogel.
Daraufhin beginnt ein Alptraum für ihn und seine Leute, ein Geisterschiff mit einem tödlichen Schicksal an Bord steuert auf sie zu. 2 geheimnisvolle Frauen, oder Sirenen, spielen um das Schicksal der Männer. Unser \"Held\" bleibt am Leben, aber er muss mit ansehen wir seine Crew nach und nach getötet wird...

\"Than, one by one, they drop down dead, two hundred men...\"

Der Seemann bedauert es zutiefst den Albatross getötet zu haben und fleht um Gnade, und letztendlich wird seine Bitte erhört und er darf nach Hause segeln.
Allerdings muss er von nun an überall seine Geschichte erzählen (z.B. uns Iron Maiden Freaks *g*) - als Warnung für alle anderen und als ewige Strafe.

Ein beeindruckendes Epos, ich glaube nach der Vorlage aus irgendeinem bekannten australischen Buch.
Fantastisch wird das Ganze untermalt von genialen Melodien und Bruce intensivem Gesang.
Im Mittelteil wird der Song langsam, leise und düster...und es kommt eine Atmosphäre fast wie in einem Horrorfilm auf.
Bruce haucht einem entgegen wie die Crew für ihren Frevel bezahlen muss, das klingt richtig beeindruckend.
Als der Seeman schliesslich erlöst wird hellt sich der Song wieder auf - ein Werk wie es nicht besser zusammengefügt hätte werden können.


Fazit
Bis auf 2 Ausnahmen sind auf Powerslave nur herausragende Stücke vertreten - mit Aces High, Rime of the ancient Mariner und Powerslave 3 meiner absoluten Lieblingssongs - bandübergreifend.
Dementsprechend natürlich ein Pflichtkauf für jeden der auf klassischen Melodic Metal, der nicht zu hart aber auch nicht zu weich ist, steht.

Powerslave ist für mich das beste Album der eisernen Jungfrauen, und als solches eine der besten CDs aller Zeiten.

28 Bewertungen, 1 Kommentar

  • ZeroSama

    10.08.2005, 00:51 Uhr von ZeroSama
    Bewertung: sehr hilfreich

    Dieser Bericht ist wirklich sehr gelungen und ausführlich! Powerslave ist wirklich ein herausragendes Maiden-Album (2 Minutes to Midnight kommt sogar in GTA: Vice City vor), das mitunter für den großen Erfolg der Band gesorgt hat. Irgendwa