Powerslave (1984) - Iron Maiden Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Summe aller Bewertungen
- Cover-Design:
- Klangqualität:
Erfahrungsbericht von The_Wishmaster
Töte nie einen Albatross und höre immer diese CD!!!
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Hallo liebe Leserinnen und Leser!
Endlich möchte ich heute mal wieder auf Iron Maiden zu sprechen kommen, besser gesagt auf ihre 85er Scheibe "Powerslave". Man mag es nicht glauben, aber es gab keinen Besetzungwechsel in der Band, was man dem Album auch anhört. Iron Maiden waren nach "The Number of the Beast" und "Piece of Mind" und die dazugehörigen Touren als Einheit zusammengewachsen und konnten nun so perfekt aufeinander eingespielt an das nächste Studioalbum herangehen. Wie gut "Powerslave" wirklich geworden ist und ob Ihr Euch die Scheibe unbedingt holen oder sie lieber im Plattenregal verstauben lassen solltet, les Ihr jetzt...
1.) ~~~Aces High~~~ 4:27
Ein hymnisches doppeläufiges Gitarrenlead leitet und getragen und von den Drums begleitet in den Song ein, bevor man schön Gas gibt und den Track nach vorne treibt. Sofort fällt die verbesserte Produktion auf, die den Sound insgesamt differenzierter und druckvoller erscheinen lässt. Bruce's Vocals sind wie immer hervorragend und kommen vor allem im erstklassigen Chorus einfach nur spitzenmäßig rüber. Das Hauptriff wird überigens in den Strophen stets von einem ebenso genialen Basslauf begleitet, was dem Titel zusätzlich Drive verleiht. Nach einem kurzen Soloteil kommt man wieder auf die Strophe zurück und endet im Chorus. Somit stellt der Song sicher keine Revolution dar, was das Songwriting betrifft, aber die Melodien sind einfach packend und als flotter Opener hätte man denke ich keinen besseren Titel wählen können.
9/10
2.) ~~~2 Minutes to Midnight~~~ 6:02
Eine recht rotzig klingende Gitarre darf hier nun zu Beginn ran, bevor der Titel recht rockig und gitarrenbetont loslegt. Mr. Dickinson steigt schnell in die Strophen ein, hält sich gesangstechnisch gesehen aber deutlich zurück. In der Bridge halbiert man dann das Tempo, nur um im Chorus wieder aufzudrehen und eine wahre Gassenhauer-Melodie zu schmettern: "2 Minutes to Midnight - the hands that threaten doom, 2 Minutes to Midnight - to kill the unborn in the womb..." - Nicht umsonst einer der bekanntesten und erfolgreichsten Songs der Briten.
9/10
3.) ~~~Losfer Words (Big 'Orra)~~~ 6:02
Recht flott steigt man nun in dieses Instrumental ein, das mit herrlichen Gitarrenleads und einer treibenden Bassbegleitung aufwarten kann. Der Anfang ist sehr rifforientiert gespielt, später jedoch übernehmen die Leadgitarren die Vorherrschaft und präsentieren und erst mal ihre melodietechnischen Künste, während Steve Harris am Bass stets der Melodieführung folgt. Nach einem etwas unspektakuläreren Mittelteil hat man dann zum Schluß hin nochmal die Melodie-Kelle ausgepackt und schöpft daraus fleißig feine Gitarrenleads, nur um letztendlich wieder auf das treibende Riff vom Anfang zurückzukommen.
9/10
4.) ~~~Flash of the Blade~~~ 4:05
Hui, da flitzt aber jemand mit den Fingern über die Saiten der Leadgitarre! Nicht schlecht, Herr Specht! Passend dazu treiben die Drums den Song voran, der zwar recht hymnisch eröffnet wird, letztendlich aber sobald man auf die Strophen zurückgreift, ziemlich gitarrenlastig losrockt. Bruce singt in den tieferen Regionen, was sich aber schon beim Chorus wieder ändert: "You'll die as you lived in the flash of the blade..." - geniale Melodien und eine fast schon abartig hohe Zweitstimme, die Dickinson's Stimmbändern da entweicht. Wie macht der Kerl das nur? *kopfschüttel*
Das Gitarrensolo ist recht getragen und wird zweistimmig vorgetragen, wobei dabei der mehr als gelungene Basslauf deutlich zum Tragen kommt. Ein Break, bei dem die Sechssaiter ihrem Melodiewahn frönen dürfen, führt wieder auf den Chorus zurück und wer genau hinhört, schwelgt diesmal nicht nur in Bruce's Vocals, sondern auch im fantastischen Basslauf...
10/10
5.) ~~~The Duellists~~~ 7:39
Harte Gitarrenriffs stimmen uns auf einen echten Nackenbrecher ein, der nicht lange auf sich warten lässt. Die Strophen werden durch kurze Zwischenbreaks aufgelockert, wobei das Drumming stets konstant treibend bleibt. Auch im Chorus, bei dem Bruce mal wieder ein paar kleine Kunststücke mit seiner Stimme vollführt und sich in die höchsten Regionen schwingt: "OOooohoohh.. fight for the honour, fight for the splendour, fight for the pleasure..." - Daran schließt sich ein gelungener Instrumentalpart an, der eigentlich den größten Teildes Songs ausmacht, von einem markanten Break eingeleitet wird und mit einem längeren Klampfensolo ausklingt. Besonders das zweistimmige Lead fällt hier wieder ins Ohr ("ins Auge" kann man ja schlecht sagen, oder?) und weiss zu gefallen. Man kommt erneut auf den Chorus zurück und lässt es dann dabei bleiben.
8/10
6.) ~~~Back in the Village~~~ 5:03
Ein schnelles Gitarrenlead leitet den Titel ein, auf dem sich die Hauptmelodie aufbaut. Der Song ist erneut ein erstklassiger Nackenbrecher, da er von vorne bis hinten durchgängig auf flotten Gitarrenriffs basiert und auch das Drumming keine Wünsche offen lässt. Es mag vielleicht sein, dass Dickinson's Lyrics (nicht die Vocals wohl gemerkt!!!) im Chorus etwas einfallslos sind: "Back in the Village, I'm back in the Village again..." - aber der Song macht durchaus Laune...
8/10
7.) ~~~Powerslave~~~ 6:50
Kommen wir nun also auf den Song zu sprechen, der dem Album seinen Namen und wohl auch sein Cover im altägyptischen Stil verliehen hat. Im kraftstrotzenden Midtempo legt man hier sehr gitarrenbetont los, Bruce klingt sehr mystisch und bedrohlich, einfach klasse wie der Mensch seine Stimme beherrscht. *neidischwerd*
"Tell me why I had to be a Powerslave, I don't wanna die, I'm a God, why can't I live on? When the life-giver dies all around is laid to waste, and in my last hour I'm a slave to the power of death..." - Ein ägyptischer Pharao steht hier am Ende seines Lebens und muss nun erkennen, dass er gar nicht so unsterblich ist, wie die ganze Zeit angenommen. Im Mittelteil bringt man etwas Melancholie ins Spiel, was nicht zuletzt am mitreißenden Gitarrensolo liegt, das alsbald aber wieder in fulminante Uptempo gipfelt und von den Drums und der Rhythmusgitarre zusätzlich angestachelt wird, bevor Letztere sich doch dazu entscheidet, gemeinsame Sache mit der Leadgitarre zu machen und ein doppelläufiges Lead aus dem Ärmel zu schütteln. Alles klar? Nö? Dann selber hören...
Wir wieden uns nun wieder an den knackigen Riffs, die zur letzten Strophe gehören und warten daraf, dass Bruce zum letzten Chorus kommt. Hach, da ist es ja schon so weit. Wir träumen... wir schwelgen... wir sind dem audialen Ohrgasmus wieder einmal nahe...
10/10
8.) ~~~The Rime of the Ancient Mariner~~~ 13:39
Ein getragenens, leicht schleppend wirkendes Gitarrenriff eröffnet den letzten, längsten und mit Abstand besten Song auf dem Album. Stets wird es unterbrochen von Gitarrenleads, selbst wenn Bruce Dickinson in den Strophen schon lange seine vokalen Künste vollführt. Er erzählt die Geschichte eines alten Seemannes, der den geheiligten Vogel aller Seeleute, einen Albatross, tötet und daraufhin mit seiner kompletten Crew vom Schicksal verflucht wird. Die Story basiert auf einem Epos des britischen Schriftstellers Samuel Taylor Colerdige, der "The Rime of the Ancient Mariner" als Gedicht zu Papier brachte.
Die ersten Minuten des Songs sind geprägt von den Midtempo-Strophen, welche die ersten Begebenheiten der Geschichte erzählen. Nach einem kurzen Break erhöht man das Tempo leicht und rückt die Gitarren mehr in den Vordergrund, wobei auch der Bass wieder mal konstant zu hören ist. Das Schicksal hat sich nun dem Seemann und seiner Crew angenommen, würfelt sozusagen aus, wer wen bekommt und eine ominöse "Sie" - scheint ein verlorenes Geisterschiff zu sein - ("See onwards she comes, out of the sun. See, she has no life, she has no crew... Death and she, life in death, they throw their dice for the crew. She wins the Mariner and he belongs to her now...) - danach dürfen wieder die Instrumente ran, die nach ein paar rockenden Akkorden in einen alleine vom Bass gespielten Akustikteil überleiten.
Sphärische Klänge verbreiten eine geheminsvolle, düstere Atmosphäre, dazu erklingen bald dunkle, gesprochene Worte, die einen Teil des Coleridge-Gedichtes wiedergeben:
"One after one, by the star-dogged moon - too quick for groan nor sigh
each turned his face with a ghastly breath and cursed my with his eyes
Four times fifteen living men - and I heard no sigh nor groan
with heavy thump, a lifeless lump, they dropped down one by one..."
*grusel*
Dann setzt der Bass stärker ein und spielt einen der markantesten Läufe der Hardrock- und Metal-History. Bruce verleiht dem ganzen mit seinen genialen Vocals die nötige Gänsehaut-Atmosphäre, die Gitarren steigen in die Melodie mit ein und langsam, steigert sich der Song immer weiter. Kein Wunder, denn inhaltlich haben wir es nun mit der Erlösung des Mariners zu tun. Er erkennt seinen Fehler, bereut ihn zutiefst, betet, fleht - und wird letztendlich erlöst - was Bruce zu vokalen Höchstleistungen treibt, einfach genial! Der Song darf nun dank kraftstroztender Gitarrenriffs, treibendem Bassspiel und knackigem Drumming wieder mächtig losrocken. Ein Sechssaitersolo im Wechsel mit einem doppelläufigen Lead bringen noch etwas Abwechslung und führen und letztendlich wieder zum bekannten Strophenschema vom Anfang (Ihr erinnert Euch? Das war vor über zehn Minuten...) zurück. Bruce erzählt nun von der Heimreise des Mariners, seiner Ankunft in seiner Heimat und davon, dass er von nun an geradezu besessen von seiner Geschichte ist, die er immer und überall zum Besten gibt, um allen Gottes Worte mitzuteilen, die er während seiner Erlösung vernommen hatte. Somit sind am Ende alle glücklich und zufrieden, am meisten wahrscheinlich jedoch die Fans, die geifernd und sabbernd vor der heimischen Anlage liegen und mit zitternden Fingern nach der "Repeat"-Taste suchen...
11/10
~~~Coverartwork & Sound~~~
Passend zum Titeltrack zeigt das Cover eine altägyptische Pyramide vor strahlend blauem Himmel. Ein breiter Weg für zu eben jener Pyramide und führt direkt in deren Eingang, der nach einigen Treppen direkt unter Eddie's Hinterteil ins Innere der Pyramide führt. Eddie, das Bandmaskottchen, thront dabei eingerahmt von rechts und links jeweils zwei weiteren ägyptischen Steinfiguren als Pharao über dem Eingang. Im Vergleich mit früheren Artworks fällt auf, dass das Cover diesmal sehr hell und farbenfroh ausgefallen ist...
Der Sound ist ausgereifter und druckvoller als zuvor und muss sich auch vor heutigen Werken nicht mehr verstecken. Glasklar ertönen Dickinson's Vocals, differenziert rocken und frickeln sich die Gitarren durch das Album, wuchtig und kraftvoll ertönt das Drumming und leise, aber stets vorhanden und sich immer wieder in den Vordergrund zupfend kommt auf der Bass nicht zu kurz.
~~~Fazit~~~
Meiner Meinung nach ist "Powerslave" neben "Piece of Mind" die beste Scheibe der Briten. Kein einziger schlechter (oder auch nur mittelmäßiger!) Song trübt den Genuß, so dass man das Album ruhigen Gewissens im Dauereinsatz rotieren lassen kann. "Aces High" und "2 Minutes to Midnight" sind Klassiker der Bandgeschichte und gehören zu jedem Liveset, "Powerslave" und allen voran "The Rimes of the Ancient Mariner" gehören zum besten, was die eisernen Jungfrauen je auf damals noch Vinyl verewigt haben und mein persönlicher kleiner Hit "Flash of the Blade" kann sich auch mehr als sehen, bzw. hören lassen. Wer Iron Maiden noch gar nicht kennt, sollte sich vielleicht aufgrund des höheren Kultfaktors als erstes "The Number of the Beast" besorgen, alle anderen flitzen gleich los und kaufen "Powerslave", am besten in Kombination mit "Piece of Mind", um sich die perfekte Maiden-Vollbedienung geben zu können.
In diesem Sinne...
Stay Dark!
The-Master-of-the-Ancient-Mariner
Endlich möchte ich heute mal wieder auf Iron Maiden zu sprechen kommen, besser gesagt auf ihre 85er Scheibe "Powerslave". Man mag es nicht glauben, aber es gab keinen Besetzungwechsel in der Band, was man dem Album auch anhört. Iron Maiden waren nach "The Number of the Beast" und "Piece of Mind" und die dazugehörigen Touren als Einheit zusammengewachsen und konnten nun so perfekt aufeinander eingespielt an das nächste Studioalbum herangehen. Wie gut "Powerslave" wirklich geworden ist und ob Ihr Euch die Scheibe unbedingt holen oder sie lieber im Plattenregal verstauben lassen solltet, les Ihr jetzt...
1.) ~~~Aces High~~~ 4:27
Ein hymnisches doppeläufiges Gitarrenlead leitet und getragen und von den Drums begleitet in den Song ein, bevor man schön Gas gibt und den Track nach vorne treibt. Sofort fällt die verbesserte Produktion auf, die den Sound insgesamt differenzierter und druckvoller erscheinen lässt. Bruce's Vocals sind wie immer hervorragend und kommen vor allem im erstklassigen Chorus einfach nur spitzenmäßig rüber. Das Hauptriff wird überigens in den Strophen stets von einem ebenso genialen Basslauf begleitet, was dem Titel zusätzlich Drive verleiht. Nach einem kurzen Soloteil kommt man wieder auf die Strophe zurück und endet im Chorus. Somit stellt der Song sicher keine Revolution dar, was das Songwriting betrifft, aber die Melodien sind einfach packend und als flotter Opener hätte man denke ich keinen besseren Titel wählen können.
9/10
2.) ~~~2 Minutes to Midnight~~~ 6:02
Eine recht rotzig klingende Gitarre darf hier nun zu Beginn ran, bevor der Titel recht rockig und gitarrenbetont loslegt. Mr. Dickinson steigt schnell in die Strophen ein, hält sich gesangstechnisch gesehen aber deutlich zurück. In der Bridge halbiert man dann das Tempo, nur um im Chorus wieder aufzudrehen und eine wahre Gassenhauer-Melodie zu schmettern: "2 Minutes to Midnight - the hands that threaten doom, 2 Minutes to Midnight - to kill the unborn in the womb..." - Nicht umsonst einer der bekanntesten und erfolgreichsten Songs der Briten.
9/10
3.) ~~~Losfer Words (Big 'Orra)~~~ 6:02
Recht flott steigt man nun in dieses Instrumental ein, das mit herrlichen Gitarrenleads und einer treibenden Bassbegleitung aufwarten kann. Der Anfang ist sehr rifforientiert gespielt, später jedoch übernehmen die Leadgitarren die Vorherrschaft und präsentieren und erst mal ihre melodietechnischen Künste, während Steve Harris am Bass stets der Melodieführung folgt. Nach einem etwas unspektakuläreren Mittelteil hat man dann zum Schluß hin nochmal die Melodie-Kelle ausgepackt und schöpft daraus fleißig feine Gitarrenleads, nur um letztendlich wieder auf das treibende Riff vom Anfang zurückzukommen.
9/10
4.) ~~~Flash of the Blade~~~ 4:05
Hui, da flitzt aber jemand mit den Fingern über die Saiten der Leadgitarre! Nicht schlecht, Herr Specht! Passend dazu treiben die Drums den Song voran, der zwar recht hymnisch eröffnet wird, letztendlich aber sobald man auf die Strophen zurückgreift, ziemlich gitarrenlastig losrockt. Bruce singt in den tieferen Regionen, was sich aber schon beim Chorus wieder ändert: "You'll die as you lived in the flash of the blade..." - geniale Melodien und eine fast schon abartig hohe Zweitstimme, die Dickinson's Stimmbändern da entweicht. Wie macht der Kerl das nur? *kopfschüttel*
Das Gitarrensolo ist recht getragen und wird zweistimmig vorgetragen, wobei dabei der mehr als gelungene Basslauf deutlich zum Tragen kommt. Ein Break, bei dem die Sechssaiter ihrem Melodiewahn frönen dürfen, führt wieder auf den Chorus zurück und wer genau hinhört, schwelgt diesmal nicht nur in Bruce's Vocals, sondern auch im fantastischen Basslauf...
10/10
5.) ~~~The Duellists~~~ 7:39
Harte Gitarrenriffs stimmen uns auf einen echten Nackenbrecher ein, der nicht lange auf sich warten lässt. Die Strophen werden durch kurze Zwischenbreaks aufgelockert, wobei das Drumming stets konstant treibend bleibt. Auch im Chorus, bei dem Bruce mal wieder ein paar kleine Kunststücke mit seiner Stimme vollführt und sich in die höchsten Regionen schwingt: "OOooohoohh.. fight for the honour, fight for the splendour, fight for the pleasure..." - Daran schließt sich ein gelungener Instrumentalpart an, der eigentlich den größten Teildes Songs ausmacht, von einem markanten Break eingeleitet wird und mit einem längeren Klampfensolo ausklingt. Besonders das zweistimmige Lead fällt hier wieder ins Ohr ("ins Auge" kann man ja schlecht sagen, oder?) und weiss zu gefallen. Man kommt erneut auf den Chorus zurück und lässt es dann dabei bleiben.
8/10
6.) ~~~Back in the Village~~~ 5:03
Ein schnelles Gitarrenlead leitet den Titel ein, auf dem sich die Hauptmelodie aufbaut. Der Song ist erneut ein erstklassiger Nackenbrecher, da er von vorne bis hinten durchgängig auf flotten Gitarrenriffs basiert und auch das Drumming keine Wünsche offen lässt. Es mag vielleicht sein, dass Dickinson's Lyrics (nicht die Vocals wohl gemerkt!!!) im Chorus etwas einfallslos sind: "Back in the Village, I'm back in the Village again..." - aber der Song macht durchaus Laune...
8/10
7.) ~~~Powerslave~~~ 6:50
Kommen wir nun also auf den Song zu sprechen, der dem Album seinen Namen und wohl auch sein Cover im altägyptischen Stil verliehen hat. Im kraftstrotzenden Midtempo legt man hier sehr gitarrenbetont los, Bruce klingt sehr mystisch und bedrohlich, einfach klasse wie der Mensch seine Stimme beherrscht. *neidischwerd*
"Tell me why I had to be a Powerslave, I don't wanna die, I'm a God, why can't I live on? When the life-giver dies all around is laid to waste, and in my last hour I'm a slave to the power of death..." - Ein ägyptischer Pharao steht hier am Ende seines Lebens und muss nun erkennen, dass er gar nicht so unsterblich ist, wie die ganze Zeit angenommen. Im Mittelteil bringt man etwas Melancholie ins Spiel, was nicht zuletzt am mitreißenden Gitarrensolo liegt, das alsbald aber wieder in fulminante Uptempo gipfelt und von den Drums und der Rhythmusgitarre zusätzlich angestachelt wird, bevor Letztere sich doch dazu entscheidet, gemeinsame Sache mit der Leadgitarre zu machen und ein doppelläufiges Lead aus dem Ärmel zu schütteln. Alles klar? Nö? Dann selber hören...
Wir wieden uns nun wieder an den knackigen Riffs, die zur letzten Strophe gehören und warten daraf, dass Bruce zum letzten Chorus kommt. Hach, da ist es ja schon so weit. Wir träumen... wir schwelgen... wir sind dem audialen Ohrgasmus wieder einmal nahe...
10/10
8.) ~~~The Rime of the Ancient Mariner~~~ 13:39
Ein getragenens, leicht schleppend wirkendes Gitarrenriff eröffnet den letzten, längsten und mit Abstand besten Song auf dem Album. Stets wird es unterbrochen von Gitarrenleads, selbst wenn Bruce Dickinson in den Strophen schon lange seine vokalen Künste vollführt. Er erzählt die Geschichte eines alten Seemannes, der den geheiligten Vogel aller Seeleute, einen Albatross, tötet und daraufhin mit seiner kompletten Crew vom Schicksal verflucht wird. Die Story basiert auf einem Epos des britischen Schriftstellers Samuel Taylor Colerdige, der "The Rime of the Ancient Mariner" als Gedicht zu Papier brachte.
Die ersten Minuten des Songs sind geprägt von den Midtempo-Strophen, welche die ersten Begebenheiten der Geschichte erzählen. Nach einem kurzen Break erhöht man das Tempo leicht und rückt die Gitarren mehr in den Vordergrund, wobei auch der Bass wieder mal konstant zu hören ist. Das Schicksal hat sich nun dem Seemann und seiner Crew angenommen, würfelt sozusagen aus, wer wen bekommt und eine ominöse "Sie" - scheint ein verlorenes Geisterschiff zu sein - ("See onwards she comes, out of the sun. See, she has no life, she has no crew... Death and she, life in death, they throw their dice for the crew. She wins the Mariner and he belongs to her now...) - danach dürfen wieder die Instrumente ran, die nach ein paar rockenden Akkorden in einen alleine vom Bass gespielten Akustikteil überleiten.
Sphärische Klänge verbreiten eine geheminsvolle, düstere Atmosphäre, dazu erklingen bald dunkle, gesprochene Worte, die einen Teil des Coleridge-Gedichtes wiedergeben:
"One after one, by the star-dogged moon - too quick for groan nor sigh
each turned his face with a ghastly breath and cursed my with his eyes
Four times fifteen living men - and I heard no sigh nor groan
with heavy thump, a lifeless lump, they dropped down one by one..."
*grusel*
Dann setzt der Bass stärker ein und spielt einen der markantesten Läufe der Hardrock- und Metal-History. Bruce verleiht dem ganzen mit seinen genialen Vocals die nötige Gänsehaut-Atmosphäre, die Gitarren steigen in die Melodie mit ein und langsam, steigert sich der Song immer weiter. Kein Wunder, denn inhaltlich haben wir es nun mit der Erlösung des Mariners zu tun. Er erkennt seinen Fehler, bereut ihn zutiefst, betet, fleht - und wird letztendlich erlöst - was Bruce zu vokalen Höchstleistungen treibt, einfach genial! Der Song darf nun dank kraftstroztender Gitarrenriffs, treibendem Bassspiel und knackigem Drumming wieder mächtig losrocken. Ein Sechssaitersolo im Wechsel mit einem doppelläufigen Lead bringen noch etwas Abwechslung und führen und letztendlich wieder zum bekannten Strophenschema vom Anfang (Ihr erinnert Euch? Das war vor über zehn Minuten...) zurück. Bruce erzählt nun von der Heimreise des Mariners, seiner Ankunft in seiner Heimat und davon, dass er von nun an geradezu besessen von seiner Geschichte ist, die er immer und überall zum Besten gibt, um allen Gottes Worte mitzuteilen, die er während seiner Erlösung vernommen hatte. Somit sind am Ende alle glücklich und zufrieden, am meisten wahrscheinlich jedoch die Fans, die geifernd und sabbernd vor der heimischen Anlage liegen und mit zitternden Fingern nach der "Repeat"-Taste suchen...
11/10
~~~Coverartwork & Sound~~~
Passend zum Titeltrack zeigt das Cover eine altägyptische Pyramide vor strahlend blauem Himmel. Ein breiter Weg für zu eben jener Pyramide und führt direkt in deren Eingang, der nach einigen Treppen direkt unter Eddie's Hinterteil ins Innere der Pyramide führt. Eddie, das Bandmaskottchen, thront dabei eingerahmt von rechts und links jeweils zwei weiteren ägyptischen Steinfiguren als Pharao über dem Eingang. Im Vergleich mit früheren Artworks fällt auf, dass das Cover diesmal sehr hell und farbenfroh ausgefallen ist...
Der Sound ist ausgereifter und druckvoller als zuvor und muss sich auch vor heutigen Werken nicht mehr verstecken. Glasklar ertönen Dickinson's Vocals, differenziert rocken und frickeln sich die Gitarren durch das Album, wuchtig und kraftvoll ertönt das Drumming und leise, aber stets vorhanden und sich immer wieder in den Vordergrund zupfend kommt auf der Bass nicht zu kurz.
~~~Fazit~~~
Meiner Meinung nach ist "Powerslave" neben "Piece of Mind" die beste Scheibe der Briten. Kein einziger schlechter (oder auch nur mittelmäßiger!) Song trübt den Genuß, so dass man das Album ruhigen Gewissens im Dauereinsatz rotieren lassen kann. "Aces High" und "2 Minutes to Midnight" sind Klassiker der Bandgeschichte und gehören zu jedem Liveset, "Powerslave" und allen voran "The Rimes of the Ancient Mariner" gehören zum besten, was die eisernen Jungfrauen je auf damals noch Vinyl verewigt haben und mein persönlicher kleiner Hit "Flash of the Blade" kann sich auch mehr als sehen, bzw. hören lassen. Wer Iron Maiden noch gar nicht kennt, sollte sich vielleicht aufgrund des höheren Kultfaktors als erstes "The Number of the Beast" besorgen, alle anderen flitzen gleich los und kaufen "Powerslave", am besten in Kombination mit "Piece of Mind", um sich die perfekte Maiden-Vollbedienung geben zu können.
In diesem Sinne...
Stay Dark!
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