Attic (Taschenbuch) / Douglas Preston, Lincoln Child Testbericht

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Erfahrungsbericht von rider-of-apocalypse

Zwischen Alptraum und Wirklichkeit

Pro:

s. Text

Kontra:

s. Text

Empfehlung:

Ja

Mit den Romanen des Autorenduos DOUGLAS PRESTON und LINCOLN CHILD habe ich bisher ausschließlich sehr gute Erfahrungen gemacht und so hatte ich bereits vor einiger Zeit beschlossen, auch die mir noch fehlenden Romane dieser Autoren zu kaufen und sie zu lese, wobei ich mich auf keine Reihenfolge festgelegt habe.
Als mir nun ein guter Freund (der hier als Filfar bekannt ist) sagte, die beiden Autoren hätten unter dem Titel ATTIC - GEFAHR AUS DER TIEFE eine Art Fortsetzung zu ihrem wohl bekanntesten Roman RELIC - MUSEUM DER ANGST geschrieben, stand für mich dann fest, welchen Roman ich als nächstes lesen würde.
In der Zwischenzeit habe ich ATTIC - GEFAHR AUS DER TIEFE von DOUGLAS PRESTON und LINCOLN CHILD auch tatsächlich gelesen und so folgt nun hier mein entsprechender Beitrag.




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ALLGEMEINES
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LINCOLN CHILD und DOUGLAS PRESTON veröffentlichten ihren Roman ATTIC - GEFAHR AUS DER TIEFE im Jahre 1997 unter dem Originaltitel RELIQUARY, das Copyright der deutschsprachigen Ausgabe datiert aus dem Jahr 1999.
In der Zwischenzeit ist die deutschsprachige Ausgabe auch längst als Taschenbuch (ISBN 3-426-61823) aus dem Knaur Verlag (www.knaur.de), einem Verlag aus der Droemerschen Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf., erhältlich und kostet zur Zeit 8,90 €.
Der Einband der Taschenbuchausgabe ist in den Farben Schwarz und Grün gehalten und zeigt in der Oberen Hälfte ein unter einer Brücke hindurch fahrendes Schiff (vermutlich auf dem Hudson) und in der unteren Hälfte den Blick in einen U-Bahnschacht. Getrennt sind diese beiden Motive durch Schriftzüge für Titel und Autoren.


Titel: Attic - Gefahr aus der Tiefe
Originaltitel: Reliquary
Autor: Douglas Preston und Lincoln Child
Jahr: 1997
Jahr (deutschspr. Ausgabe): 1999
Verlag: Knaur
ISBN: 3-426-61823-0
Seitenzahl: 544
Preis: 8,90 €



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INHALT
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Etwa 18 Monate, nachdem im Museum of Natural History in New York mehrere Menschen einer Kreatur namens Mbwun zum Opfer gefallen sind, bevor es vom FBI-Agenten Pendergast letztendlich selbst getötet wurde, wird die grausam zugerichtete Leiche der Millionenerbin Pamela Wisher aufgefunden.
Nur wenig Später findet ein Polizeitaucher auch noch zwei weitere Leichen, denen jeweils der Kopf fehlt.
Die Obduktion, die unter anderem von Professor Frock und Dr. Margo Green, die beide im Museum of Natural History arbeiten und die beide an die Vorgänge um den Mbwun beteiligt waren, ergibt, dass sich am Halswirbel Spuren primitiver Werkzeuge, aber auch Bissspuren finden und so werden wieder Erinnerungen an den Mbwun wach, der ein Hormon benötigte, das im menschlichen Hypothalamus erzeugt wird
Mit den Ermittlungen wird Leutnant D´Agosta beauftragt und schnell führen ihn, der von Pendergast unterstützt wird, seine Ermittlungen in den Untergrund New Yorks, wo in den verschachtelten Katakomben zahlreiche Obdachlose leben.
Als Obdachloser verkleidet, schafft es Agent Pendergast, mit Mephisto, einer Art lokalem Führer einer Gruppe von Obdachlosen, zu sprechen und er erfährt dabei nicht nur davon, dass bereits zahlreiche Obdachlose getötet wurden und dass eine neuartige Droge namens Glace im Umlauf zu sein scheint, sondern auch, dass sich unter den mehr oder weniger bekannten Katakomben noch ein Tunnelsystem befindet, bei dem es sich einst um eine von New Yorker Millionären (Astor, Rockefeller, ...) geschaffene private U-Bahn handelt , die jetzt als Devil´s Attic bekannt ist und in der ebenfalls Menschen leben, vor denen sich die übrigen Obdachlosen jedoch fürchten.
Während D´Agosta, Pendergast, Frock und Green ermitteln, organisiert die Mutter der getöteten Pamela Wisher zahlreiche Demonstrationen für eine härtere Verbrechensbekämpfung und mehr Sicherheit, die immer größeren Zuspruch finden.
Als eine der Leichen aufgrund seltener Deformationen, die als Folgen einer Skorbut diagnostiziert werden, als Dr. Kawitaka, einem ehemaligen Mitarbeiter des Museum of Natural History identifiziert wird, entdecken die Ermittler, dass Kawitaka ein Labor betrieben hat, in dem er offensichtlich die Pflanze, durch die einst der Mbwun entstanden ist, nicht nur gezüchtet, sondern auch genetisch verändert hat.
Es scheint, als wäre die neue Droge Glace ein Produkt aus dieser Pflanze, bei der Kawitaka scheinbar versucht hat, die Nebenwirkungen auszuschließen. Wie man aus den Deformationen an seiner Leiche erkennen kann, war er aber offensichtlich nicht uneingeschränkt erfolgreich.
So müssen die Beteiligten erkennen, dass sie es mit Kreaturen zu tun bekommen, die dem Mbwun in vielen Eigenschaften entsprechen oder zumindest sehr ähnlich sind und darüber hinaus den großen Vorteil haben, dass die U-Bahnschächte des Devil´s Attic, in denen sie leben, nicht kartographiert sind, sich dort also niemand sonst wirklich zurechtfindet ...




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ANMERKUNGEN
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Mut ATTIC - GEFAHR AUS DER TIEFE schufen LINCOLN CHILD und PRESTON DOUGLAS eine Art Fortsetzung zu ihrem Erfolgsroman RELIC --MUSEUM DER ANGST, die aber auch ohne Kenntnis des vorhergehenden Romans problemlos gelesen (und auch nachvollzogen) werden kann.
Deutlich mehr Spass beim Lesen des Romans wird man jedoch haben, wenn man bereits RELIC - MUSEUM DER ANGST gelesen hat, denn die Autoren beziehen sich recht häufig auf die Ereignisse in diesem Roman und auch ein erheblicher Teil der Hauptakteure ist in beiden Romanen identisch, so dass man auch mit diesen bereits vertraut ist. Zwingend erforderlich ist die Kenntnis des ersten Romans jedoch (wie bereits erwähnt) nicht, da die beiden Autoren sowohl bei ihren Rückbezügen, als auch bei der Darstellung der Personen sehr präzise beschreiben/darstellen, so dass sich letztlich jeder Leser problemlos in der Story zurecht finden kann.
Von Beginn an erzählen die beiden Autoren in einer sehr spannenden Form, die über den gesamten Umfang auch im Rahmen dessen, was bei einem derartigen Szenario möglich ist, nachvollziehbar erscheint.
Was sich auf den ersten Seiten liest, wie ein Kriminalroman, entwickelt sich zunehmend auch ein mystischer Touch, wobei die Autoren bemüht sind, auch für die mystischen Aspekte wissenschaftlich wirkende Erklärungen zu liefern.
In ATTIC - GEFAHR AUS DER TIEFE bemühten LINCOLN CHILD und DOUGLAS PRESTON häufig auch die Realität. So leben im New Yorker Untergrund tatsächlich zahlreiche Obdachlose, deren Zahl niemand zutreffend bestimmen kann und auch die von Astor (Begründer der Astoria Hotels) und anderen geschaffene U-Bahnlinie mit ihren als Devil´s Attic bezeichneten Schächten ist tatsächlich existent und weitestgehend unbekannt. Dieser Realitätsbezug verschafft dem Romans nicht nur zusätzliche Reiz, sondern beinhaltet, insbesondere bei den Schilderungen über das Leben und die Behandlung der zahllosen Obdachlosen auch eine gewisses Mass an Kritik.
Insgesamt schufen DOUGLAS PRESTON und LINCOLN CHILD auch mit ATTIC wieder einen von der ersten bis zur letzten Seite hochspannenden Thriller (übrigens mit einem verhältnismäßig überraschenden Ausgang) , den ich allerdings nicht, wie man es auf dem Einband lesen kann, als \"Wissenschaftsthriller zwischen Alptraum und Wirklichkeit\" bezeichnen würde (hierzu sind mir die wissenschaftlichen Aspekte zu gering). Der Aussage eines Stadtanzeigers (ebenfalls auf dem Einband zu lesen) \"Was der weiße Hai für den Strand war, ist Attic für die U-Bahn ...\" kann ich mich dagegen absolut anschließen.
Stilistisch bot mir ATTIC - GEFAHR AUS DER TIEFE von DOUGLAS PRESTON und LINCOLN CHILD ebenfalls keinen Anlass für Kritik. Die beiden Autoren bedienten sich einer angenehm und flüssig zu lesenden Sprache und die Gliederung der 544 Seiten in drei Teile und insgesamt 64 Kapitel scheint mir ebenfalls sehr gelungen. Obwohl die beiden Autoren alle Orte, Personen und Begebenheiten sehr präzise schildern, gelingt es ihnen, bei ihren Ausführungen nicht einen Moment auch nur annähernd zu langweilen. Ganz im Gegenteil, mit ihrem detaillierten Stil erleichtern es die Autoren dem Leser, sich klare Vorstellungen von eben diesen Orten, Personen und Begebenheiten zu machen und tragen damit auch gleichzeitig zum besseren Verständnis ihrer Story bei. Das dabei einige Charaktere auf mich leicht überzeichnet wirken, störte mich zu keinem Zeitpunkt.




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LESEPROBE
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...
Sofort wurden die Gestalten merklich unruhig, und D`Agosta spürte, wie ihm und Pendergast eine Welle des Mißtrauens entgegenschlug. \"Wer will das wissen ?\" fragte schließlich der Mann, der als erster aus Pendergasts Pulle getrunken hatte, in einem feindseligen Ton.
\"Ich, wenn du nichts dagegen hast\", antwortete Pendergast genauso unfreundlich.
Nach einer kurzen Stille, in welcher er Pendergast eingehend musterte, sagte der Mann: \"Verpiss dich, du Wichser.\"
Pendergast reagierte so rasch, dass selbst D`Agosta erschrak. Innerhalb von Sekundenbruchteilen hatte er den Mann mit dem Gesicht nach unten auf den Schotter geworfen und drückte ihm einen Fuss ins Genick.
\"Scheiße !\" jaulte der Mann.
\"Niemand nennt Whitey einen Wichser\" zischte Pendergast und trat ein wenig fester zu.
...




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AUTOREN
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New York und das dortige Museum of Natural History sind nicht ohne Grund Schauplatz mehrerer Romane dieses Autorengespanns, denn eben dieses Museum war mehrere Jahre lang der Arbeitgeber von DOUGLAS PRESTON, der in dieser Zeit mehrere wissenschaftliche Fachbücher verfaßte und veröffentlichte, während LINCOLN CHILD als Romanlektor bei einem Verlag tätig war, also ebenfalls schriftstellerische Erfahrungen vorweisen konnte.
Mit ihrem 1995 erschienenen Roman RELIC - MUSEUM DER ANGST, der unter dem Titel DAS RELIKT auch in einen (nicht ganz schlechten) Film umgesetzt wurde, konnte das Autorenduo einen internationalen Erfolg erzielen. Weitere Romane der beiden Autoren sind (ohne Anspruch auf Vollständigkeit und nicht chronologisch geordnet) sind:.

- RIPTIDE
- MOUNT DRAGON
- ICE SHIP
- RELIC
- ATTIC
- FORMULAR
- THUNDERHEAD
- ...

Nebenbei sei hier noch angemerkt, dass bei den letzten drei der genannten Romanen ein Teil der Hauptakteure (beispielsweise Pendergast, Margo Green, Smithback, D´Agosta) identisch sind.




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FAZIT
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Wie ich es nach meinen bisherigen Erfahrungen mit den Romanen dieses Autorenduos erwartet hatte, wurde ich auch von ATTIC - GEFAHR AUS DER TIEFE von DOUGLAS PRESTON & LINCOLN CHILD nicht enttäuscht.
Ich kann diesen Roman hier also guten Gewissens uneingeschränkt empfehlen und mit SEHR GUT bewerten, rate aber allen interessierten dazu, zuvor den \"Vorgängerroman\" RELIC - MUSEUM DER ANGST zu lesen.

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