Das Relikt. Museum der Angst (Taschenbuch) / Douglas Preston, Lincoln Child Testbericht

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Erfahrungsbericht von Paukenfrosch

Nachts im Museum

Pro:

unheimlich und unheimlich spannend

Kontra:

absolut nichts

Empfehlung:

Ja

Durch Zufall habe ich nun endlich mit den beiden Herren Douglas Preston und Lincoln Child Bekanntschaft gemacht. Zufälliger Weise auch gleich mit ihrem Erstlingswerk, obwohl ich auch bei anderen Büchern von ihnen kurz vor dem Kauf stand. Daß ich in Zukunft diese Käufe tätigen werde, steht nun nach Lesen des Buches:

"Relikt - Museum der Angst"

nicht mehr in Frage.

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Allgemeine Informationen…
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…zu den Autoren
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Douglas Preston wurde 1956 in Cambridge (Massachusetts) geboren. Er studierte Mathematik, Biologie, Physik, Anthropologie, Chemie, Geologie und Astronomie und arbeitete jahrelang in dem New Yorker Museum of Natural History. Zu wissenschaftlichen Themen veröffentlichte er mehrere Sachbücher.

1994 jedoch tat er sich mit seinem Verlagslektor Lincoln Child zusammen und veröffentlichte den Thriller "Das Relikt". Weitere Bücher der beiden sollten folgen:

Das Relikt
Mount Dragon
Attic
Riptide
Thunderhead
The Ice
Formula - Tunnel des Grauens
Das Ritual)
Burn Case
Dark Secret - Mörderische Jagd
Maniac - Fluch der Vergangenheit
Der Thriller "Relikt - Museum der Angst" wurde sogar 1996 verfilmt.

… zum Buch
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"Relikt - Museum der Angst" erschien unter dem Originaltitel "Relic" bereits 1994 in den USA. In Deutschland erschien das 558-seitige Taschenbuch im April 1997 beim Knaur Verlag. Dort kostet es 8,95 €.

Ich habe das Buch, welches jüngst in der Weltbild-Taschenbuch-Reihe unter der ISBN 978-3-89897-786-9 erschienen ist. Es umfaßt ebenfalls 558 Seiten, kostete mich aber nur 3,95 €

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Klappentext
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Zwei Jungen wandern durch das New Yorker Museum of Natural History, auf der Suche nach der neuen Dinosaurierausstellung.

Am nächsten Tag findet man ihre lausig zugerichteten Leichen.
Zuerst vertuscht man diesen Fall, um die Eröffnung der Ausstellung nicht zu gefährden. Aber dann werden weitere Leichen entdeckt, und alles deutet darauf hin, dass das Undenkbare zur Schrecklichen Wahrheit geworden ist.

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Inhalt & Meinung
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Ort des Geschehens in diesem Thriller ist das New Yorker Museum of Natural History, das Museum, wo der Autor Douglas Preston etliche Jahre arbeitete. Noch eben tollten die beiden Jungen dort zwischen Dinosaurierskeletten herum, doch plötzlich sind sie tot. Ausgeweidet und ihres Gehirns beraubt - wahrlich ein schrecklicher Anblick. Nachts darauf erwischt es einen Nachtwächter. Die Legende um einen Fluch, in dem ein Monster die Hauptrolle spielt, lebt wieder auf. Doch hingegen will die Polizei - natürlich gemeinsam mit dem FBI - realistisch ermitteln…

Einleitend wird der Leser vorerst stiller Begleiter einer Dschungel-Expedition (1986), von der jedoch kein Beteiligter lebend zurückkommt. Das ist ein gelungener Einstieg in den Thriller, denn somit weiß man von den Kisten, die der Leiter der Expedition an das Museum geschickt hat und man weiß auch von deren Inhalt.

Kurze Zwischenstation ist Belem (Brasilien -1987), wo die gesendeten Kisten gut ein Jahr lang verweilen, ehe sie nach New York weitertransportiert werden.

Dann jedoch schwingt man mit Kapitel 3 um in das New York von 1991. Man erfährt von den Morden an den beiden Jungen und wird umgehend mit dem ermittelnden Polizisten bekannt gemacht, dem alsbald auch ein FBI-Agent aus New Orleans folgt, denn auch dort gab es vor einiger Zeit Morde, bei denen die Opfer gleichermaßen zugerichtet waren. Ebenso lernt man Mitarbeiter des Museums kennen und kann an deren vielfältiger Arbeit teilhaben.

Sehr interessant beschreibt Preston die wissenschaftlichen Gebiete und die Arbeit der Museumsmitarbeiter, die sich als Wissenschaftler, Forscher, Doktoranden und Studenten unter anderem mit der Anthropologie und der Evolution von Pflanzen und Tieren beschäftigt. Man erfährt ungemein viel über das Museum und ist erstaunt, wie viel sich doch im Hintergrund, dem Besucher verborgen, abspielt. Hier kann man sehr gut bemerken, das Preston dort aus seiner eigenen Erlebniswelt berichtet.

Doch eigentlich geht es in diesem Thriller ja um die unerklärlichen Morde, die stets in der Nacht geschehen. Bei einem Opfer wird eine große Kralle gefunden, die von der Polizei und den Wissenschaftlern gleichermaßen untersucht wird. Die Polizisten erfahren bei der Befragung der Museumsmitarbeiter von dem Gerücht um ein Monster, das schon seit ein paar Jahren in den Kellern des Museums lebt und welches mit der Expedition im brasilianischen Dschungel im Zusammenhang stehen soll. Außerdem erfahren sie von der brasilianischen Legende um den Mbwun (Kind des Teufels), der dem Museum als Skulptur für bevorstehende Ausstellung vorliegt. Sicherlich recht interessant, doch Polizei und FBI wollen lieber realistisch denken und nach einem menschlichen Mörder suchen. Einige Wissenschaftler jedoch sind von brennender Neugier erfaßt und ermitteln auf eigene Faust. Erste Ergebnisse lassen einen schaudern, denn ein Gerät ermittelt an der Kralle sowohl tierische als auch pflanzliche DNS.

Das Gespinst um eine Art Monstersaurier nimmt Stück für Stück Gestalt an. Man kann kaum glauben, was man dort liest und dennoch ist alles so einleuchtend und plausibel beschrieben, daß man es einfach glauben muß. Die Spannung hat nun solche Ausmaße angenommen, daß man das Buch kaum noch zur Seite legen mag, was man aber leider muß, denn 600 Seiten rattert man nicht eben mal so nebenbei herunter. Nicht nur beim Leser, auch unter den skeptischen Hauptfiguren des Buches gibt es immer mehr, die der Legende Glauben schenken.

Besonderer Höhepunkt ist jedoch der Tag der Ausstellungseröffnung namens "Aberglaube", zu der 5000 Gäste geladen sind. Hierzu gibt es im Vorfeld natürlich wieder (typisch amerikanisch) ein Kompetenzgerangel zwischen ortsansässiger Polizei und FBI, wobei nun ein zweiter FBI-Agent hinzugekommen ist, der jung, dynamisch und … überheblich ist. Letzterer ist dafür, daß die Ausstellung trotz aller Vorkommnisse stattfinden soll. Mit seiner Meinung steht er zwar recht einsam da, jedoch hat er nun mal das Sagen.

Und so findet der Abend statt und das Unausweichliche soll somit geschehen. Das nun folgende Spektakel ist so eine Art Mischung aus "Jurassic Park" und "Stirb langsam". Die 5000 Gäste der Ausstellung geraten beim Fund einer weiteren grausam zugerichteten Leiche in Panik und nicht alle gelangen zum Ausgang des Museums, bevor auch noch der Strom ausfällt und somit sämtliche Anlagen ausgeschaltet und alle Ausgänge abgeriegelt sind.

Man wechselt nun immer wieder die Schauplätze, springt hin zu den einzelnen Gruppen, die sich noch im Museum befinden und begleitet sie auf ihrem Weg in die Freiheit. Ebenso kann man die Arbeit des FBI und der Sondereinsatzkräfte mitverfolgen. Ist die jeweilige Situation eh schon nervenzerreißend und spannend, so tragen diese Szenenwechsel zusätzlich zur Erhöhung der Spannung bei. Der Thriller erreicht ein rasantes Tempo, denn die Ereignisse scheinen sich zu überschlagen und vor allem ist es für die Gruppen ein Wettlauf gegen die Zeit und ein Wettlauf um Leben und Tod.

Auch wenn es letztendlich ein Happy End geben wird, zahlreiche Opfer sind leider doch zu beklagen.
Ich finde es jedoch prima, daß der Thriller nicht gleich mit dem Tod des "Monsters" zu Ende ist, denn man trifft noch einmal auf alle Hauptfiguren des Buches, die sich vier Wochen nach diesem Ereignis treffen. Das rundet das Geschehen sanft ab.

Allerdings gibt es auch einen Epilog, der einen zu einem Wissenschaftler führt, der ganz geheim experimentiert, da er bezogen auf das Monster eine seinen Mitarbeitern gegenüber ganz andere Theorie verfolgt, welche einem einen Schauer über den Rücken wandern läßt. Das Monster ist zwar tot, jedoch muß es nach diesem Ende einen Folgeroman geben. "Attic" lesen ist also angesagt...

Ich bin von "Relikt - Museum der Angst" absolut begeistert. Endlich mal wieder ein Thriller der ganz anderen Art. Nicht einfach nur ein mordender Psychopath, sondern mal ein Monster, welches es wirklich so geben könnte. Wie auch schon in "Jurassic Park" gesagt wird, daß das Leben immer seinen Weg finden wird, so kann man Preston´s Erklärungen in diesem Buch durchaus Glauben schenken, auch wenn natürlich berechtigte Zweifel bleiben. Ich finde das super gut gemacht und irre spannend.

Auch der Schreibstil gefällt mir sehr gut. Geschickt ist die Story eingefädelt, so daß man umgehend von ihr gefangen ist und ihr zu jeder Zeit Glauben schenkt. Kein absurder Fantasykram, den man grinsend abtut. Es gibt natürlich auch viele auflockernde Dialoge. Und trotz des recht großen Personenkreises verliert man nicht den Überblick, da man sich auf die Hauptfiguren konzentrieren kann, deren Arbeitsbereich ebenso eingegrenzt ist, wie auch deren Charakter eindeutig in eine Richtung geht. Es gibt auch kein Liebesgeplänkel in der Story, das man hier nur als störend empfunden hätte. Nicht mal einen Kuß - und der Thriller ist trotzdem absolut super. Es geht eben doch ohne Sex.

Ich kann "Relikt - Museum der Angst" ohne Beanstandung empfehlen und vergebe daher sehr gern 5 Sterne...


( Mein Bericht erschien bereits auf Ciao am 20. April 2008 )

31 Bewertungen, 9 Kommentare

  • Mondlicht1957

    18.05.2008, 15:05 Uhr von Mondlicht1957
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr hilfreich liebe Grüsse

  • Prisca

    16.05.2008, 11:45 Uhr von Prisca
    Bewertung: sehr hilfreich

    Tcha, Sex ist nicht alles - manchmal frage ich mich auch, warum in (fast) jedem Thriller versucht wird, eine gewisse Portion Sex, Liebe, Romantik einzubauen ... Schön, das es auch anders geht! LG

  • syl_md

    13.05.2008, 20:08 Uhr von syl_md
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh, ich würde mich über eine Gegenlesung sehr freuen/LG Syl

  • Zzaldo

    13.05.2008, 19:05 Uhr von Zzaldo
    Bewertung: sehr hilfreich

    ein klasse Bericht von dir. LG Stephan

  • emanuels

    13.05.2008, 17:24 Uhr von emanuels
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg Emanuel

  • bigmama

    13.05.2008, 16:52 Uhr von bigmama
    Bewertung: sehr hilfreich

    LG Anett und eine schöne Woche

  • campino

    13.05.2008, 14:41 Uhr von campino
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH - Liebe Grüße, Andrea

  • bibihey

    13.05.2008, 12:33 Uhr von bibihey
    Bewertung: sehr hilfreich

    -Liebe Grüße Bianca-

  • frankensteins

    13.05.2008, 11:43 Uhr von frankensteins
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr gut beschrieben lg werner