Das Relikt. Museum der Angst (Taschenbuch) / Douglas Preston, Lincoln Child Testbericht

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Erfahrungsbericht von rider-of-apocalypse

Horror im naturhistorischen Museum

Pro:

s. Text

Kontra:

s. Text

Empfehlung:

Ja

Auf das Autorengespann PRESTON CHILD und LINCOLN DOUGLAS bin ich eher zufällig gestoßen und nachdem mir deren Romane ICE SHIP und MOUNT DRAGON - LABOR DES TODES sehr gut gefallen haben, stand für mich fest, dass ich auch weitere Romane dieser Autoren kaufen und lesen würde.
Hier folgte ich dann der Empfehlung eines guten Freundes (der hier übrigens als Filfar bekannt ist) und kaufte mir den Roman RELIC - MUSEUM DER ANGST, den ich in der Zwischenzeit auch gelesen habe, so dass ich ihn nun zum Thema meines heutigen Beitrags mache.




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ALLGEMEINES
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Die beiden Autoren, LINCOLN CHILD und PRESTON DOUGLAS veröffentlichten ihren Roman RELIC - MUSEUM DER ANGST im Jahre 1994 unter dem Originaltitel RELIC, ein Jahr später, also 1995 erschien auch eine deutschsprachige Ausgabe dieses Romans, die in der Zwischenzeit auch als Taschenbuchausgabe (ISBN 3-426-60358-6) aus der Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf. GmbH (www.knaur.de) für zur Zeit 8,90 € erhältlich ist.
Der Roman wurde übrigens in den 90er Jahren unter dem Titel DAS RELIKT - MUSEUM DER ANGST mehr oder weniger glücklich verfilmt und seit dem ist der Roman RELIC häufig (so auch hier) auch unter dem Filmtitel zu finden.

Titel: Relic - Museum der Angst
Originaltitel: Relic
Autor: Douglas Preston & Lincoln Child
Jahr: 1994
Jahr (deutschsprachige Ausgabe): 1995
Verlag: Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf. GmbH
ISBN: 3-426-60358-6
Seitenzahl: 559
Preis: 8,90 €




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INHALT
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Das finanziell etwas angeschlagene Museum of Natural History bereitet eine Ausstellung zum Thema Aberglaube vor, deren Erfolg für die Finanzlage und letztlich auch für den Fortbestand des Museums ungemein wichtig ist und deren Eröffnungsfeier, zu der unter anderem auch der Bürgermeister eingeladen ist, kurz bevorsteht. Während noch die letzten Vorbereitungen für diese Ausstellung laufen, werden jedoch die Leichen zweier Jungen gefunden, die nicht nur grausam zugerichtet sind, sondern denen auch ein Teil des Gehirns, der so genannte Hypothalamus, fehlt.
Als wenig später auch ein Wachmann des Museum ums leben kommt und die Museumsleitung versucht, die Vorgänge vor der Öffentlichkeit geheim zu halten um die geplante Ausstellungseröffnung nicht zu gefährden, schaltet sich der aus New Orleans stammende und eigentlich nicht zuständige FBI Agent Pendergast in die von D´Agosta geleiteten Ermittlungen ein.
Als einzige Spur wird eine Art Kralle gefunden, die aber keinem Tier zugeordnet werden kann, dafür aber Gerüchten über ein Museumsmonster, das seit fünf Jahren im Museum of Natural History sein Unwesen treiben soll, neue Nahrung gibt. Die Doktorandin Margo entdeckt, dass diese Kralle große Ähnlichkeit mit den Krallen einer Kreatur namens Mbwun, die ein Highlight der Ausstellung sein soll aufweist.
Diese Kreatur, die mit der Figur dargestellt wird, stammt von einer etwa fünf Jahre zurückliegenden Expedition, deren Teilnehmer alle verstorben/verschwunden sind und wurde in der verlassenen Hütte eines legendären Eingeborenenstammes gefunden. Dieser Stamm , so die Legende, hat eine Vereinbarung mit dem Teufel getroffen, nach der sie ihre Kinder essen mußten und dafür den Sohn des Teufels in Gestalt einer Kreatur erhielten, der ihnen half, ihre Feinde zu bekämpfen. Dieser Sohn des Teufels trug den Namen Mbwun und wird mit der Statue dargestellt.
Als Margo und der ebenfalls im Dienste des Museums stehende, an den Rollstuhl gefesselte Wissenschaftler Professor Frock die Kralle eingehend untersuchen und auch eine Genanalyse anstellen, stoßen sie auf sowohl auf menschliche Gene, als auch auf Gene eines Gekkos, der Großteil des genetischen Materials bleibt jedoch unbekannt und so befassen sich die beiden Wissenschaftler gemeinsam mit dem Journalisten Smithback, der im Auftrag der Museumsleitung ein Buch über das Museum verfassen soll eingehender mit der Expedition. Das Material, dass die Expedition vor dem Verschwinden der Expeditionsteilnehmer sammeln und an das Museum senden konnte, befindet sich noch immer in den ursprünglichen Transportbehältern, die in einem Sicherheitsbereich gelagert werden. Zwar können die Wissenschaftler feststellen, dass eine der Kisten beschädigt wurde, ansonsten finden sie in den Kisten jedoch nur einige Pflanzenfasern sowie Sporen von bisher unbekannten Pflanzen. Eine Untersuchung der Pflanzenfasern zeigt dann, dass diese von einer Krankheit befallen sind die dazu führt,, dass die Pflanzen ein Hormon entwickeln, das in geringerer Menge auch im menschlichen Hypothalamus zu finden ist und so stellen sie eine Verbindung zwischen der Expedition und den Todesfällen im Museum her ...
Als Pendergast beabsichtigt, aufgrund der noch immer ungeklärten Todesfälle die Austellungseröffnung abzusagen beziehungsweise zu verschieben, nutzt die Museumsleitung ihren Einfluss und bewirkt, dass die Leitung der Ermittlungen dem örtlich zuständigen FBI-Ermittler Coffrey übertragen werden, der daraufhin die Eröffnungsfeier stattfinden läßt.
Durch den Fehler eines Sicherheitsbeamten, der in Panik versehentlich einen wichtigen Teil der Stromversorgung zerschießt, fällt nicht nur im gesamten Museum der Strom aus, die Sicherheitssysteme schließen auch die Gäste der Eröffnungsfeier in einem Teil des Museums ein. Der einzige weg aus dem Museum heraus führt durch die uralten Katakomben unter dem Museumsgebäude ...




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ANMERKUNGEN
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DOUGLAS PRESTON und LINCOLN CHILD lassen ihren Thriller mit jeweils einem einleitenden Kapitel über die (gescheiterte) Expedition und über en Weg der Fundstücke beginnen, bevor sie dann ihre Handlung in das New Yorker Museum of Natural History verlegen und mit der Tötung der beiden Jungen ihre eigentliche Story einleiten.
Von der ersten Seite an erzählt das Autorengespann diese Geschichte mit einem hohen Maß an Spannung, die auch bis zur letzten Seite weiter gesteigert wirkt. Der Handlungsverlauf wirkt immer weitestgehend nachvollziehbar und auch wenn eine derartige Story um eine Art Monster wohl nie absolut glaubwürdig sein wird, bieten die Schilderungen der Hintergründer der \"Kreatur\" oder auch die Theorien der Wissenschaftler durchaus mehr Erklärungen/Erklärungsversuche, als es sonst in der Masse vergleichbarer Storys der Fall ist (als Beispiel sei hier angeführt, dass es nicht auszuschließen ist, dass ein wie auch immer geartetes Raubtier in einem durch die Natur isolierten Gebiet lebt, ohne bisher entdeckt worden zu sein - schließlich sind weite Teile der Erdoberfläche noch immer unerforscht)..
Ein Grund für die recht hohe, unheimliche Spannung der etwas leiseren Art dürfte wohl auch darin liegen, dass es sehr lange dauert, bis \"die Kreatur\" tatsächlich in Erscheinung tritt und dabei auch ihr Aussehen und ihre Eigenschaften näher beschrieben werden. Erst etwa im Schlußviertel erfährt der Leser genauer, wie die \"Kreatur\" aussieht und welche Eigenschaften und Fähigkeiten sie hat, wobei diese dann hier letztlich doch ein wenig übertrieben wirken, was im actionreichen Ende des Romans aber erfreulicherweise ein wenig untergeht.
Auch lasse die beiden Autoren den Leser recht lange im Unklaren darüber, um was es sich bei dieser Kreatur genau handelt. Ist es tatsächlich der Sohn des Teufels wie es die Legende der Eingeborenen besagt oder doch um eine bisher unentdeckte Art eines Raubtiers, die aus ihrer isolierten Heimat vertrieben wurde ? Oder handelt es sich letztendlich doch um etwas völlig anderes ? Diese Frage wird im Roman tatsächlich geklärt, allerdings vergehen bis dahin etwa 500 spannende Seiten.
Irgendwie kam mir die Idee, dass eine \"Kreatur\" den menschlichen Hypothalamus frißt übrigens bekannt vor, ohne dass ich präzise sagen könnte, woher. Wenn ich mich recht erinnere, spielte dieser Teil des Gehirns auch in einer Folge der Serie AKTE X eine Rolle, absolut sicher bin ich mir hier aber nicht.
So ganz zufällig viel die Wahl des Schauplatzes wohl nicht auf das naturhistorische Museum (Museum of Natural History) in New York, denn eben dieses Museum war über mehrere Jahre hinweg der Arbeitgeber von DOUGLAS PRESTON, der in dieser Zeit bereits mehrere Fachbücher verfaßte und somit nicht nur mit den Räumlichkeiten dieses Museums und der Arbeitsweise von Museen im allgemeinen vertraut sein dürfte.
Die beiden Autoren untergliederten ihren etwa 650 Seiten umfassenden Roman in drei Teile (zuzüglich Einleitung und Epilog) und insgesamt 63 Kapitel in denen sie ihre Geschichte in einem sehr angenehm zu lesenden und für jeden verständlichen Stil und in einer Form erzählen, die es jedem Leser ermöglicht, dem Handlungsverlauf ohne Probleme zu folgen. Auch die (pseudo-)wissenschaftlichen Exkursionen beschreiben die Autoren in einer Form, die auch ein absoluter Laie verstehen kann.
Als bemerkenswert empfand ich teilweise auch die Darstellung der wesentlichen Charaktere. So sollte der Leser den FBI Agenten Pendergast zwar als ein wenig eigenartig, aber ebenso sympathisch empfinden, wie auch Margo, Professor Frock und den Journalisten Smithback. Im krassen Gegensatz dazu wird die Museumsleitung von Beginn an recht negativ dargestellt, der FBI Agent Coffrey wirkt von seinem ersten Erscheinen an etwas tumb und das der rücksichtslose und sehr ehrgeizige (bezogen auf das eigene Vorankommen und nicht auf wissenschaftliche Erkenntnisse) Doktorand Kawitaka japanischer Abstammung ist, zeigt einmal mehr die Skepsis vieler Amerikaner gegenüber Japanern.
Bei einem Roman, der auch als Vorlage für einen Film diente, darf meines Erachtens auch ein kurzer Vergleich
von Roman und Film nicht fehlen und in diesem Vergleich kann der Film kaum bestehen.
So ist \"die Kreatur\" im Film beispielsweise viel zu häufig zu sehen, die Museumspolitik, die im Roman Ursache und/oder Erklärung für viele Ereignisse ist, wurde fast völlig unberücksichtigt und auch andere Aspekte des Romans fanden im Film keine Berücksichtigung. Das Ergebnis war dann eine Art Horrorfilm, den ich als durchaus solide, aber auch nicht mehr als durchschnittlich empfand - hier wurden meines Erachtens einige Möglichkeiten verschenkt.





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LESEPROBE
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Aus Kapitel 18

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\"Unfug!\" schnaubte Frock. \"Hatten sie denn nicht auch das Gefühl, beidem Abguss auf etwas fast quälend Vertrautes und doch vollkommen Fremdartiges zu blicken? Wir haben da eben einen Irrweg der Evolution erblickt, Margo, einen leibhaftigen Beweis für meine Theorie.\" Im Büro zog Frock sofort ein Notizbuch aus seiner Jackentasche und fing an, etwas hineinzukritzeln.
\"Aber Professor, wie könnte denn so eine Kreatur..\" Margo hörte auf, als sie spürte, wie sich Frocks Hand über ihre legte. Sein Griff war außergewöhnlich fest.
\"Mein liebes Mädchen\", sagte er, \"wie Hamlet schon sagte, gibt es mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, als unsere Schulweisheit sich träumen läßt. Wir müssen nicht immer über alles bis ins kleinste Detail nachdenken. Manchmal müssen wir einfach zusehen und lernen.\" Seine Stimme war leise, aber er zitterte vor Aufregung. \"Wir dürfen uns diese Gelegenheit nicht entgehen lassen, verstehen Sie? Oh, wie hasse ich mein stählerndes Gefängnis hier! Sie müssen meine Augen und meine Ohren sein, Margo ...\"
...




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FAZIT
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Wie bereits die beiden in meiner Einleitung genannten Romane, so hat mir auch RELIC - MUSEUM DER ANGST von PRESTON CHILD und LINCOLN DOUGLAS sehr gut gefallen, so dass in meinem Bücherregal mit RIPTIDE und FORMULA zwei weitere Romane dieser Autoren stehen und darauf warten, gelesen zu werden (was in naher Zukunft auch erfolgen wird).
Ich kann den Roman RELIC - MUSEUM DER ANGST von PRESTON CHILD und LINCOLN DOUGLAS hier also uneingeschränkt empfehlen und urteile mit SEHR GUT !

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