Das Relikt. Museum der Angst (Taschenbuch) / Douglas Preston, Lincoln Child Testbericht

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ab 8,21
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Erfahrungsbericht von der_Baer

Spannungslesestoff vom Feinsten

Pro:

Wissenschaftsthriller vom Feinsten

Kontra:

in üblicher amerikanischer Schwarz-Weiß-Sicht

Empfehlung:

Ja

Die Reinkarnation der brasilianischen Gottheit Kothoga gerät auf Umwegen nach New York. Eigentlich ernährt sie sich von den Blättern einer geheimnisvollen Pflanze, deren Bestandteile im Füllmaterial von Kisten mit diversen Sammlerstücken des Forschers John Whitney an das Naturkundemuseum in Chikago enthalten sind. Aber diese Pflanzenfasern sind bald aufgebraucht und die Bestie braucht die lebenserhaltenden Stoffe, die außer in dieser Pflanze auch in geringen Mengen in der Nebenhirnrinde des menschlichen Gehirns enthalten ist, dem Hypotalamus. Und so geht es in den unterirdischen Gängen des Museums auf die Suche nach dem Lebenselixier. Zwei aufgeweckte Jungen stromern durch das Museum und werden prompt Opfer des Monsters, das ihnen den Schädel einschlägt, um überleben zu können.

Doch die Führung des Museums kann gerade jetzt kein Aufsehen brauchen, denn man bereitet sich auf eine fulminante Ausstellung vor, die für das finanzielle Überleben des Museums von eminenter Bedeutung ist. Folglich ermittelt der Leiter der Mordkommission Lieutenant Vincent d´Agosta mehr schlecht als recht im Verborgenen, obwohl er am Liebsten das Museum für jeden Besucher sperren möchte. Ihm zur Seite steht die attraktive Biologin Dr. Margo Green, die Schlimmeres hinter diesen Morden vermutet, als es die Museumsleitung wahr haben will.

Zur Eröffnung des Ausstellungsspektakels ist die gesamte Prominenz von Chikago angetreten inklusive Bürgermeister und Gattin. Und genau in diesem Augenblick schlägt das Monster wieder zu, doch die Alarmanlage verschließt das Museum und keiner kann nach draußen. Unter Einsatz ihres Lebens beginnen die Polizeibeamten und Dr. Green einen Ausweg aus der Misere zu finden.

Douglas Preston und Lincoln Child haben mit ihrem ersten Thriller, der als \"Das Relikt (The Relic)\" 1997 mit Penelope Ann Green als Dr. Margo Green und Tom Sizemore als Lt. D´Agosta verfilmt wurde, den Grundstein für ihren momentanen Status als Top-Thriller-Autoren von heute gelegt. Das Geheimnis steckt sicherlich in der populärwissenschaftlichen Verpackung von Umweltthemen, gepaart mit brutalem Verbrechen und sympathischen Aufklärern. Der Schreibstil ist reißerisch und erinnert an filmische Actionsequenzen im Steven-Spielberg-Stil, der in der Übersetzung von Thomas A. Merk an Flüssigkeit (gegenüber der amerikanischen Original) durchaus noch gewinnen kann. Im Gegensatz zur Leinwandversion punktet das schriftliche Original ohnehin um Längen, wobei man sogar dem Film die atemlose Spannung nicht absprechen kann.

Wer von den Herren Preston und Child schon das eine oder andere Thrillerwerk gelesen hat, der kennt die Schwarz-Weiß-Malerei rund um die handelnden Personen und auch auf den 558 Seiten \"Relic\" ist dies (wie im Nachfolgeschmöker \"Attic\") keine Ausnahme. Aber beim packenden Lesevergnügen, welches das Relikt bietet, spielen Plattitüden keinerlei Rolle, denn das Buch kann man erst aus der Hand legen, bis man auf der letzten Seite angelangt ist. Dass es bislang in allen Preston/Child-Thrillern trotz der zahlreichen Leichen irgendwie immer nach Hollywood-Happyend schmeckt, zeugt nur davon, dass die Autoren ihre Stories ordentlich durchdacht haben und keine offenen Handlungsspielräume zulassen. Hier macht auch \"Relic\" keine Ausnahme und das ist gut so.

\"Relic\" ist Spannungslesestoff vom Feinsten. Im Segment der tödlichen Wissenschaftsthriller gibt es zur Zeit offensichtlich keine Konkurrenten, die ihnen das Wasser reichen können und obwohl Preston und Child leichte Qualitätsschwankungen bei der Bearbeitung ihrer Stoffe haben, sind sie noch immer das Nonplusultra des modernen Spannungsromans. \"Relic\" gehört, trotzdem es ein Erstling ist\" zu den besten Büchern des Autorenduos, das seit 1994 praktisch jährlich einen Verkaufshit unter dem Weihnachtsbaum präsentiert. Und damit garantiert der Verlag Droemer-Knaur bzw. Knaur TB alljährlich Thrillerniveau für Fans des Genres.

17 Bewertungen, 2 Kommentare

  • anonym

    28.09.2004, 20:01 Uhr von anonym
    Bewertung: nicht hilfreich

    Sehr geehretr Herr Weninger, ich wünsche, dass Sie Ihre Beschuldigungen und Verleumdungen umgehend zurücknehmen und sich entschuldigen!

  • dreamweb

    28.09.2004, 19:47 Uhr von dreamweb
    Bewertung: sehr hilfreich

    Fein, du lebst ja noch - freu. Vielleicht könnten wir den Kontakt mal wieder intensivieren oder habe ich dich so verärgert? Guter Beitrag - wie von dir gewohnt viele Grüße und ein dickes Bussi - Miara