Das kleine Gespenst (gebundene Ausgabe) Testbericht

ab 8,51
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Erfahrungsbericht von ClaraFall

Wer hat Angst vorm schwarzen Unbekannten?

Pro:

wundervoller Klassiker!!!

Kontra:

nichts.

Empfehlung:

Ja

+++ Intro +++

Das muss man als Autor erst einmal schaffen.
Einen Kinderbuchklassiker zu schaffen, der auch nach über 45 Jahren noch genau die gleiche Freude beim Lesen und Vorlesen bringt wie zur Zeit seiner Veröffentlichung.
Und die Zeiten werden härter: Pokemon, Winnie Puh und kleine Maulwürfe, denen auf den Kopf gekackt wird - der Anspruch der heutigen Zeit. ;o)
Umso erfreuter war ich, das Buch, dass ich euch heute vorstellen möchte, in unserer Bücherei zu finden.
Noch erfreuter war ich, dass auch meine Tochter trotz der Länge des Buches nicht genug bekommen konnte und sich geduldig Kapitel für Kapitel Abend für Abend mit der Mama zu Gemüte führte.
Zugegeben: Ich habe es auch genossen.
Aber lasst mich das Buch erst einmal vorstellen - ich wette gerade bei den Älteren unter euch gibt es sicherlich einen Aha-Effekt.
Und unter den Mamis und Omis sind ja vielleicht noch welche, die ein schönes Ostergeschenk für ihre Liebsten suchen. ;o)

+++ Das Buch / Die Handlung +++

„Das kleine Gespenst“ darf man wohl wirklich als Klassiker bezeichnen.
Erschienen ist es nämlich bereits 1966!!!! 46 Jahre vor unserer Ausleihe also, beachtlich, wie ich finde.

Die Handlung habe ich toll umrissen bei wikipedia.de gefunden, der ist eigentlich nichts hinzuzufügen:
„Das kleine Gespenst lebt auf der Burg Eulenstein. Sein bester Freund ist ein Uhu namens Schuhu. Mit einem Schlüsselbund mit 13 Schlüsseln kann das kleine Gespenst durch einfaches Schütteln alles ohne Berührung öffnen, was es will, egal ob Türen, Fenster oder Truhen. Der größte Wunsch des kleinen Gespenstes ist, die Welt einmal bei Tageslicht zu sehen. Doch alle Versuche nach dem Ende der Geisterstunde wach zu bleiben schlagen fehl. Eines Tages, nachdem das kleine Gespenst schon die Hoffnung aufgegeben hat, erwacht es tatsächlich nicht um Mitternacht, sondern mittags. Bei der Erkundung der Burg bei Tageslicht wird das kleine Gespenst während der Flucht vor einer Schulklasse, die das Burgmuseum besucht, von einem Sonnenstrahl getroffen und verfärbt sich schwarz. Das kleine Gespenst springt in den Burgbrunnen und gelangt durch eine kleine Türe in die Kanalisation der Stadt Eulenberg. Da es im Gewirr der Kanalgänge den Weg zur Burg nicht mehr findet, sucht das Gespenst bei jedem Kanalausgang, ob dieser zur Burg zurückführt. Dadurch stiftet es bei den Bewohnern der Stadt, die es Schwarzer Unbekannter nennen, jede Menge Unheil. Schließlich verwandelt das kleine Gespenst auch noch die 325-Jahr-Feier der Belagerung Eulenbergs durch die Schweden in ein Desaster. Es attackiert den Darsteller des schwedischen Generals Torstensson, im Glauben, der General sei zurückgekehrt, nachdem ihn das Gespenst seinerzeit vertrieben hatte, da es sich damals durch den Lärm der Kanonen gestört gefühlt hatte. Schließlich wendet sich das kleine Gespenst in seiner Verzweiflung um Hilfe suchend an die Apothekerkinder. Diese befragen nachts auf der Burg den Uhu Schuhu, der für das Unglück des Gespenstes die falsch gestellte Rathausuhr verantwortlich macht, da jedes Gespenst dem Gang einer bestimmten Uhr gehorchen muss. Nachdem der Uhrmachermeister die Rathausuhr von der Mittagsstunde auf die Mitternachtsstunde stellt, erwacht das kleine Gespenst wieder in der Nacht und kann zur Burg zurückkehren. Als es dann noch von einem Mondstrahl getroffen wird und sich wieder weiß verfärbt, ist das Glück des kleinen Gespenstes vollkommen und es tanzt vor Freude die ganze Geisterstunde auf den Burgzinnen herum.“

Besser hätte ich es euch auch nicht beschreiben können.
Klingt ziemlich unterhaltsam, findet ihr nicht?
Meine Tochter jedenfalls liebt alles an der Geschichte, neben dem Gespenst hat es ihr lustigerweise ausgerechnet Thorsten Torstensson angetan, fragt mich nicht, warum. :-)
Vielleicht hatte sie ja Mitleid. ;o)

+++ Leseproben +++

Nr. 1:
„Hoch auf den silbrigen Mauern von Zinne zu Zinne zu hüpfen, wenn einen die Strahlen des Mondes aufleuchten ließen, weißer als eine Wolke Schneestaub:
Ja, das war herrlich! Da fühlte das kleine Gespenst sich so glücklich und wohl, dass es immerzu vor sich hinkichern musste:
„Hi-hi-hi-hiii! Wie schön ist es auf der Burg Eulenstein, wenn der Mond scheint! Hi-hi-hi-hiiiii!“
Manchmal spielte das kleine Gespenst mit den Fledermäusen, die des Nachts aus ihren Schlupfwinkeln hervorkamen und die Türme der Burg umflatterten; manchmal sah es den Mäusen und Ratten zu, wie sie bei den Kellerfenstern aus und ein huschten; und manchmal lauschte es auch den Katzen bei ihrem Konzert oder es fing einen taumelnden Nachtfalter in der hohlen Hand.“

Nr. 2:
„Aber am liebsten besuchte das kleine Gespenst seinen alten Freund, den Uhu Schuhu. Er hauste in einer hohlen Eiche am äußersten Rand des Burgberges, wo die Felsen steil nach dem Fluss hin abfielen.
Der Uhu Schuhu freute sich jedes Mal, wenn ihn das kleine Gespenst besuchen kam.
Auch er schlief bei Tag und erwachte erst gegen Mitternacht. Er war alt und sehr weise und achtete streng darauf, das man ihm stets mit der nötigen Erehrbietung begegnete.
Selbst von dem kleinen Gespenst ließ er sich nicht duzen, was ihrer Freundschaft jedoch keinen Schaden tat.“

Ihr seht, die Leseproben sind diesmal etwas länger ausgefallen, aber wer ist da schon zu bremsen? ;o)
Wo findet man sprachlich noch etwas so ausgefeiltes, schönes in Kinderbüchern?
Könnt ihr lange suchen, wenn ihr Tipps für mich habt: Gerne! :-)

+++ Die Altersempfehlung +++

Der Verlag sagt 6 bis 8 Jahre, ich sage 6 bis 88! ;o)
Ernsthaft, ich liebe dieses Buch, zumindest für´s Vorlesen. :-)
Meine Tochter ist 5, je nach Leseinteresse könnt ihr´s also natürlich auch mal eher probieren, allerdings würde ich sie - was Bücher angeht (und einiges andere ;-) ) nicht unbedingt als durchschnittliche Fünfjährige werten - aber welche Mutter tut das schon. *hihi*
Grundsätzlich passt die Altersempfehlung also.

+++ Der Preis +++

Ihr zahlt für 135 wunderbar unterhaltsame Seiten 11,99€ (gebundene Ausgabe).
Ich glaube, das ist vertretbar.
Wenn euch gebrauchte Bücher nix ausmachen:
Bei booklooker.de habe ich das günstigste Exemplar für 3€ (inkl. Versand!) gefunden.
Wobei ich noch überlege, ob ich mir das nicht selbst schnappe. ;o)
Das andere muss schließlich irgendwann in die Bücherei zurück. :-)

+++ Autor & Verlag +++

Geschrieben hat dieses kleine Kunstwerk Otfried Preußler, dem wir auch so tolle Bücher wie „Der Räuber Hotzenplotz“, „Der kleine Wassermann“ oder „Die kleine Hexe“ verdanken.

Verlegt wurde das Buch vom Thienemann Verlag.

+++ Meine Meinung / Mein Fazit +++

Wenn wir hier nicht von einem echten Kinderbuch-Klassiker reden können, dann fällt mir auch nichts mehr ein. ;o)
Das Buch ist herrlich und macht Freude beim Lesen und Vorlesen.
Besonders beeindruckt es mich sprachlich, der Autor ist wortreich, lustig, spannend, gewaltfrei und dem Wortschatz meiner Tochter hat das Buch ganz sicher nicht geschadet.

Die Illustrationen sind spärlich gesät, aber durchaus niedlich und detailreich und meine Tochter schaut lange und genau, um auch nichts zu übersehen.

Die Altersempfehlung ist stimmig und der Preis ist für die gebundene Ausgabe in meinen Augen auch absolut in Ordnung.

Ein Buch, das ich sicher schweren Herzens in die Bücherei zurückgeben werde.
Selbstverständlich freue ich mich schon, meiner Tochter auch die anderen Bücher v. Preußler, wie z.B. den kleinen Wassermann, vorlesen zu können. :-)

Wie ihr wisst vergebe ich gerne mal 5 Sterne für ein schönes Kinderbuch - hier würde ich gerne 5-Sterne-Deluxe oder 6 Sternchen geben - geht aber leider nicht. ;o)

Bleibt mir also nur, 5 Sternchen zu klicken und euch eine dringende Kaufempfehlung auszusprechen. :-)

Eure Clara

53 Bewertungen, 7 Kommentare

  • Lakisha_1

    25.03.2012, 20:29 Uhr von Lakisha_1
    Bewertung: sehr hilfreich

    würde mich über deine Gegenlesung freuen

  • sirikit06

    24.03.2012, 23:21 Uhr von sirikit06
    Bewertung: besonders wertvoll

    Wünsche Dir ein schönes WE! LG

  • anonym

    24.03.2012, 22:13 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Das hast du sehr guta berichtet

  • tbiegel

    24.03.2012, 22:09 Uhr von tbiegel
    Bewertung: besonders wertvoll

    das ist eindeutig ein b.w.

  • morla

    24.03.2012, 21:58 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg. ^^^^^^^^^^^^^petra

  • Lale

    24.03.2012, 21:39 Uhr von Lale
    Bewertung: sehr hilfreich

    Allerbesten Gruß *~*

  • katjafranke

    24.03.2012, 21:15 Uhr von katjafranke
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße sendet dir KATJA