Das kleine Gespenst (gebundene Ausgabe) Testbericht

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Erfahrungsbericht von Haramis

Von Tag- und Nachtgespenstern...

Pro:

Wunderschönes Kinderbuch, das immer noch zu den Klassikern zählt

Kontra:

Etwas antiquiert in der Ausdrucksweise

Empfehlung:

Ja

Oh, das weckt Erinnerungen an die Grundschulzeit! War es bei Euch auch so, daß man Euch in der Schule etwas vorgelesen hat? Wir durften jeden Tag ein paar Kapiteln lauschen, und gerade in den ersten beiden Jahren hauptsächlich aus Büchern von Otfried Preußler. \"Das kleine Gespenst\" war eins der ersten und ich konnte mich bis vor kurzem kaum noch daran erinnern. Dann fand ich es vor ein paar Wochen zufällig auf dem Flohmarkt und konnte nicht widerstehen...



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Inhalt
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Auf Burg Eulenstein geistert es. Ein kleines Nachtgespenst wohnt dort in einer Truhe und kommt pünktlich um Mitternacht heraus, um zu spuken. Das heißt, eigentlich spukt es gar nicht richtig, viel lieber verbringt es seine Zeit bei dem Uhu Schuhu, der dem kleinen Gespenst immer Geschichten erzählt.

Doch so sehr dem kleinen Gespenst die Mondscheinnächte auf Burg Eulenstein auch gefallen, es möchte seine Burg und das kleine Städchen Eulenberg doch zu gerne mal bei Tageslicht sehen.

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\"Pfuh!\" entrüstete sich der Uhu. \"Wie kommen Sie bloß als vernünftiges kleines Gespenst auf solch ausgefallene Wünsche?! Glauben Sie mir, lieber Freund - ich bin einmal bei Tageslicht unterwegs gewesen und habe für alle Zeiten genug davon!\" (S. 19)
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Der Wunsch, das Tageslicht zu sehen, setzt sich bei dem kleinen Kerl aber fest, und so schreitet das Gespenst zur Tat. Die ersten Versuche schlagen fehl und es schläft jedesmal ein, wenn die Geisterstunde vorbei ist, doch dann kommt es auf die Idee, einen alten Wecker zu benutzen. Als jedoch der Wecker auch nicht hilft, sucht das kleine Gespenst Rat beim Uhu Schuhu. Von ihm erfährt der Leser (nicht aber das kleine Gespenst), daß jedes Gespenst nur auf eine ganz bestimmte Uhr hört, und das ist in diesem Fall die Rathausuhr von Eulenberg.

Der Uhu hatte es gut gemeint, als er seinem Freund nichts von der Uhr erzählt hat, aber schon wenige Tage später ist die Uhr kaputt und das kleine Gespenst erwacht im hellen Sonnenschein. Wie dann aus dem Nachtgespenst plötzlich ein Taggespenst wird und was es am hellichten Tag alles anstellt, das lest Ihr besser selber :-)



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Schön zum Lesen
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Ich gebe zu, ich habe das Buch innerhalb von drei Stunden gelesen (und nebenbei ca. die Hälfte dieser Meinung geschrieben). Obwohl es ein Kinderbuch ist, war es trotzdem sehr schön zum Lesen und ich gebe zu, es hat im Endeffekt recht wenig Erinnerungen geweckt. Aber die Grundschulzeit ist halt doch schon ein paar Jährchen her...

Ich durfte die Geschichte vom Kleinen Gespenst nochmal völlig neu erleben und obwohl ich dunkel in Erinnerung habe, daß sie mir als Kind gar nicht so sehr gefallen hat, so muß ich jetzt sagen, daß ich sie einfach süß fand. Schon die Art und Weise, wie das Gespenst mit dem Uhu \"verkehrt\" hat, war richtig niedlich. Der Uhu, als weiser Vogel, mußte ja immer mit \"Sie\" angesprochen werden und auch das kleine Gespenst redete immer ziemlich \"geschwollen daher\", wenn es sich mit ihm unterhielt, so übertrieben höflich, daß man sich das Lachen verbeißen mußte.

Andererseits darf man dabei nicht vergessen, daß das Buch inzwischen schon relativ alt ist. Dies merkt man auch bei einigen, heute antiquiert klingenden Ausdrücken, bei denen ein 6jähriges Kind wohl die Stirn runzeln würde. Und das dürfte sicherlich der Fall sein, wenn Preußler plötzlich einen \"Provisor\" auftreten läßt (S. 92, laut Duden veralteter Begriff für Apotheker, mußte ich selbst erst nachschlagen) oder vom \"Läutwerk\" des Weckers spricht (S. 28). Auch \"wohlversteckt\" (S. 5) klingt nicht mehr nach korrektem Deutsch, und von den \"blankgewichsten schwarzen Stiefel\" auf S. 52 will ich lieber gar nicht reden *g*

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\"Ach, Kinder!\" seufzte das kleine Gespenst und verdrehte die weißen Augen dabei. \"Wenn ihr recht behieltet - es wäre nicht auszudenken!\" (S. 124)
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Zum Autor
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Otfried Preußler wurde im Isergebirge geboren und arbeitete früher als Lehrer. Erst seit 1970 widmet sich der gefeierte Kinderbuchautor ausschließlich der Schriftstellerei. Zu seinen bekanntesten Werken zählen \"Krabat\", der \"Räuber Hotzenplotz\", \"Der kleine Wassermann\" (1956 erschienen und damit sein erstes Werk) und natürlich \"Die kleine Hexe\". An \"Krabat\" schrieb Preußler sogar ganze 10 Jahre.

Für die Hörspielfassungen von \"Räuber Hotzenplotz\" und \"Die kleine Hexe\" erhielt der Autor 1973 und 1975 sogar eine goldene Schallplatte.



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Buch
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Meine Ausgabe stammt, wie bereits erwähnt, vom Flohmarkt und ist ururalt. Es dürfte sich sogar um eine Erstausgabe aus dem Jahr 1966 handeln. Es hat 135 Seiten und fast auf jeder Seite ist ein Bild. Der Text ist ziemlich groß gedruckt, wie es sich für ein Kinderbuch gehört. Im Gegensatz zu meinen eigenen Erfahrungen denke ich, daß es nicht unbedingt vorgelesen werden muß, sondern sich sogar viel besser dazu eignet, daß sich ABC-Schützen selbst im Lesen üben können. Die paar Seiten sind zudem noch in 22 Kapitel unterteilt, wodurch das Lesen noch mehr erleichtert wird.

Die Bilder sind übrigens allesamt Schwarzweiß-Zeichnungen, die zwar ein wenig primitiv sind, dafür aber manchmal total witzig. Zumindest die ganzen Gesichter mit den Rübennasen und Schweinsohren finde ich zum Schießen *g* Bedanken darf man sich dafür übrigens bei einem/einer gewissen F. J. Tripp.

\"Das kleine Gespenst\" erhielt zudem den Deutschen Jugendbuchpreis.




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FAZIT
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\"Das kleine Gespenst\" ist ein (fast) zeitloses Kinderbuch, völlig gewaltfrei und bestens für Grundschulkinder oder auch jüngere geeignet. Es ist relativ anspruchslos und leicht zu verstehen. Die vielen Kapitel, in die es unterteilt ist, eigenen sich z. B. gut für Gute-Nacht-Geschichten, aber durch die große Schrift und die vielen Bilder können es Leseanfänger auch sehr gut selber lesen.

Empfehlen kann ich es auf jeden Fall, da es zum einen einfach ein Kultbuch ist, das man kennen sollte, und zum anderen findet man heute ja leider nur noch wenige Bücher, die wirklich für kleine Kinder geeignet sind. Die Bewertungen unten beziehen sich übrigens auf das Buch aus der Sicht der angestrebten Leserschaft, also der Kinder im Alter von 0-8 (grob geschätzt).


Danke für\'s Lesen!
Eure Haramis.


PS: Schönen Dank an Yopi - mein Produktvorschlag wurde praktisch innerhalb von Minuten eingestellt.

19 Bewertungen