Verborgene Muster (Taschenbuch) Testbericht
ab 4,97 €
Billiger bei eBay?
Bei Amazon bestellen
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 06/2004
Auf yopi.de gelistet seit 06/2004
Erfahrungsbericht von elch33
neues aus Edinburgh...
Pro:
spannend, düster - aber trotzdem manchmal witzig
Kontra:
entfällt
Empfehlung:
Ja
Die schottische Metropole Edinburgh ist normalerweise eine ruhige und friedliche Stadt. Zur Zeit scheint es dort allerdings drunter und drüber zu gehen, da zwei kleine Mädchen entführt worden sind. Als ein paar Tage später die beiden Leichen gefunden werden, ist die Erschütterung in der Stadt groß. Sie sind offensichtlich beide erwürgt worden, es gibt allerdings keinerlei Hinweise auf eine Vergewaltigung oder eine Erpressung. Der Täter hat auf den ersten Blick völlig grundlos gehandelt, denn es gibt kaum Gemeinsamkeiten zwischen den Opfern.
Sie lebten alle in verschiedenen Vierteln, gingen auf unterschiedliche Schulen, sie waren weder gleich alt noch kannten sie sich. Kurz darauf verschwindet ein drittes Mädchen und die Stadt wird damit endgültig in Angst und Schrecken versetzt. Kein Kind darf mehr ohne Begleitung der Eltern spielen gehen, sie werden zur Schule gebracht und dort auch wieder abgeholt. Alles wartet darauf, das die Polizei endlich den Verdächtigen dingfest macht. Aber weit gefehlt, denn die hat in dieser Mordserie keinerlei Anhaltspunkte für einen möglichen Täter und tappt vollkommen im Dunkeln. So kommt es wie es kommen muß und auch dieses Mädchen wird nur noch als Leiche aufgefunden…..
John Rebus ist Detective Sergeant bei der Edinburgher Polizei. Zu Beginn erhalten wir einen kleinen Einblick in sein turbulentes Privatleben. Er ist geschieden von Rhona, die obendrein ein Verhältnis mit dem Sohn seines derzeitigen Chefs hat. Ihre gemeinsame Tochter Samantha ist für ihre 12 Jahre schon ziemlich erwachsen und John merkt zunehmend, das sie sich mehr und mehr von ihm entfremdet. Zudem gibt es da auch noch seinen jüngeren Bruder Michael, mit dem er sich nie besonders gut verstanden hat. Der führt mittlerweile sein eigenes Leben und hat sich als Hypnotiseur einen Namen in der Hauptstadt und Umgebung gemacht.
Gleichzeitig erfahren wir ein wenig über die Zeit, bevor Rebus zur Polizei ging. Er leistete nicht nur seinen Dienst bei der britischen Armee, sondern wurde darüber hinaus noch in der SAS (Special Air Service) ausgebildet. Hierbei handelt es sich um eine geheime, britische Spezialeinheit, die im 2.Weltkrieg für Sabotageaktionen hinter den feindlichen Linien gegründet wurde. Zudem wird die SAS als Antiterroreinheit im Inland eingesetzt und ist damit vergleichbar mit unserer GSG 9. Dabei wird mehrfach deutlich, das Rebus dieses Thema auch nach vielen Jahren noch nicht richtig verarbeitet hat. Seine Gedanken schweifen immer wieder in die Vergangenheit, die wie ein schwerer Schatten auf ihm zu liegen scheint.
In seinem Berufsalltag als Polizist, ist für Rebus im Laufe der Zeit vieles Routine geworden. Mörder kommen und gehen – in diesem Falle scheint aber alles anders. Es gibt für ihn zunächst keinerlei Anzeichen auf einen Täter oder ein Motiv – die Polizei tappt hier vollkommen im Dunkeln. Während den Ermittlungen erhält Rebus mysteriöse Rätsel in Form von Knoten und Kreuzen, die er zunächst nicht ernst nimmt. Im Gegenteil, er verdächtigt seine Tochter, das diese ihm hier einen Streich spielen will. Mit der Zeit werden diese Denkspiele aber immer unheimlicher, zunächst werden sie anonym auf dem Kommissariat abgegeben – später findet er sie im eigenen Briefkasten wieder. Spätestens hier wird klar, das es irgendeine Verbindung zwischen John und dem Täter/der Täterin geben muß.
„Zufälligerweise“ bekommt John diese Bilderrätsel – lateinisch für Rebus – jedesmal dann, wenn eines der Mädchen verschwindet, bzw. ermordet wird. Die Situation verschärft sich zusehends, als ein viertes Mädchen quasi von der Hand Mutter weg verschwindet. Gibt es für diese Morde doch eine Verbindung? Welche Rolle spielt hierbei Rebus eigene Vergangenheit, seine Exfrau, seine Tochter, ein Professor von der Uni in Edinburgh, sein eigener Bruder oder der windige „Journalist“ Jim Stevens? Fragen über Fragen, die Ihr Euch nur beantworten könnt, wenn Ihr dieses Buch lest. ;-)
Der Autor und meine Meinung dazu:
Ian Rankin, geboren 1960 auf der Halbinsel Fife, lebte eine Zeitlang mit seiner Frau in Edinburgh und London, bevor es ihn nach Frankreich zog. Bücher schreibt er schon länger, aber erst diese Reihe um den Polizisten aus der schottischen Hauptstadt hat ihn zum endgültigen internationalen Durchbruch verholfen. „Verborgene Muster“ ist Rankins Erstlingswerk in Sachen John Rebus.
Mit ihm hat er eine Figur geschaffen, die mir persönlich sehr sympathisch ist. Sensibel, stur und eigensinnig ist er ein Einzelkämpfer, der sich nur selten vom eingeschlagenen Weg abbringen läßt. Gemeinsam mit Rebus teile ich die Vorliebe für einen guten Single Malt Whisky – in diesem Buch ist sie allerdings noch nicht so ausgeprägt, wie in späteren Werken. „g“ Generell ist er dem Alkohol nicht abgeneigt und trinkt gerne mal einen über den Durst. Dazu hat er auch immer wieder diverse Probleme mit seinen Vorgesetzten, weil er es mit den Dienstvorschriften nicht allzu genau nimmt und dadurch oft aneckt.
Ich habe es schon mal an anderer Stelle erwähnt – mir persönlich gefällt bei den Büchern von Rankin besonders gut, das sein Held nicht revolverschwingend durch die Gegend rennt, sondern mit Köpfchen und Verstand seine Fälle löst. Rebus läßt sich nur ungern von anderen helfen – er löffelt lieber die Suppe alleine aus, die er sich selber eingebrockt hat. Mit Jack Morton verfügt er zwar in diesem Buch zwischenzeitlich über einen Partner, als es aber später drauf ankommt, wird John wieder zum Einzelkämpfer. Versüßt wird ihm die Arbeit durch eine Beziehung zu Detective Inspector Gill Templer, die sich zudem rührend um ihn kümmert, als er infolge eines Schwächeanfalls außer Gefecht gesetzt ist und sogar für ein paar Tage ins Krankenhaus muß.
Ian Rankin zeichnet zudem ein Bild von Edinburgh, wie man es so als „normaler“ Tourist so nicht kennenlernt. Old oder New Town, Princess Street oder Haymarket sagen mir als Schottlandinteressierten natürlich schon etwas - ich habe diese Plätze schließlich auch schon gesehen. Die genannten Orte erscheinen aber nun in einem ganz anderen, viel düsteren Licht. Es scheint sich eher um das alltägliche Edinburgh aus der Sicht der Menschen die dort leben zu handeln, das weniger mit dem touristischen Zweig zu tun hat. Die Story spielt dafür aber auch in Stadtteilen, die für den normalen Besucher auf den ersten Blick nicht so interessant erscheinen. Selbstredend werde ich mir in ein paar Wochen auf meiner nächsten Tour in die schottische Hauptstadt einige Orte des „Geschehens“ höchstpersönlich anschauen. Ich werde mich davon überzeugen, ob die Bilder, die beim lesen des Buches in meinem Kopf entstanden sind, ungefähr der Wirklichkeit entsprechen. ;-)
Relativ früh bin ich auf die Spur des/r Täters/in gestoßen, die sich im nachhinein dann auch als die richtige entpuppte. Diese Vorgehensweise konnte ich in anderen Werken von Rankin bisher nicht feststellen. Trotzdem schafft es der Autor hier meiner Ansicht sehr gekonnt, den Spannungsbogen bis zum Ende hin aufrecht zu halten. Im Gegenteil – die Spannung steigt tatsächlich noch einmal an! Deshalb ist es für mich keine Frage, das dieses Buch fünf Sterne und selbstredend eine Kaufempfehlung bekommt. Gleichzeitig konnte ich mir an manchen Stellen ein leichtes Grinsen nicht ganz verkneifen, Rankin hat dann und wann einen ordentlichen Schuß Ironie mitverarbeitet. Dadurch wird die düstere Stimmung doch etwas aufgeheitert.
Positiv ist mir aufgefallen, das ich mich manchmal recht gut in die Person des John Rebus hineinversetzen konnte. In Zeiten, in denen alles auf einen einstürzt selber ruhig zu bleiben, ist alles anders als einfach. Manche Geschehnisse lassen sich halt nicht so einfach mir nichts dir nichts abschütteln, sondern brauchen seine Zeit. Meiner Meinung nach ist dieses Buch ideal zum Einstieg in die Reihe um John Rebus geeignet. Wer zunächst ein späteres Werk liest, hat unter Umständen dann und wann ein Problem damit, durch die relativ komplizierte Beziehungswelt des Inspectors durchzublicken. Dazu kommt auch noch, das nicht nur er selber, sondern auch ein paar von seinen Kollegen in den folgenden Werken befördert werden und wir sie in anderen Positionen wiederfinden.
Das Buch ist unter der ISBN-NR. 3-442-44607-4 im Goldmann Verlag erschienen. Meine Taschenbuchausgabe hat 224 Seiten und kostete 8,00€,
Leseprobe Seite 108:
„Als die drei den Flur hinuntergingen blieb Rebus wie ein verschmähter Teenager zurück und fluchte und fluchte.
Man hatte ihn mal wieder im Stich gelassen. Im Stich gelassen.
„Lass mich nicht im Stich, John. Bitte.“
„Bitte Bitte Bitte“
Und ein Schreien in seiner Erinnerung…
Er fühlte sich schwindlig, seine Ohren rauschten wie das Meer. Er taumelte ein wenig und hielt sich an der Wand fest, versuchte in ihrer Festigkeit Trost zu finden, doch sie schien zu vibrieren. Er atmete angestrengt und dachte an die Tage zurück, die er an dem steinigen Strand verbrachte hatte, als er sich von seinem Nervenzusammenbruch erholte. Auch da hatte das Meer in seinen Ohren gerauscht. Allmählich kam der Boden unter seinen Füßen wieder zur Ruhe. Leute gingen mit fragenden Blicken an ihm vorbei, aber niemand blieb stehen, um ihm zu helfen. Die konnten ihn alle mal. Gill Templer ebenfalls. Er kam allein klar. Er kam weiß Gott alleine klar. Es würde alles wieder gut. Alles, was er brauchte, war eine Zigarette und ein Kaffee.
Doch was er wirklich brauchte war, daß sie ihm auf die Schulter klopften, ihm gratulierten, daß er gute Arbeit geleistet hatte, ihn akzeptierten. Er brauchte jemanden, der ihm versicherte, daß alles wider gut würde.
Es würde alles wieder gut.“
Fazit:
„Verborgene Muster“ ist für mich der ideale Start in Ian Rankins Reihe um Inspector John Rebus. Das Buch ist einfach und spannend geschrieben. Wenn man einmal damit angefangen hat, läßt es einen auch so schnell nicht mehr los. Obwohl ich sehr früh auf die Spur des/r Täters/in stieß, verlor dieser Krimi keineswegs an Spannung, sondern konnte zum Ende hin sogar noch etwas zulegen, weil er einen etwas überraschenden Ausgang nahm.
Ich wünsche Euch viel Spaß beim lesen….
Sie lebten alle in verschiedenen Vierteln, gingen auf unterschiedliche Schulen, sie waren weder gleich alt noch kannten sie sich. Kurz darauf verschwindet ein drittes Mädchen und die Stadt wird damit endgültig in Angst und Schrecken versetzt. Kein Kind darf mehr ohne Begleitung der Eltern spielen gehen, sie werden zur Schule gebracht und dort auch wieder abgeholt. Alles wartet darauf, das die Polizei endlich den Verdächtigen dingfest macht. Aber weit gefehlt, denn die hat in dieser Mordserie keinerlei Anhaltspunkte für einen möglichen Täter und tappt vollkommen im Dunkeln. So kommt es wie es kommen muß und auch dieses Mädchen wird nur noch als Leiche aufgefunden…..
John Rebus ist Detective Sergeant bei der Edinburgher Polizei. Zu Beginn erhalten wir einen kleinen Einblick in sein turbulentes Privatleben. Er ist geschieden von Rhona, die obendrein ein Verhältnis mit dem Sohn seines derzeitigen Chefs hat. Ihre gemeinsame Tochter Samantha ist für ihre 12 Jahre schon ziemlich erwachsen und John merkt zunehmend, das sie sich mehr und mehr von ihm entfremdet. Zudem gibt es da auch noch seinen jüngeren Bruder Michael, mit dem er sich nie besonders gut verstanden hat. Der führt mittlerweile sein eigenes Leben und hat sich als Hypnotiseur einen Namen in der Hauptstadt und Umgebung gemacht.
Gleichzeitig erfahren wir ein wenig über die Zeit, bevor Rebus zur Polizei ging. Er leistete nicht nur seinen Dienst bei der britischen Armee, sondern wurde darüber hinaus noch in der SAS (Special Air Service) ausgebildet. Hierbei handelt es sich um eine geheime, britische Spezialeinheit, die im 2.Weltkrieg für Sabotageaktionen hinter den feindlichen Linien gegründet wurde. Zudem wird die SAS als Antiterroreinheit im Inland eingesetzt und ist damit vergleichbar mit unserer GSG 9. Dabei wird mehrfach deutlich, das Rebus dieses Thema auch nach vielen Jahren noch nicht richtig verarbeitet hat. Seine Gedanken schweifen immer wieder in die Vergangenheit, die wie ein schwerer Schatten auf ihm zu liegen scheint.
In seinem Berufsalltag als Polizist, ist für Rebus im Laufe der Zeit vieles Routine geworden. Mörder kommen und gehen – in diesem Falle scheint aber alles anders. Es gibt für ihn zunächst keinerlei Anzeichen auf einen Täter oder ein Motiv – die Polizei tappt hier vollkommen im Dunkeln. Während den Ermittlungen erhält Rebus mysteriöse Rätsel in Form von Knoten und Kreuzen, die er zunächst nicht ernst nimmt. Im Gegenteil, er verdächtigt seine Tochter, das diese ihm hier einen Streich spielen will. Mit der Zeit werden diese Denkspiele aber immer unheimlicher, zunächst werden sie anonym auf dem Kommissariat abgegeben – später findet er sie im eigenen Briefkasten wieder. Spätestens hier wird klar, das es irgendeine Verbindung zwischen John und dem Täter/der Täterin geben muß.
„Zufälligerweise“ bekommt John diese Bilderrätsel – lateinisch für Rebus – jedesmal dann, wenn eines der Mädchen verschwindet, bzw. ermordet wird. Die Situation verschärft sich zusehends, als ein viertes Mädchen quasi von der Hand Mutter weg verschwindet. Gibt es für diese Morde doch eine Verbindung? Welche Rolle spielt hierbei Rebus eigene Vergangenheit, seine Exfrau, seine Tochter, ein Professor von der Uni in Edinburgh, sein eigener Bruder oder der windige „Journalist“ Jim Stevens? Fragen über Fragen, die Ihr Euch nur beantworten könnt, wenn Ihr dieses Buch lest. ;-)
Der Autor und meine Meinung dazu:
Ian Rankin, geboren 1960 auf der Halbinsel Fife, lebte eine Zeitlang mit seiner Frau in Edinburgh und London, bevor es ihn nach Frankreich zog. Bücher schreibt er schon länger, aber erst diese Reihe um den Polizisten aus der schottischen Hauptstadt hat ihn zum endgültigen internationalen Durchbruch verholfen. „Verborgene Muster“ ist Rankins Erstlingswerk in Sachen John Rebus.
Mit ihm hat er eine Figur geschaffen, die mir persönlich sehr sympathisch ist. Sensibel, stur und eigensinnig ist er ein Einzelkämpfer, der sich nur selten vom eingeschlagenen Weg abbringen läßt. Gemeinsam mit Rebus teile ich die Vorliebe für einen guten Single Malt Whisky – in diesem Buch ist sie allerdings noch nicht so ausgeprägt, wie in späteren Werken. „g“ Generell ist er dem Alkohol nicht abgeneigt und trinkt gerne mal einen über den Durst. Dazu hat er auch immer wieder diverse Probleme mit seinen Vorgesetzten, weil er es mit den Dienstvorschriften nicht allzu genau nimmt und dadurch oft aneckt.
Ich habe es schon mal an anderer Stelle erwähnt – mir persönlich gefällt bei den Büchern von Rankin besonders gut, das sein Held nicht revolverschwingend durch die Gegend rennt, sondern mit Köpfchen und Verstand seine Fälle löst. Rebus läßt sich nur ungern von anderen helfen – er löffelt lieber die Suppe alleine aus, die er sich selber eingebrockt hat. Mit Jack Morton verfügt er zwar in diesem Buch zwischenzeitlich über einen Partner, als es aber später drauf ankommt, wird John wieder zum Einzelkämpfer. Versüßt wird ihm die Arbeit durch eine Beziehung zu Detective Inspector Gill Templer, die sich zudem rührend um ihn kümmert, als er infolge eines Schwächeanfalls außer Gefecht gesetzt ist und sogar für ein paar Tage ins Krankenhaus muß.
Ian Rankin zeichnet zudem ein Bild von Edinburgh, wie man es so als „normaler“ Tourist so nicht kennenlernt. Old oder New Town, Princess Street oder Haymarket sagen mir als Schottlandinteressierten natürlich schon etwas - ich habe diese Plätze schließlich auch schon gesehen. Die genannten Orte erscheinen aber nun in einem ganz anderen, viel düsteren Licht. Es scheint sich eher um das alltägliche Edinburgh aus der Sicht der Menschen die dort leben zu handeln, das weniger mit dem touristischen Zweig zu tun hat. Die Story spielt dafür aber auch in Stadtteilen, die für den normalen Besucher auf den ersten Blick nicht so interessant erscheinen. Selbstredend werde ich mir in ein paar Wochen auf meiner nächsten Tour in die schottische Hauptstadt einige Orte des „Geschehens“ höchstpersönlich anschauen. Ich werde mich davon überzeugen, ob die Bilder, die beim lesen des Buches in meinem Kopf entstanden sind, ungefähr der Wirklichkeit entsprechen. ;-)
Relativ früh bin ich auf die Spur des/r Täters/in gestoßen, die sich im nachhinein dann auch als die richtige entpuppte. Diese Vorgehensweise konnte ich in anderen Werken von Rankin bisher nicht feststellen. Trotzdem schafft es der Autor hier meiner Ansicht sehr gekonnt, den Spannungsbogen bis zum Ende hin aufrecht zu halten. Im Gegenteil – die Spannung steigt tatsächlich noch einmal an! Deshalb ist es für mich keine Frage, das dieses Buch fünf Sterne und selbstredend eine Kaufempfehlung bekommt. Gleichzeitig konnte ich mir an manchen Stellen ein leichtes Grinsen nicht ganz verkneifen, Rankin hat dann und wann einen ordentlichen Schuß Ironie mitverarbeitet. Dadurch wird die düstere Stimmung doch etwas aufgeheitert.
Positiv ist mir aufgefallen, das ich mich manchmal recht gut in die Person des John Rebus hineinversetzen konnte. In Zeiten, in denen alles auf einen einstürzt selber ruhig zu bleiben, ist alles anders als einfach. Manche Geschehnisse lassen sich halt nicht so einfach mir nichts dir nichts abschütteln, sondern brauchen seine Zeit. Meiner Meinung nach ist dieses Buch ideal zum Einstieg in die Reihe um John Rebus geeignet. Wer zunächst ein späteres Werk liest, hat unter Umständen dann und wann ein Problem damit, durch die relativ komplizierte Beziehungswelt des Inspectors durchzublicken. Dazu kommt auch noch, das nicht nur er selber, sondern auch ein paar von seinen Kollegen in den folgenden Werken befördert werden und wir sie in anderen Positionen wiederfinden.
Das Buch ist unter der ISBN-NR. 3-442-44607-4 im Goldmann Verlag erschienen. Meine Taschenbuchausgabe hat 224 Seiten und kostete 8,00€,
Leseprobe Seite 108:
„Als die drei den Flur hinuntergingen blieb Rebus wie ein verschmähter Teenager zurück und fluchte und fluchte.
Man hatte ihn mal wieder im Stich gelassen. Im Stich gelassen.
„Lass mich nicht im Stich, John. Bitte.“
„Bitte Bitte Bitte“
Und ein Schreien in seiner Erinnerung…
Er fühlte sich schwindlig, seine Ohren rauschten wie das Meer. Er taumelte ein wenig und hielt sich an der Wand fest, versuchte in ihrer Festigkeit Trost zu finden, doch sie schien zu vibrieren. Er atmete angestrengt und dachte an die Tage zurück, die er an dem steinigen Strand verbrachte hatte, als er sich von seinem Nervenzusammenbruch erholte. Auch da hatte das Meer in seinen Ohren gerauscht. Allmählich kam der Boden unter seinen Füßen wieder zur Ruhe. Leute gingen mit fragenden Blicken an ihm vorbei, aber niemand blieb stehen, um ihm zu helfen. Die konnten ihn alle mal. Gill Templer ebenfalls. Er kam allein klar. Er kam weiß Gott alleine klar. Es würde alles wieder gut. Alles, was er brauchte, war eine Zigarette und ein Kaffee.
Doch was er wirklich brauchte war, daß sie ihm auf die Schulter klopften, ihm gratulierten, daß er gute Arbeit geleistet hatte, ihn akzeptierten. Er brauchte jemanden, der ihm versicherte, daß alles wider gut würde.
Es würde alles wieder gut.“
Fazit:
„Verborgene Muster“ ist für mich der ideale Start in Ian Rankins Reihe um Inspector John Rebus. Das Buch ist einfach und spannend geschrieben. Wenn man einmal damit angefangen hat, läßt es einen auch so schnell nicht mehr los. Obwohl ich sehr früh auf die Spur des/r Täters/in stieß, verlor dieser Krimi keineswegs an Spannung, sondern konnte zum Ende hin sogar noch etwas zulegen, weil er einen etwas überraschenden Ausgang nahm.
Ich wünsche Euch viel Spaß beim lesen….
21 Bewertungen, 4 Kommentare
-
19.10.2005, 20:07 Uhr von Madrianda
Bewertung: sehr hilfreichsh! VG Beate
-
16.10.2005, 20:30 Uhr von nele83
Bewertung: sehr hilfreichsh. guter Bericht
-
15.10.2005, 15:39 Uhr von henna82
Bewertung: sehr hilfreichsh, greetz henna82!
-
15.10.2005, 13:15 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich
Bewerten / Kommentar schreiben