Totenmontag Testbericht

Totenmontag
ab 28,32
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Erfahrungsbericht von GAWOnline1983

+++ Tempes siebter Fall: Die Pizza-Skelette +++

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

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Allgemeines
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Meine erste Erfahrung mit Kathy Reichs liegt schon einige Jahre zurück. Ich brachte eines Tages – noch bevor ich Führerschein hatte – meine beste Freundin an den Bahnhof in Darmstadt. Da die Busfahrt etwas länger dauern sollte, wollte ich für die Rückfahrt unbedingt etwas zu lesen haben. Also schaute ich einmal kurz in den dort ansässigen Buchladen hinein. Bei den Krimis bzw. Thrillern stieß ich schließlich auf Grund der auffälligen Covergestaltung auf Reichs’ Erstlingswerk „Tote lügen nicht“. Nachdem ich dieses Buch gelesen habe, wusste ich, dass ich mit Kathy Reichs eine neue Lieblingsschriftstellerin gefunden hatte.

Seitdem verfolge ich kontinuierlich, wann ein neuer Band der Serie erscheint. Ich war zunächst am Überlegen, ob ich mir „Totenmontag“ im Original kaufen sollte. Aber irgendwie traute ich mir Reichs auf Englisch dann noch nicht so wirklich zu, da sie im Vergleich zu anderen Schriftstellerin doch einiges an Fachvokabular verwendet. Schließlich erfuhr ich, dass die deutsche Übersetzung Ende des letzten Jahres erscheinen sollte. Grund genug, das Buch auf meine Wunschliste für Weihnachten zu setzen…

Ihr bekommt von mir erst den gewohnten Kurzüberblick über den Inhalt des Buches, bevor ihr euch in dem darauf folgenden Punkt näher über den Verlauf der Geschichte und die Charaktere informieren könnt. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen, hoffe euch gefällt mein Bericht und ihr greift eventuell doch zu diesem Buch. Und natürlich freue mich auch wieder auf eure Bewertungen und Kommentare! :)



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Kurzinhalt
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In dem Keller einer Pizzeria findet Tempe Brennan die Skelette dreier junger Mädchen. Ihr Kollege Luc Claudel will ihr nicht glauben, dass diese neueren Datums sind. Doch das Schicksal der Mädchen lässt Tempe nicht los und sie beginnt auf eigene Faust zu recherchieren. Die Wahrheit, die sie entdeckt, übertrifft dabei ihre kühnsten Erwartungen und lässt ihr das Blut in den Adern gefrieren.



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Inhalt
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Der Tag begann eigentlich recht gut, doch die Stimmung sollte alsbald umschlagen. Dr. Tempe Brennan, ihres Zeichen forensische Anthropologin, kam eigentlich nach Montreal um in einem Mordprozess auszusagen. Doch schließlich landet sie zusammen mit ihrem Kollegen Luc Claudel in dem Keller einer Pizzeria. Dort finden sie drei Skelette. Claudel tut das Ganze als archäologischen Fund ab, da auch ein paar antike Schmuckstücke gefunden wurden. Tempe lässt die Sache jedoch einfach nicht zu Ruhe kommen. Die ersten Untersuchungen ergeben, dass es sich bei den Skeletten um die Überreste dreier junger Mädchen handelt. Sie glaubt auch daran, dass der Todeszeitpunkt noch nicht allzu lange her sein wird. Aus diesem Grund stellt sie allerlei Untersuchungen an, um ihre These zu untermauern.

Schließlich muss Claudel kapitulieren und Tempe zustimmen. Nun beginnen sie, die Vermisstenkartei durchzuschauen. Leider ohne Erfolg, da irgendwie immer das Alter und die auch die Größe nicht zu stimmen scheint – trotz anderer auffälliger Übereinstimmungen.

Während Tempe noch über den Fall nachgrübelt, passiert auch in ihrem Privatleben einiges. Da ist zum einen die Beziehung mit dem Polizisten Andrew Ryan, die in ihren Augen im Moment nicht ganz so gut zu laufen scheint. Dies hat ihr in der Vorweihnachtszeit natürlich noch gefehlt. Zudem hat ihre beste Freundin Anne selbst Eheprobleme und beschließt, sich für ein paar Tage bei Tempe einzuquartieren. Kurz nach ihrer Ankunft wird Tempes Wohnung verwüstet. Dann verschwindet auch noch Anne und Tempe muss um ihre beste Freundin fürchten. Wer weiß, ob sie nicht in die Fänge eines Psychopathen geriet? Schließlich ist weibliche Intuition die beste und die sagt Brennan, dass der Fall mit den drei Skeletten noch nicht abgeschlossen ist und eine viel größere Sache dahinter steckt.

Auf eigene Faust beginnt Tempe nun weiterzuermitteln und bemerkt gar nicht, wie sie sich immer mehr in Gefahr beginnt… das Grauen, das sie aufdeckt, ist jedenfalls um einiges schlimmer, als sie sich je hätte ausmalen können!



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Meine Meinung
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Vor ein paar Tagen habe ich dieses Buch ausgelesen, komme aber erst jetzt dazu einen Bericht zu schreiben – der Aufbau des neuen Bücherregals nahm doch mehr Zeit als geplant in Anspruch ;-). Ich habe bisher alle Romane, die Kathy Reichs über ihre Protagonistin Tempe Brennan veröffentlichte gelesen und fand sie ausnahmslos toll. Doch ich kann schon vorwegnehmen, dass Reichs sich mit diesem Werk einmal mehr selbst übertroffen hat. Von der ersten Seite an konnte ich den Roman einfach nicht mehr aus der Hand legen

Manche mögen denken, dass zu Beginn die wissenschaftliche Seite etwas zu sehr dominiert, doch das gibt sich im Laufe des Buches. Reichs ist eben sehr daran gelegen, dem Leser die Geschichte so authentisch wie möglich beizubringen. Und so erfährt man einiges über die wissenschaftliche Arbeit einer forensischen Anthropologin. Zudem gibt diese Vorgehensweise dem Leser das Gefühl, dass der Roman wirklich sehr gut fundiert ist – was daher rühren mag, dass Kathy Reichs neben ihrer Autorentätigkeit diesen Beruf selbst ausübt und sich von ihren Fällen zu den Romanen inspirieren lässt. Dies übrigens nur als kleine Anmerkung am Rande, aber gegen Ende des Buches erläutert Kathy Reichs in einem Schlusswort auf welchen Fakten ihr aktueller Roman aufbaut. Selbst wenn die Details schließlich nicht stimmen, den Skelettfund gab es wirklich. Nur waren diese Menschen schon vor langer Zeit umgekommen. Reichs ließ diese Idee jedoch nicht mehr los und sie verband diese Erlebnisse zu einer Geschichte, in der sie ihrer Fantasie freien Lauf ließ.

Es dreht sich aber in diesem Buch nicht nur um ihren aktuellen Fall, vielmehr kommt auch ihr Privatleben etwas voran. Diese Komponente ist für mich sehr wichtig, da ich letztendlich nicht einfach nur Action und eine waghalsige Aktion nach der anderen geboten haben möchte. Durch diese Beschreibungen gewinnen Reichs’ Figuren, allen voran Tempe Brennan, Andrew Ryan und Tempes beste Freundin Anne sehr an Tiefe. Außer Acht werden aber auch nicht die Personen von Luc Claudel und anderen gelassen. Kathy Reichs schafft es einfach ihren Romanfiguren etwas Menschliches anhaften zu lassen, so dass man sich wunderbar in diese hineinversetzen und mit ihnen fühlen kann. So ergreift den Leser auch vollends die Spannung und man gar nicht erwarten zu erfahren, wie der Roman schließlich endet.

Aber auch der Humor fehlt an einigen Stellen nicht und hellt so das düstere Thema, mit dem Kathy Reichs sich beschäftigt etwas auf – so zum Beispiel bei Tempes waghalsiger Aktion am Ende des Romans oder in ihrer Beziehung mit Andrew Ryan. Ich möchte jetzt selbstverständlich noch nicht zu viel verraten, da die beiden angesprochenen Szenen in einem Kontext erläutert werden müssten, der schließlich interessierten Lesern die Spannung nehmen würde. So müsst ihr euch daher mit Andeutungen und der Aussage zufrieden geben, dass Reichs damit wunderbar das Gleichgewicht zwischen den verschiedenen Elementen eines Buches hält.

Nun aber noch einmal zurück zu dem eigentlichen Fall der drei Skelette, mit denen Tempe sich beschäftigt. Reichs schafft es dabei wunderbar, die Spannung kontinuierlich aufzubauen. Sie legt dabei verschiedene Spuren, so dass man einmal jenen und dann einen anderen verdächtigt. Aber selbst als man denkt, dass der Fall gelöst wäre, ist es noch nicht vorbei. Man vermutet zwar einiges, doch die Wahrheit ist viel grausamer als man während des Lesens dachte. Zeitweise erinnerte mich das Ende leicht an „Die Geduld der Spinne“ von Jonathan Nasaw – aber um die Spannung nicht rauben, möchte ich auf diesen Vergleich nicht näher eingehen. Aber selbst wenn sich Parallelen aufzwängen, so ist Reichs etwas Eigenes gelungen, das einen nicht mehr so schnell schlafen lassen wird. Man kann letztendlich schon sagen, dass der neue Roman etwas härter als die andere ausgefallen ist – insbesondere was schließlich die Rolle der Opfer angeht. Zartbesaiteten würde ich daher auch von der Lektüre abraten. Mir hingegen hat das Lesen wirklich Freude bereitet und ich kann auch Neulingen nur zu diesem Roman raten.

Vorkenntnisse braucht man eigentlich nicht unbedingt. Kathy Reichs hat nämlich das Talent so zu schreiben, dass auch Neueinsteiger mit ihren Romanen wunderbar zu Recht kommen. Aber vielleicht allein um des Vergnügens willen sollte man mit der Reihe von vorne beginnen.

Von mir gibt es jedenfalls fünf Sterne und ich wünsche viel Spaß bei der Lektüre, solltet ihr euch für dieses Buch entscheiden.



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Das Buch
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„Totenmontag“ erschien in Deutschland erstmals im Dezember 2004 bei Blessing. Unter dem Originaltitel „Monday Mourning“ erschien das Werk im gleichen Jahr bei Scribner in New York. Der Roman umfasst 384 Seiten und ist unter der ISBN 3-89667-248-7 für 20,00 Euro im Handel erhältlich. Die Übersetzung aus dem Englischen wurde von Klaus Berr vorgenommen.



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Die Autorin
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Die Autorin Kathy Reichs wurde in Chicago geboren und lebt mittlerweile in Quebec. Sie ist eine von nur fünfzig zugelassenen forensischen Anthropologen in Kanada.
(Quellenangabe: Autorinneninfo in "Mit Haut und Haar")



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Mehr von Kathy Reichs
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1. Tote lügen nicht
2. Knochenarbeit
3. Lasst Knochen sprechen
4. Durch Mark und Bein
5. Knochenlese
6. Mit Haut und Haar
7. Totenmontag
8. Cross Bones (auf Englisch angekündigt für Ende Juni 2005)




(copyright by Laura Thoma, Januar 2005)

30 Bewertungen, 1 Kommentar

  • mummlerin

    02.03.2005, 12:02 Uhr von mummlerin
    Bewertung: sehr hilfreich

    für den spannenden und ausführlichen Bericht.Auch mich lässt Kathy Reichs nicht mehr los. Also auf in den Buchladen :-) Gruß Mummlerin