Reise nach Jerusalem Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Spaßfaktor:  sehr hoch
  • Spielanleitung:  sehr gut
  • Wird langweilig:  nach wenigen Monaten

Erfahrungsbericht von Anonym126

Spaß und Tränen !

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Es gibt Spiele, die ich nicht so mag. Dazu gehört das Spiel : De Reise nach Jerusalem. Das Spiel kenne ich noch aus meiner eigene Kindheit und weiß, dass ich es schon damals sehr ungern mitspielte. Doch zum bessren Verständnis erkläre ich erst ein Mal die Spielregeln.

Spielregeln:
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Eine Mindestanzahl von 15 Mitspielern sollte es schon sein, damit das Spiel überhaupt durchgeführt werden kann und auch die nötige Spannung bekommt. Es werden zwei Stuhlreihen aufgebaut, wobei die Lehnen der Stühle eng aneinander stehen und sich die Sitzflächen außen befinden. Es steht immer ein Stuhl weniger in der Reihe als Mitspieler anwesen sind. Der Spielleiter hat die Aufgabe mit Hilfe eines CD-Spielers oder eines Cassettenrecorders Musik abzuspielen und an einer beliebigen Stelle zu unterbrechen. Während dessen laufen die Mitspieler hintereinander, langsam und gemäßigt immer an den Stühlen vorbei. Es ist strengstens verboten, diese mit den Händen zu berühren. Wer das macht scheidet sofort aus. Früher haben wir während der Reise alle gemeinsam gesungen und durch das Klatschen des Spielleiters wurde der Gesang abgebrochen und der Kampf um die Stühle begonnen.

Endet die Musik muss sich jeder einen Stuhl suchen und sich sofort auf ihn setzen. Zwangsläufig bleibt nun ein Mitspieler übrig, der keinen Stuhl gefunden hat. Der Spieler scheidet aus und es wird ein weiterer Stuhl aus der Runde entfernt. Nun beginnt wieder die Musik und der Ablauf des Spieles setzt sich so lange fort, bis nur noch ein Stuhl und zwei Spieler übrig bleiben. Einer von ihnen wird bei der nächsten Musikpause ebenfalls ausscheiden und der Gewinner steht fest.

Kritik:
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Obwohl es bei diesem Spiel jedes Mal zu Rangeleien, Tränen- und Wutausbrüchen kam, wünschten es sich viele der Kinder immer wieder. So spielten wir es im Kindergarten mit einer Gruppe von 20 Kindern notgedrungen. Dieses Spiel lief nie problemlos ab. Was mich am meisten störte war die Tatsache, dass sich ganz besonders bei diesem Spiel meistens der Stärkere durchsetzte. Kleinere Kinder oder auch die Stilleren unter ihnen, hatten bei diesem Spiel keine Chance. Sie wurden gnadenlos zur Seite gestoßen, an dem Stuhl vorbeigeschoben oder sogar von der Sitzfläche geschubst. Je länger das Spiel dauerte und je weniger Stühle vorhanden waren, desto aggressiver wurde das Verhalten einiger Kinder. So fielen Stühle um, es wurde geboxt und gestoßen, um ja eine Runde weiter zu kommen. Als Gruppenleiterin oder Mutter achtete man schon sehr darauf, dass alles gerecht zu ging und die schwächeren Kinder wurden von der Leiterin unterstützt, damit sie zu ihrem Recht kamen. Doch man sah leider nicht alles und so kam es zu Ungerechtigkeiten, die mir dieses Spiel verleideten. Die jüngeren Kinder schieden oft als erstes aus. Für sie war das Spiel bereits zuende, bevor es richtig begonnen hatte. Selbstverständlich versuchte die Gruppenleiterin immer wieder den Schwächeren zu ihrem Recht zu verhelfen und die Stärkeren in ihre Grenzen zu verweisen. Doch wie gesagt konnte man in diesem Wirrwarr von Stühlen und Kindern nicht immer alles sehen.

Traurig und auch gelangweilt saßen sie nach ihrem Ausscheiden am Rand und durften nur noch zusehen. Da das Spiel eine ganze Weile dauerte, wurde den Kindern die Zeit natürlich sehr lang. Wenn sich die Zahl der ausgeschiedenen Kindern mehrte, kam es zwischen ihnen zu Streitereien, da sie sich unbeobachtet fühlten. Die Gruppenleiterin musste also während des gesamten Spieles an zwei Fronten aufpassen, was nicht immer leicht war. Waren auch Rabauken ausgeschieden, konnte es am Spielrand zu ernsthaften Konflikten kommen. Also musste man sich etwas einfallen lassen und die ausgeschiedenen Kinder sinnvoll beschäftigen. Leider sahen die Kids das ganz anders und nutzen lieber die Gunst der Stunde.

Bei aller Kritik an diesem Spiel möchte ich doch sachlich bleiben. Leider ist es auch in der Realität oft so, dass der Stärker sich durchsetzt und gewinnt und der Schwächere zurückstecken muss. Um solche Machtkämpfe oder auch solch unsoziales Verhalten im Erwachsenenalter zu verringern, könnte das Spiel eine gute Möglichkeit sein, schon im Kindesalter soziales Verhalten zu üben. So kann ein Kind mit Hilfe von Erwachsenen lernen, seine Wünsche und seine Kraft zurück zu nehmen und Rücksicht zu üben gegenüber dem Schwächeren. Und dieser kann, ebenfalls mit Hilfe des Erwachsenen, sein Selbstbewusstsein und auch sein Selbstwertgefühl stärken, wenn er erlebt, dass nicht immer nur der Stärkere gewinnt und er auch zu seinem Recht gekommen ist.

Vielleicht eignet sich das Spiel besser für Mitspieler im Erwachsenenalter, die mit „Niederlagen“ bereits umzugehen gelernt haben. Obwohl man da sicher auch noch so einiges erleben kann. Denn nicht alle begreifen, dass es sich im Grunde doch nur um ein Spiel handelt das Spaß machen soll und nichts weiter. Da können doch schon mal „Urinstikte“ zutage treten.

Fazit:
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Das Spiel : Die Reise nach Jerusalem ist sehr unterhaltsam und bringt Spaß und Spannung, kann aber auch sehr schnell ausarten. Auch kann es sehr leicht zu Ungerechtigkeiten bei den Kindern kommen und es kann geschehen, dass stillere und schwächere Kinder stets die Verlierer sind. Um das möglichst zu vermeiden sollten Erwachsene dieses Spiel leiten und bei Schwierigkeiten rechtzeitig eingreifen.


Liebe Grüße

Catty

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