Requiem for a Dream (DVD) Testbericht

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Erfahrungsbericht von sunnyblack

Die blaue oder grüne Pille?

Pro:

Soundtrack, Schauspieler, Inszenierung, Story

Kontra:

zu linearer Aufbau

Empfehlung:

Ja

"We have a Winner!" Die völlig verschwitze 60-Jährige Frau in ihrem roten Kleid mit den vollkommen zerzausten Haaren steht vor dem Fernseher Mit den Zähnen knirschend halluziniert sie, dass sie in der Fernsehshow einen Auftritt hat. Ein kleiner Blick von ihr nach links und sie erblickt den Kühlschrank. Wie eine tickende Zeitbombe springt der Kühlschrank hin und her und jagt der alten Frau, deren Augen schon mehr Ringe bekommen haben, als Muhammed Ali in seinem Leben Ringe bestiegen hat. Das nervöse Wrack genannt Sarah Goldfarb versucht den Kühlschrank zum Schweigen zu bringen, indem sie fünf ihrer farbigen Pillen schluckt. Das Leben scheint ein angenehmer- ein Hinterbleibsel für einen Traum:

REQUIEM FOR A DREAM.

Darren Aronofsky, Videoclip Regisseur- hier sein Kinodebut, schuf mit Requiem For A Dream eines der beeindruckendsten Drogendramen der Weltgeschichte. Die Story ist rasch erzählt:

Der junge Harry, seine attraktive Freundin Marion und ihr schwarzer Freund Tyrone fangen an Drogen zu verticken, um sich ein Modeatelier zu kaufen. Harry, der seine Mutter Sarah wegen seinem Vorhaben, das Modeatelier zu eröffnen im Stich ließ erhält von einer Fernsehshow das Angebot bei einer mitzumachen. Ihr Vorhaben in ihr altes rotes Kleid zu passen scheitert an ihrem Gewicht. Eine rasche Lösung muss her. Sie besucht einen Arzt, der ihr von einer Freundin empfohlen wurde. Alles scheint perfekt, doch die grausame Wendung für alle kommt plötzlich…

Requiem For A Dream erzählt das Schicksal der 4 genannten Figuren: Harry, Sarah, Marion und Tyrone… Alle 4 Hauptfiguren haben vor, ihre Ziele mit/ über Drogen zu erreichen und scheitern gleichzeitig auch wieder an denselben. Dabei schildert der Film das Schicksal seiner Figuren mit aller Härte, von ihrem glorreichen Anfang bis hin zu ihrem tragischen Ende, unweigerlich durch den Konsum ihrer Drogen hervorgerufen. Das dritte Drittel schildert den Absturz der Figuren mit aller schonungslosen Härte…
Dieses Ende des Films gehört zu dem emotional Anstrengendsten, was ich je in meinem Leben auf dem Bildschirm betrachten durfte. Aronofsky und sein Drehbuchautor Hubert Selby Jr., von dem die gleichnamige Novelle stammt zeigen keine Schonung- die Bilder die sie einem anmuten stellen keine Brutalität dar und sind dennoch so schockierend und verstörend wie das Bild einer Leiche aus dem Irakkrieg.
Nahezu kein Blut fließt, fast niemand wird getötet und trotzdem ist RFAD das Härteste und psychologisch Gewalttätigste, was ich je im Kino erleben durfte. Die mitreißende Story, der kongeniale Stil des Films, der nahezu reflexiv die Lebenseinstellung seiner Protagonisten widerspiegelt, die Schnitttechnik, der absolut grandiose Soundtrack von Clint Mansell und dem Kronos Quartett, der im Kopf noch lange Zeit nachhallt, die hervorragenden schauspielerischen Leistungen der Darsteller: Jared Leto, Jennifer Conelly, (grandios) Ellen Burstyn und Marlon Wayans (aus Scream)... alles vermischt sich zu einem unverwechselbaren Drama, das durch die Schicksale seiner Charaktere das Verhängnis von menschlichen Abhängigkeiten nach Drogen zeigt. Dabei hebt der Film keineswegs seinen "moralischen Zeigefinger", sondern schildert uns das Schicksal gewöhnlicher Menschen, die durch unglückliche Umstände sich in einen Sog aus Tragik verlieren, wobei jedoch unweigerlich auch sie selbst einen großen Anteil an ihrem Zugrundegehen haben…
Am Ende des Films schaut man mit offenem Mund auf den Bildschirm und schaltet mit mulmigem Gefühl den Fernseher ab. Die einen werden sagen: Gut zu wissen, dass mir so was nie passieren wird… Die anderen schweigen, und wissen, was sie mit der kleinen Tüte Kokain machen werden, die sie vielleicht erdealt hatten…

FAZIT:
Eines der hevorragendsten, aber härtesten Dramen der Filmgeschichte.


Originaltitel: Requiem For A Dream
Jahr: 2000
Dauer: 102 min
Genre: Drama
Regisseur: Darren Aronofsky
Schauspieler: Jared Leto, Ellen Burstyn, Jennifer Conelly, Marlon Wayans
Drehbuch: Hubert Selby Jr.
Land: USA

43 Bewertungen, 13 Kommentare

  • pudelsmile

    22.02.2006, 09:57 Uhr von pudelsmile
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr schöner Bericht! pudelsmile

  • anonym

    18.02.2006, 11:42 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh

  • Vicky

    11.02.2006, 12:09 Uhr von Vicky
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr hilfreich - Vicky

  • HiRD1

    09.02.2006, 00:44 Uhr von HiRD1
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH. Gruß, Ralf

  • Baby1

    29.01.2006, 14:29 Uhr von Baby1
    Bewertung: sehr hilfreich

    schöner und informativer Bericht LG Anita

  • Rebbi

    27.01.2006, 12:30 Uhr von Rebbi
    Bewertung: sehr hilfreich

    guter Bericht - sh

  • irmi1967

    25.01.2006, 16:13 Uhr von irmi1967
    Bewertung: sehr hilfreich

    den werde ich mir auch mal holen :-))

  • Lidlefood

    24.01.2006, 18:42 Uhr von Lidlefood
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich

  • AngelikaBS

    24.01.2006, 15:27 Uhr von AngelikaBS
    Bewertung: sehr hilfreich

    Viele liebe Grüße von Angelika :-)

  • tobbbbi

    24.01.2006, 15:06 Uhr von tobbbbi
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr schöner Bericht! :-) LG Tobias

  • bumbo

    24.01.2006, 15:00 Uhr von bumbo
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich, toller Bericht

  • lemsi

    24.01.2006, 13:43 Uhr von lemsi
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ein sehr ausführlicher Bericht ein sehr hilfreich von mir....würde mich über eine Gegenlesung sehr freuen...lg lemsi

  • morla

    24.01.2006, 13:17 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich