Requiem for a Dream (DVD) Testbericht

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Erfahrungsbericht von Realjackass

Ein Pflichtfilm, ebenso wichtig wie verstörend

Pro:

Symphatische Schauspieler, beeindruckende Bilder und Musik, Aussage, ein wichtiger Film

Kontra:

Eigentlich nichts

Empfehlung:

Ja

Mein heutiger Bericht handelt von einem nicht ganz alltäglichen - aber auf jeden Fall sehr wichtigem - Drama mit dem Namen \"Requiem for a Dream\". An dieser Stelle möchte ich noch kurz anmerken, dass ich es, bevor ich den Film gesehen hatte, beeindruckend fand, wieviele Berichte bei ciao.de über den Film existierten und dass JEDER den Film mit der Höchstwertung bewertet hat. Also wenn das kein Film ist, den man sich mal näher ansehen sollte, dann weiß ich auch nicht. Meine Erwartungen waren natürlich dementsprechend hoch und ob ich letztendlich enttäuscht oder überrascht war, erfahrt ihr jetzt.




Story
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Der Film verknüpft geschickt die Geschichte und Schicksale vierer armer Seelen zu einer großen, bewegenden Story:

Sara Goldfrab ist Ende 50 und lebt in einer kleinen Wohnung in absoluter Einsamkeit. Ihr Mann starb schon vor einigen Jahren und ihr Sohn Harry besucht sie nur noch sehr selten, um dann ihren Fernseher beim Pfandleiher gegen Geld einzutauschen, um sich so denn nächsten Schuß setzen zu können. Apropo Fernseher: Das ist Saras einziges Hobby: Sie sitzt tagein, tagaus vor ihrem Fernseher, um sich die \"Tappy Tibbons Show\" anzusehen. Als dann eines Tages Bewerbungsformulare dieser Show zu ihr geschickt werden, wird für die nette alte Dame ein Traum wahr. Allerdings möchte sie bei ihrem Fernsehauftritt gut aussehen und das rote Kleid anziehen, das sie auch bei Harry´s Schulabschluss trug. Mittlerweile hat Sara allerdings ein paar Kilo zugelegt und so greift sie zu Tabletten, um wieder in das Kleid zu passen. Die Sucht beginnt...

Der zweite Leidensweg ist der von Harry, wie eben schon gesagt Saras Sohn. Er besucht sie sehr selten und wenn, um so wieder an Stoff zu kommen. Diesen hat er auch nötig, denn er, seine hübsche Freundin Marion und sein Kumpel Tyron sind allesamt im Anfangsstadium der Drogensucht. So kommt man eines Tages auf die Idee, aus der Sucht anderer selbst Kapital zu schlagen und so fangen die drei an, mit Drogen zu dealen. Zwar nur im kleinen Stil, aber immerhin. Dann allerdings der Anfang vom Ende: Tyron landet im Knast und fast die gesamte Kohle geht für die Kaution drauf. Nun steht man wieder am Anfang, mit dem kleinen Unterschied, dass die eigene Sucht nun voll da ist. Von nun an geht es mit jedem der drei langsam aber sicher bergab..




Schauspieler
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Hier werde ich versuchen, auf jeden der vier Hauptakteure kurz und aussagekräftig einzugehen.

Harry Goldfrab wird gespielt von Jared Leto, ein recht bekannter Schauspieler. So war er doch schon in Streifen wie \"American Psycho\", \"Panic Room\" und auch \"Alexander\" zu sehen. Natürlich waren das nicht alle, aber wohl mal die bekanntesten. Was einem an diesem Mensch eindeutig als erstes auffällt, ist dass er rein optisch einiges hermacht. Das ist selbst mir als rein heterosexuellem Kerl gleich aufgefallen. Was aber noch wichtiger ist: Jared Leto hat es keinesfalls nötig, sich nur auf sein Aussehen reduzieren zu lassen, denn auch schauspielerisch leistet der Mann unglaubliches: Vom jungen Kerl mit einer Freundin, mit der zusammen man den Traum vom großen Geld hat, hin zum absoluten Wrack, einem Drogenopfer, das schließlich und letztendlich nur noch vor sich hin verreckt. Natürlich hätte die Rolle des Harry noch von vielen anderen gespielt werden können, aber Jared Leto war auf jeden Fall eine sehr gute Wahl und überzeugt voll und ganz.

Ähnliches lässt sich auch von Ellen Burstyn in der Rolle der Sara Goldfrab behaupten. Auch sie ist eine recht bekannte Schauspielerin, die ich persönlich noch aus \"Der Exorzist\" in Erinnerung hatte. Beeindruckend zu sehen, mit welcher intensität sie die absolut einsame Frau spielt, die nichts anderes mehr im Leben hat, als ihren Fernseher. Deswegen weiß man als Zuschauer nie so richtig, ob die Bewerbungsformulare wirklich gekommen sind, oder ob sich Sara das nur eingeredet hat. Und als die Frau dann anfängt, drei Mal am Tag zu Tabletten zu greifen, um auf ihr Wunschgewicht zu kommen, ist klar, wie das enden wird.. Zugegeben: Ich hätte nicht gedacht, dass der Schluß des ganzen dermaßen heftig ist, aber naja, darauf komme ich später zu sprechen. Ellen Burstyn passt deshalb so gut in diese Rolle, weil sie eine ganz normale Frau ist, eine der Sorte, der man morgens auch beim Bäcker begegnen könnte. Aus diesem Grund kann man sich auch gut mit ihr identifizieren.

Marion, gespielt von Jennifer Connelly und Tyron, gespielt von Marlon Wayans sind ebenfalls zwei sehr wichtige Charaktere, die aber nicht ganz die Präsenz von Harry oder Sara haben. Was vor allem bei Tyron auffällt, ist dass er eigentlich genau der Typ ist, der in anderen Filmen als der fröhliche Kiffer dargestellt wird (in Scary Movie hat dieser Schauspieler sogar einen gespielt!), hier wiederum erfährt er das ganze Leid des Drogenkonsums. Ganz nebenbei vermisst Tyron auch seine Mutter, mit der er viele schöne Erinnerungen hat. Marion hingegen möchte zu jedem Preis bei Harry bleiben, deshalb begann sie einst auch damit, Drogen zu nehmen. Nun, ich muss sagen, Jennifer Conelly spielt diesen Part zwar überzeugend, aber nicht weiter auffallend. So: Vier ziemlich gute Schauspieler, die es allesamt schaffen, sowohl anfängliche Unbeschwingtheit, als auch letztendlich das genau Gegenteil davon zu zeigen.




Daten zum Film
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Originaltitel: Requiem for a Dream
Alternativtitel: Delusion Over Addiction
Land: USA (2000)
Regie: Darren Aronofsky
Länge: ca. 97:04 Min
Freigabe: FSK 16
Indiziert: Nein
@ Realjackass




Die beste Version
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Insgesamt sind in Good Old Germany 2 Versionen erschienen, die beide von dem recht bekannten Label Highlight vertrieben werden. Zum Einen haben wir da eine obligatorische Single Disc Edition, auf der nur ein paar Trailer enthalten sind. Schon weitaus vollgestopfter fällt da die \"Premium Edition\" aus, also wer es immer größer und besser haben muss, sollte für höchstens 5 Euro mehr zu dieser Version greifen.




Kritik
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Manche Filme sind Standartstreifen, die es in dieser Form zig-Mal gibt, andere dienen einzig und allein der Unterhaltung, was sie aber recht gut schaffen, wiederum andere sind weitaus mehr als ein Film, da sie ihre Botschaft mit drastischen, dafür aber einprägsamen Bildern liefern. Zu dieser Sorte lässt sich ohne Frage auch \"Requiem for a Dream\" zählen, wahrscheinlich einer der schonungslosesten Filme zum Thema Drogen aller Zeiten. Während Streifen wie \"Fear and Loathing in Las Vegas\" den Drogenkonsum fast schon als etwas hinstellen, das absolut ok ist, ist dieser Film hier das absolute Gegenteil dazu, Drogen haben in diesem Film nichts, aber auch garnichts positives. Sie sind nur Mittel und Weg dazu, das eigene Leben absolut zu ruinieren, zu zerstören, dazu noch seine Freunde, Bekannte und allgemein alle Menschen, die einem etwas bedeuten. Das äußert sich darin, dass Harry, Sara, Marion und Tyron auch mal glücklich waren. Ok, Sara seit langer Zeit nichtmehr, aber auf jeden Fall erfreute sie sich ihrer Gesundheit. Doch dann kamen für alle die Drogen und mit diesen das unausweichliche Ende. Harry muss der Arm amputiert werden, außerdem wird er seine Geliebte Marion nie wieder sehen, stattdessen verottet er in einem tristen, dunklen Zimmer vor sich hin. Marion hingegen verkauft sich auf einer Sexorgie. Um an ein bisschen Stoff zu kommen, treibt sie es vor den Augen dutzender sabbernder Männer mit einer anderen Frau. Tyron, Harrys Kumpel, landet in einem Knast, in dem er von den sadistischen Wärtern nur verprügelt und erniedrigt wird. Er bereut sein Leben und will zurück zu seiner Mutter. Die bemitleidenswerteste Person aber ist Sara, die eher unfreiwillig in die Sucht geraten ist, alles nur, um der Einsamkeit zu entkommen. Letztendlich liegt auch sie in einer Psychatrie, bekommt nicht einmal mehr normale Sätze zustande und wird mit Elektroschocks therapiert. Soviel dazu, dass Drogen nichts schlimmes sein sollen.. Und achja, dass ich das Ende verraten habe tut bei \"Requiem for a Dream\" nichts zur Sache, da es ab einem gewissen Zeitpunkt eh klar ist, wie das ganze ausgeht.

Darren Aronofsky ist sicherlich kein Regisseur, wie es ihn an jeder Straßenecke gibt. Das hat er schon 1998 mit seinem Werk \"Pi\" bewiesen, welcher in seiner Aufmachung zwar sehr gewöhnungsbedürftig, dafür aber einzigartig war. Ähnliches lässt sich auch von \"Requiem for a Dream\" sagen. Die teilweise kalte Umgebung in der sich das ganze abspielt, vermischt sich mit wirren Drogenhalluznationen, Spielereien des Regisseurs, der stets umwerfenden Musik und und und.. Das alles fügt sich in ein beeindruckendes Gesamtbild. Zwar habe ich nun schon ein paar Filme gesehen, die sich, was die Aufmachung angeht, quasi vom Mainstream wegbewegen, aber ich finde es immer wieder aufs Neue faszinierend.

Wofür man den Film auch loben muss, ist dass er es schafft, den Zuschauer und die darin auftauchenden Personen auf die gleiche Ebene zu stellen. Klar, die meisten von \"uns\" nehmen keine Drogen, aber dadurch, dass die Schauspieler ziemlich symphatisch und im Fall von Sara auch extrem authentisch sind, entsteht eine gewisse Beziehung, die man nur aufbauen kann, wenn der Regisseur sein Handwerk versteht. Um so grausamer dann die letzten 10 Minuten, die von den Bildern und auch von der Musik her das zugleich faszinierendste, aber auch traurigste ist, was ich seit langem gesehen habe.




Fazit
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\"Requiem for a Dream\" ist sicherlich kein Film, den man sich mal nebenher mit ein paar Freunden ansieht, während man ein Bier nach dem anderen leert. Nein, eher das Gegenteil ist der Fall, man sollte den Film allein \"genießen\", damit sich seine volle Wirkung entfalten kann, damit man seine Aussage versteht und voll in die Geschichte eintauchen kann. Was auch noch zu erwähnen ist: Der Film macht eigentlich nie den Fehler, kitschig zu wirken, oder Szenen zu bringen, die für Dramen Standard sind.. Geniale Bilder, geniale Musik, beeindruckend und tiefgehend, genau das ist \"Requiem for a Dream\" und wer bereit ist, sich darauf einzulassen, wird den Kauf sicherlich nicht bereuen.. Ein Film der lange, lange in Erinnerung bleibt und genau das ist auch gut so!

Mfg
Realjackass

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