Requiem for a Dream (DVD) Testbericht
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Erfahrungsbericht von LilithIbi
Indisponiert.
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
===“Requiem for a dream“=== mich persönlich innerlich kälter lässt, als es womöglich bei anderen Guckern der Fall sein wird. So wundert es kaum, dass ich in der ersten halben Stunde fast schon ein wenig gelangweilt auf das Dreiergespann Harry (Jared Leto), Tyrone ( Marlon Wayans) und Marion (Jennifer Connelly) blickte, deren Masterplan vorsieht, Drogen zu kaufen, diese zu strecken, wieder zu verkaufen, neue, bessere Drogen zu kaufen, diese zu strecken... etc. blabla. Irgendwo schon niedlich, dass Harry seiner Marion mittels diesem Geldes einen eigenes Geschäft finanzieren möchte ~ allerdings ahnt der halbwegs intelligente Zuschauer bereits, dass aus dieser Traumfabrik schon im Prinzip nichts werden kann.
Besonders hervorzuheben bereits an dieser Stelle die Rolle von Harrys Mutter, Sara Goldfarb (Ellen Burstyn), die samt ihrer Schar berenteten Freundinnen oftmals wie auf der Hühnerstange vor dem Haus sitzt und einfach amüsant zu betrachten, respektive zu belauschen ist. Die Dialoge der gealterten Damen sind hier und dort einfach großartig, schlagfertig und liebenswert frech, während ich bereits an dieser Stelle nicht so ganz verstand, was es mit der steten laufenden TV-Show auf sich hat, deren Showmaster kurioserweise (oder eher: dämlicherweise) sogar zu Sara persönlich zu sprechen scheint.
Jenes soll wohl dahingehend gemeint sein, dass Sara völlig in ihrer TV-Welt aufgeht, sich oftmals hineinträumt, leidet diese laut ihrem Sohn doch an einer Art Fernsehsucht, was dem Umstand, dass Harry in regelmäßigen Abständen ihr TV-Gerät zum Pfandleier bringt, um sich Geld für Drogen zu verschaffen, nur noch dramatischer macht. Sara löst den Fernseher jedoch ohne zu murren immer wieder aus, scheinbar die Augen davor verschließend, wozu ihr Sohn das Geld dringend zu brauchen meint.
Im weiteren Verlauf schloss ich für meinen Teil Sara Goldfarb immer mehr ins Herz, eben weil ihre Geschichte an für sich die dramatischste ist. Nach einem Anruf eines Fernsehsenders fiebert sie ihrem vermeintlichen Show-Auftritt entgegen, versucht sich an einer Grapefruit & Ei Diät, da sie unbedingt in ihr rotes Kleid reinpassen möchte. Als dies nicht fruchtet, rät ihr eine Freundin zu einem Doktor, der gerne Schlankheitspillen verschreibt. Jene schlagen an, sorgen jedoch gleichermaßen für eine Persönlichkeitsveränderung wie auch Abhängigkeit. Die gegenüber Harry geäußerte Erklärung, warum es ausgerechnet dieses Kleid sein muss, geht wahnsinnig unter die Haut, berührt gleichermaßen wie ihre sinngemäße Äußerung
„Das ist immerhin ein Grund für mich, morgens aufzustehen. Dein Vater ist tot, du bist nicht hier... ich habe niemanden, um den ich mich kümmern kann.“
Die Frage, warum Harry ihr sodann lediglich ein paar Besuche extra verspricht und ihr überdies statt einem Haustier einen neuen Fernseher schenkt, stellt sich der Zuschauer sodann allerdings alleine.
Generell überzeugt die Rolle Saras durch die Bank am ehesten, was allerdings nicht heißen soll, dass man den anderen ihre Darbietungen nicht abnimmt. Möglicherweise liegt diese Interpretation schlicht und ergreifend daran, dass ich mich in diese Entwicklung am ehesten hineinfühlen konnte, eben weil Sara absolut unwissend und somit versehentlich süchtig wurde. Ein Thema, dem nach wie vor völlig andere Aufmerksamkeit geschenkt wird als den anderen Süchten, während ich darüberhinaus ja auch an mir selbst erkenne, dass ich die „Schuldfrage“ hier ganz anders festlege.
Darüber nachdenkenswertes involviert _“Requiem for a dream“_ also durchaus.
Tragischerweise geht mir in diesem Fall der eigentümliche Kamerastil, der gepaart mit schnellen Schnitten vermutlich irgendwo fetzig sein soll, derartig auf die Nerven, dass ich immer wieder aus der dramaturgischen Atmosphäre herausgerissen werde.
Der beinahe hauptsächliche Schwerpunkt wandert immer wieder zurück zu der großen Problematik, wie sehr Harry, Tyrone und Marion zwischenzeitlich unter Entzugserscheinungen leiden. Nachdem Marion nicht nur dem Zuschauer, sondern irgendwann auch ihrem Freund gehörig auf die Nerven geht, weist dieser sie an, sie möge sich doch gefälligst selbst um die Heranschaffung neuer Drogen sorgen. Wie in etwa sich dieses gestaltet, mag man sich binnen Sekunden vorstellen können.
Und so läuft es dann auch ab.
Also alles wie immer also.
Soll heißen: sonderlich überraschend gestaltet sich _„Requiem for a dream“_ meines Erachtens nach nicht und haut mich somit noch weniger vom Hocker als ähnlich gestrickte Werke, in denen man zumindest einen der Süchtigen besonders sympathisch fand. Obschon sich die Macher eindeutig Mühe gaben, das Trio einfühlsam als Menschen mit gewissen Träumen und Sehnsüchten darzustellen. Der Wunsch seitens Marian, sich mit ihren Entwürfen eine Existenz aufzubauen, stellt hier zwar durchaus einen gelungenen Ansatz dar, dementgegen geht alles, was nichts mit Drogen zu tun hat, jedoch viel zu sehr unter. Man sieht zwar ab und an Harry und Marian händchenhaltend über den Strand laufen, erfährt, dass Harry sich um seine Mutter sorgt... aber sonst... nada. Nur Drogen, Drogen, Drogen. Und ja, mir fehlt da eine weitere Tiefe, eine Information darüber, ob und was die Junkies sonst eigentlich noch so machen, wie, von was und vielleicht sogar wozu sie leben.
Einsamkeit, der Wunsch nach Anerkennung und eine gewisser Art Sinnsuche ist das, was die 4 Protagonisten genauso verbindet, wie schlussendlich ihr jeweiliger Untergang. Am härtesten traf mich, wie bereits mehrfach erwähnt, der Verlauf von Sara. Der Moment, in dem ihre Freundinnen schließlich auch erkennen, was mit ihr geschehen ist und sich weinend in die Arme fallen, geht wahnsinnig nahe, während ich mit den anderen dreien nur schwer mitleiden kann. Unabstreitbar gibt es eine wirklich fiese definitiv-ultimative Ekelszene, die schon ein wenig Mitgefühl auslöst... jenes jedoch im nächsten Moment, in dem Harry stoisch die nächste Spritze ansetzt, in einem Kopfschütteln endet.
===Summa summarum=== weiß ich immer noch nicht so recht, was ich nun von _“Requiem for a dream“_ halten soll. An für sich hätte ich mir gewünscht, dass man aus Saras Geschichte quasi einen eigenen Film gemacht und / oder zumindest ihren Sohn mitsamt seinen Kumpanen nicht ebenfalls als Süchtigen verbucht hätte. Auf der einen Seite mag es durchaus interessant sein, die verschiedenen Arten der Süchte und deren Entwicklungen zu folgen; auf der anderen Seite hätte man hier dann auch Nägel mit Köpfen machen und jedem der Darsteller seine eigene Sucht gönnen können. Wodurch der Film dann allerdings wieder etwas überladen wirken könnte.
Nichtsdestotrotz wundert mich immer noch, dass _“Requiem for a dream“ auf die obskure Liste der ,,25 gefährlichsten Filme" gesetzt wurde. Welche Filme ebenfalls dortig vertreten sind, entzieht sich meiner Kenntnis ~ und ist mir, offen gesagt, auch völlig egal.
Dass Drogen doof sind, weiß man entweder schon vor diesem Film oder lässt jene Weisheit weiterhin an sich abprallen. Die Moral wird Generation zugedrogt somit egal sein, was im Grunde das eigentliche Drama an dem Ganzen darstellt.
Somit bleibt's bei 3 soliden Sternen sowie einer wer-will-nochmal-wer-hat-noch-nicht Neutralitätsempfehlung.
45 Bewertungen, 7 Kommentare
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09.10.2011, 12:54 Uhr von Miraculix1967
Bewertung: sehr hilfreichSchönen Sonntag, SH und LG Miraculix1967
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04.10.2011, 03:14 Uhr von hameln58
Bewertung: sehr hilfreichliebe Grüße...Gina
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03.10.2011, 20:02 Uhr von sendorra
Bewertung: besonders wertvollIch fand den ja großartig. :-p
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03.10.2011, 16:37 Uhr von Iggiz
Bewertung: sehr hilfreichich freue mich über deine gegenlesung
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03.10.2011, 15:35 Uhr von katjafranke
Bewertung: sehr hilfreichSchönen Feiertag, KATJA
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03.10.2011, 14:58 Uhr von xSunnyx
Bewertung: sehr hilfreichSH ... Mit freundlichen Grüßen
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03.10.2011, 13:08 Uhr von sirikit06
Bewertung: sehr hilfreichWünsche Dir noch einen schönen Feiertag! LG
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