Resident Evil 4 (PS2 Spiel) Testbericht




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Auf yopi.de gelistet seit 01/2011
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Summe aller Bewertungen
- Grafik:
- Sound:
- Bedienung:
- Wird langweilig:
- Suchtfaktor:
- Spielanleitung:
Erfahrungsbericht von Zhao_Yun
Der Horror auf der PS2 ist zurück!
Pro:
Grafik, Atmosphäre, Gegner KI, Bosskämpfe
Kontra:
Rätsel zu einfach
Empfehlung:
Ja
Februar 2004, Las Vegas
Auf dem dortigem Capcom Gamer's Day wird Resident Evil 4 zum ersten Mal der internationalen Fachpresse vorgestellt. Geniale Präsentation und tolle Atmosphäre überzeugen selbst die größten aller Kritiker und viele sind sich einig: Resident Evil 4 wird der bis dato beste Teil der Serie. Allerdings gab es für PlayStation2 Besitzer einen kleinen Haken: Das Spiel sollte exklusiv für den Nintendo Gamecube entwickelt werden.
1. November 2004
Die Bombe platzt. Capcom kündigt eine Umsetzung von Resident Evil 4 auf der PS2 an und lässt alle Resi Fans auf der PlayStation 2 jubeln. Nachdem man jahrelang nur mit Ablegern wie Resident Evil Dead Aim oder Resident Evil Outbreak abgespeist wurde, gab es endlich wieder ein "richtiges" Resident Evil für Sonys Konsole und auf diesen möchte ich jetzt detailliert eingehen.
===== Die Story =====
Die Hauptfigur des Spieles ist wie schon in Resident Evil 2, das 1998 für die PlayStation 1 erschien, Leon S. Kennedy. Es war sein erster Tag als Polizist und diesen sollte er nie vergessen… Da er seinen Vorgesetzten kontaktieren will, aber komischerweise nicht erreicht, fährt er nach Raccoon City, um zu schauen, was da los ist, ohne sich dabei irgendwelche erste Gedanken zu machen. Als er ankommt ist die Stadt völlig zerstört, überall liegen Leichen auf der Straße… Zombies haben die Stadt unter ihrer Kontrolle….
Leon überlebt diesen Horrortrip nur knapp und unterzieht sich schließlich einer Spezialausbildung.
6 Jahre später, Leon ist mittlerweile in einer Spezialorganisation, die direkt dem US-Präsidenten unterstellt ist. Sein erster Auftrag führt ihn nach Europa, genauer zu sein, nach Spanien. Die Tochter des Präsidenten wurde entführt und alle Spuren führen in ein abgelegenes Dorf. Leon wird von 2 spanischen Polizisten in diese entlegene Gegend gefahren und erlebt schon bei seiner ersten Begegnung mit einem Dorfbewohner eine Überraschung. Anstatt ihm eine Auskunft zu geben, nimmt der Mann eine Axt und geht auf Leon los. Aus Notwehr heraus erschießt Leon den Mann und muss dann zusehen wie die zwei Polizisten im Polizeiwagen von einem Laster über die Klippe gestürzt werden. Hier beginnt der Horror Trip in Resident Evil 4…
===== Das Gameplay =====
Capcom hat mit dem vierten Teil der beliebten Survival-Horror Reihe mit vielen Traditionen gebrochen. Die größte ist wohl die Änderung der Gegner. In Resident Evil 4 wird euch kein einziger Zombie mehr über den Weg laufen. Stattdessen sind die Gegner böse Dorfbewohner bewaffnet mit Mistgabeln, Küchenmessern oder Sicheln, riesige "Bergtrolle" a la Herr der Ringe, Verrückte mit Kettensäge, die einem den Kopf absägen wollen, Rieseninsekten, mies gelaunten Mönchen etc. Diese Gegner sind viel intelligenter als ihre alten Zombiekollegen es waren. Sie tun sich in Gruppen zusammen und weichen auch schon mal aus, wenn man nach ihnen zielt. Auch in Häusern ist man nicht mehr sicher. Die Dorfbewohner treten Türen ein, schlagen Fenster ein oder stellen Leiter auf um ins Haus einzudringen.Warum die Dorfbewohner so geworden sind, erfährt man erst im Laufe des Spiels.
Jetzt lautet natürlich die Frage, wie man sich gegen diese Masse von Gegnern wehren soll. Dafür gibt es drei Möglichkeiten:
Die erste Variante besteht natürlich darin, die Gegner mittels Waffengewalt ins Jenseits zu befördern. Die Kamera befindet sich jetzt hinter der rechten Schulter und zoomt beim Zielen auf die rechte Schulter. Das Zielen wird durch einen Laserpointeraufsatz erleichtert, der sich auf jeder Waffe befindet. Das hat den Vorteil, dass man nicht mehr wie bei älteren Teilen nur noch entweder auf Kopf, Rumpf oder Beine schießen kann. Schießt man auf den Arm eines Dorfbewohners, der eine Axt in der Hand hält, lässt er sie vermutlich fallen. Effektiv ist es auch, wenn man einem Gegner, der auf einen zurennt in die Beine schießt, damit dieser stolpert und auf die Nase fliegt. Man kann sogar auf heran fliegende Äxte schießen um sie von ihrer Flugbahn abzulenken Während des Schießens kann sich Leon nicht noch gleichzeitig bewegen, außerdem bewegt er die Waffe relativ langsam, was dazu führt, dass man schon mal schnell Panik bekommt, wenn ein ganzer Haufen Gegner vor einem steht und Leon nur gemächlich zielt. Die Auswahl der Waffen ist größer als in den älteren Teilen. Nur fallen einem diese Waffen nicht mehr so einfach vor die Füße wie früher. Die meisten Waffen muss man für bares Geld beim Händler kaufen, der einem immer wieder über den Weg läuft. Dieser Händler wird einem noch sehr ans Herz wachsen, denn er hat so ziemlich alles was das Ballerherz begehrt. Über Pistolen bis hin zu Schrotflinten, Uzis, Magnums oder sogar einen Raketenwerfer. Das ist aber noch lange nicht alles, was der Händler zu bieten hat. Gegen Geld kann man seine Waffen in 4 Kategorien noch um mehrere Stufen verbessern (Ladegeschwindigkeit, Durchschlagskraft, Fassungsvermögen, Feuerrate). Die Waffen und alle anderen Gegenstände landen in einem Aktenkoffer, der aber leider nur begrenzten Platz hat. Man kann diesen zwar ein paar Mal vergrößern, aber es wird nicht reichen um alle Waffen zu besitzen, da auch Munition und Heilgegenstände rein müssen. Aber keine Sorge, in den Koffer passt wesentlich mehr rein als früher ins Inventar. Außerdem wurden die Truhen sowie die Farbbänder, mit denen man speichern konnte abgeschafft. Man speichert zwar immer noch an einer Schreibmaschine, aber man braucht keine Farbbänder mehr.
Doch jede Waffe nützt nicht viel, wenn man keine Munition mehr hat, was vor allem am Anfang des Spieles öfter passiert. Zum Glück hat Leon aber noch 2 andere Möglichkeiten um sich der Gegnerschar zu erwehren.
Hält man die L1 Taste gedrückt, zieht Leon sein Messer, womit er auf die Gegner losgehen kann. Das Messer eignet sich auch gut zum Zerschlagen von Fässern und Kisten, um nicht unnötig Munition zu verbrauchen.
Die andere Möglichkeit besteht darin, an einen Gegner ranzugehen bis am unteren Bildschirmrand "X - Tritt" eingeblendet wird. Mit einem Druck auf den X Knopf tritt Leon dem Gegner nun den Kiefer ein. Diese Methode ist sehr gut um eine große Meute "wegzukicken" wenn sie einem zu nahe kommen. Man muss aber schnell reagieren, da die eingeblendete Taste schnell verschwindet.
===== Die Bosskämpfe =====
Überhaupt sind diese Reaktion Kommandos ein wichtiger Bestandteil des Spiels, vor allem bei Bosskämpfen. Da Leon sich weder ducken noch sonst wie ausweichen kann, kann man meistens nur durch eingeblendete Reaktionskommandos todbringenden Angriffen ausweichen. Diese bestehen aber nicht immer nur aus einer Taste sondern auch schon mal aus 2 Tasten gleichzeitig. Die Bosskämpfe bilden ein weiteres Highlight dieses Spiels. Die Bosse sind allesamt riesig und ziemlich furchterregend und sind wie oben beschrieben meist nur durch gute Reaktionen besiegbar, aber unfair wird das Spiel eigentlich nie. Auch wenn man mal den Löffel abgibt… ein paar Versuche später hat man auch die Bosse geknackt.
===== Horror zu zweit =====
Nach ungefähr 3 Spielstunden kommen immer wieder Spielabschnitte in denen man noch Ashley, die Tochter des Präsidenten bei sich hat. Das Mädchen kann sich nicht verteidigen und muss daher immer von Leon beschützt werden. Stirbt sie, so ist das Spiel ebenso verloren. Zum Glück kann man aber per R2 Taste anordnen, dass sie an einem Ort wartet, während man die Gegner ummietet. Ein weiterer Druck auf R2 und sie folgt einem wieder. Die Gegner versuchen Ashley aber meist zu entführen und nicht zu töten. Haben sie das Mädchen erst einmal gepackt versuchen sie mit ihrer Beute so schnell wie möglich zu fliehen. Jetzt sollte man den Entführer mit einem gezielten Beinschuss zu Fall bringen, damit Ashley sich befreien kann. Man sollte aber stets aufpassen, dass man Ashley nicht trifft.
Im Kampf duckt sich das Mädchen automatisch, wenn Leon in ihre Richtung zielt und steht so auch nie wirklich im Weg.
===== Rätsel =====
Es gibt wie in den älteren Teilen zwar immer noch viele Rätsel, die ein bisschen Abwechslung bringen, aber sie sind bei weitem nicht mehr so schwer zu knacken wie es noch früher der Fall war. Capcom konzentriert sich da eher auf die Action in diesem Teil.
===== Die Zwischensequenzen =====
Dass man in diesem Spiel immer auf der Hut sein muss beweisen auch die zahlreichen Zwischensequenzen. Nicht selten muss man auch in Zwischensequenzen in einzelnen Momenten eine bestimmte Tastenkombination drücken um nicht getötet zu werden. Zum Beispiel einem Felsbrocken oder sogar einem Messer ausweichen. Legt man also das Pad in einer Zwischensequenz weg, um sich zum Beispiel ein bissen Wasser zu genehmigen, kann das ganz schnell den virtuellen Bildschirmtod bedeuten.
===== Die Grafik/Präsentation =====
Auch wenn die Grafik gegenüber der Gamecube Version leichte Abstriche hinnehmen musste (weniger Details oder Polygone), kann sich die Grafikpracht auf der in die Jahre gekommenen PS2 trotzdem sehen lassen. Alles ist sehr detailliert und mit viel Liebe gestaltet worden. Auch die Orte sind alle sehr schön düster aufgemacht und überzeugen durch Abwechslung. Leon passiert u. a einen düsteren Friedhof, eine verlassene Minengegend, ein altes prächtiges Schloss oder eine befestigte Inselfestung.
===== Veränderungen zur Gamecube Version =====
Dass die PS2 Version grafisch schwächer als die Gamecube Version ist, wird durch die Ps2 exklusiven Extras mehr als wettgemacht. Auf der Ps2 hat man die Möglichkeit, 5 Extra Kapitel aus der Sicht von Ada Wong zu spielen. Die Frau in Rot läuft Leon im Spiel immer mal wieder über den Weg. In diesen 5 Extra Kapiteln erfährt man endlich ihre wahren Ziele und diese weisen ein paar Überraschungen auf. Das Gameplay bleibt relativ gleich, außer dass es nicht mehr so viele Waffen gibt und der Händler auch kaum neue zur Verfügung hat. Außerdem verfügt Ada über kein Messer, was sie sehr abhängig von Munition macht.
Spielt man dieses Spiel durch bekommt man die Chicago Typewriter, ein Maschinengewehr mit unendlich Munition, die man für 1 Million Pesetas im Hauptspiel erwerben kann.
Andere Extras wären 2 Bonuswaffen (Armbrust und PRL 412) und ein Mafiosokostüm für Leon. Für Resi Freaks, die schon die Gamecube Version gespielt haben, aber mehr über Ada erfahren wollen können hier auch noch mal zugreifen.
===== Minispiele =====
Hat man das Spiel durchgespielt, schaltet man automatisch 2 Minispiele frei. Das eine wäre "Adas Assignment", eine Kurzmission bei der ihr auch wieder in die Rolle von Ada Wong schlüpft. Das andere wäre "Mercaneries". In diesem Minispiel gilt es, in einer bestimmten Zeit so viele Gegner wie möglich zu töten. Man kann die Gesamtzeit erhöhen, indem man Zeitboni aufsammelt. Am Anfang steht nur Leon als Charakter zur Auswahl, erreicht man aber auf allen 5 Maps eine hohe Wertung, so kann man noch 4 andere Charaktere und eine Waffe für das Hauptspiel freischalten.
Diese beiden Spiele wurden aber in der deutschen Version gestrichen. Wer aber dennoch in den Genuss dessen kommen will, greift am besten auf die österreichische Version zurück.
===== Survival Horror? =====
Als letztes möchte ich noch auf den Punkt eingehen, ob Resident Evil 4 überhaupt noch als Survival Horror bezeichnet werden kann und ich sage ja.
Auch wenn der Horror in dem Spiel anders aussieht als in den vorherigen Teilen ist es trotzdem immer noch ein ziemlicher Kampf ums nackte Überleben. Wenn man sich in einem Haus verbarrikadiert und von allen Fenstern wilde Dorfbewohner reinstürmen so erzeugt das bei einem Spieler schon mal Angst. Geht einem die Munition aus, kommt Panik hinzu. Resident Evil 4 hält einen Spieler stundenlang mit Spannung an der Konsole. Man fühlt sich verfolgt, beobachtet. Aus jedem Haus könnte irgendein Verrückter herausstürmen, der einem ans Leder will. Selbst in Zwischensequenzen bekommt man keine Ruhe gegönnt.
Subtilen Horror, wie durch das Fenster springende Hunde während man vorbeiläuft, gibt es nur noch selten, was ich aber nicht schlimm fand.
Ich hatte jedenfalls das Gefühl, mich dauernd in einer Stresssituation zu befinden und das erzeugt den "Horror" in diesem Spiel. Das einzige Mal im Spiel, an dem ich es wirklich mit der Angst zu tun bekam war als ich mich in einem Kanaltunnel befand und immer wieder aus den Augen einer Bestie sehe, dass sie einem immer näher kommt. In dem Moment wusste man, dass einem etwas auf den Fersen ist. Man weiß nicht was, aber man denkt an riesige Schlangen oder sonstige Ungetüme.
===== Fazit =====
Resident Evil 4 ist meiner Meinung nach mit Abstand der beste Teil der Serie. Das Spiel hat eine unglaublich gute Grafik und erzeugt eine unglaublich gute Atmosphäre. Die gute Gegner KI, die gelungenen Bosskämpfe und die Spannung, die bei diesem Spiel aufkommt tragen ihren teil dazu bei. Man kann Capcom eigentlich nur dafür danken, dass sie die Serie total umgekrempelt haben, denn Zombies habe ich in diesem Spiel keine Sekunde vermisst. Dazu war ich einerseits viel zu beschäftigt und andererseits sind mir die neuen Gegner viel lieber. Die neue Kamera ist am Anfang gewöhnungsbedürftig, aber erfüllt ihren Zweck gut. Kameraprobleme habe ich eigentlich nie gehabt. Die einzigen Kontra Punkte, die man anfügen könnte wären vielleicht die zu einfachen Rätsel und auf die deutsche Version bezogen, die Streichung der beiden Minispiele.
Zur Portierung kann ich nur sagen, dass es auf jeden Fall eines der besseren geworden ist. Die Grafik ist zwar wie oben beschrieben ein bisschen schlechter, aber ist für PS2 Verhältnisse immer noch sehr gut. Die PS2 exklusiven Boni machen dies auf jeden Fall wieder wett. Ich spreche also eine deutliche Kaufempfehlung für jeden PS2 Besitzer aus, der auch nur ein bisschen gefallen an diesem Genre findet. Wer dieses Spiel nicht besitzt ist selber Schuld ;-)
Ich hoffe, ich konnte euch mit meinem Bericht dieses Spiel näher bringen und euch eine Kaufentscheidung erleichtern.
Mfg, Zhao_Yun
für ciao.de und yopi.de
Auf dem dortigem Capcom Gamer's Day wird Resident Evil 4 zum ersten Mal der internationalen Fachpresse vorgestellt. Geniale Präsentation und tolle Atmosphäre überzeugen selbst die größten aller Kritiker und viele sind sich einig: Resident Evil 4 wird der bis dato beste Teil der Serie. Allerdings gab es für PlayStation2 Besitzer einen kleinen Haken: Das Spiel sollte exklusiv für den Nintendo Gamecube entwickelt werden.
1. November 2004
Die Bombe platzt. Capcom kündigt eine Umsetzung von Resident Evil 4 auf der PS2 an und lässt alle Resi Fans auf der PlayStation 2 jubeln. Nachdem man jahrelang nur mit Ablegern wie Resident Evil Dead Aim oder Resident Evil Outbreak abgespeist wurde, gab es endlich wieder ein "richtiges" Resident Evil für Sonys Konsole und auf diesen möchte ich jetzt detailliert eingehen.
===== Die Story =====
Die Hauptfigur des Spieles ist wie schon in Resident Evil 2, das 1998 für die PlayStation 1 erschien, Leon S. Kennedy. Es war sein erster Tag als Polizist und diesen sollte er nie vergessen… Da er seinen Vorgesetzten kontaktieren will, aber komischerweise nicht erreicht, fährt er nach Raccoon City, um zu schauen, was da los ist, ohne sich dabei irgendwelche erste Gedanken zu machen. Als er ankommt ist die Stadt völlig zerstört, überall liegen Leichen auf der Straße… Zombies haben die Stadt unter ihrer Kontrolle….
Leon überlebt diesen Horrortrip nur knapp und unterzieht sich schließlich einer Spezialausbildung.
6 Jahre später, Leon ist mittlerweile in einer Spezialorganisation, die direkt dem US-Präsidenten unterstellt ist. Sein erster Auftrag führt ihn nach Europa, genauer zu sein, nach Spanien. Die Tochter des Präsidenten wurde entführt und alle Spuren führen in ein abgelegenes Dorf. Leon wird von 2 spanischen Polizisten in diese entlegene Gegend gefahren und erlebt schon bei seiner ersten Begegnung mit einem Dorfbewohner eine Überraschung. Anstatt ihm eine Auskunft zu geben, nimmt der Mann eine Axt und geht auf Leon los. Aus Notwehr heraus erschießt Leon den Mann und muss dann zusehen wie die zwei Polizisten im Polizeiwagen von einem Laster über die Klippe gestürzt werden. Hier beginnt der Horror Trip in Resident Evil 4…
===== Das Gameplay =====
Capcom hat mit dem vierten Teil der beliebten Survival-Horror Reihe mit vielen Traditionen gebrochen. Die größte ist wohl die Änderung der Gegner. In Resident Evil 4 wird euch kein einziger Zombie mehr über den Weg laufen. Stattdessen sind die Gegner böse Dorfbewohner bewaffnet mit Mistgabeln, Küchenmessern oder Sicheln, riesige "Bergtrolle" a la Herr der Ringe, Verrückte mit Kettensäge, die einem den Kopf absägen wollen, Rieseninsekten, mies gelaunten Mönchen etc. Diese Gegner sind viel intelligenter als ihre alten Zombiekollegen es waren. Sie tun sich in Gruppen zusammen und weichen auch schon mal aus, wenn man nach ihnen zielt. Auch in Häusern ist man nicht mehr sicher. Die Dorfbewohner treten Türen ein, schlagen Fenster ein oder stellen Leiter auf um ins Haus einzudringen.Warum die Dorfbewohner so geworden sind, erfährt man erst im Laufe des Spiels.
Jetzt lautet natürlich die Frage, wie man sich gegen diese Masse von Gegnern wehren soll. Dafür gibt es drei Möglichkeiten:
Die erste Variante besteht natürlich darin, die Gegner mittels Waffengewalt ins Jenseits zu befördern. Die Kamera befindet sich jetzt hinter der rechten Schulter und zoomt beim Zielen auf die rechte Schulter. Das Zielen wird durch einen Laserpointeraufsatz erleichtert, der sich auf jeder Waffe befindet. Das hat den Vorteil, dass man nicht mehr wie bei älteren Teilen nur noch entweder auf Kopf, Rumpf oder Beine schießen kann. Schießt man auf den Arm eines Dorfbewohners, der eine Axt in der Hand hält, lässt er sie vermutlich fallen. Effektiv ist es auch, wenn man einem Gegner, der auf einen zurennt in die Beine schießt, damit dieser stolpert und auf die Nase fliegt. Man kann sogar auf heran fliegende Äxte schießen um sie von ihrer Flugbahn abzulenken Während des Schießens kann sich Leon nicht noch gleichzeitig bewegen, außerdem bewegt er die Waffe relativ langsam, was dazu führt, dass man schon mal schnell Panik bekommt, wenn ein ganzer Haufen Gegner vor einem steht und Leon nur gemächlich zielt. Die Auswahl der Waffen ist größer als in den älteren Teilen. Nur fallen einem diese Waffen nicht mehr so einfach vor die Füße wie früher. Die meisten Waffen muss man für bares Geld beim Händler kaufen, der einem immer wieder über den Weg läuft. Dieser Händler wird einem noch sehr ans Herz wachsen, denn er hat so ziemlich alles was das Ballerherz begehrt. Über Pistolen bis hin zu Schrotflinten, Uzis, Magnums oder sogar einen Raketenwerfer. Das ist aber noch lange nicht alles, was der Händler zu bieten hat. Gegen Geld kann man seine Waffen in 4 Kategorien noch um mehrere Stufen verbessern (Ladegeschwindigkeit, Durchschlagskraft, Fassungsvermögen, Feuerrate). Die Waffen und alle anderen Gegenstände landen in einem Aktenkoffer, der aber leider nur begrenzten Platz hat. Man kann diesen zwar ein paar Mal vergrößern, aber es wird nicht reichen um alle Waffen zu besitzen, da auch Munition und Heilgegenstände rein müssen. Aber keine Sorge, in den Koffer passt wesentlich mehr rein als früher ins Inventar. Außerdem wurden die Truhen sowie die Farbbänder, mit denen man speichern konnte abgeschafft. Man speichert zwar immer noch an einer Schreibmaschine, aber man braucht keine Farbbänder mehr.
Doch jede Waffe nützt nicht viel, wenn man keine Munition mehr hat, was vor allem am Anfang des Spieles öfter passiert. Zum Glück hat Leon aber noch 2 andere Möglichkeiten um sich der Gegnerschar zu erwehren.
Hält man die L1 Taste gedrückt, zieht Leon sein Messer, womit er auf die Gegner losgehen kann. Das Messer eignet sich auch gut zum Zerschlagen von Fässern und Kisten, um nicht unnötig Munition zu verbrauchen.
Die andere Möglichkeit besteht darin, an einen Gegner ranzugehen bis am unteren Bildschirmrand "X - Tritt" eingeblendet wird. Mit einem Druck auf den X Knopf tritt Leon dem Gegner nun den Kiefer ein. Diese Methode ist sehr gut um eine große Meute "wegzukicken" wenn sie einem zu nahe kommen. Man muss aber schnell reagieren, da die eingeblendete Taste schnell verschwindet.
===== Die Bosskämpfe =====
Überhaupt sind diese Reaktion Kommandos ein wichtiger Bestandteil des Spiels, vor allem bei Bosskämpfen. Da Leon sich weder ducken noch sonst wie ausweichen kann, kann man meistens nur durch eingeblendete Reaktionskommandos todbringenden Angriffen ausweichen. Diese bestehen aber nicht immer nur aus einer Taste sondern auch schon mal aus 2 Tasten gleichzeitig. Die Bosskämpfe bilden ein weiteres Highlight dieses Spiels. Die Bosse sind allesamt riesig und ziemlich furchterregend und sind wie oben beschrieben meist nur durch gute Reaktionen besiegbar, aber unfair wird das Spiel eigentlich nie. Auch wenn man mal den Löffel abgibt… ein paar Versuche später hat man auch die Bosse geknackt.
===== Horror zu zweit =====
Nach ungefähr 3 Spielstunden kommen immer wieder Spielabschnitte in denen man noch Ashley, die Tochter des Präsidenten bei sich hat. Das Mädchen kann sich nicht verteidigen und muss daher immer von Leon beschützt werden. Stirbt sie, so ist das Spiel ebenso verloren. Zum Glück kann man aber per R2 Taste anordnen, dass sie an einem Ort wartet, während man die Gegner ummietet. Ein weiterer Druck auf R2 und sie folgt einem wieder. Die Gegner versuchen Ashley aber meist zu entführen und nicht zu töten. Haben sie das Mädchen erst einmal gepackt versuchen sie mit ihrer Beute so schnell wie möglich zu fliehen. Jetzt sollte man den Entführer mit einem gezielten Beinschuss zu Fall bringen, damit Ashley sich befreien kann. Man sollte aber stets aufpassen, dass man Ashley nicht trifft.
Im Kampf duckt sich das Mädchen automatisch, wenn Leon in ihre Richtung zielt und steht so auch nie wirklich im Weg.
===== Rätsel =====
Es gibt wie in den älteren Teilen zwar immer noch viele Rätsel, die ein bisschen Abwechslung bringen, aber sie sind bei weitem nicht mehr so schwer zu knacken wie es noch früher der Fall war. Capcom konzentriert sich da eher auf die Action in diesem Teil.
===== Die Zwischensequenzen =====
Dass man in diesem Spiel immer auf der Hut sein muss beweisen auch die zahlreichen Zwischensequenzen. Nicht selten muss man auch in Zwischensequenzen in einzelnen Momenten eine bestimmte Tastenkombination drücken um nicht getötet zu werden. Zum Beispiel einem Felsbrocken oder sogar einem Messer ausweichen. Legt man also das Pad in einer Zwischensequenz weg, um sich zum Beispiel ein bissen Wasser zu genehmigen, kann das ganz schnell den virtuellen Bildschirmtod bedeuten.
===== Die Grafik/Präsentation =====
Auch wenn die Grafik gegenüber der Gamecube Version leichte Abstriche hinnehmen musste (weniger Details oder Polygone), kann sich die Grafikpracht auf der in die Jahre gekommenen PS2 trotzdem sehen lassen. Alles ist sehr detailliert und mit viel Liebe gestaltet worden. Auch die Orte sind alle sehr schön düster aufgemacht und überzeugen durch Abwechslung. Leon passiert u. a einen düsteren Friedhof, eine verlassene Minengegend, ein altes prächtiges Schloss oder eine befestigte Inselfestung.
===== Veränderungen zur Gamecube Version =====
Dass die PS2 Version grafisch schwächer als die Gamecube Version ist, wird durch die Ps2 exklusiven Extras mehr als wettgemacht. Auf der Ps2 hat man die Möglichkeit, 5 Extra Kapitel aus der Sicht von Ada Wong zu spielen. Die Frau in Rot läuft Leon im Spiel immer mal wieder über den Weg. In diesen 5 Extra Kapiteln erfährt man endlich ihre wahren Ziele und diese weisen ein paar Überraschungen auf. Das Gameplay bleibt relativ gleich, außer dass es nicht mehr so viele Waffen gibt und der Händler auch kaum neue zur Verfügung hat. Außerdem verfügt Ada über kein Messer, was sie sehr abhängig von Munition macht.
Spielt man dieses Spiel durch bekommt man die Chicago Typewriter, ein Maschinengewehr mit unendlich Munition, die man für 1 Million Pesetas im Hauptspiel erwerben kann.
Andere Extras wären 2 Bonuswaffen (Armbrust und PRL 412) und ein Mafiosokostüm für Leon. Für Resi Freaks, die schon die Gamecube Version gespielt haben, aber mehr über Ada erfahren wollen können hier auch noch mal zugreifen.
===== Minispiele =====
Hat man das Spiel durchgespielt, schaltet man automatisch 2 Minispiele frei. Das eine wäre "Adas Assignment", eine Kurzmission bei der ihr auch wieder in die Rolle von Ada Wong schlüpft. Das andere wäre "Mercaneries". In diesem Minispiel gilt es, in einer bestimmten Zeit so viele Gegner wie möglich zu töten. Man kann die Gesamtzeit erhöhen, indem man Zeitboni aufsammelt. Am Anfang steht nur Leon als Charakter zur Auswahl, erreicht man aber auf allen 5 Maps eine hohe Wertung, so kann man noch 4 andere Charaktere und eine Waffe für das Hauptspiel freischalten.
Diese beiden Spiele wurden aber in der deutschen Version gestrichen. Wer aber dennoch in den Genuss dessen kommen will, greift am besten auf die österreichische Version zurück.
===== Survival Horror? =====
Als letztes möchte ich noch auf den Punkt eingehen, ob Resident Evil 4 überhaupt noch als Survival Horror bezeichnet werden kann und ich sage ja.
Auch wenn der Horror in dem Spiel anders aussieht als in den vorherigen Teilen ist es trotzdem immer noch ein ziemlicher Kampf ums nackte Überleben. Wenn man sich in einem Haus verbarrikadiert und von allen Fenstern wilde Dorfbewohner reinstürmen so erzeugt das bei einem Spieler schon mal Angst. Geht einem die Munition aus, kommt Panik hinzu. Resident Evil 4 hält einen Spieler stundenlang mit Spannung an der Konsole. Man fühlt sich verfolgt, beobachtet. Aus jedem Haus könnte irgendein Verrückter herausstürmen, der einem ans Leder will. Selbst in Zwischensequenzen bekommt man keine Ruhe gegönnt.
Subtilen Horror, wie durch das Fenster springende Hunde während man vorbeiläuft, gibt es nur noch selten, was ich aber nicht schlimm fand.
Ich hatte jedenfalls das Gefühl, mich dauernd in einer Stresssituation zu befinden und das erzeugt den "Horror" in diesem Spiel. Das einzige Mal im Spiel, an dem ich es wirklich mit der Angst zu tun bekam war als ich mich in einem Kanaltunnel befand und immer wieder aus den Augen einer Bestie sehe, dass sie einem immer näher kommt. In dem Moment wusste man, dass einem etwas auf den Fersen ist. Man weiß nicht was, aber man denkt an riesige Schlangen oder sonstige Ungetüme.
===== Fazit =====
Resident Evil 4 ist meiner Meinung nach mit Abstand der beste Teil der Serie. Das Spiel hat eine unglaublich gute Grafik und erzeugt eine unglaublich gute Atmosphäre. Die gute Gegner KI, die gelungenen Bosskämpfe und die Spannung, die bei diesem Spiel aufkommt tragen ihren teil dazu bei. Man kann Capcom eigentlich nur dafür danken, dass sie die Serie total umgekrempelt haben, denn Zombies habe ich in diesem Spiel keine Sekunde vermisst. Dazu war ich einerseits viel zu beschäftigt und andererseits sind mir die neuen Gegner viel lieber. Die neue Kamera ist am Anfang gewöhnungsbedürftig, aber erfüllt ihren Zweck gut. Kameraprobleme habe ich eigentlich nie gehabt. Die einzigen Kontra Punkte, die man anfügen könnte wären vielleicht die zu einfachen Rätsel und auf die deutsche Version bezogen, die Streichung der beiden Minispiele.
Zur Portierung kann ich nur sagen, dass es auf jeden Fall eines der besseren geworden ist. Die Grafik ist zwar wie oben beschrieben ein bisschen schlechter, aber ist für PS2 Verhältnisse immer noch sehr gut. Die PS2 exklusiven Boni machen dies auf jeden Fall wieder wett. Ich spreche also eine deutliche Kaufempfehlung für jeden PS2 Besitzer aus, der auch nur ein bisschen gefallen an diesem Genre findet. Wer dieses Spiel nicht besitzt ist selber Schuld ;-)
Ich hoffe, ich konnte euch mit meinem Bericht dieses Spiel näher bringen und euch eine Kaufentscheidung erleichtern.
Mfg, Zhao_Yun
für ciao.de und yopi.de
10 Bewertungen, 4 Kommentare
-
26.08.2006, 17:15 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichsh von mir für dich :) grüßle
-
25.08.2006, 19:44 Uhr von LilaLisa
Bewertung: sehr hilfreichSUPER Bericht!!! Liebe Grüsse Lisa
-
25.08.2006, 14:27 Uhr von Vicky
Bewertung: sehr hilfreich* Sehr hilfreich - Vic *
-
25.08.2006, 13:48 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichsh :o)
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