Resident Evil - Apocalypse (DVD) Testbericht

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Erfahrungsbericht von CiscoGianino

Der \"Triple X\" unter den Zombiefilmen

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Videospiel-Verfilmungen sind bisher selten – oder sollte man vielleicht lieber sagen nie – gelungen. Egal ob nun bei „Tomb Raider“, „Mortal Kombat“ oder „House of the Dead“ wurde stets die Action beibehalten, aber leider auch die wenig gehaltvolle Story. „Resident Evil: Apocalypse“ bildet da keine Ausnahme.

Der Film schließt gleich dort an, wo beim Vorgänger Schluss war: Alice (Milla Jovovich) war Angestellte des Umbrella-Konzerns, die unter der fiktiven Stadt Racoon City in einem geheimen Forschungslabor, genannt Hive, biologische Waffen entwickelte. Durch einen Zwischenfall brach der T-Virus aus, der Menschen in Zombies verwandelte. Nur Alice überlebte das Inferno und stand zum Ende des ersten Teils in den Straßen von Racoon City, die aussahen als wäre ein Krieg ausgebrochen.
Hier setzt nun Teil 2 ein: In der Stadt ist tatsächlich eine Art Krieg im Gange, denn der T-Virus verbreitet sich unter den Bewohnern der Stadt. Also lässt der Umbrella-Konzern unter der Leitung von Major Cain (Thomas Kretschmann) Racoon City abriegeln und hat vor, die Stadt mit einer Atomexplosion zu vernichten um alle Spuren zu verwischen.
Zwischen all den Zombie-Horden rotten sich in der Stadt die letzten Überlebenden zusammen. Unter ihnen natürlich Alice, die von Umbrella anscheinend genetisch verändert wurde und nun über Superkräfte verfügt, die Polizistin Jill Valentine (Sienna Guillory), der Soldat Carlos Olivera (Oded Fehr), eine nervige Reporterin und natürlich der Hollywood typische Quoten-Schwarze, der für die lustig gemeinten, aber dumm rüberkommenden Sprüche zuständig ist.
Diese bunt zusammengewürfelte Gruppe schließt nun einen Handel mit einem Wissenschaftler: Wenn sie seine Tochter finden, dann will er sie aus Racoon City herausholen, doch Cain gefällt dies gar nicht und schickt ihnen Nemesis auf den Hals, eine hünenhafte Kreatur, die neuerdings sogar über Raketenwerfer und Gattling-Gun verfügt...

Schrottfilmer Paul Anderson, der der Menschheit schon so „großartige“ Filme wie „Mortal Kombat“ oder „Soldier“ schenkte, quälte vor gut zwei Jahren mit Teil 1 sein Publikum und das so erfolgreich, dass eine Fortsetzung her musste. Diesmal verbrach Anderson jedoch nur das Drehbuch und so kam der bisherige Second-Unit-Kameramann Alexander Witt, der zuvor an Filmen wie „Fluch der Karibik“ oder „Triple X“ mitwerkeln durfte, die Gelegenheit, einmal zu zeigen was er als Regisseur so kann – oder besser gesagt: nicht kann.

„Resident Evil: Apocalypse“ wird kein Meisterwerk – das war von Anfang an klar. Mit etwas Glück erwartet einen recht unterhaltsame Prolo-Action, doch sogar dieses Minimalziel kriegte Witt nicht auf die Reihe. Nur plump Motive aus früheren Actionhits wie „RoboCop“ oder „Die Klapperschlange“ zusammenrühren, macht noch keinen guten Actionfilm. Witt hat keinerlei Gespür für Tempo (besonders wenn es darum geht, dieses wieder zu verlangsamen) oder Räumlichkeiten. Während die meisten Shoot-Outs noch erträglich sind, werden die Nahkämpfe zur wahren Belastungsprobe für die Augen: Unkontrollierbar hektisch wird die Kamera in wirren Reißschwenks hin und hergerissen – dazu dröhnt möglichst laute Metal-Mucke aus den Boxen. So lange es laut und schnell ist, interessiert sich der Zuschauer ja ohnehin nicht dafür, was wir da zeigen und eine vernünftige Choreographie sparen wir uns auch noch, mag sich da der eine oder andere von der Produktionsfirma gedacht haben...

Die Darsteller sind ähnlich mies: Ex-Model Milla Jovovich zeigt mal wieder eindrucksvoll, dass sie nicht schauspielern kann, da hilft es auch nichts, wenn sie den ganzen Film nur mit einem dünnen Hauch von Garnichts bekleidet rumläuft. Ihre starre Mimik befähigt sie gerade mal dazu einen der Zombies zu spielen und ihr grimmiger Gesichtsausdruck erinnert auch ziemlich an einen Untoten, der gerade Menschenfleisch wittert. Die Produzenten sind mal wieder klar übers Ziel hinausgeschossen: Anstatt einer starken Heldin wurde hier eine unsympathische Proll-Schlampe porträtiert. Ähnlich verhält es sich auch mit Sienna Guilleroy, die als Jill Valentine zwar genauso gestylt wurde wie im Videospiel, doch auch nicht mehr kann als gut in knappen Outfits auszusehen. Auch die männliche Garde, egal ob Thomas Kretschmann als soziopathischer Major, Oded Fehr als knallharter Soldat oder Mike Epps als nerviger comical sidekick, bleibt insgesamt blass.
Das hölzerne Spiel der Darsteller wird noch verstärkt durch die sauschlechte Synchronisation der Verleihfirma Constantin: Wie häufig bei dieser Firma sind besonders die Stimmen der Frauen von irgendwelchen Laiensprechern schlecht eingesprochen und passen überhaupt nicht zu den Charakteren. Also an dieser Stelle mal an Constantin: Ihr habt euch ja schon einiges geleistet, aber „Resident Evil: Apocalypse“ ist mit dieser Synchro nicht kinofähig. Sowas kann man als Billiglabel als Videopremiere raushauen, aber nicht als Kinoauswertung.

Was gibt es sonst noch über „Resident Evil“ zu sagen bzw. zu meckern? Die Wendung zum Schluss, in der sich Nemesis gegen seine Schöpfer wendet ist genauso vorhersehbar wie bescheuert, die langzüngigen Licker-Monster können ihre digitale Herkunft kaum verhehlen und die Story dient nur dazu, ein paar Actionszenen zusammenzuhalten. Sobald es an der Zeit wäre, die Umstände oder Charaktere dem Zuschauer etwas näher zu bringen, springt auch schon der nächste Zombie aus seinem Versteck und schon geht das Geballer und Gekloppe von vorne los. Überhaupt scheint dies der einzige Schockeffekt zu sein, dessen sich der Film bedient: Irgendwo kommt wieder ein Untoter ach so unerwartet raus, grunzt ein wenig und versucht die Protagonisten zu beißen. Was beim ersten mal noch halbwegs vernünftig funktioniert, ist spätestens nach der zehnten Wiederholung nur noch langweilig.
Auch muss man sagen, dass das Zombie-Make-up, eine der wenigen wirklichen Stärken des Vorgängers, stark nach gelassen hat. Anfangs in der Polizeistation sehen die Untoten mit ihren grün angemalten Gesichtern aus, als seien sie aus dem Billig-Trasher „Sumpf der lebenden Toten“ entsprungen.

Der Schluss lässt natürlich wieder alles für einen obligatorischen dritten Teil offen, den nun wirklich keiner brauch, denn „Resident Evil: Apocalypse“ ist noch mieser als Teil 1. Mögen werden den Film wohl nur irgendwelche Kiddies, die auch Vin Diesel für cool halten...



Originaltitel: Resident Evil 2: Apocalypse
Produktionsland & -jahr: GB/Deutschland 2004
Regie: Alexander Witt
Darsteller: Milla Jovovich, Sienna Guillory, Oded Fehr, Thomas Kretschmann, Mike Epps, Zack Ward

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