Der Fürst der Finsternis (Taschenbuch) / Rice Anne Testbericht

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ab 11,89
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Erfahrungsbericht von Schauig

Oder die Geschichte von Lestat de Lioncourt

Pro:

spannende Geschichte mit philosophischen Fragestellungen

Kontra:

gibts keins

Empfehlung:

Nein

Dieses Buch ist der zweite Band in der Chronik der Vampire von Anne Rice. Es handelt von Lestat de Lioncourt und seiner „Verwandlung zum Vampir“.
Dieses Buch bezieht sich etwas auf die ersten Geschichte der Chronik der Vampir „ Gespräch mit dem Vampir“ welches als „Interview mit einem Vampir“ verfilmt wurde.
In erster Line handelt es sich beim Fürst der Finsternis um eine Vampirgeschichte, wobei es aber nicht die platte Darstellung von menschenmordenden Monstern ist, sonder doch schon philosophische Fragestellungen streift.
Wir begegnen Lestat im 20. Jh. und zwar exakt 1984. Er beginnt hier uns retrospektiv seine Geschichte zu erzählen, allerdings nicht ohne sich über das erste Buch, die Darstellung des Louis aus „Gespräch mit dem Vampir“ auszulassen.
Wir erfahren von seinem Leben als Mensch und wie er zu seinem Beinamen Wolftöter kam. Er beschreibt seine Unzufriedenheit auf dem Schloß seiner Familie und seine Beziehung zu seinem Freund Niklas, mit dem er nach Paris flüchtet. In Paris begegnet Lestat Magnus, der ihn zum Vampir macht unter der Bedingung, daß Lestat ihm beim Sterben behilflich ist. Lestat beschreibt dann seine Gefühle als Vampir, das Erschrecken aber auch die Erkenntnis von neuen Möglichkeiten. Er beschreibt sein Leben in Paris und wie er starke und schöne Vampire aus seiner unmittelbaren Umgebung erschafft. Lestat trifft in Paris auf die Kinder der Finsternis, einem alten Vampirorden und lernt dort Armand kennen. Letzten Endes flüchtet Lestat aus Paris und begibt sich auf eine Reise zum Ort des Ursprungs der Vampire und auf die Suche nach einem der ältesten Vampire. Nach zahlreichen Entbehrungen wird Lestat von diesem Vampir gefunden und erfährt von ihm seine Geschichte.

Ich habe den Inhalt des Buches nur kurz umrissen. Einerseits ist es wirklich eine angenehme, spannende Vampirgeschichte, aber beim Lesen des Buches stößt man auf mehr, auf die Frage, ob ewiges Leben tatsächlich anstrebenswert sei. Wo man für sich moralische grenzen setzt und ob man diese dann verletzt. Es geht auch um den Umgang miteinander, wieweit kann ich über das Leben des anderen bestimmen und wieweit lässt sich dieser das Gefallen. Diese Gedanken tauchen aber nicht oberflächlich, plakativ mit mahnendem Zeigefinger auf, sondern Anne Rice verpackt sie wunderbar in der spannenden, erotischen und mitreißenden Geschichte des Lestat.

Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen, ich mag ja auch Vampirgeschichten, diese dunkle Seite hat schon etwas Anziehendes. Angenehm überrascht war ich dann über die doch durchaus tiefgründigen Fragestellungen des Buches. Mich hat das Buch jedenfalls gefesselt. Durch den gut lesbaren Stil quält man sich nicht durch das Buch, sondern man liest es „so weg“. Jedem, der sich ein wenig mit Vampirgeschichten anfreunden kann, würde ich dieses Buch ans Herz legen. Es sei aber gesagt, daß man besser das erste Buch gelesen haben sollte, da sich doch einige Aussagen auf dieses Buch beziehen. Zum Verständnis der Story ist es aber nicht unbedingt wichtig.

Ich habe dieses Buch als Taschenbuchausgabe geschenkt bekommen. Die ISBN-Nr. lautet: 3-442-09842-4, der Preis bei amazon beträgt zur Zeit 9,00 €.

Hier noch eine kleine Kostprobe:

„ Ich schritt vor zum Altar, wie ein Kind in der Kirche. Kurz vor ihnen blieb ich stehen und sah ihnen direkt in die Augen, die in ihrer Tiefe und ihrem Glanz fast allzu wirklich waren. Mit unendlicher Sorgfalt war jede Wimper, jedes Haar ihrer schwarzen, leicht geschwungenen Augenbrauen angebracht worden. … Und wie alle Statuen oder bemalten Figuren, die geradeaus blicken, schienen sie mich anzusehen… ‚Sie leben!’ sagte ich. ‚Das sind keine Statuen! Das sind Vampire, genau wie wir.’“ (Seite 416 – 417)

Viel Spaß beim Lesen wünscht Euch Schauig.

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