Rendezvous mit einem Mörder (Taschenbuch) Testbericht

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Auf yopi.de gelistet seit 06/2004
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Erfahrungsbericht von vampire-lady
antike Technik in der Zukunft
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Ich habe vor einiger Zeit bereits den zweiten Roman aus der Eve-Dallas-Reihe von J. D. Robb gelesen, als anspruchslos aber lesbar betrachtet und mich daher nun mit dem ersten Teil der Serie beschäftigt: „Rendezvous mit einem Mörder“ von Blanvalet für € 8,- erhältlich.
Mit Eve Dallas und ihrem Alias J. D. Robb hat sich die anscheinend recht bekannte Autorin Nora Roberts ein zweites Standbein geschaffen. Während Roberts meines Wissens nach im Genre der Frauen-/Liebesroman-Literatur beheimatet ist, versucht Robb sich mit Krimis, in denen die Ermittlerin Eve Dallas im Zentrum steht. In ein paar Wochen wird bereits der neunte Roman der Reihe erscheinen:
Rendezvous mit einem Mörder
Tödliche Küsse
Eine mörderische Hochzeit
Bis in den Tod
Der Kuss des Killers
Mord ist ihre Leidenschaft
Ein gefährliches Geschenk
Liebesnacht mit einem Mörder
Der Tod ist mein(erscheint Februar 05)
Mit Eve wurde einmal mehr eine ziemlich kaputte Polizistenfigur kreiert. Eve kennt ihre wahre Identität nicht, sie wurde als 8jährige in üblen Zustand aufgegriffen, ohne Erinnerung an ihr Vorleben und ins Heim gesteckt. Ihre einzige Erinnerung ist, daß ihr Vater sie sexuell missbraucht und geprügelt hat. Die meiste Zeit verdrängt sie das aber. Eve lebt vollständig für ihren Beruf und hat sich mit 30 Jahren bereits bei der Polizei sehr verdient gemacht, weshalb man ihr nun einen Mordfall mit Geheimstufe anvertraut. Eine Prostituierte ist übelst zusammengeschossen worden – dummerweise ist sie die Enkelin eines radikalen Präsidentschaftskandidaten. Das Opfer soll nicht das Einzige bleiben und Eve erhält die Filme der Morde nach Hause geschickt. Eve gerät unter immensen Druck, einerseits durch ihre Vorgesetzten, andererseits durch den Senator bzw. Großvater des ersten Opfers. Außerdem muß sie Zusammenhänge zwischen den Morden und ihrer eigenen verdrängten Vorgeschichte verpacken. Nebenbei gerät der geheimnisvolle Millionär Roarke in die Ermittlungen. Eve muß ihn zwangsläufig verdächtigen, fühlt sich andererseits mehr als nur zu ihm hingezogen und will an seine Unschuld glauben.
Der Krimi ist einfach geschrieben und folgt einem geraden Handlungsstrang ohne große Überraschungen, dafür mit einigen Klischees bis hin zum vollen Griff ins Klo – kann aber auf den anderen Seite unterhalten.
Eve Dallas ist eine Figur mit der man sich anfreunden kann. Nicht schön und nicht elegant, dafür besticht sie durch ihre Unabhängigkeit, ihre Stärke und ihren trockenen Humor, von dem ich gern mehr hätte. Geradezu unglaublich scheint es, warum sich Roarke ausgerechnet in Eve verliebt. Er wirkt wie ihr Gegenteil, gesellschaftlich angesehen und elegant. Aber er ist ein Mann mit einer ebenfalls sehr lebendigen und geheimnisvollen Vergangenheit. Eigentlich mehr ein Abenteurer als ein Geschäftsmann. Irgendwo zwischen Remington Steele, Thomas Crown und Rhett Butler. Ein sehr klassischer Heldentyp eben, von dem sich sogar die gute Eve irgendwo beschützen lässt – man merkt wo Roberts ihre Wurzeln hat.
Besonders helle war die Art, wie Roarke in Eve’s Leben eingeführt wird dann aber nicht. Er gerät in den Verdacht, weil er ein Opfer kannte, er zufällig Waffen sammelt und ihm auch noch das Haus des Opfers gehört (wie viele andere auch). Trotzdem ist es nicht sehr logisch, daß er ins Zwielicht gerät, da Eve die Tatwaffen an den Tatorten findet und er ihr seine Exemplare zuhause vorlegen kann. Er passt in keinster Weise als möglicher Verdächtiger. So funktioniert aber auch die Klischeevorstellung „Bulle verliebt sich in potentiellen Mörder“ überhaupt nicht.
Der Actiongehalt ist recht niedrig. Die Autorin versucht mitunter Eve ein Alltagsleben zu geben, indem sie einen Schokoriegel kauft und in einen Überfall gerät, die Frage ist nur, warum? Das bringt doch die Geschichte nicht weiter! Für die Schilderung von solider Polizeiarbeit ist das wohl nicht der richtige Platz. Am Ende folgt der obligatorische Showdown. Auch hier nichts neues an der Front. Der Mörder ist gefasst, alles scheint friedlich, aber schon Mike Myers war nicht totzukriegen. Aus dem Nichts heraus steht Eve ihm allein gegenüber.
Die Lösung des Falles? Nicht nach meinem Geschmack. Sie ist einfach zu dick aufgetragen, für einen derart niedlichen Krimi. Nicht nur, daß Eve’s eigenen Vergangenheit über den Kindesmissbrauch wieder hoch kocht, hinzu kommt noch große Politik und die pure Lust am Töten. Einfach etwas viel für die 380 Seiten.
Besonders prall finde ich auch in diesem Buch die Idee, die Handlung in die Zukunft zu verlegen nicht, bzw. besser gesagt die Umsetzung ist es nicht. Die Autorin hat meiner Ansicht nach keine große Ahnung von Science-Fiction. Auf der einen Seite mag die Idee natürlich ganz gut sein. Statt an die Realität gebunden zu sein, die jeder Leser schließlich nachvollziehen kann, hat der Autor die Möglichkeit eigene Gesetzmäßigkeiten zu entwickeln und selbst die Regeln aufzustellen. Gewisse Ideen der Autorin sind auch wirklich ganz nett. Auch die Tatsache, daß sie die Sci-Fi-Aspekte nicht zu sehr übertreibt, kann man nur begrüßen. Ganz witzig fand ich den Hinweis, daß Schüler Autoren wie John Grisham oder Stephen King in Eve’s Welt als Klassiker in der Schule behandeln. Auf der anderen Seite arbeitet Robb aber auch mit Dingen, die sich schon heute selbst überholen.
Abschließend noch ein Wort zur Erzählperspektive, die ich als merkwürdig inkonsequent empfand. Meiner Ansicht nach aus purer Effekthascherei. Der Erzähler bevorzugt eigentlich ausschließlich die Perspektive von Eve. In den Szene mit Roarke wechselt der Erzähler aber auch gern und oft recht plötzlich zu Roarke und seinen Gedanken zum Thema Eve. Mir wäre das wohl nicht weiter aufgefallen, wäre ich nicht beim Lesen darüber gestolpert, also dran hängen geblieben. Zur Effekthascherei: Mord Nummer zwei wird dann zu Beginn der Szene aus der Perspektive des Opfers geschildert. Während der Szene wechselt die Perspektive zum Mörder. Auch dies bringt die Geschichte nicht weiter – denn Eve bekommt später sowieso das ganze auf Diskette.
Das Buch ist als pures Entertainment ganz ok, allerdings gibt es auch reine Entertainmentbücher, die wesentlich stimmiger und temporeicher sind.
Mit Eve Dallas und ihrem Alias J. D. Robb hat sich die anscheinend recht bekannte Autorin Nora Roberts ein zweites Standbein geschaffen. Während Roberts meines Wissens nach im Genre der Frauen-/Liebesroman-Literatur beheimatet ist, versucht Robb sich mit Krimis, in denen die Ermittlerin Eve Dallas im Zentrum steht. In ein paar Wochen wird bereits der neunte Roman der Reihe erscheinen:
Rendezvous mit einem Mörder
Tödliche Küsse
Eine mörderische Hochzeit
Bis in den Tod
Der Kuss des Killers
Mord ist ihre Leidenschaft
Ein gefährliches Geschenk
Liebesnacht mit einem Mörder
Der Tod ist mein(erscheint Februar 05)
Mit Eve wurde einmal mehr eine ziemlich kaputte Polizistenfigur kreiert. Eve kennt ihre wahre Identität nicht, sie wurde als 8jährige in üblen Zustand aufgegriffen, ohne Erinnerung an ihr Vorleben und ins Heim gesteckt. Ihre einzige Erinnerung ist, daß ihr Vater sie sexuell missbraucht und geprügelt hat. Die meiste Zeit verdrängt sie das aber. Eve lebt vollständig für ihren Beruf und hat sich mit 30 Jahren bereits bei der Polizei sehr verdient gemacht, weshalb man ihr nun einen Mordfall mit Geheimstufe anvertraut. Eine Prostituierte ist übelst zusammengeschossen worden – dummerweise ist sie die Enkelin eines radikalen Präsidentschaftskandidaten. Das Opfer soll nicht das Einzige bleiben und Eve erhält die Filme der Morde nach Hause geschickt. Eve gerät unter immensen Druck, einerseits durch ihre Vorgesetzten, andererseits durch den Senator bzw. Großvater des ersten Opfers. Außerdem muß sie Zusammenhänge zwischen den Morden und ihrer eigenen verdrängten Vorgeschichte verpacken. Nebenbei gerät der geheimnisvolle Millionär Roarke in die Ermittlungen. Eve muß ihn zwangsläufig verdächtigen, fühlt sich andererseits mehr als nur zu ihm hingezogen und will an seine Unschuld glauben.
Der Krimi ist einfach geschrieben und folgt einem geraden Handlungsstrang ohne große Überraschungen, dafür mit einigen Klischees bis hin zum vollen Griff ins Klo – kann aber auf den anderen Seite unterhalten.
Eve Dallas ist eine Figur mit der man sich anfreunden kann. Nicht schön und nicht elegant, dafür besticht sie durch ihre Unabhängigkeit, ihre Stärke und ihren trockenen Humor, von dem ich gern mehr hätte. Geradezu unglaublich scheint es, warum sich Roarke ausgerechnet in Eve verliebt. Er wirkt wie ihr Gegenteil, gesellschaftlich angesehen und elegant. Aber er ist ein Mann mit einer ebenfalls sehr lebendigen und geheimnisvollen Vergangenheit. Eigentlich mehr ein Abenteurer als ein Geschäftsmann. Irgendwo zwischen Remington Steele, Thomas Crown und Rhett Butler. Ein sehr klassischer Heldentyp eben, von dem sich sogar die gute Eve irgendwo beschützen lässt – man merkt wo Roberts ihre Wurzeln hat.
Besonders helle war die Art, wie Roarke in Eve’s Leben eingeführt wird dann aber nicht. Er gerät in den Verdacht, weil er ein Opfer kannte, er zufällig Waffen sammelt und ihm auch noch das Haus des Opfers gehört (wie viele andere auch). Trotzdem ist es nicht sehr logisch, daß er ins Zwielicht gerät, da Eve die Tatwaffen an den Tatorten findet und er ihr seine Exemplare zuhause vorlegen kann. Er passt in keinster Weise als möglicher Verdächtiger. So funktioniert aber auch die Klischeevorstellung „Bulle verliebt sich in potentiellen Mörder“ überhaupt nicht.
Der Actiongehalt ist recht niedrig. Die Autorin versucht mitunter Eve ein Alltagsleben zu geben, indem sie einen Schokoriegel kauft und in einen Überfall gerät, die Frage ist nur, warum? Das bringt doch die Geschichte nicht weiter! Für die Schilderung von solider Polizeiarbeit ist das wohl nicht der richtige Platz. Am Ende folgt der obligatorische Showdown. Auch hier nichts neues an der Front. Der Mörder ist gefasst, alles scheint friedlich, aber schon Mike Myers war nicht totzukriegen. Aus dem Nichts heraus steht Eve ihm allein gegenüber.
Die Lösung des Falles? Nicht nach meinem Geschmack. Sie ist einfach zu dick aufgetragen, für einen derart niedlichen Krimi. Nicht nur, daß Eve’s eigenen Vergangenheit über den Kindesmissbrauch wieder hoch kocht, hinzu kommt noch große Politik und die pure Lust am Töten. Einfach etwas viel für die 380 Seiten.
Besonders prall finde ich auch in diesem Buch die Idee, die Handlung in die Zukunft zu verlegen nicht, bzw. besser gesagt die Umsetzung ist es nicht. Die Autorin hat meiner Ansicht nach keine große Ahnung von Science-Fiction. Auf der einen Seite mag die Idee natürlich ganz gut sein. Statt an die Realität gebunden zu sein, die jeder Leser schließlich nachvollziehen kann, hat der Autor die Möglichkeit eigene Gesetzmäßigkeiten zu entwickeln und selbst die Regeln aufzustellen. Gewisse Ideen der Autorin sind auch wirklich ganz nett. Auch die Tatsache, daß sie die Sci-Fi-Aspekte nicht zu sehr übertreibt, kann man nur begrüßen. Ganz witzig fand ich den Hinweis, daß Schüler Autoren wie John Grisham oder Stephen King in Eve’s Welt als Klassiker in der Schule behandeln. Auf der anderen Seite arbeitet Robb aber auch mit Dingen, die sich schon heute selbst überholen.
Abschließend noch ein Wort zur Erzählperspektive, die ich als merkwürdig inkonsequent empfand. Meiner Ansicht nach aus purer Effekthascherei. Der Erzähler bevorzugt eigentlich ausschließlich die Perspektive von Eve. In den Szene mit Roarke wechselt der Erzähler aber auch gern und oft recht plötzlich zu Roarke und seinen Gedanken zum Thema Eve. Mir wäre das wohl nicht weiter aufgefallen, wäre ich nicht beim Lesen darüber gestolpert, also dran hängen geblieben. Zur Effekthascherei: Mord Nummer zwei wird dann zu Beginn der Szene aus der Perspektive des Opfers geschildert. Während der Szene wechselt die Perspektive zum Mörder. Auch dies bringt die Geschichte nicht weiter – denn Eve bekommt später sowieso das ganze auf Diskette.
Das Buch ist als pures Entertainment ganz ok, allerdings gibt es auch reine Entertainmentbücher, die wesentlich stimmiger und temporeicher sind.
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