Robin Hood - Legend of Sherwood (PC Strategiespiel) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von Cuchulainn1981
Besiegt den Sheriff von Nottingham!!!
Pro:
Packende Mittelalteratmosphäre, geniale Grafik, drei Schwierigkeitsgrade, schöne Musik, realistische Geräusche, riesige Burgen
Kontra:
Potraits am unteren Bildschirmrand nerven manchmal, gelegentlich nervende Schreie der Figuren, sehr zeitintensiv
Empfehlung:
Ja
Nach dem Erfolg Desperados nun der neue Strategiehit von Spellbound.
Über das Spiel:
Über Robin Hood brauche ich wohl nicht mehr viel zu sagen. Wer kennt den Rächer der Witwen und Waisen nicht? Dennoch eine kurze Beschreibung der Handlung.
König Richard von England zieht in die Kreuzzüge. Während seiner Abwesenheit vertraut er sein Land seinem Bruder Prinz John an. Doch bei seiner Rückkehr gerät der König in Gefangenschaft des Herzogs Leopold, der eine enorme Summe als Lösegeld fordert. Doch Prinz John denkt nicht daran, das Lösegeld zu zahlen, um seinen Bruder zu befreien. Statt dessen möchte er König von England werden.
In der Armee Richards war auch der junge Robin von Locksley. Als dieser jedoch nach Hause zurückkehrt, muss er feststellen, dass der grausame Sheriff von Nottingham ihn seiner Ländereien beraubt hat und das Volk unterdrückt, indem er ihm immense Steuern auferlegt. Robin, nun ein Geächteter, beschließt, sich in den Sherwood Forest zu verstecken und den Kampf gegen den Sheriff und den korrupten Prinzen zu beginnen, um den Armen zu helfen und das Lösegeld für seinen König aufzutreiben.
Jetzt übernimmt der Spieler die Steuerung über Robin Hood und seine Kameraden. Alle wichtigen Personen sind da: Little John, Lady Marian, Bruder Tuck, Will Scarlett. Auf der anderen Seite sind da natürlich: Prinz John, Sheriff von Nottingham und der widerliche Guy von Gisbourne. Nun geht es darum, Prinz John um seine gestohlenen Reichtümer zu erleichtern, Robuns Kameraden zu befreien und die Burgen seiner Verbündeten zu verteidigen. Doch um diese Aufgaben zu lösen genügt es nicht, mit Schwert und Bogen bewaffnet durch die Gegend zu laufen und jeden Gegner zu töten. Statt dessen ist taktisches Denken gefragt, denn die Soldaten des Sheriffs sind stets in der Überzahl. Dazu haben Robin und seine Kameraden einen Haufen Tricks und Ablenkungsmanöver auf Lager.
- Werfen eines Goldbeutels: Robin kann einen Beutel voller Gold werfen, der aufplatzt und seinen wertvollen Inhalt über dem Boden verteilt. Einige Soldaten stürzen sich auf das Geld und schlagen sich gegenseitig nieder vor lauter Gier. Doch nicht alle Soldaten reagieren darauf. Dieser Trick funktioniert auch nicht, wenn Offiziere in der Nähe sind. Diese rufen ihre Männer dann zur Ordnung.
- Schlagen: Gegner können niedergeschlagen werden. Sie sterben dabei nicht, sondern liegen nur für einige Zeit am Boden. Je größer die Sterne über ihren Köpfen, desto länger bleiben sie liegen. Einige Soldaten brauchen zwei oder mehr Schläge, bevor sie am Boden liegen.
- Fesseln: Bewusstlose Gegner können gefesselt werden. Damit sind sie ausgeschaltet, bis die Mission beendet ist oder sie befreit werden.
Gegner tragen: Starke Charaktere können Bewusstlose oder Tote tragen und verstecken. Dies ist enorm wichtig, um nicht entdeckt zu werden.
- Pfeifen: Mit einem Pfiff kann man Soldaten von ihrem Posten in eine Falle locken. Doch einige Soldaten kämpfen gegen ihre Neugier an und ignorieren den Pfiff einfach.
- Wespennest werfen: Ein ganz besonders übler Trick. Bruder Tuck wirft ein Wespennest auf feindliche Soldaten. Die Viecher krabbeln in die Rüstungen der Feinde und lenken diese eine Zeitlang ab.
- Bier: Es gibt biersüchtige Soldaten, die sich mit einem Krug Bier leicht von ihrem Posten locken lassen. Doch nicht jeder Ritter mag Bier.
- Äpfel werfen: Auch das Werfen von Äpfeln ist ein gutes Ablenkungsmanöver, das jedoch ebenfalls einige Ritter nicht berührt. Diese bleiben stur auf ihrem Posten.
- Netze werfen: Mit gezielt geworfenen Netzen kann man Gegner einfangen und so ausschalten.
- Kräuter: Die Kameraden geraten öfter in einen Kampf und werden meistens verwundet. Doch zum Glück gibt es Kräuter, mit denen man die ärgsten Verletzungen behandeln kann.
Es gibt noch andere Fähigkeiten, die ich jetzt nicht erwähnt habe.
Nicht jeder Soldat reagiert gleich auf die oben genannten Provokationen. Einige fallen auf jeden Trick rein, während andere Ritter nicht so leicht zu unüberlegten Taten zu bringen sind. Aber letztendlich haben sie alle ihren Schwachpunkt. Es gilt nur, diesen zu finden und auszunutzen.
Neben Robins Kameraden und den feindlichen Soldaten werdet ihr in den Burgen und Städten Englands auch auf viele Zivilisten treffen. Diese reagieren verschiedenen auf die Helden in Strumpfhosen. Die Ärmsten unter ihnen empfinden Sympathie für Robins Sache und helfen ihm gelegentlich sogar. Andere, vor allem Edelleute, sind Verbündete des Sheriffs und schreien direkt nach der Wache, sobald sie einmen Gründgewandeten entdecken. Eine besondere Schwierigkeit sind die Umrisse. Wenn man einen Schauplatz betritt, sind statt den Nichtspielerfiguren nur Schatten zu sehen. Man kann nicht identifizieren, ob es sich um Freund oder Feind handelt, es ist nur zu sehen, dass dort jemand steht. Um ihn zu identifizieren und so eine wirksame Strategie entwickeln zu können, müssen die Helden erst relativ nah an die Personen herankommen – und dann kann es schon zu spät sein.
Hilfreich sind die Bettler, die aufgrund der harten Abgaben überall in England zu finden sind. Für großzügige Spenden geben sie hilfreiche Tipps. Diese können zum Beispiel sein, dass sie Umrisse enttarnen, erklären, wo sich wichtige Gegenstände oder Personen zur Erfüllung einer Mission befinden, usw. Das Geld ist gut investiert.
Interessant sind auch die verschiedenen Arten von Missionen, die es gibt. In den meisten Missionen müssen sich Robin und seine Gefährten in eine Burg einschleichen und einen Auftrag erledigen. Aufträge sind zum Beispiel die Befreiung Will Scarletts, ein Treffen mit Lady Marian, die Rettung Bruder Tucks, bis zu Prinz Johns Thronsaal vordringen, usw. Dann gibt es noch einige andere Missionen:
1.Hinterhaltsmissionen: Robin braucht Geld für die Befreiung des Königs. Und was wäre besser geeignet als Transporte des Prinzen zu überfallen. Bei diesen Missionen ist das Ziel oft eine Kutsche oder ein Steuereintreiber, die von einer großen Anzahl Soldaten begleitet werden. Die Geächteten überfallen diese im Wald und müssen versuchen, das Gold zu rauben. Dazu gibt es Zielscheiben an den Bäumen, die Fallen auslösen. Doch der Einsatz der Fallen muss wohl überlegt sein, denn wenn man sie zum falschen Zeitpunkt einsetzt, kann man einen großen Vorteil verlieren.
2.Verteidigungsmissionen: Robin muss seinen Verbündeten im Kampf beistehen. Deren Burgen werden von den Soldaten des Prinzen angegriffen und müssen sich verteidigen. Robin hat nun die Aufgabe drei Wappen zu bekommen. Diese kann er erlangen, indem er sie kauft, Kameraden zur befreundeten Festung entsendet oder einen feindlichen Transport überfällt.
3.Angriffmissionen: In diesen Missionen muss Robin seinen Verbündeten bei der Belagerung einer feindlichen Burg beistehen. Auch hier gilt es Wappen zu erhalten, dieses Mal zwölf. Sechs bekommt er durch die oben genannten Möglichkeiten (siehe Verteidigungsmission), die anderen sechs muss er selbst gewinnen, indem er sich in die Burg einschleicht. Dort müssen z.B. Zugbrücken heruntergelassen oder feindliche Offiziere ausgeschaltet werden.
Mit fast jeder Mission erhält Robin neue Kameraden. Und je gnädiger er mit den Soldaten des Feindes umgeht, desto mehr Zulauf erhält er. Deswegen tötet so wenig Gegner wie möglich. Schaltet sie aus, fesselt und versteckt sie, wenn möglich. Es soll angeblich möglich sein, das Spiel zu schaffen ohne einen Feind zu töten. Ich habe es nicht geschafft.
Während den Missionen können die Kameraden, die im Hauptquartier bleiben, ihre Schieß- und Fechtkünste trainieren oder Gegenstände wie Beutel, Netze und Bier herstellen. Sie müssen sich also nicht langweilen.
Doch das Spiel ist nicht einfach, man muss vieles bedenken. Die Lautstärke der Schritte auf einem bestimmten Untergrund, die individuelle Lautstärke einiger Charaktere, die verschiedenen Reaktionen der Gegner, das Wetter, die Helligkeit (ist es Tag oder Nacht?), usw. Eine gute Hilfe ist das Einblenden von Sichtkegeln. Diese zeigen an, welchen Bereich die Nichtspielercharaktere gerade einsehen können. Doch leider kann nur ein Sichtkegel gleichzeitig angezeigt werden. Meistens muss das Timing und die Zusammenarbeit der Charaktere klappen. Man muss sich viel Zeit nehmen, um den Gegner zu beobachten und die nächsten Schritte zu planen. Niemals überstürzt handeln, immer vorsichtig und mit Bedacht. Und natürlich gehört neben strategischem Denken auch eine gehörige Portion Glück dazu. Eben wie im wirklichen Leben.
Steuerung:
Einfacher kann eine Steuerung kaum sein. Das Spiel lässt sich bequem mit der Maus steuern. Ihr erteilt den Charakteren ihre Befehle über kleine Bilder. Charaktere werden durch Anklicken markiert, durch einen Klick an eine Stelle der Karte gehen sie zu diesem Ort, mit einem Doppelklick laufen sie.
Grafik:
Die Grafik ist einfach fantastisch. Allein der Vorspann ist atemberaubend. Darin kann man den Kampf Robins gegen einige Soldaten des Sheriffs bewundern, die gerade eine Frau und deren Vater und Sohn ausplündern. Selbstverständlich haben die Soldaten gegen die trickreichen Robin keine Chance. In dem Film sind die Bewegungen der Gesichtsmuskeln und die Gesichtsausdrücke der Personen erkennbar. Das Erstaunen des feindlichen Offiziers beim Anblick Robins, sein herablassendes Verhalten gegenüber den Armen, die Angst der Frau und des Jungen, als sich der kräftige Offizier ihnen nähert. Die Bewegungen sind absolut realistisch. Der Anführer der Truppe wirft die Frau zu Boden und stellt seinen Fuß auf ihr Gesicht. Diese würgt entsetzt und man kann die Angst in ihren Augen erkennen. Plötzlich rast ein Pfeil heran – die Kamera folgt seiner Flugbahn – und die Soldaten lassen von ihren Opfern ab, um sich dem Gründgewandteten zu widmen, der provokativ winkend auf einem Dach steht. Die Soldaten spannen ihre Armbrüste, verfolgen den Geächteten, dieser springt über Dächer, weicht Speerstößen und geworfenen Lanzen aus, rollt sich auf einem Stalldach ab, führt akrobatische Ausweichmanöver durch und erledigt einen Gegner nach dem anderen. Wenn ein Soldat auf den Boden fällt, sieht man Staub und Sand aufwirbeln.
Die Grafik im Spiel selbst ist ebenfalls fantastisch. Die Handlung spielt in fünf gigantischen Burgen, in denen jede Einzelheit erkennbar ist bis hin zum Moos an den Burgmauern. An den Schauplätzen kann man sich teilweise nicht sattsehen. Ich habe bei vor allem in Derby erst einmal die Festung genau bewundert, bevor ich mich meiner Mission widmen konnte.
Musik:
Das Spiel ist von wunderschöner mittelalterlicher Musik untermalt, die jedoch modern aufgepeppt wurden und in jeder Situation passend sind. Nie erschien mir die Musik störend wie es bei anderen Spielen oft der Fall ist, eher im Gegenteil.
Geräusche und Stimmen:
Die Burgen und Wälder leben. Man kann die Schrittgeräusche der Menschen auf den verschiedenen Untergründen hören (Laub, Stein, Holz, usw.), im Wald zwitschern Vögel, Pferde schnauben, usw. Gelegentlich hört man Rufe oder Gespräche, die manchmal leider ein wenig nervtötend sind. Vor allem, wenn ständig eine Stimme quäkt: „Oh, das ist Robin Hood!“ Aber das ist in dieser Kategorie auch der einzige Kritikpunkt.
Intelligenz der Computergegner:
Ein ganz großes Lob an die Entwickler. Vorbei sind die Zeiten, in denen die Handlungen der Computergegner genau vorherschaubar waren. Die feindlichen Soldaten reagieren völlig selbstständig und immer verschieden. Wenn ein Ritter ein Geräusch gehört hat, kann es sein, dass er sich selbständig auf die Suche nach der Ursache begibt. Er kann aber auch Verstärkung rufen oder sogar die gesamte Kompanie in Alarmbereitschaft versetzen. Die Wachen verhalten sich manchmal in genau der gleichen Situation in derselben Mission vollkommen unterschiedlich.
Systemvoraussetzungen:
Trotz allem hat dieses Spiel erfrischend niedrige Systemvoraussetzungen, die man so überhaupt nicht mehr gewöhnt ist:
Pentium II mit 233 Mhz
Windows 98 / ME / 2000 / XP
64 MB Ram
900 MB freier Festplattenspeicher
4x CDROM
DirectX 8.1
DirectX-kompatible Hardware
4 MB Video RAM
Nachteile:
Nachteile gibt es nicht viele und sind eigentlich nur Kleinigkeiten, aber ich will sie trotzdem erwähnen:
- Die Portaits der Helden am unteren Bildschirmrand nerven manchmal, weil sie eine Stelle verdecken, an die man gerne seine Leute schicken würde
- Wie schon erwähnt, quäkt manchmal eine nervend hohe Stimme herum
- Man benötigt sehr viel Zeit
- Leider fehlen solche Tutorials wie in Desperados
Meine Meinung:
Ich denke mal, viel mehr muss ich nicht mehr sagen. Robin Hood ist eines der besten Taktikspiele, die ich jemals gesehen habe und sorgt mit seiner Mittelalteratmosphäre, den intelligenten Gegnern und den abwechslungsreichen Missionen für lang anhaltenden Spielspaß. Leider braucht man sehr viel Zeit, denn die Missionen dauern relativ lange, wenn man sie konzentriert durchspielt. Aber die Zeit lohnt sich. Und auch das Geld für das Spiel ist gut angelegt. Durch die drei verschiedenen Schwierigkeitsgrade ist es für Anfänger und Fortgeschrittene geeignet. Ich kann es nur empfehlen und wünsche euch jetzt schon viel Spaß und viele Stunden voller Knobbeln und Kämpfen.
Über das Spiel:
Über Robin Hood brauche ich wohl nicht mehr viel zu sagen. Wer kennt den Rächer der Witwen und Waisen nicht? Dennoch eine kurze Beschreibung der Handlung.
König Richard von England zieht in die Kreuzzüge. Während seiner Abwesenheit vertraut er sein Land seinem Bruder Prinz John an. Doch bei seiner Rückkehr gerät der König in Gefangenschaft des Herzogs Leopold, der eine enorme Summe als Lösegeld fordert. Doch Prinz John denkt nicht daran, das Lösegeld zu zahlen, um seinen Bruder zu befreien. Statt dessen möchte er König von England werden.
In der Armee Richards war auch der junge Robin von Locksley. Als dieser jedoch nach Hause zurückkehrt, muss er feststellen, dass der grausame Sheriff von Nottingham ihn seiner Ländereien beraubt hat und das Volk unterdrückt, indem er ihm immense Steuern auferlegt. Robin, nun ein Geächteter, beschließt, sich in den Sherwood Forest zu verstecken und den Kampf gegen den Sheriff und den korrupten Prinzen zu beginnen, um den Armen zu helfen und das Lösegeld für seinen König aufzutreiben.
Jetzt übernimmt der Spieler die Steuerung über Robin Hood und seine Kameraden. Alle wichtigen Personen sind da: Little John, Lady Marian, Bruder Tuck, Will Scarlett. Auf der anderen Seite sind da natürlich: Prinz John, Sheriff von Nottingham und der widerliche Guy von Gisbourne. Nun geht es darum, Prinz John um seine gestohlenen Reichtümer zu erleichtern, Robuns Kameraden zu befreien und die Burgen seiner Verbündeten zu verteidigen. Doch um diese Aufgaben zu lösen genügt es nicht, mit Schwert und Bogen bewaffnet durch die Gegend zu laufen und jeden Gegner zu töten. Statt dessen ist taktisches Denken gefragt, denn die Soldaten des Sheriffs sind stets in der Überzahl. Dazu haben Robin und seine Kameraden einen Haufen Tricks und Ablenkungsmanöver auf Lager.
- Werfen eines Goldbeutels: Robin kann einen Beutel voller Gold werfen, der aufplatzt und seinen wertvollen Inhalt über dem Boden verteilt. Einige Soldaten stürzen sich auf das Geld und schlagen sich gegenseitig nieder vor lauter Gier. Doch nicht alle Soldaten reagieren darauf. Dieser Trick funktioniert auch nicht, wenn Offiziere in der Nähe sind. Diese rufen ihre Männer dann zur Ordnung.
- Schlagen: Gegner können niedergeschlagen werden. Sie sterben dabei nicht, sondern liegen nur für einige Zeit am Boden. Je größer die Sterne über ihren Köpfen, desto länger bleiben sie liegen. Einige Soldaten brauchen zwei oder mehr Schläge, bevor sie am Boden liegen.
- Fesseln: Bewusstlose Gegner können gefesselt werden. Damit sind sie ausgeschaltet, bis die Mission beendet ist oder sie befreit werden.
Gegner tragen: Starke Charaktere können Bewusstlose oder Tote tragen und verstecken. Dies ist enorm wichtig, um nicht entdeckt zu werden.
- Pfeifen: Mit einem Pfiff kann man Soldaten von ihrem Posten in eine Falle locken. Doch einige Soldaten kämpfen gegen ihre Neugier an und ignorieren den Pfiff einfach.
- Wespennest werfen: Ein ganz besonders übler Trick. Bruder Tuck wirft ein Wespennest auf feindliche Soldaten. Die Viecher krabbeln in die Rüstungen der Feinde und lenken diese eine Zeitlang ab.
- Bier: Es gibt biersüchtige Soldaten, die sich mit einem Krug Bier leicht von ihrem Posten locken lassen. Doch nicht jeder Ritter mag Bier.
- Äpfel werfen: Auch das Werfen von Äpfeln ist ein gutes Ablenkungsmanöver, das jedoch ebenfalls einige Ritter nicht berührt. Diese bleiben stur auf ihrem Posten.
- Netze werfen: Mit gezielt geworfenen Netzen kann man Gegner einfangen und so ausschalten.
- Kräuter: Die Kameraden geraten öfter in einen Kampf und werden meistens verwundet. Doch zum Glück gibt es Kräuter, mit denen man die ärgsten Verletzungen behandeln kann.
Es gibt noch andere Fähigkeiten, die ich jetzt nicht erwähnt habe.
Nicht jeder Soldat reagiert gleich auf die oben genannten Provokationen. Einige fallen auf jeden Trick rein, während andere Ritter nicht so leicht zu unüberlegten Taten zu bringen sind. Aber letztendlich haben sie alle ihren Schwachpunkt. Es gilt nur, diesen zu finden und auszunutzen.
Neben Robins Kameraden und den feindlichen Soldaten werdet ihr in den Burgen und Städten Englands auch auf viele Zivilisten treffen. Diese reagieren verschiedenen auf die Helden in Strumpfhosen. Die Ärmsten unter ihnen empfinden Sympathie für Robins Sache und helfen ihm gelegentlich sogar. Andere, vor allem Edelleute, sind Verbündete des Sheriffs und schreien direkt nach der Wache, sobald sie einmen Gründgewandeten entdecken. Eine besondere Schwierigkeit sind die Umrisse. Wenn man einen Schauplatz betritt, sind statt den Nichtspielerfiguren nur Schatten zu sehen. Man kann nicht identifizieren, ob es sich um Freund oder Feind handelt, es ist nur zu sehen, dass dort jemand steht. Um ihn zu identifizieren und so eine wirksame Strategie entwickeln zu können, müssen die Helden erst relativ nah an die Personen herankommen – und dann kann es schon zu spät sein.
Hilfreich sind die Bettler, die aufgrund der harten Abgaben überall in England zu finden sind. Für großzügige Spenden geben sie hilfreiche Tipps. Diese können zum Beispiel sein, dass sie Umrisse enttarnen, erklären, wo sich wichtige Gegenstände oder Personen zur Erfüllung einer Mission befinden, usw. Das Geld ist gut investiert.
Interessant sind auch die verschiedenen Arten von Missionen, die es gibt. In den meisten Missionen müssen sich Robin und seine Gefährten in eine Burg einschleichen und einen Auftrag erledigen. Aufträge sind zum Beispiel die Befreiung Will Scarletts, ein Treffen mit Lady Marian, die Rettung Bruder Tucks, bis zu Prinz Johns Thronsaal vordringen, usw. Dann gibt es noch einige andere Missionen:
1.Hinterhaltsmissionen: Robin braucht Geld für die Befreiung des Königs. Und was wäre besser geeignet als Transporte des Prinzen zu überfallen. Bei diesen Missionen ist das Ziel oft eine Kutsche oder ein Steuereintreiber, die von einer großen Anzahl Soldaten begleitet werden. Die Geächteten überfallen diese im Wald und müssen versuchen, das Gold zu rauben. Dazu gibt es Zielscheiben an den Bäumen, die Fallen auslösen. Doch der Einsatz der Fallen muss wohl überlegt sein, denn wenn man sie zum falschen Zeitpunkt einsetzt, kann man einen großen Vorteil verlieren.
2.Verteidigungsmissionen: Robin muss seinen Verbündeten im Kampf beistehen. Deren Burgen werden von den Soldaten des Prinzen angegriffen und müssen sich verteidigen. Robin hat nun die Aufgabe drei Wappen zu bekommen. Diese kann er erlangen, indem er sie kauft, Kameraden zur befreundeten Festung entsendet oder einen feindlichen Transport überfällt.
3.Angriffmissionen: In diesen Missionen muss Robin seinen Verbündeten bei der Belagerung einer feindlichen Burg beistehen. Auch hier gilt es Wappen zu erhalten, dieses Mal zwölf. Sechs bekommt er durch die oben genannten Möglichkeiten (siehe Verteidigungsmission), die anderen sechs muss er selbst gewinnen, indem er sich in die Burg einschleicht. Dort müssen z.B. Zugbrücken heruntergelassen oder feindliche Offiziere ausgeschaltet werden.
Mit fast jeder Mission erhält Robin neue Kameraden. Und je gnädiger er mit den Soldaten des Feindes umgeht, desto mehr Zulauf erhält er. Deswegen tötet so wenig Gegner wie möglich. Schaltet sie aus, fesselt und versteckt sie, wenn möglich. Es soll angeblich möglich sein, das Spiel zu schaffen ohne einen Feind zu töten. Ich habe es nicht geschafft.
Während den Missionen können die Kameraden, die im Hauptquartier bleiben, ihre Schieß- und Fechtkünste trainieren oder Gegenstände wie Beutel, Netze und Bier herstellen. Sie müssen sich also nicht langweilen.
Doch das Spiel ist nicht einfach, man muss vieles bedenken. Die Lautstärke der Schritte auf einem bestimmten Untergrund, die individuelle Lautstärke einiger Charaktere, die verschiedenen Reaktionen der Gegner, das Wetter, die Helligkeit (ist es Tag oder Nacht?), usw. Eine gute Hilfe ist das Einblenden von Sichtkegeln. Diese zeigen an, welchen Bereich die Nichtspielercharaktere gerade einsehen können. Doch leider kann nur ein Sichtkegel gleichzeitig angezeigt werden. Meistens muss das Timing und die Zusammenarbeit der Charaktere klappen. Man muss sich viel Zeit nehmen, um den Gegner zu beobachten und die nächsten Schritte zu planen. Niemals überstürzt handeln, immer vorsichtig und mit Bedacht. Und natürlich gehört neben strategischem Denken auch eine gehörige Portion Glück dazu. Eben wie im wirklichen Leben.
Steuerung:
Einfacher kann eine Steuerung kaum sein. Das Spiel lässt sich bequem mit der Maus steuern. Ihr erteilt den Charakteren ihre Befehle über kleine Bilder. Charaktere werden durch Anklicken markiert, durch einen Klick an eine Stelle der Karte gehen sie zu diesem Ort, mit einem Doppelklick laufen sie.
Grafik:
Die Grafik ist einfach fantastisch. Allein der Vorspann ist atemberaubend. Darin kann man den Kampf Robins gegen einige Soldaten des Sheriffs bewundern, die gerade eine Frau und deren Vater und Sohn ausplündern. Selbstverständlich haben die Soldaten gegen die trickreichen Robin keine Chance. In dem Film sind die Bewegungen der Gesichtsmuskeln und die Gesichtsausdrücke der Personen erkennbar. Das Erstaunen des feindlichen Offiziers beim Anblick Robins, sein herablassendes Verhalten gegenüber den Armen, die Angst der Frau und des Jungen, als sich der kräftige Offizier ihnen nähert. Die Bewegungen sind absolut realistisch. Der Anführer der Truppe wirft die Frau zu Boden und stellt seinen Fuß auf ihr Gesicht. Diese würgt entsetzt und man kann die Angst in ihren Augen erkennen. Plötzlich rast ein Pfeil heran – die Kamera folgt seiner Flugbahn – und die Soldaten lassen von ihren Opfern ab, um sich dem Gründgewandteten zu widmen, der provokativ winkend auf einem Dach steht. Die Soldaten spannen ihre Armbrüste, verfolgen den Geächteten, dieser springt über Dächer, weicht Speerstößen und geworfenen Lanzen aus, rollt sich auf einem Stalldach ab, führt akrobatische Ausweichmanöver durch und erledigt einen Gegner nach dem anderen. Wenn ein Soldat auf den Boden fällt, sieht man Staub und Sand aufwirbeln.
Die Grafik im Spiel selbst ist ebenfalls fantastisch. Die Handlung spielt in fünf gigantischen Burgen, in denen jede Einzelheit erkennbar ist bis hin zum Moos an den Burgmauern. An den Schauplätzen kann man sich teilweise nicht sattsehen. Ich habe bei vor allem in Derby erst einmal die Festung genau bewundert, bevor ich mich meiner Mission widmen konnte.
Musik:
Das Spiel ist von wunderschöner mittelalterlicher Musik untermalt, die jedoch modern aufgepeppt wurden und in jeder Situation passend sind. Nie erschien mir die Musik störend wie es bei anderen Spielen oft der Fall ist, eher im Gegenteil.
Geräusche und Stimmen:
Die Burgen und Wälder leben. Man kann die Schrittgeräusche der Menschen auf den verschiedenen Untergründen hören (Laub, Stein, Holz, usw.), im Wald zwitschern Vögel, Pferde schnauben, usw. Gelegentlich hört man Rufe oder Gespräche, die manchmal leider ein wenig nervtötend sind. Vor allem, wenn ständig eine Stimme quäkt: „Oh, das ist Robin Hood!“ Aber das ist in dieser Kategorie auch der einzige Kritikpunkt.
Intelligenz der Computergegner:
Ein ganz großes Lob an die Entwickler. Vorbei sind die Zeiten, in denen die Handlungen der Computergegner genau vorherschaubar waren. Die feindlichen Soldaten reagieren völlig selbstständig und immer verschieden. Wenn ein Ritter ein Geräusch gehört hat, kann es sein, dass er sich selbständig auf die Suche nach der Ursache begibt. Er kann aber auch Verstärkung rufen oder sogar die gesamte Kompanie in Alarmbereitschaft versetzen. Die Wachen verhalten sich manchmal in genau der gleichen Situation in derselben Mission vollkommen unterschiedlich.
Systemvoraussetzungen:
Trotz allem hat dieses Spiel erfrischend niedrige Systemvoraussetzungen, die man so überhaupt nicht mehr gewöhnt ist:
Pentium II mit 233 Mhz
Windows 98 / ME / 2000 / XP
64 MB Ram
900 MB freier Festplattenspeicher
4x CDROM
DirectX 8.1
DirectX-kompatible Hardware
4 MB Video RAM
Nachteile:
Nachteile gibt es nicht viele und sind eigentlich nur Kleinigkeiten, aber ich will sie trotzdem erwähnen:
- Die Portaits der Helden am unteren Bildschirmrand nerven manchmal, weil sie eine Stelle verdecken, an die man gerne seine Leute schicken würde
- Wie schon erwähnt, quäkt manchmal eine nervend hohe Stimme herum
- Man benötigt sehr viel Zeit
- Leider fehlen solche Tutorials wie in Desperados
Meine Meinung:
Ich denke mal, viel mehr muss ich nicht mehr sagen. Robin Hood ist eines der besten Taktikspiele, die ich jemals gesehen habe und sorgt mit seiner Mittelalteratmosphäre, den intelligenten Gegnern und den abwechslungsreichen Missionen für lang anhaltenden Spielspaß. Leider braucht man sehr viel Zeit, denn die Missionen dauern relativ lange, wenn man sie konzentriert durchspielt. Aber die Zeit lohnt sich. Und auch das Geld für das Spiel ist gut angelegt. Durch die drei verschiedenen Schwierigkeitsgrade ist es für Anfänger und Fortgeschrittene geeignet. Ich kann es nur empfehlen und wünsche euch jetzt schon viel Spaß und viele Stunden voller Knobbeln und Kämpfen.
10 Bewertungen, 2 Kommentare
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14.08.2009, 10:30 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichM. E. ist da alles Erforderliche enthalten. Ich wünsche weiterhin gute Taktiken.
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15.08.2006, 00:25 Uhr von ShortBrini
Bewertung: sehr hilfreichhätte eigentlich mit einem Schandmaulsong werden sollen...wurds dann aber doch nicht, obwohl schandmaul die werbung schon auf ihre poster gedruckt hatte (hab ich im ZImmer hängen +fg+)....Brini
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