Rock in Rio (Livealbum) - Iron Maiden Testbericht

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ab 11,34
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Summe aller Bewertungen
  • Cover-Design:  sehr gut
  • Klangqualität:  sehr gut

Erfahrungsbericht von Blackmore

Der Live-Wahn beginnt ;)

5
  • Cover-Design:  sehr gut
  • Klangqualität:  gut

Pro:

Nichts!!!

Kontra:

Nichts!!!

Empfehlung:

Ja

Heute hab ich mir endlich die geniale Doppel-Live-CD Rock in Rio vorgenommen. Erst hiermit wurde ich leider zum Fan. Doch bevor es ab zu den Liedern geht, noch ein paar Worte zum

Cover
+++++
Die eigentlich Hülle befinden sich in einem Papp-Schuber auf deren Front ein Wackelbild angebracht ist. Zuerst sieht man einen roten Himmel und auf der Bühne in Rio ist nichts. Dann färbt sich der Himmel blau, Eddie ist zu sehen und auf der Bühne gehen die Lichter an. Auf der Rückeite ist ein seitlich von Bühne und Publikum aufgenommenes Bild. Das Booklet ist ziemlich genial. Natürlich gibt es zig Fotos von den Band-Mitgliedern, den Fans und der Crew. Doch das Ungewöhnliche für ein Live-Album ist, dass alle Texte mit abgedruckt sind. Gerade für Maiden-Anfänger wie mich erleichtert(e) das den Einstieg enorm. Zum Schluss stehen natürlich noch ein paar Danksagungen. Insgesamt ein gelungenes Artwork!


Liedliste
+++++++++
CD 1
1. Intro
2. The wicker Man
3. Ghost of the Navigator
4. Brave New World
5. Wrathchild
6. 2 Minutes to Midnight
7. Blood Brothers
8. Sign of the Cross
9. The Mercenary
10. The Trooper

CD 2
1. Dream of Mirrors
2. The Clansman
3. The Evil that Men do
4. Fear of the Dark
5. Iron Maiden
6. The Number of the Beast
7. Hallowed be thy Name
8. Sanctuary
9. Run to Hills


Besetzung
+++++++++
Bruce Dickinson - Gesang
Dave Murray - Gitarre
Adrian Smith - Gitarre
Janick Gers - Gitarre
Steve Harris - Bass
Nicko McBrain - Schlagzeug

Und nun, willkommen in der Welt der besten Band der Welt :D.

CD 1
++++
Das Intro \"Arthur\'s Farewell\", welches von Jerry Goldsmith komponiert wurde, ist logischerweise so ein typisches NWOBH-Intro. Es klingt mystisch und recht apokalyptisch, was nicht zu letzt an den Chören liegt... Gegen Ende gibt es Freudengeschrei als der Schlagzeuger McBrain ein bisschen mitspielt. Sogleich schließt sich The wicker Man an und endlich haben sich die Eisernen Jungfrauen komplett auf der Bühne eingefunden. Gut so, dass man hier als Einstieg etwas Flottes gewählt haben. Natürlich begeistert Bruce Dickinson sofort mit seiner grandiosen Stimme. Für Neulinge ist das auch ganz gut, denn hier bekommt man einen guten Einblick in die Soli, von denen es bei Maiden ja einige geben soll...
Bei dem zweiten Maiden-Lied merkt man nach dem kurzen Doppel-Gitarren-Intro zum ersten mal richtig das zahlreich vertretene Publikum in Rio de Janeiro. Bruce will noch mal alles aus den Leuten herausholen, das geht im Drum-Feuer leider ein wenig unter ;). Wie der Titel Ghost oh the Navigator schon vermuten lässt, geht es um einen Seefahrer. Der ist auf seiner letzten Reise.
\"Take my heart and set it free
Carried forward by the waves
Nowhere left to run, Navigator\'s sun\"
In den Strophen klingen die Gitarren ein bisschen dumpf und komisch, nur im Refrain und in den Zwischenpassagen gefallen mir die 6-Saiter. Dort begleiten sie super Bruce\' Gesang.
Danach kommt Brave New World vom gleichnamigen Album. Dies war damals das aktuelle Studio-Album und das erste, an dem Brucke Dickinson nach seinem Wiedereinstieg mitgewirkt hat. Typischerweise ist auch der Titeltrack hymnenhaft und beginnt zaghaft und nur mit vorsichtigem Drum-Einsatz. In der zweiten Strophe gibt\'s dann Stufe 2, also schon ein bisschen härter. Beim Refrain singen dann alle fleißig mit, doch das reicht Bruce nicht, denn er stachelt wie noch so oft, das Publikum weiter an. Zum Schluss laufen die Gitarren-Männer noch mal zur Höchstform auf, während die 250.000 Fans begeistert \"ohohoh...\" singen.
Damit wir nicht einschlafen, kommt mit Wrathchild ein geiler Wachrüttler. Kraftvoll, super Gesang, der auch noch fleißige Unterstützer findet.
\"I was born into a scene of angriness and greed,
dominance and persecution
Mother was a queen, dad I\'ve never seen\"
Schade, dass das Wutkind schon nach weniger als 3 Minuten zu Ende ist, denn selbst die kurzen Soli haben der Geschwindigkeit keinen Abbruch getan.

Nach dem genialen Einstiegs-Riff fordert Bruce: \"Scream for me Brazil! Scream for me Braziiiiiiil!\" Natürlich wird er nicht enttäuscht. Dieses Lied kannte hier kannte ich schon aus GTA: Vice City. Aber live ist der Refrain einfach unglaublich, wenn es aus tausenden Kehlen tönt:
\"The killer\'s breed of the demon\'s seed
The glamour, the fortune, the pain
Go to war again, blood is freedom\'s stain
Don\'t you pray for my soul anymore...\" usw.
Hier stimmt einfach alles. Den Mannen um Steve Harris merkt den Spaß, den sie haben, schon beim Hören an. Das geniale Schlagzeug peitscht die anderen regelrecht voran. So muss es sein und nicht vergessen: \"Midnight is all night!\" ;).
Jetzt gibt es eine lange Verschnaufpause. Blood Brother, welches ebenfalls von Brave New World ist eine seeehr lange, aber schöne Hymne. Mr. Dickinson widmet dieses Lied erstmal allen Südamerika- und Metal-Unterstützern, was prompt eine Welle der Begeisterung auslöst, verständlicherweise. Charakteristisch sind hier Bass-Drum und ansonsten gemächliche Instrumentalisierung, so dass der Sänger mehr als sonst heraussticht. Auch der Text ist gut. Er dreht sich um den Krieg und das Leben in dieser Welt. Doch als sprichwörtliche Blutsbrüder, oder zumindest mit deren Zusammenhalt, hat man doch selbst hier gute Chancen zum Überleben ;). Natürlich sind die Soli zum Schluss ziemlich langsam, aber halt passend. Natürlich animiert der simple Refrain wieder zum Mitsingen. Nach gigantischen 7 Minuten klingt das Lied dann bald aus.
Mit einem mystischen Stück vom Band beginn \"Sign of the Cross\". Und ganz ungewöhnlich, Bruce singt ganz leise, tief und bedrohlich. Natürlich halten sich auch die Instrumente zurück. Doch schon bald geht es richtig los; bevor es später wieder ein bisschen ruhiger wird und das Teil vom Anfang wiederkommt. Dann hat der Schlagzeuger Zeit, in den Vordergrund zu treten und lässt ein richtiges Feuerwerk los, wird dann jedoch von Gitarren-Soli abgelöst. Die instrumentalen Passagen sind mir hier viel zu langatmig, zumal selbst in diesen mehrminütigen Parts, Bruce nicht singt. Erst nach ca. 10 Minuten darf er wieder mit ran. Ganz zum Schluss singt er wieder so traurig wie am Anfang und beendet das Kreuz-Zeichen (endlich) würdevoll.
Mit The Mercenary werden wir wieder aufgeweckt. Natürlich geht es um Einen Söldner; welcher mit menschlichen Schwächen während des Krieges zu kämpfen hat. So kann er sich nirgends verstecken, hat Gewissensbisse. Aber natürlich darf man de Feind keine Schwäche zeigen: \"Show them no fear, show them no pain\".
CD1 wird von dem Trooper beendet. Anfangs faselt Bruce besessen irgendwas ;), bevor er mit der Titelaansage Stürme auslöst. Ein hervorragender Einstieg: Saiteninstrumente und Schlagzeug wechseln sich ab, bevor sie dann kurz gemeinsam zum Angriff blasen. Und es geht weiter, indem Publikum und Bruce singen, während die anderen Sendepause haben und umgekehrt. Hier treffen wirklich einige meiner Lieblingselemente auf, trotzdem hat The Trooper bei mir ein paar Durchläufe gebraucht, aber in gewohnt gekonnter Maiden-Manier wurde ich berauscht. Spätestens das \"ohohohohoh\" muss man einfach mitsingen. Danach ist wirkliche Geschwindigkeit angesagt, doch nix wirkt hektisch. Und das Solo nach der Text-Halbzeit ist virtuos \"vorgetragen\" und eingearbeitet.
\"We get so close near near enough to fight
When a Russian gets me in his sights
He pulls the trigger and I feel the blow
A burst of rounds take my horse below\"
Jaja, die bösen Russen ;). Ausnahmsweise gibt es ein abruptes Ende, welches aber keineswegs doof daherkommt.

Damit ist die erste CD fertig beschrieben. Insgesamt sind schon ein paar super Lieder drauf, doch gegen das geniale Lied-Paket von meiner Lieblings-CD (Nummer 2) ist sie \"nur\" noch 4,5-sternig ;). Aber keine Angst, die folgenden Kracher haben mich zum Maiden-Fan bekehrt :).


CD 2
++++
Nachdem Bruce das erste Lied ankündigt, gibt es einen stetigen Wechsel zwischen Bruce und dem Schlagzeug. Da mir solche Abwechslungen gefallen, freute ich mich schon. Doch leider ist das selbst für Brave New World-Verhältnisse ziemlich lahm. So hört man außer den Becken nix vom Schlagzeug. Erst nach grob 3 Minuten klingt es wieder fein ;). Leider hält das nicht lange an. So ist der einzige Pluspunkt das unterstützungsfreudige Publikum. Auf den darauf folgenden Song bin ich genauso \"gut\" zusprechen. Selbst der Gesang gefällt mir stellenweise nicht. Und das soll bei diesem Sänger was heißen! Erst mit Beginn des Refrains wird\'s angenehm. Auch der Refrain selbst (\"Freedom!\") klingt aus 250.000 + 1 Kehlchen super :).
Vielleicht wundert ihr euch jetzt, warum ich vom zweiten Tonträger so begeistert bin... Jetzt kommt bei den nächsten (und letzten) 7 Liedern nur eins, das mir nicht so zusagt. Schon beim Einstieg von \"The Evil that Men do\" merkt man, dass endlich wieder gerockt wird. Endlich ist auch Nicko McBrain mit seinen beiden Hölzchen wieder voll beschäftigt. Und die Soli versprühen endlich wieder schönen NWOBHM-Flair :D. Und Bruce singt von (s)einer verbotenen Liebe, mit der deren Vater (?) nicht so recht einverstanden scheint und ihr an den Kragen will, so betet er für sie und hofft...
\"Fear of the Dark\" ist eines meiner Lieblingslieder, vor allem weil es nicht so majestätisch und besitzergreifend etc. ist wie z.B. (nein, ich will\'s mir jetzt nicht verscherzen;)). Zunächst gibt es einen gitarren-betonten Einstieg und von Beginn an singt das Publikum kräftig \"ohohohoh...\" Hier passen Tempo und Lautstärke einfach: Ein Mann läuft nachts allein durch den Park und fürchtet sich vor den ganzen kleinen Gestalten im Hintergrund. Nach einem Zwischenruf wird es dann schneller. Und auch Bruce\' eingeschüchterter Gesang wird hektisch. Und es werden weiter typische, nächtliche Angstvorschilderungen geschildert; und das auch noch schön atmosphärisch.
\"Have you ever been alone at night
Thougt you heard footsteps behind
And turned around an no one\'s there?
And as you quicken up your pace
You find it hard to look again
Because you\'re sure there\'s someone there\"

Mit einem echten Klassiker geht es weiter, nämlich Iron Maiden vom Album Iron Maiden... von Iron Maiden ;). Und hier erleben wir so richtig Geschwindigkeit. Und Bruce singt aus der Sicht der Namensgeberin. Pünktlich zum Refrain wird es ein bisschen langsamer und das Schlagzeug ändert den Rhythmus. Nur, um sogleich wieder Geschwindigkeit herauszukitzeln. Dieser ständige Wechsel ist genial. Kurzzeitig gibt\'s eine Verschnaufpause nur um zu Finale anzusetzen, welches von den Fans eingeleitet wird (\"Scream for me brazil\").
Lied Nummer 6 ist, wie könnte es anders sein, dem ultimativen Maiden-Lied vorbehalten, nämlich The Number of the beast. Natürlich beginnt alles mit der legendären Bandansage \"Woe to youm O earth and Sea. For the Devil sends the Beast with Wrath...\". Danach steigt die Band mit dem ebenfalls legendären Riff ein bevor auch Mr. Dickinson singt. Und zwar nur von einem Traum, bei dem er nicht so recht weiß, ob es denn nur einer ist. Und nicht mit satanischer Hymne oder so :P. Zu Refrain kommt dann endlich auch das langerwartete Drumset wieder mit dazu und es wird fröhlich geschrien. Die Passage mit der berüchtigten Zahl gehört wohl zu den lautesten Fan-Gesängen auf der CD. Bei so einem Meisterwerk ist das auch verständlich. Als Abschiedsgeschenkt kündigt sich das Biest schon mal fürs nächste Mal an ;):
\"I\'m coming back I will return
Ad I\'ll possess your body and I make Rio fucking burn
I have the fire I have the force
I have the power to make my evil take its course\"
Die Stelle mit Rio ist natürlich in der Studio-Variante nicht zu hören ;). Danach stachelt das Schlagzeug das Publikum zu einigen Jubel-Kundtuungen an, bevor der Spuk ein Ende hat :).
Es geht genial weiter, denn jetzt kommt \"Hallowed be thy name\", beginnend mit Glocke, bedrohlicher Gitarre und Klatschen. Ein Häftling wartet auf seine baldige Hinrichtung. Nach der ersten Strophe hören wir dann typischen Maiden-Sound. Doch der hält nicht lang an, denn es ist Zeit für den perfektesten Wechsel zwischen Gesang und Instrumenten. Aber auch der nachfolgende (\"normale\") Teil ist echt genial und gefühlsmäßig passend gesungen. Nach der letzten Strophe hören wir die Saiten-Melodie vom Anfang, bevor Bruce wieder Brasilien für sich schreien lässt ;), das grandiose Ende kommt und der Titel ein paar Mal in sehr schnellem Tempo gesungen wird. Nach fast 7,5 Minuten ist das Lied leider schon zu Ende. Danach kommt der oben angesprochene Schwachpunkt, Sanctuary. Es ist vielleicht ein ganz guter Song, hat bei mir aber selbst nach zig Durchläufen noch keinen Bonus für sich verzeichnen können. Vielleicht liegt es an der seltsamen Tempo-Rausnahme immer in der letzten Refrain-Zeile...
Der Rausschmeißer ist aber echt genial. Sehr schade, dass wir jetzt schon hier sind :(. Jedenfalls geht es um den neuen Kontinenten, auf dem die Weißen angekommen sind und die Ureinwohner flüchten, deshalb der Titel, denn sie renn zu den Hügeln. Den Einstieg macht jedoch ein genialer Drum-Abschnitt bevor sich hohe Gitarren dazu gesellen. Auch singt Bruce in der Rolle der Invasoren und deren verächtlichen Ansichten zu diesen \"Hinterwädlern\". Der Refrain ist dann wieder richtig bombastisch, dank tatkräftiger Unterstützung. Also, nicht vergessen:

\"Run to the hills, run for your lives!!!\"


Man soll\'s nicht glauben, aber selbst eine Doppel-Live-CD der Heavy-Metal-Könige geht mal zu Ende ;). Ich für meinen Teil hoffe, dass ich den Umfang recht gut getroffen habe. Falls euch etwas missfällt, könnt ihr mir ja einen kurzen (oder langen) Kommentar dazu schreiben, wenn euch danach ist :).

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