Roter Drache (DVD) Testbericht

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Roter-drache-dvd-thriller
ab 7,56
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Erfahrungsbericht von DukeNukem

Die frühen Jahre des Hannibal

Pro:

exzellente Schauspieler, perfekte Bild- und Tonqualität, 5 Stunden Bonusmaterial

Kontra:

Fast dasselbe wie "Silence of Lambs", aber trotzdem besser

Empfehlung:

Ja

Jeder kennt ihn bereits. Alle haben Angst vor ihm, doch sie wollen es nicht wahrhaben, weil sie nicht glauben können, dass ein so freundlicher, gebildeter Psychiater in Wirklichkeit eine grässliche Bestie ist, die ihre Opfer nicht einfach nur ermordet, sondern sie auch aufisst. Spätestens seit dem letzten Wort im vorigen Satz weiß jeder, um wen es sich handelt. Es handelt sich hier um den gefährlichsten und interessantesten Serienkiller aller Zeiten.
Der Name: Dr. „Hannibal“ Lecter oder einfach nur „Hannibal“ oder man kann ihn auch, wie es immer in Zeitungen steht, auch „Hannibal, the Cannibal“ nennen.
Viele Hannibal-Fans wissen, dass nicht nur der Serienkiller selbst diesen Kult ausmacht, sondern vielmehr der Schauspieler, der ihn verkörpert.
Der Name des Schauspielers: Sir Anthony Hopkins
Hätte er damals nicht in „Das Schweigen der Lämmer“ mitgespielt, dann würde die Figur des Dr. Lecter sicher nicht so einzigartig und interessant sein. Ich werdet euch jetzt sicher fragen, warum ich in Bezug auf ihn immer das Wort „interessant“ erwähne. Ich verwende deshalb immer dieses Wort, weil es einfach interessant ist zu sehen, dass ein Mann, der studiert hat, mit anderen Menschen perfekt kommunizieren kann und auch immer die schönsten Orte (Venedig, Film „Hannibal“) besucht, ein brutaler Serienmörder ist, der seine Opfer sogar aufisst.

In einem Interview wurde Sir Anthony Hopkins mal gefragt, warum eigentlich Hannibal Lecter so eine Kultfigur wurde. Er antwortete darauf, dass man diese Figur nicht verherrlichen sollte, denn auch wenn er so einzigartig und interessant ist, darf man dennoch nicht vergessen, dass er ein brutaler Serienkiller ist, der seine Opfer gerne auf brutalste Weise ermordet, abschlachtet und auffrisst. Dieser Antwort des Schauspielers kann ich nur zustimmen. Natürlich ist Hannibal für mich ebenfalls eine Kultfigur geworden, weil er in allen drei Filmen absolut perfekt ist und es immer wieder ein Genuss ist, ihm zuzusehen, wie er auf intelligente Art und Weise mit den FBI-Ermittlern seine intellektuellen „Spielchen“ treibt und dieses dann auch nicht mitbekommen, dass er sie eigentlich schon direkt zum Täter geführt hat.

Bevor ich jetzt aber vom Thema abschweife, möchte ich doch in diesem Bericht zurückkehren zu meinem eigentlichen Hauptthema und das ist der Film „Roter Drache“, der voriges Jahr in den Kinos lief und vor einigen Monaten auf DVD erschienen ist und das in einer perfekten Umsetzung.

Bevor ich zur DVD selbst komme, möchte ich euch zuerst einiges zur Story und den Darstellern verraten.
Ihr solltet noch wissen, dass dieser Film zwar nach „Das Schweigen der Lämmer“ und „Hannibal“ (also chronologisch gesehen, der dritte Teil) gemacht wurde, dieser aber der eigentliche erste Teil der Hannibal-Trilogie ist. Das ist aber noch nicht alles. „Roter Drache“ ist nicht nur der erste Teil einer Trilogie, sondern auch gleichzeitig ein Remake des gleichnamigen Filmes, dessen Titel im Erscheinungsjahr dann auf „Manhunter“ geändert wurde, weil die Macher dachten, dass der Name Roter Drache auf einen Kung-Fu-Film hinweist. Die alte Version besitze ich auch auf DVD (Bewertung demnächst) und auch die hat mir schon bereits sehr gut gefallen. Regie bei der alten Fassung führte Michael Mann, der ja schon so geniale Filme wie „Heat“ oder „The Insider“ gemacht hat. Bekannte Schauspieler gibt es keine, bis auf einen und das ist die Hauptrolle, die von William L. Petersen gespielt wird. Wen euch der Name nichts sagt, er spielt bei der genialen C.S.I.-Serie die Figur des Gil Grissom.

Manche werden sich jetzt sicher fragen, warum macht man eigentlich eine neue Version, wenn es doch schon bereits einen ersten Teil gibt?
Nun, solche Gründe für sogenannte „Remakes“ kann man meistens nur mit einem Wort beschreiben „Geld“, doch hier gibt es, meiner Meinung nach, sehr gute Gründe für ein Remake des ersten Teils von „Red Dragon“ (Der Original-Titel):
Erstens: Da ja, wie ich bereits vorher erwähnte, nur unbekannte Schauspieler in diesem frühen Film mitspielen, wurde auch Hannibal von so einem verkörpert. Deshalb dachten sich die Produzenten, dass es eine komplette Trilogie mit Sir Anthony Hopkins als Dr. Lecter geben sollte, weil man ihn einfach schon gewohnt ist und seine Sache auch schon in den anderen beiden Teilen sehr gut machte.
Ein weiterer Grund für ein Remake war auch der, das der frühe Film einfach nicht diesen harten Grusel-Look hatte. Die Zeitschrift TVMOVIE schrieb, dass man den alten Film wohl eher mit Miami Vice verwechseln könnte.

So, jetzt hab ich euch aber lang genug auf die Folter gespannt, jetzt geht’s aber mal los, mit der Story des aktuellen, besseren Films.
Nun, einige von euch werden jetzt eher enttäuscht sein, aber eigentlich kann man die Story irgendwie mit „Das Schweigen der Lämmer“ vergleichen, denn hier geht es ebenfalls um einen Ermittler des FBI (diesmal ein Mann), der einen brutalen Serienkiller sucht und diesen kann er nur ausfindig machen, indem er Dr. Hannibal Lecter um Hilfe bittet.
Was nicht ganz so identisch ist, ist die Tatsache dass Dr. Lecter diesmal eher ungern dem FBI hilft, denn zu Beginn des Films sieht man nämlich, wie dieser Ermittler ihn hinter Gittern gebracht hat. Der Name des Ermittlers ist Will Graham und wird von dem genialen Edward Norton verkörpert, der seit „Fight Club“ zu einer meiner Lieblingsschauspieler gehört. Im Gegensatz zu Agent Starling hat Will Graham eine ganz besondere Fähigkeit. Er untersucht nicht einfach nur die Tatorte, er studiert sie haargenau und kann sich dann auch in den Mörder hineinversetzen, was ihn aber in die Irrenanstalt brachte (Dies erfährt man kurz in den Zeitungsartikeln am Anfang, wo gleichzeitig auch die Macher des Films vorgestellt werden). Als er aus der Anstalt entlassen wurde, beschloss er mit seiner Frau und seinem Sohn aufs Meer zu ziehen und nie wieder fürs FBI arbeiten will. Doch so einfach geht das nicht, denn Will bekommt plötzlich Besuch vom Chef des FBI (genial, Harvey Keitel) und dieser möchte, dass sich Graham zwei Morde an Familien ansieht und den Tatort analysiert. Es wurde Graham auch versprochen, dass er nicht in der Zeitung erwähnt wird. Niemand erfährt jemals seinen Namen.
Doch auch dies war leider nicht zu verhindern, denn einer seiner Erzfeinde, ein Reporter des Tattler, macht illegale Fotos von ihm und veröffentlicht diese auch sofort in der neuen Ausgabe.
Ermittler Graham kommt mit seinen Ermittlungen leider auch nicht weit, weshalb er Dr. Lecter zu Hilfe bitten muss. Nach einigen Unterhaltungen, wer „Silence of Lambs“ gesehen hat weiß, wie diese ungefähr aussehen werden, erfährt Graham von Hannibal, dass der Mörder wahrscheinlich eine Missbildung hat. Spontan filmt die Kamera einen anderen Ort, ein altes Haus, indem man schon einmal den Täter sieht. So viel kann ich glaube ich schon verraten. Später stellt sich nämlich heraus, dass der Täter Dolarhyde heißt und auf seinem Rücken eine riesige, gut aussehende Tätowierung eines roten Drachen hat.
Wer den Film schon gesehen hat, der weiß, wie es weitergeht, die anderen müssen ihn sich schon auf DVD ausleihen oder kaufen.

Aber Achtung! Normalerweise ist mir dies egal, aber obwohl der Film ab 16 Jahren freigegeben ist, ist er dennoch nichts für Zartbesaitete. Obwohl mich ein Film nicht mehr in Angst und Schrecken versetzen kann, schafft es dieser doch immer wieder. Die absolut brutalsten und blutigsten Szenen in diesem Film sind für mich die, in denen Ermittler Graham dann darauf kommt, was er mit seinen Opfern nach dessen Tod noch anstellt. Wer denn Film schon gesehen hat, versteht was ich jetzt meine (Er gibt ihnen Spiegel in die Augen, um sein Spiegelbild zu betrachten).

Einen Schauspieler erwähnte ich ja bereits vorher und das war Anthony Hopkins. Zu ihm habe ich, glaube ich, schon alles erwähnt, was es zu erwähnen gibt.
Neben Sir Hopkins gibt es aber auch zwei andere Schauspieler, die sich mit ihm die Hauptrolle teilen.
Auf der Seite der Guten steht Ermittler Will Graham, gespielt von Edward Norton. Ed gibt hier wirklich eine exzellente Performance ab und ist sogar noch besser als Billy Petersen im frühen Film.
Auf der Seite der Bösen steht Dolarhyde, gespielt von Ralph Fiennes. Er hat ja schon in einigen anderen Filmen sein schauspielerisches Talent unter Beweis gestellt, zum Beispiel in „Der englische Patient“. Aber hier in Roter Drache kann er diesmal wirklich beweisen, was er so drauf hat. Auch er gibt eine echte perfekte und geniale Performance ab.
Ach ja und Regie führte Brett Ratner, der eigentlich ein Regisseur für Actionkomödien ist. Er machte auch die beiden „Rush Hour“-Filme mit Jackie Chan und Chris Tucker. Hier bekam er zum ersten Mal die Chance, einen Horrorfilm zu drehen und diese hat er auch perfekt genutzt. Man erkennt, dass Brett das Zeug zu einem richtig guten Regisseur hat.

Als ich mir den Film im Kino ansah war ich total beeindruckt von ihm und wartete schon sehsüchtigst auf die DVD-Veröffentlichung, die hoffentlich nicht in einer Enttäuschung enden wird.
Als es dann endlich soweit war, wurde ich überhaupt nicht enttäuscht. Dies ist wieder mal ein Beweis dafür, warum DVD das beste Medium für Filme überhaupt ist. Nicht nur, dass er in exzellenter Bild- und Tonqualität aufliegt, er hat auch ungefähr 5 Stunden Bonsumaterial dabei und das ist ein verdammt guter Grund, sich die DVD und nicht das Video zu kaufen.

Bei der Tonauswahl und den Untertiteln gibt es nur zwei Sprachen zur Auswahl, Deutsch und Englisch. Für beide Sprachen liegt der Ton in Dolby Digital 5.1 vor und der deutsche Ton bekam aber zusätzlich noch einen DTS-Ton.
Das Bild ist farbenfroh und scharf und weist auch keinerlei Fehler auf.

Das beste an dieser DVD ist für mich aber das Bonusmaterial, von dem es eine ganze Menge gibt. Gut, manche werden sich jetzt denken, 5 Stunden, das ist etwas zu lang.
Da der Film 2 Stunden dauert und auch zwei Audiokommentare vorliegen, sind wahrscheinlich 4 Stunden dieses Bonusmaterials für beide Audiokommentare gedacht. Der erste Kommentar ist von Regisseur Brett Ratner und Drehbuchautor Ted Tally, der zweite ist von Danny Elfman, der die Filmmusik komponierte, die sehr gut rüberkommt. Beide Kommentare sind exzellent gesprochen und verraten auch jede Menge über die Entstehung und die Dreharbeiten.

Auf der zweiten Disc gibt es dann noch folgende Extras:
Das Make-up
Anthony Hopkins als Hannibal Lecter
Making of Roter Drache
Geschnittene Szenen, alternative Versionen & erweiterte Szenen
Der brennende Rollstuhl
Am Tatort des Leeds Hauses
Visuelle Effekte
Screen & Film-Test
Brett Ratners Video Tagebuch
Vom Storyboard zum Film
Kino-Trailer
Total Axess DVD-Rom
Teaser-Trailer “Hulk” & “Red Dragon”
Brett Ratners erster Film
Gedanken eines Serienkillers

Ihr seht also, hier erfährt man jede Menge über die Entstehung. Ganz gut gefällt mir das Video-Tagebuch, bei dem der Regisseur am Anfang noch einen kleinen Witz macht, indem er aus versehen erwähnt, dass er auf Location-Suche für Rush Hour 3 ist.

Fazit: An meinem, wahrscheinlich viel zu langem, Bericht merkt man hoffentlich, dass ich ein wahrer Befürworter dieses Films bin und ihn auch jedem empfehlen möchte. Dieser Film hat einfach alles, was einen tollen Film ausmacht: Hannibal, brutale und blutige Szenen, gut agierende Schauspieler und auch ein witziges Ende. Auch die DVD ist zu empfehlen, denn die hat neben exzellenter Bild- und Tonqualität auch jede Menge Bonsumaterial zu bieten.

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