Harry Potter 6 and the Half Blood Prince (gebundene Ausgabe) / Joanne K. Rowling Testbericht
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Erfahrungsbericht von alteSchwedin
Und das Warten beginnt von Neuem...
Pro:
spannend, viele neue Wendungen, geniale Ideen, überraschend, toll zu lesen; immer weniger Kinderbuch
Kontra:
bis zur Mitte passiert vordergründig nicht viel; immer weniger Kinderbuch
Empfehlung:
Ja
Harry Potter wächst bei der Schwester seiner Mutter und deren Familie, den Dursleys, auf, denn seine Eltern starben, als er ein Jahr alt war. Mit elf Jahren erfährt Harry, dass er ein Zauberer ist und ab nun auf die Zaubererschule in Hogwarts gehen soll. Dort findet er bald seine besten Freunde, Ron und Hermione, die mit ihm gemeinsam viele Abenteuer überstehen. Denn Harry ist etwas Besonderes: Als er noch ein Baby war, versuchte der böse Magier Voldemort, Harry zu töten. Er tötete Harrys Eltern, wurde aber bei dem Versuch, Harry zu töten selbst fast vernichtet.
Nun versucht Voldemort, wieder an Macht zu gewinnen. Es gelingt ihm leicht, seine Helfer um sich zu scharen und er will Harry, denn er kann nicht begreifen, wie ein kleiner Junge den größten Magier aller Zeiten fast vernichten konnte. In seinen Jahren in Hogwarts durchlebt Harry viele Abenteuer, hindert Voldemort nicht nur einmal daran, wieder zu voller Stärke zu gelangen. Doch schließlich gelingt es Voldemort, wieder eine physische Form anzunehmen und er sät Schrecken überall auf der Welt.
Soweit zur Vorgeschichte.
Harrys sechstes Schuljahr hat begonnen und täglich liest er in der Zeitung von schrecklichen Übergriffen der Gefolgsleute Voldemorts auf Unschuldige. Albus Dumbledore, der Schulleiter von Hogwarts, versucht gemeinsam mit Harry herauszufinden, wie Voldemort zu vernichten ist, denn offenbar kann man ihn nicht töten, wenn man seinen Körper zerstört. Sie finden heraus, dass Voldemort vermutlich seine Seele in sieben – die Zahl mit der größten magischen Macht – Teile zerlegt und die sechs, die nicht in seinem Körper wohnen an gut geschützten, geheimen Orten versteckt hält. Um Voldemort zu töten, muss man also jeden einzelnen Teil seiner Seele vernichten.
Außerdem müssen Harry und seine Freunde ja auch noch lernen, denn die Schule wird immer anstrengender. Aber zumindest bei den Zaubertränken hat es Harry etwas leichter, weil er ein Buch besitzt, in dem viele nützliche Anmerkungen hinzugekritzelt sind. Zudem vermutet Harry, dass Malfoy irgend einen Auftrag Voldemorts ausführt und Snape ihm dabei hilft, doch niemand scheint ihm glauben zu wollen.
Vor dem Ende enthüllt sich dann vieles und jeder wird eine Überraschung – ob gut oder schlecht – erleben.
Ich war äußerst gespannt, als ich das Buch las – und das lag nicht nur daran, dass ich so lange darauf gewartet und schon einige Spekulationen über den Inhalt angedacht hatte. Nein, denn ich hatte auch gehört, dass „Harry Potter and the Half-Blood Prince“ nicht so gut wie seine Vorgänger sein sollte, dass er stellenweise sogar langweilig wäre. Eins kann ich aber schon vorweg nehmen: Ich fand den Roman ganz und gar nicht langweilig. Viele überraschende Wendungen, unerwartete neue Erkenntnisse und Entwicklungen und ein großer Teil an Fakten, die Ungeklärtes aus den vorangegangenen Büchern erklären, lassen dieses Buch zu einem unersetzlichen Teil der Reihe werden.
Vordergründig geschieht zunächst nicht viel, denn Joanne K. Rowling erläutert die mannigfaltigen Ereignisse, die seit dem Ende von „Harry Potter and the Order of Phoenix“ geschahen. Diese sind unerlässlich für das Verständnis der weiteren Geschichte und waren für mich keineswegs „langweilig, wie ich es schon von Bekannten gehört hatte. Die Autorin erreicht so eine Stimmung von wirklicher Bedrohung, die nicht möglich gewesen wäre, wenn sie nur kurz aufgezählt hätte, was passierte.
Bei diesem sechsten Band fällt jedoch auf, dass sie nicht wie bei den anderen Bänden Harrys Vorgeschichte schildert. Wahrscheinlich geht sie richtigerweise davon aus, dass wohl niemand die Geschichte Harry Potters mit dem vorletzten Band beginnen wird. Zudem passierte vor allem im fünften Teil der Geschichte so ungeheuer viel, dass es schwierig gewesen wäre, dies alles unauffällig einzuflechten, wie es sonst J.K. Rowlings Art war.
Obwohl also anfangs nicht wirklich viel passiert, war ich sogleich gefesselt. Ich war begierig darauf, zu erfahren, wohin das alles führt, denn gleich am Anfang befinden sich zwei Kapitel, von denen vor allem das zweite viele Fragen aufwirft, die erst ganz am Ende geklärt werden. Vor allem zu Beginn ist „Harry Potter and the Half-Blood Prince“ nicht wirklich actionreich, doch gegen Ende würde man sich vielleicht etwas weniger Action wünschen. Ich bin jedoch völlig zufrieden mit dieser Art der Steigerung, denn zuerst erhält man genügend Informationen, welche dann die Grundlage für die Geschehnisse am Ende bilden, wodurch eine wunderbare Kausalität entsteht.
Ebenso faszinierend waren die vielen neuen Ideen, die J.K. Rowling in diesem Roman zu Tage treten lässt. So entstehen viele Überraschungsmomente, die das Lesen zu einer wahren Freude werden lassen. Außerdem legt die Autorin so die Basis für viele weitere Handlungsabschnitte, die mich immer wieder aufs Neue fesseln konnten und die mich nun noch neugieriger auf den nächsten und letzten Band der Reihe machen.
So ist die Erkenntnis, dass Voldemort seine Seele teilte und dass man diese Teile zuerst vernichten muss, bevor man ihn wirklich töten kann, sicher fundamental für die weitere Geschichte und gibt Anlass zu vielen weiteren Spekulationen. So fragte ich mich, was denn noch geschehen könnte, bevor es zum endgültigen Aufeinandertreffen von Harry und Voldemort käme. Jetzt weiß ich, dass Harry noch einen langen Weg zu gehen hat, will er auch nur die kleinste Chance haben.
Einige andere Entwicklungen kamen nicht unerwartet. So verliebt sich Harry zum ersten Mal. (Und ich hatte schon richtig vermutet, in wen...) Auch bei Ron und Hermione merkt man, dass sie älter geworden sind. Natürlich spielt auch Quidditch wieder eine Rolle. So erkannte ich viele mir bekannte Themen, die den sechsten Band an die anderen anknüpfen lassen. Doch da sind dann immer noch die vielen neuen Gesichtpunkte, welche die Basis für die Zukunft bilden.
Eine Entwicklung, die sich frühestens ab dem dritten Band abzeichnete, ist die Wegentwicklung von einem Kinderbuch. „Harry Potter and the Half-Blood Prince“ wird noch eine Stufe düsterer, ernster, trauriger und auch endgültiger als die vorangegangenen zwei Teile. Allzu jungen Menschen würde ich diesen Roman deshalb nicht in die Hand geben.
Die Spannung bleibt dagegen das ganze Buch über erhalten. Obwohl anfangs vordergründig nicht viel passiert, war ich doch immer gefesselt. Das Ende ist wieder einmal äußerst furios, absolut überraschend, klärt vieles (Ihr erratet nie, wer der „Halbblut-Prinz“ ist!) und wirft dabei auch neue Fragen auf. Es ist eine klare Weiterentwicklung der Story zu erkennen, wie ich finde. Joanne K. Rowling wächst mit ihren Romanen. Diese ändern sich, so wie sie sich ändert, entfalten sich immer mehr. So fühlt sich auch „Harry Potter and the Half-Blood Prince“ erwachsener an.
Ebenso wie die Story sind auch die Figuren in diesem sechsten Band erwachsener geworden, andere Dinge beschäftigen sie und sie handeln auch anders. Das finde ich unerlässlich bei einem Roman und noch viel wichtiger ist es bei einer Reihe von Romanen: Die Charaktere müssen an ihren Aufgaben wachsen, sich weiterentwickeln und doch erkennbar bleiben. Die Autorin schafft das wieder grandios. Man identifiziert alle bekannten Personen, sie behalten ihre hervorstechenden Merkmale, und wenn sie sich doch einmal ändern, so kennt man auch den Grund.
Einige, die man nicht vollständig einschätzen konnte, zeigen überraschende Verhaltensweisen, die einen direkten und teilweise großen Einfluss auf den Fortgang der Handlung haben. So ist und bleibt es eine wahre Freude, die wirklich zahlreichen Charaktere wieder zu entdecken!
Da ich ja die englische Ausgabe gelesen habe – auf die deutsche zu warten, hätte viel zu lange gedauert –, muss ich euch das Original einfach empfehlen. J. K. Rowling schreibt eine wunderschöne, nicht zu komplizierte Sprache, bei der man sich jedoch nie unterfordert fühlt. Ich lese die englischen Ausgaben sehr gerne, nehme sie ab und an einfach nur so zur Hand und lese ein paar Seiten darin. Es ist ein absolutes Vergnügen und auch für Menschen geeignet, die noch nicht so viel Übung mit dem Lesen englischer Romane haben, gesetzt dem Fall, ihr fangt mit dem ersten Band an!
Die Autorin beschreibt ihre Handlung auch sehr schön, überlädt das Buch nicht mit Details, fängt aber mit geschickt gewählten Einzelheiten Stimmungen ein. Sie gibt ihrem Roman ein wunderschönes Lesetempo, das an die Handlung angepasst ist. So liest man teils atemlos, kommt aber auch zu ruhigeren Abschnitten. Perfekt!
Insgesamt empfehle ich euch „Harry Potter and the Half-Blood Prince“ von ganzem Herzen, sofern ihr die vorangegangenen Bände kennt. Dieser sechste Teil der Geschichte zeigt eine bemerkenswerte Story, die ungeheuer spannend ist, obwohl gerade am Anfang vordergründig nicht viel passiert. Das Ende ist dagegen wieder actionreich, überraschend und diesmal auch sehr traurig und voll von ergreifender Atmosphäre. Die Figuren sind die alten geblieben und haben sich doch verändert, sie sind interessant und ihre Weiterentwicklung ist bemerkenswert. Daneben sind sie auch immer für Überraschungen gut. Darüber hinaus ist der Roman wunderbar zu lesen und auch für Menschen geeignet, die nicht so viel Übung im Lesen englischer Bücher haben.
Ich bin absolut begeistert, vergebe natürlich volle fünf Sterne und warte schon jetzt gespannt auf den nächsten und letzten Roman um Harry Potter!
„Harry Potter and the Half-Blood Prince” erschien als Originalausgabe am 16.07.2005. Das gebundene Buch mit der ISBN 0-7475-8108-8 kostet derzeit 15,80 €.
40 Bewertungen, 6 Kommentare
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07.03.2007, 20:44 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichLG Damaris :-)
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08.10.2006, 17:28 Uhr von 78sunny
Bewertung: sehr hilfreichSchöner Bericht! LG Sunny
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21.03.2006, 14:33 Uhr von swissflyer
Bewertung: sehr hilfreich######### <br/>###S H### <br/>######### <br/> <br/>Liebe Grüsse, der Patrik :-)
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08.10.2005, 19:51 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich
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03.08.2005, 19:11 Uhr von PopPrinces
Bewertung: sehr hilfreichWie schon bei Ciao, ein genialer Bericht... Gruß Steffi... Hab dich jetzt auch hier entdeckt...
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01.08.2005, 21:02 Uhr von toxity
Bewertung: sehr hilfreichschade das nur noch ein buch kommt, die sind immer wieder klasse
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