SWAT- Die Spezial Einheit (Komödie) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 12/2003
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Summe aller Bewertungen
- Action:
- Anspruch:
- Romantik:
- Humor:
- Spannung:
Erfahrungsbericht von Bjoern.Becher
Weg mit den Regeln, her mit den Knarren!
Pro:
Action, Action, Action, eine nette Idee
Kontra:
unterforderte Darsteller, nette Idee in den Sand gesetzt, moralisch mehr als fragwürdig was hier propagiert wird, viel zu ernst und ohne Witz inszeniert, pseudo-cool
Empfehlung:
Nein
Die Zeit für reaktionäre Filme scheint mal wieder reif. Nicht anders ist es zu erklären, dass ein Film wie S.W.A.T. (beruhend auf einer erfolgreichen TV-Serie aus den Siebzigern) mit so großem Erfolg durch die amerikanischen Kinos trudelte. Die rudimentäre Handlung, in welche die Macho-Action eingebettet ist, kann man dabei schnell erzählen.
Der bei seinen Vorgesetzten nicht gerade angesehene Sergeant Hondo (Samuel L. Jackson) soll eine neue S.W.A.T. - Einheit zusammenstellen. Sein Team umfasst dabei vor allem andere Leute, die Probleme mit den Vorgesetzten haben oder hatten, so zum Beispiel die nicht zimperliche Quotenfrau Chris Sanchez (Michelle Rodriguez) und Jim Street (Colin Farrell). Letzterer hat gerade sechs Monate „Strafdienst“ in der Waffenkammer hinter sich, nachdem er sich mit seinem Partner Brian Gamble (Jeremy Renner) eine Befehlsverweigerung geleistet hat. Statt abzuwarten, setzte vor allem Zocker Gamble (da waren die Autoren beim Namen aber kreativ) alles auf eine Karte und befreite die Geiseln. Gamble kostete das seinen Job, Street überlebte mit einer Verwarnung, weswegen Gamble nun sauer auf seinen Ex-Partner ist und diesen des Verrats bezichtigt (man darf dreimal raten, wer sich im Showdown des Films gegenüber steht).
Street bekommt von Hondo nun eine neue Chance. Da Street wie Hondo auch ein Mann ist, dem die Vorschriften egal sind und der das Gesetz der Straße über diese stellt (noch einer bei dem die Autoren große Namenskreativität bewiesen haben), hat Hondo Gefallen an ihm gefunden. Gemeinsam wartet auf die beiden und die restlichen vier Mitglieder des Teams (neben Michelle Rodriguez dürfen hier LL Cool J, Brian Van Bolt und Josh Charles ihre Gesichter in die Kamera halten) schon kurz nach der Ausbildung ein knallharter Job. Der Franzose Alex Montel (Olivier Martinez), ein skrupelloser Gangsterboss, ist der Polizei zufällig ins Netz gegangen und soll nun in ein Bundesgefängnis überführt werden. Dumm nur, dass dumme Reporter Montel eine Kamera und ein Mikro vors Gesicht gehalten haben und dieser dann via TV ganz L.A. hundert Millionen Dollar für seine Freilassung bieten konnte. Und so ist die ganze Unterwelt dabei einen Befreiungsversuch zu starten und auch Streets Ex-Partner Gamble lässt sich auf das Spielchen um die Millionen ein.
Doch diese rudimentäre Handlung ist eigentlich egal, denn der einzige Geistesblitz der Autoren David Ayer („Training Day“) und David McKenna („Get Carter) verpufft recht schnell: Eine interessante Idee, dass ein Gangsterboss den Gedanken vom Kopfgeld umdreht, doch das Chaos das dadurch in ganz L.A. herrschen sollte, ist nach fünf Minuten wieder vorbei, da die Polizei alle Gangster bis auf die Gruppe um Gamble „verarscht“ und es somit doch der altbekannte Zweikampf wird.
Aber auch egal, denn die Story hat nur einen Sinn: Irgendwie muss man es ja begründen, dass man Actionszene an Actionszene reiht und nichts anderes macht der Film. Dabei wird jedes Klischee bedient. Das zeigt sich schon in dem Leitspruch von Captain Hondo: „Manchmal ist das Richtige, nicht das Richtige zu tun“, was auf gut Deutsch heißt: „Scheiß auf alle Regeln und Gesetze, löse das ganze mit einer möglichst dicken Kanone.“ Das Credo des Films wird an allen Ecken und Enden heruntergebetet. Wer sich an Gesetze hält, hat keine Chance im Swat-Team, um die Verbrecher von heute dingfest zu machen, ist jedes Mittel recht. Da schlägt das Herz eines jeden reaktionären, konservativen Waffenlobbyisten hoch (zudem baut man auch noch gleich einen Mann aus dem aktuellen Lieblingsfeindesland Frankreich als Feind ein)!
Das schlimme an der ganzen Sache: Die Macher des Films meinen, dass scheinbar noch bierernst! Ein ironischer Unterton, der die beiden Chaos-Cops Murtaugh und Riggs aus der Lethal-Weapon-Reihe zum Beispiel dauerhaft begleitet, fehlt völlig. Stattdessen dürfen die Protagonisten einen „coolen“ Spruch nach dem anderen ablassen, werden in ihrer Coolness vom Soundtrack gespickt mit der typischen Zielgruppenmusik (Linkin Park und die üblichen verdächtigen Bravo - NuRock-Konsorten) unterstützt und sollen bei der anvisierten, noch nicht volljährigen Zielgruppe (deswegen auch die trotz der zahlreichen Actionszenen sehr jugendfreie Inszenierung) immerzu den Wunsch wecken, doch auch so cool bitte sein zu mögen.
Nach dem Anschauen des Films fragte sich der Autor dieser Zeilen ernsthaft wie der bekannte Filmkritiker Roger Ebert auf die Aussage zu S.W.A.T kam: „...in a time when so many action pictures are mindless assaults on the eyes, ears and intelligence, it works as superior craftsmanship.“ Wo Ebert die „herausragende Kunstfertigkeit“ („superior craftmanship“) des Streifens erkannt haben mag, bleibt zweifelhaft. Die Actionszenen kann er nicht meinen, denn diese unterscheiden sich nicht von zahlreichen anderen Actionfilmen. Und diese gibt es wie Sand in der Wüste. Und das ist das beste was man noch über S.W.A.T. sagen kann. Wenn man all das reaktionäre Gedankengut, was sich in diesem Streifen verbirgt beiseite lässt, dann bekommt man wenigstens Action satt. Dabei bekommt man aber nichts besonderes, nichts was man schon einmal wo anders nicht gesehen hätte. Und soll man dafür Geld ausgeben?
F A Z I T
°°°°°°°°°°°
Die Frage, ob S.W.A.T. für einen persönlich sehenswert ist, muss jeder selbst für sich beantworten. Wenn man ihn nicht anschaut, wird man nicht viel verpassen, denn jeder andere humorlose, sich viel zu ernst nehmende, wahllos Actionszenen aneinanderreihende Streifen tut es auch und diese gibt es - wie schon einmal gesagt - wie Sand in der Wüste! Vier von zehn Punkten!
D A T E N
°°°°°°°°°°°
Titel Deutschland: S.W.A.T. - Die Spezialeinheit
Originaltitel: S.W.A.T.
Genre: Action
USA 2003, FSK 16, Laufzeit : 118 Minuten
Darsteller: Samuel L. Jackson (Dan \"Hondo\" Harrelson), Colin Farrell (Jim Street), Michelle Rodriguez (Chris Sanchez), LL Cool J (Deacon Kaye), Brian van Holt (Michael Boxer), Jeremy Renner (Brian Gamble), Josh Charles (T.J. McCabe), Olivier Martinez (Alex Montel)
Regie: Clark Johnson
Produktion: Neal H. Moritz, Dan Halsted, Chris Lee
Drehbuch: David Ayer, David McKenna
Kamera: Gabriel Beristain
Musik: Elliot Goldenthal
Schnitt: Michael Tronick
W E I T E R F Ü H R E N D E * I N F O R M A T I O N E N
°°°°°°°°°°°
Internet Movie Database: http://german.imdb.com/title/tt0257076/
Online Filmdatenbank: http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=35614
Die zitierte Rezension von Roger Ebert (3 von 4 Sternen): http://www.suntimes.com/ebert/ebert_reviews/2003/08/080803.html
© Björn Becher 2003
Der bei seinen Vorgesetzten nicht gerade angesehene Sergeant Hondo (Samuel L. Jackson) soll eine neue S.W.A.T. - Einheit zusammenstellen. Sein Team umfasst dabei vor allem andere Leute, die Probleme mit den Vorgesetzten haben oder hatten, so zum Beispiel die nicht zimperliche Quotenfrau Chris Sanchez (Michelle Rodriguez) und Jim Street (Colin Farrell). Letzterer hat gerade sechs Monate „Strafdienst“ in der Waffenkammer hinter sich, nachdem er sich mit seinem Partner Brian Gamble (Jeremy Renner) eine Befehlsverweigerung geleistet hat. Statt abzuwarten, setzte vor allem Zocker Gamble (da waren die Autoren beim Namen aber kreativ) alles auf eine Karte und befreite die Geiseln. Gamble kostete das seinen Job, Street überlebte mit einer Verwarnung, weswegen Gamble nun sauer auf seinen Ex-Partner ist und diesen des Verrats bezichtigt (man darf dreimal raten, wer sich im Showdown des Films gegenüber steht).
Street bekommt von Hondo nun eine neue Chance. Da Street wie Hondo auch ein Mann ist, dem die Vorschriften egal sind und der das Gesetz der Straße über diese stellt (noch einer bei dem die Autoren große Namenskreativität bewiesen haben), hat Hondo Gefallen an ihm gefunden. Gemeinsam wartet auf die beiden und die restlichen vier Mitglieder des Teams (neben Michelle Rodriguez dürfen hier LL Cool J, Brian Van Bolt und Josh Charles ihre Gesichter in die Kamera halten) schon kurz nach der Ausbildung ein knallharter Job. Der Franzose Alex Montel (Olivier Martinez), ein skrupelloser Gangsterboss, ist der Polizei zufällig ins Netz gegangen und soll nun in ein Bundesgefängnis überführt werden. Dumm nur, dass dumme Reporter Montel eine Kamera und ein Mikro vors Gesicht gehalten haben und dieser dann via TV ganz L.A. hundert Millionen Dollar für seine Freilassung bieten konnte. Und so ist die ganze Unterwelt dabei einen Befreiungsversuch zu starten und auch Streets Ex-Partner Gamble lässt sich auf das Spielchen um die Millionen ein.
Doch diese rudimentäre Handlung ist eigentlich egal, denn der einzige Geistesblitz der Autoren David Ayer („Training Day“) und David McKenna („Get Carter) verpufft recht schnell: Eine interessante Idee, dass ein Gangsterboss den Gedanken vom Kopfgeld umdreht, doch das Chaos das dadurch in ganz L.A. herrschen sollte, ist nach fünf Minuten wieder vorbei, da die Polizei alle Gangster bis auf die Gruppe um Gamble „verarscht“ und es somit doch der altbekannte Zweikampf wird.
Aber auch egal, denn die Story hat nur einen Sinn: Irgendwie muss man es ja begründen, dass man Actionszene an Actionszene reiht und nichts anderes macht der Film. Dabei wird jedes Klischee bedient. Das zeigt sich schon in dem Leitspruch von Captain Hondo: „Manchmal ist das Richtige, nicht das Richtige zu tun“, was auf gut Deutsch heißt: „Scheiß auf alle Regeln und Gesetze, löse das ganze mit einer möglichst dicken Kanone.“ Das Credo des Films wird an allen Ecken und Enden heruntergebetet. Wer sich an Gesetze hält, hat keine Chance im Swat-Team, um die Verbrecher von heute dingfest zu machen, ist jedes Mittel recht. Da schlägt das Herz eines jeden reaktionären, konservativen Waffenlobbyisten hoch (zudem baut man auch noch gleich einen Mann aus dem aktuellen Lieblingsfeindesland Frankreich als Feind ein)!
Das schlimme an der ganzen Sache: Die Macher des Films meinen, dass scheinbar noch bierernst! Ein ironischer Unterton, der die beiden Chaos-Cops Murtaugh und Riggs aus der Lethal-Weapon-Reihe zum Beispiel dauerhaft begleitet, fehlt völlig. Stattdessen dürfen die Protagonisten einen „coolen“ Spruch nach dem anderen ablassen, werden in ihrer Coolness vom Soundtrack gespickt mit der typischen Zielgruppenmusik (Linkin Park und die üblichen verdächtigen Bravo - NuRock-Konsorten) unterstützt und sollen bei der anvisierten, noch nicht volljährigen Zielgruppe (deswegen auch die trotz der zahlreichen Actionszenen sehr jugendfreie Inszenierung) immerzu den Wunsch wecken, doch auch so cool bitte sein zu mögen.
Nach dem Anschauen des Films fragte sich der Autor dieser Zeilen ernsthaft wie der bekannte Filmkritiker Roger Ebert auf die Aussage zu S.W.A.T kam: „...in a time when so many action pictures are mindless assaults on the eyes, ears and intelligence, it works as superior craftsmanship.“ Wo Ebert die „herausragende Kunstfertigkeit“ („superior craftmanship“) des Streifens erkannt haben mag, bleibt zweifelhaft. Die Actionszenen kann er nicht meinen, denn diese unterscheiden sich nicht von zahlreichen anderen Actionfilmen. Und diese gibt es wie Sand in der Wüste. Und das ist das beste was man noch über S.W.A.T. sagen kann. Wenn man all das reaktionäre Gedankengut, was sich in diesem Streifen verbirgt beiseite lässt, dann bekommt man wenigstens Action satt. Dabei bekommt man aber nichts besonderes, nichts was man schon einmal wo anders nicht gesehen hätte. Und soll man dafür Geld ausgeben?
F A Z I T
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Die Frage, ob S.W.A.T. für einen persönlich sehenswert ist, muss jeder selbst für sich beantworten. Wenn man ihn nicht anschaut, wird man nicht viel verpassen, denn jeder andere humorlose, sich viel zu ernst nehmende, wahllos Actionszenen aneinanderreihende Streifen tut es auch und diese gibt es - wie schon einmal gesagt - wie Sand in der Wüste! Vier von zehn Punkten!
D A T E N
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Titel Deutschland: S.W.A.T. - Die Spezialeinheit
Originaltitel: S.W.A.T.
Genre: Action
USA 2003, FSK 16, Laufzeit : 118 Minuten
Darsteller: Samuel L. Jackson (Dan \"Hondo\" Harrelson), Colin Farrell (Jim Street), Michelle Rodriguez (Chris Sanchez), LL Cool J (Deacon Kaye), Brian van Holt (Michael Boxer), Jeremy Renner (Brian Gamble), Josh Charles (T.J. McCabe), Olivier Martinez (Alex Montel)
Regie: Clark Johnson
Produktion: Neal H. Moritz, Dan Halsted, Chris Lee
Drehbuch: David Ayer, David McKenna
Kamera: Gabriel Beristain
Musik: Elliot Goldenthal
Schnitt: Michael Tronick
W E I T E R F Ü H R E N D E * I N F O R M A T I O N E N
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Internet Movie Database: http://german.imdb.com/title/tt0257076/
Online Filmdatenbank: http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=35614
Die zitierte Rezension von Roger Ebert (3 von 4 Sternen): http://www.suntimes.com/ebert/ebert_reviews/2003/08/080803.html
© Björn Becher 2003
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