Sagrada Familia Testbericht

Sagrada-familia
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Erfahrungsbericht von dieanke

Der Tempel der Armen

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Mein letzter Besuch in Barcelona liegt zwar nun schon gut 2 ½ Jahre zurück, trotzdem werde ich diese Stadt und die Eindrücke die ich dort gewonnen habe, nie vergessen. Heute soll es mal um die berühmte Sagrada Familia gehen:


Baugeschichte
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Die Baugeschichte der wohl berühmtesten Kirche ist eng verbunden mit deren Schöpfer Antoni Gaudi. Gaudis Wirken ist überall in der Stadt zu finden: Parc Guell, Casa Mila etc. Trotzdem gilt die Sagrada Familia als sein Lebenswerk, das er selbst nie vollenden konnte. Nachdem 1910 die Casa Mila, sein letzter „Profanbau“ vollendet war, widmete er sich bis zu seinem Tod 1926 nur noch seinem Hauptprojekt, in dessen Krypta er auch heute begraben liegt. Schon seit 1883 hatte Gaudi die Bauleitung, nachdem die Stadt sich im Streit vom ursprünglichen Architekten Villar getrennt hatte. Da Villar eine neugotische, somit traditionelle, Kathedrale geplant und schon begonnen hatte, musste Gaudi den Grundriss so akzeptieren,


Die „Kathedrale der Armen“
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So hatte Gaudi selbst die Kathedrale damals genannt. 15000 Menschen sollten in ihr Platz finden. 110m mal 45m sollte sie groß werden und 18 Türme sollte sie haben: 12 stehen für die Apostel, 4 für die Evangelisten und einer für die Mutter Gottes. Der mittlere und größte (170m) sollte sie alle überragen. Er symbolisiert Christus.


Die Fassaden
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Das Ostportal symbolisiert die Geburt, das Westportal symbolisiert den Leidensweg. Und das Hauptportal stellt bildlich Christus als Weltherrscher dar.


Gaudis Tod
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Zum Zeitpunkt Gaudis Tod waren das Ostportal und der 105m hohe Turm des Barnabas fertig. Die vollständige Ostfassade stellte ein Mitarbeiter 1935 im Sinne seines Meisters fertig.


Wie ging es weiter?
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Die Sagrada Familia ist bekannt als die „Unvollendete“. Obwohl Gaudi wirklich konkrete Pläne hinterlassen hatte, hielt man sich zunächst kaum daran. Die Pläne waren nicht besonders umfangreich, da Gaudi sehr stark experimentierfreudig war. Das Westportal wurde somit für viele zum Stein des Anstoßes.

Allerdings sieht man noch heute ab und zu Kräne rund um die Sagrada. Heute finanziert man den Weiterbau mit Eintritts- und Spendengeldern. Allerdings ist auch dieser Weiterbau arg umstritten. Keine Spur sei mehr von Gaudis Symbolkraft, seiner „Predigt aus Stein“ wie er selbst die Kirche einst bezeichnet hat.

Trotz der vielen Gegenstimmen, die dafür plädieren, die Kirche in ihrem Zustand als eine Art Baudenkmal zu belassen, wird der Zeitpunkt der totalen Fertigstellung auf das Jahr 2027 veranschlagt.


Der Besuch
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Am besten erreicht man die Sagrada mit der Metro (L2, L5 Station Sagrada Familia). Schon wenn man die Treppen aus der Metro hinaufsteigt, sieht man diese gigantischen, steinernen Türme. Ich muss ganz ehrlich gestehen, dass ich eine Gänsehaut bekam, als sich diese gigantische Kirche vor mir auftürmte.

Die nächste Gänsehaut bekam ich, als ich diese riesige Schlange sah. Die wollten da alle rein... Und das schon morgens um 10.00 Uhr. Die Sagrada ist eine ähnliche Touristenattraktion wie der Eiffelturm in Paris oder das Brandenburger Tor in Berlin. Man muss sich also vor allem auf eines einstellen: lange Wartezeiten. Und vorsicht: Hier arbeiten die Taschendiebe mit besonders fiesen Tricks. Blumenverkauf etc. etc. Also trau keinem, der dir was geben will. Außer der Frau am Kassenhäuschen. Die bekommt 800 ptas. (in Euro hab ich keine Ahnung...!)

Aber hier lohnt sich das lange Warten. Man hat jetzt mehrere Möglichkeiten. Zum einen kann man hoch auf die Türme gehen: Achtung, nur für Schwindelfreie! Entweder geht man die gut 400 Steinstufen hoch (zum Teil gibt es auf dieser Wendeltreppe nicht einmal ein Geländer), oder man benutzt den Aufzug, der allerdings noch mal 6 ptas. Extra kostet. Oben hat man einen wirklich wundervollen Ausblick über ganz Barcelona.

Die andere Möglichkeit, die sich allerdings ohne Mehrkosten mit der Turmbesteigung verbinden lässt, ist das Gaudi-Museum, das in den Gewölben der Kathedrale untergebracht ist. Hier findet man wertvolle Zusatzinfos zum Bau der Kathedrale: Pläne, grobe Zeichnungen, Instrumente, die damals zum Bau verwendet wurden. Unter anderem findet man die zahlreichen Lotsäcke, die zum geraden Bau der Türme verwendet wurden. Ich fand das Museum richtig interessant, wenn es auch eine relativ kleine Ausstellung war.


Eindrücke
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Die Sagrada Familia ist ganz gewiss nicht umsonst das Wahrzeichen Barcelonas. Sie ist nicht vergleichbar mit anderen „normalen“ Kirchen, wie dem Petersdom, Notre Dame oder dem Kölner Dom. Von weitem sieht sie irgendwie aus wie ein urzeitliches Monster. Etwa Nessie würde ich mir so vorstellen. Man findet keine einzige Ecke (Kennzeichen des Gaudi-Stils). Allein die gewaltigen und symbolträchtigen Portale haben mich unheimlich beeindruckt. Dann diese filigran gebauten Türme, mit den perfekt gearbeiteten Spitzen.

Was ebenfalls beeindruckend ist, ist die schier unglaubliche Größe. Man muss sich vorstellen, 15000 Menschen sollen darin mal zum Gottesdienst Platz finden. Dementsprechend groß sind natürlich auch die Türme. Von fast überall in Barcelona, vor allem wenn man aus den Bergen runterkommt, sieht man diese wie Finger wirkenden Türme. Und von der Spitze sieht man ganz Barcelona… Einfach gigantisch!!!

Ich würde die Sagrada in die Kategorie einordnen: Muss man einfach gesehen haben, sonst kann man diese Begeisterung kaum nachvollziehen. Einfach Top und deshalb gibt es von mir die volle Wertung.

In diesem Sinne Eure Anke

30 Bewertungen