Saturn Music Dome Testbericht

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Erfahrungsbericht von Gimmick404

der zweite Dom in Köln

Pro:

rel. niedriges Preisniveau; Riesenauswahl

Kontra:

etwas abseits gelegen; DVD-Abteilung noch verbesserungswürdig

Empfehlung:

Ja

Die größte CD-Auswahl der Welt, dieses Versprechen liest man schon, bevor man diesen Tempel der Musik überhaupt betreten hat, unübersehbar prangt diese Aufschrift an den Fenstern des Saturn Music Domes am Hansaring in Köln.

Früher, noch in den 80ern, als ich den Dom ehrfürchtig das erste Mal betrat, gab es hier im Erdgeschoss wohl die zumindest in Deutschland umfangreichste Platten-Auswahl. Damals waren in diesem Gebäude, übrigens das erste Hochhaus in Köln, gebaut in den zwanzigern des 20. Jahrhunderts, auch noch andere Abteilungen des Elektronikkonzerns zu finden. Allerdings reichte schon damals der Platz für das umfangreiche Angebot dieses Elektronikkonzerns nicht aus, so fand man über den ganzen Hansaring verteilt in verschiedenen Häusern die jeweiligen Fachabteilungen. Zu Beginn der 90er dann baute man hinter dem Saturn-Stammhaus eine ganz neue Filiale inklusive Tiefgarage. Hier findet man heute ein nahezu komplettes Angebot über drei riesige Etagen verteilt - mit Ausnahme von CDs, DVDs und Videos, die im alten Stammhaus sich heute auf 3 Etagen ausbreiten.

Die Lage am Hansaring am Rande des recht neuen Mediaparks würde ich jetzt nicht unbedingt als zentral gelegen bezeichnen. Die Einkaufsmeilen Hohe Straße und die Schildergasse sind doch gut 20 Minuten entfernt - zu Fuß versteht sich. Auch ist der Hansaring eher am Ende der Kölner Ringe gelegen. Dafür gibt es direkt beim Saturn eine S-Bahnstation sowie eine U-Bahnstation. Auch vom Hauptbahnhof ist man recht schnell dort, orientieren kann man sich dabei auch an der Silhouette des backsteinfarbenen Hansa-Hochhauses, an dem weithin sichtbar auch die Schriftzeichen des Saturns zu sehen sind. Obwohl also etwas abseits gelegen, ist hier dennoch zumeist reger Betrieb. Köln hat zwar seit einigen Jahren auch einen City-Saturn im Kaufhof, doch ist das eben nur ein normaler Saturn-Technomarkt, wie man ihn eigentlich fast in jeder größeren Stadt findet. Das Flair des Saturns am Hansaring, meines Wissens der erste Saturn überhaupt, geht ihm dabei eben doch etwas ab.

Zurück zum heutigen Music-Dome. Kommt man durch die Drehtür herein, fühlt man sich immer wieder aufs neue erschlagen von der schieren Größe. CD-Regale, wohin das Auge blickt. Gleich am Ein-/Ausgang findet man die Ständer mit den Sonderangeboten. Sonderangebote, die man zum großen Teil übrigens nicht im City-Saturn findet. Etliche CDs, die man hier zu günstigen Preisen findet, sind dort entweder erst gar nicht vorrätig oder aber zum Teil deutlich teurer. Vom Kölner Pro Markt oder Media Markt will ich da erst gar nicht reden.

Übrigens gibt es auch zahlreiche Sonderaktionen, wo es Rabatte auf alle CDs gibt. Es empfiehlt sich also, die regelmäßig dem Kölner Stadtanzeiger beiliegenden Prospekte nicht einfach wegzuwerfen. Viele dieser Angebote sind Aktionen, die man in anderen Saturns so nicht findet.

Ansonsten liegen die Preise für CDs zum Teil deutlich unter dem, was andere Shops wie WOM oder der Pro Markt verlangen und geringfügig unter denen des Media Marktes. Selbst der City-Saturn ist manchmal etwas teurer. Noch vor wenigen Jahren bekam man neue CDs für 21 - 25 DM, diese Zeiten sind leider auch im Music Dome vorbei. Dieses trifft leider auch auf die CDs zu, die nicht im Sonderangebot sind. Dafür findet man hier eigentlich so gut wie alles, was der Markt her gibt. Und wird man einmal nicht fündig, gibt es ja noch die Infotheke. Dort liegen auch immer einige Kataloge mit allen erhältlichen CDs bereit. Falls einem das noch nicht weiterhelfen sollte auf der Suche nach etwas eher unbekanntem, gibt es dann immer noch das Personal. Zwar habe ich hier noch nie recht viel fragen müssen, doch bleibt einem regelmäßigen Kunden natürlich nicht verborgen, dass dieses zum Teil sehr fachkundig ist. Fast schon zum Inventar gehört hierbei ein gebürtiger Amerikaner (zumindest vermute ich, dass er einer ist), der wohl so ziemlich alles zu kennen scheint. Neulich bekam ich in einem anderen Saturn mit, wie ein Kunde die CD-Single "It's My Life" von Bon Jovi suchte - und der gute Berater suchte doch tatsächlich in den aktuellen Charts, obwohl der Song bereits fast 3 Jahre alt ist - ein derartiger Faux-Pas wäre im Musicdome zumindest bei dem "Chefberater" nur schwer vorstellbar.

Neben den obligatorischen Pop-/Rockregalen findet man auch zahlreiche CDs aus dem Bereich Soul, Alternative, Filmmusik und Dance und überall Ständer mit Sonderangeboten. Und dann gibt es auch noch eine riesige Klassikabteilung. Diese gehört allerdings zu den weniger stark frequentierten Bereichen. Eigentlich gehe ich, wenn überhaupt, nur durch diese hindurch, um zu den Toiletten zu gelangen, die hier durchaus sinnvoll sind, kann man doch in diesem Musik-Mekka durchaus mehrere Stunden verbringen.

Einen Keller gibt es auch noch, dieser nannte sich bis vor kurzem noch Maxikeller, doch wurden die Maxisingles mittlerweile auch ins Erdgeschoss geholt. Anstatt der Maxis findet man heute im Keller eine Jazzabteilung. Reinhören kann man in die CDs übrigens auch: einfach den Barcode der jeweiligen CDs unter den Laser an einer der zahlreichen Kopfhörerstationen halten und schon geht es los, klappt fast immer.

Neben den CDs findet man im Musicdome auch noch Schallplatten, bespielte Minidiscs und auch eine kleine und mittlerweile bescheidene Auswahl an Musikkassetten. Und natürlich geht man auch mit der Zeit, deshalb findet man im Obergeschoss die DVD- und Videoabteilung. Hier dürfte es wohl so ziemlich alles geben, was in den letzten Jahren veröffentlicht wurde. Doch leider sticht diese Abteilung weder durch Übersicht noch durch das Preisniveau besonders hervor. Während man in Köln wohl nur schwerlich einen Laden entdecken dürfte, der den Saturn am Hansaring bei CDs preislich unterbietet, sollte man bei DVDs schon eher vergleichen. Schade eigentlich, doch diese Abteilung könnte man noch durchaus attraktiver gestalten.

Zu den CDs sei noch erwähnt, dass diese in eine stabile Plastikhülle eingeschweißt sind. Wie oft habe ich mich schon in anderen Filialen des Saturns über Preisschilder geärgert, die derart an den Hüllen klebten, dass man sie kaum abbekam. Dieses Problem hat man im Musicdome eigentlich nie. Kassen gibt es auch reichlich, viele sind auch besetzt, so dass man an normalen Tagen nicht all zulange anstehen muss. Früher konnte man nur bar bezahlen, doch seit ca. 10 Jahren wird auch im Saturn am Hansaring zumindest die EC-Karte akzeptiert.

Als Fazit bleibt festzuhalten, dass man in diesem Saturn fast den ganzen Tag verbringen kann. Nirgendwo macht das Stöbern in den Regalen mehr Spaß, fast nirgends findet man eine vergleichbar riesige Auswahl und fast nirgends ist so viel auch tatsächlich in den Regalen, fein sortiert nach Stilrichtungen und Interpreten. Zu fast allen Interpreten findet man auch noch ein Kärtchen im Regal, auf der alle seine veröffentlichten Platten aufgelistet sind. Das Preisniveau zumindest im Musikbereich ist nur schwer zu übertreffen, reinhören kann man auch in fast alles, so dass der Musicdome wahrlich ein Erlebnis darstellt für jeden Musikliebhaber. Der einzige Nachteil: es ist etwas abseits der Einkaufsmeilen, dennoch ist es oft überlaufen - die Masse verteilt sich allerdings recht gut in dem riesigen Gebäude - und man kann ziemlich viel Geld dort liegen lassen. Nicht so gelungen ist (noch?) die DVD-Abteilung, ich könnte mir allerdings vorstellen, dass sich das auch noch bessern wird. Da es sich aber hier ja auch nicht um einen DVD-Dome handelt, sondern um einen Music-Dome, steht der verdienten Höchstbewertung nichts im Weg.

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