Schifffahrtsmuseum Bremerhaven Testbericht

No-product-image
ab 15,65
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003

5 Sterne
(2)
4 Sterne
(0)
3 Sterne
(0)
2 Sterne
(0)
1 Stern
(0)
0 Sterne
(0)

Erfahrungsbericht von Andreas1501

Schifffahrtsmuseum Bremerhaven - unbedingt sehenswert!

Pro:

Sehr viele Ausstellungsstücke und gut aufbereitete Informationen

Kontra:

nichts

Empfehlung:

Ja

Wirklich sehenswertes Museum!

An zwei Tagen unserer Studienfahrt an die Nordsee besuchten wir Bremerhaven. Die Stadt als solche fanden wir nicht besonders sehenswert, doch die Museen schon. Am besten gefiel uns das deutsche Schifffahrtsmuseum, dem dieser Bericht gewidmet ist.


Lage und Erreichbarkeit
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Das Schifffahrtsmuseum liegt direkt hinter dem Weserdeich am alten Hafen in der Nähe des Columbus-Centers, ist also leicht zu finden und von überall her auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln (Bus) gut zu erreichen. Die Parkplatzsituation kann ich nicht gut beurteilen, aber ich habe in der Nähe Parkhäuser und Parkplätze gesehen, die gegen Gebühr benutzt werden können. Es sah mir nicht danach aus, als würden die Plätze so schnell knapp werden... Jedenfalls ist das Museum unabhängig vom Verkehrsmittel nach kurzem Fußmarsch erreichbar.


Öffnungszeiten und Eintrittspreise
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Die Öffnungszeiten sind einfach zu merken und ausreichend dimensioniert: Von April bis Oktober ist das Museum täglich von 10 - 18 Uhr geöffnet, in der restlichen Zeit des Jahres von November bis März ist montags geschlossen, ansonsten bleiben die Zeiten gleich. Die Eintrittspreise sind nach meinem Eindruck relativ gering angesetzt: Erwachsene zahlen 4,00 Euro. Kinder, Rentner und Wehrpflichtige werden mit 2,50 Euro berechnet, und Schulklassen zahlen pro Schüler 1,50 Euro. Man kann eine Führung buchen, die ab 30,00 Euro zu haben ist. Wir haben darauf verzichtet und ehrlich gesagt nichts vermisst - das Museum ist so gut aufbereitet und informativ gestaltet, dass man die wesentlichen Informationen selbst gewinnen kann.


Was es zu sehen gibt
~~~~~~~~~~~~~~~~~

Das Deutsche Schifffahrtsmuseum ist der letzte Großbau des Architekten Hans Scharoun. Dass mir die Architektur besonders gefällt, kann ich allerdings nicht sagen - darauf kommt es aber auch nicht an. Das Gebäude wurde vor einiger Zeit durch einen Anbau auf die doppelte Größe erweitert und bietet mittlerweile eine sehr große Ausstellungsfläche, die erst mal durch die Besucher erschlossen werden muss - man braucht zur Besichtigung der gesamten Ausstellung sicherlich mehrere Stunden, die aber gut angelegt sind. Auch mit Kindern kann man das Museum besuchen - es gibt genügend zu sehen, was auch für Kinderaugen interessant ist.

Es ist unmöglich zu beschreiben, was es alles zu sehen gibt. Ich beschränke mich deshalb auf eine kleine Auswahl. Sehr beeindruckend sind die vielen originalgetreuen Nachbauten berühmter und weniger berühmter Schiffe aus vielen Epochen. Ob Marine oder zivile Schifffahrt, man kann eine Vielfalt von über 500 Modellen bewundern und Informationen dazu erhalten. Sehr gut gestaltet ist ein Diorama, das den alten Hafen zur Gründerzeit Bremerhavens zeigt. Dieses Modell stellt ungefähr das Jahr 1850 dar.

Zentrales Exponat des Museums ist eine originale Bremer Hansekogge von 1380, die in den letzten Jahren konserviert und gereinigt wurde und nun in voller Pracht und Größe zu bestaunen ist. Einige Meter weiter kann man das originale Mittelschiff des Seitenraddampfers \"Meißen\" von 1881 begehen und untersuchen. Daneben gibt es weitere originale Ausstellungsstücke, ein kleines U-Boot etwa oder mehrere Segelboote.

Sehenswert sind aber auch die Ausstattungsgegenstände von historischen Schiffen oder die Kabinen diverser Schiffe. Außerdem kann man natürlich technische Ausstattungsgegenstände betrachten, unter anderem Uhren, Kompasse oder ein Torpedo-Zielgerät von einem Kriegsschiff. Nicht zuletzt interessierten mich diverse original erhaltene Schriftstücke vom Logbuch über die Speisekarte bis hin zum Heuerzettel eines Matrosen. Für jeden ist etwas dabei!

Nicht direkt zum Museum gehören die Exponate im alten Hafen genau neben dem Museum. Hier kann man ein großes U-Boot besichtigen oder andere Schiffe, die im Hafen liegen. Es fällt jedoch ein gesondertes Eintrittsgeld an. Das U-Boot haben wir noch \"mitgenommen\", wofür wir pro Erwachsenen 2,50 Euro bezahlen mussten. Zwar kannte ich das Innere eines U-Bootes bereits aus dem Technik-Museum Speyer, doch auch dieses war wieder sehr interessant. Die anderen Schiffe waren im März noch nicht zugänglich - die Saison beginnt erst im April.


Sonstiges
~~~~~~~~

Neben dem Eingang des Museums befindet sich die Garderobe mit zahlreichen Schließfächern, die gegen ein Pfand von 10 Euro belegt werden können. Sehr empfehlenswert für Leute mit Rucksack, Mantel usw., denn ohne diese Utensilien macht so ein Museumsbesuch doch gleich viel mehr Spaß.

Auch einen Museumsshop sucht man nicht vergebens. Die Auswahl in diesem Shop ist recht groß und umfasst viel Literatur zu Themen rund um Schifffahrt und Hafenbau. Dazu kommen Kalender, Landkarten, Atlanten, Postkarten und - als besonderes Schmankerl - Bastelbogen für Schiffe, Leuchttürme usw. Diese Bastelbogen bestehen aus feiner Pappe und sind nicht ganz einfach zusammenzubauen, wie ich mittlerweile aus eigener Erfahrung weiß. Dafür hat man dann aber wunderschöne Modelle, die man gerne irgendwo aufstellt. Als Erinnerung an den Besuch des Deutschen Schifffahrtsmuseums eignen sich diese Modelle jedenfalls bestens.

Nur so am Rande: Ich meine mich zu erinnern, im Museum einen Hinweis auf ein Museumscafé erspäht zu haben. Da wir dieses aber nicht besucht haben, kann ich dazu keine eigenen Erfahrungen beitragen. Da es in der Bremerhavener Innenstadt aber einige Cafés mit hervorragenden Angeboten gibt, ist man auf ein Museumscafé nicht unbedingt angewiesen.


Fazit
~~~~~~~

Das Deutsche Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven lohnt einen Besuch unbedingt. Die an unserer Studienfahrt beteiligten Schüler waren sehr angetan und lobten das Museum sehr. Die Vielfalt der ausgestellten Exponate und die guten Erklärungen auf den Informationstafeln machen einen Besuch sehr interessant. Wir verbrachten alles in allem vier Stunden in dem Museum und hätten noch länger bleiben können, wenn nicht weitere Vorhaben zum Aufbruch gemahnt hätten.

Noch ein abschließender Tipp: Wir kamen gleich morgens um 10 Uhr kurz nach der Öffnung ins Museum. Die ersten beiden Stunden war der Andrang recht gering, wir konnten alles ungehindert betrachten. Ab ca. 12 Uhr stieg die Besucherzahl stark an, die Atmosphäre war dann nicht mehr ganz so angenehm. Und das Ende März - wie muss es dann erst in der Saison sein? Also: so früh wie möglich hingehen!

Insgesamt vergebe ich die bestmögliche Bewertung und stimme dem Baedeker-Reiseführer Deutschland zu, der das Museum mit zwei Sternen als sehr sehenswert ausgezeichnet hat. Ein Lichtblick im ansonsten eher tristen Bremerhaven!


© Andreas Wilhelm, 18.04.2003


.

27 Bewertungen