Schloß Augustusburg Testbericht

Schloss-augustusburg
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Erfahrungsbericht von Papa_Santano

UND HIER HABE ICH SIE ZUM ERSTEN MAL GEKÜSST.

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Vorwort:

Irgendwer hat mir mal gesagt ich habe keinen Sinn für Kunst und Kultur, weil ich es wagte das Kunstwerk eines berühmten Künstlers als Schrott zu bezeichnen, den man am besten in die Müllpresse werfen würde.
Doch so ganz ohne Sinn für Kultur bin ich nicht, auch wenn ich mich hin und wieder sehr schwer tue die so genannten Werke vermeintlicher Künstler zu verstehen. Da halte ich es lieber mit Bauwerken, denn da kann ich wenigsten was erkennen, ohne mich zu fragen was der Künstler mir denn nun mit seinem Werk sagen will, wohlwissend das er selbst keine Ahnung hat.
Es gab da mal ein Experiment, bei dem man einen Schimpansen mit Staffelei und Farbe ausstattete, und die Ergebnisse dann später hochrangigen Kunstexperten vorlegten. Es war sehr interessant zu sehen was diese Experten in den Bildern alles zu sehen glaubten. Wie sie die Stimmungen des Künstlers interpretierten und was weis ich noch alles. Wohlgemerkt, stammten die Bilder von einem Affen.
Dies aber nur am Rande, obwohl sich mein heutiger Bericht auch mit einer Form der Kunst beschäftigt, der Baukunst nämlich.
Nur wenige Kilometer von mir entfernt liegt das Schloss Augustusburg, dass aber nicht wie in dieser Kategorie angegeben in Köln, sondern vielmehr in Brühl, der Heimat des Phantasialandes liegt.
In meiner Jugend bin ich sehr oft dort gewesen, und meine erste Freundin habe ich im Schlosspark der Augustusburg zum ersten mal geküsst. Da war ich so um die 13 Jahre alt glaube ich.

Da ich an den Wochenenden sehr oft bei meinen Großeltern war, kannte ich Brühl wie meine Westentasche und auch das Schloss zog mich immer wieder magisch an. Damals diente dieses nämlich der Bundesregierung noch als Schauplatz großer Staatsempfänge, die man dann irgendwann einmal nach Schloss Gymnich verlegte, in dem nun die Mitglieder der Kelly Family hausen.
Auch die englische Königin, unser aller Elsbeth, war schon in Brühl, und irgendwie fühle ich mich mit dem Schloss Augustusburg verbunden.
Das liegt vielleicht auch daran, weil sich der Schlosspark geradezu für einen Spaziergang am Sonntag Nachmittag anbietet, da dieser riesig ist, und man Mühe hat ihn an nur einem Tag komplett zu besichtigen. Im Schloss selbst war ich auch schon einige Male, da dies zum Pflichtprogramm unserer Schule gehörte. Aber auch später sind meine zukünftige Exfrau und ich hin und wieder mal hingefahren und haben eine der Führungen mitgemacht, die hier jeden Tag angeboten werden.

Über das Schloss Augustusburg sollte man wissen, dass dieses in der heutigen Form aus dem Jahre 1725 stammt. Zwar gab es an gleicher Stelle schon einmal einen prachtvollen Bau, doch wurde dieser durch feindliche Truppen zerstört. Kurfürst Clemens Auguist war es dann, der die ehemalige Wasserburg durch einen Herrn namens Conrad Schlaun wieder aufbauen ließ. Mit einem erneuten Aufbau hatte dies dann aber weniger zu tun, denn es wurde eine komplett neue Residenz gebaut, die wie das damals eben so war größer und schöner sein sollte, als alles was in der näheren Umgebung bekannt war. Etwa zur gleichen Zeit wurde auch das Schloss Gracht in Erftstadt fertig gestellt, und dieses galt es zu übertrumpfen.
Den damaligen Bauherren ist dies dann auch vortrefflich gelungen, was nicht zuletzt einem Mann namens Balthasar Neumann zu verdanken ist, der das Schloss mit einem Treppenhaus verschönerte, dass in Nordrhein Westfalen kein zweites mal vorhanden ist. Zwischen 1747 und 1750 entstand dann schließlich das Treppenhaus mit seinen weltbekannten Deckenmalereien und Säulen.
Kein Wunder dass man hier die internationalen Gäste aus der Politik empfing, denn der gesamte Bau ist Luxus pur.
Im Inneren des Schlosses fühlt man sich dann auch wie in einer anderen Zeit. Ich kann hier zwar nur über die Bereiche reden die für zivile Besucher freigegeben sind, doch glaube ich wird der Rest auch nicht viel anders sein.

Was man hier zu sehen bekommt sind Einblicke in eine andere Welt. Eine Welt, die vom Adel geprägt zeigte was man hatte. Kunstvoll geknüpfte Teppiche, Deckenmalereien und riesige Bilder säumen den Weg des Besuchers, der hier unter fachkundiger Führung viel über das Schloss und seine Besitzer im Laufe der Jahrhunderte lernt. Eine Nummer hat mich dann ganz besonders begeistert, und mir deutlich gemacht wie ausgebufft die damaligen Architekten gewesen sein müssen. Damals gab es natürlich noch keine Heizung, und so findet man überall offene Kamine, mit denen die Räume geheizt wurden. Doch gibt es da noch ein Speisezimmer, dass mit der Kochwärme geheizt wurde. Man hatte damals die Hitze des Herdes ganz einfach in das nebenliegende Speisezimmer geleitet und hatte dann so etwas wie eine erste Fernheizung.
Normalerweise bin ich kein großer Freund altertümlicher Kultur, doch was ich im Schloss Augustusburg bislang zu sehen bekam hat mich ganz einfach umgehauen. Ich habe mal versucht mich in die Situation der damaligen Bewohner zu versetzen und ich muss sagen , dass es denen an nichts gefehlt hat.
Gut, man hätte hier und da einen Internetanschluss legen können, aber damit hatten die Jungs damals wohl weniger am Hut.
So eine Führung dauert etwa eine Stunde, wobei das Treppenhaus natürlich das Highlight der Führung ist. Man kommt sich vor wie in einem riesigen Gewölbe, das fast schon an eine Kirche erinnert. Zwar sind mir die Figuren der Wand und Deckenmalerei allesamt unbekannter Natur, doch sehen diese sehr kunstvoll und elegant aus.

An das Schloss gliedert sich dann der eben erwähnte Park, der auch in einem Anfall von purem Luxus erbaut wurde. Wie genau dieser zur damaligen Zeit aussah weis ich natürlich nicht, doch in der Neuzeit habe ich bislang nichts vergleichbares gesehen. Da werden Bäume und Sträucher Millimeter genau auf Maß getrimmt und auch die vielen Blumenbeete stehen schnurgerade, ja fast militärisch in Reih und Glied. Leider sieht man nur einen kleinen Teil des Parkes, aber um einen Eindruck zu bekommen sollte man sich einmal die Seite: http://www.bruehl.de/stadt_bruehl/tourismus/bilder/schloss_luft_59_kb.jpg anschauen. Zu sehen ist dabei nur der vordere Teil, da sich der Park bis zu einem weiteren, kleineren Prachtbau, dem Schloss Falkenlust erstreckt, das dem Kurfürsten als Residenz zur Falkenjagd diente.
Im Park selbst kann man sich dann auch sehr gut verlaufen, da überall kleine unscheinbare Wege abgehen und man dann plötzlich in einem geschlossenen Rund aus Sträuchern und Bäumen endet, und man erst mal überlegen muss wie man da jetzt wieder rauskommt.
Es ist ein Platz der Ruhe, und gerade im Sommer ist es ein herrlicher Anblick alles blühen zu sehen. Ein großer Springbrunnen darf hier dann auch nicht fehlen. Aus ihm brachte ich meiner Oma damals Kaulquappen mit um einen Frosch zu züchten, was natürlich ein Fehler war, da meine Oma die Viecher sofort in der Toilette versenkte. Im Sommer, wenn das Wasser an diesem Brunnen plätschert kann man sich ohne Probleme stundenlang einfach nur auf eine Bank setzen und das Leben genießen. Habe ich leider viel zu selten gemacht, doch wenn wir mal dort waren haben wir den Tag auch in vollen Zügen genossen.

Tja, und meine erste Freundin habe ich in einem dieser verwinkelten Gänge des Parks zum ersten mal geküsst. Von daher habe ich mein Leben lang eine Erinnerung an das Schloss Augustusburg und seinen wunderschönen Park.
Man erreicht dieses am einfachsten wenn man sich am Phantasialand orientiert, dass sich im gleichen Ort befindet. Von der A1 aus, über die B 265 sind es von Köln aus etwa 20 Kilometer bis man vor den Toren Brühls und seiner Schlossanlage steht. Für einen Sonntag wie geschaffen kann ich das Schloss Augustusburg dann auch uneingeschränkt empfehlen. Meine erste große Liebe habe ich dann noch ein paar mal in diesen Park begleitet, bis man sich dann irgendwann einmal aus den Augen verlor und die kindliche Beziehung auseinander ging. Tja, so ist das Leben nun mal, doch wenn ich diesen Park besuche muss ich unweigerlich an sie denken. Muss wohl wahre Liebe sein oder ?

© Papa_Santano am 18,03,2002 für Ciao

26 Bewertungen, 6 Kommentare

  • m0gli

    10.12.2008, 19:43 Uhr von m0gli
    Bewertung: sehr hilfreich

    die Staatsemfänge waren nie in Gymnich, so viel ich weiß, wurde dort ein zeitlang nur übernachtet

  • hackbrett52

    25.05.2002, 21:01 Uhr von hackbrett52
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr guter Bericht, du hast das Schlß gut beschrieben, ich kann mir das gut vorstellen

  • Skander

    27.03.2002, 10:40 Uhr von Skander
    Bewertung: sehr hilfreich

    hi, auch hier skander(bbwho) was ist den mit ciao los?

  • anonym

    25.03.2002, 16:18 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Eigentlich würd ich für das Ciao ja einen Abzug machen Papa *g*, aber da es nur unten vorhanden ist, ist mir das egal. Aber ergänze es doch, wenn der Bericht von der Startseite verschwunden ist mit Papa_Santano für Ciao und Yopi. lg Dan

  • zettikonfetti

    25.03.2002, 16:15 Uhr von zettikonfetti
    Bewertung: sehr hilfreich

    Lecker ist auch das Eis im Eistand nebenan...Aber das nur mal so nebenbei...Komme da ab und an vorbei, wenn ich mal wieder versuchte einen stählernen Körper für die anstehenden Bondi Beach Festivitäten anzutrainieren...der zettikonfetti

  • unauffaellig007

    25.03.2002, 16:10 Uhr von unauffaellig007
    Bewertung: sehr hilfreich

    lol änder das mal mit Ciao unten !!!