Schneller als der Tod (DVD) Testbericht

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Erfahrungsbericht von SpaceCow

Killer, Kopfschüsse und Humor ein Neowestern

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Schwingende Saloontüren, aus denen besoffene Männer torkeln, tellergroße Sporenräder, die an Cowboystiefeln klirren. Killer mit schlechten Zähnen, die erst schießen, dann fragen, rothaarige Nutten, die ihre Kleider raffen, wenn sie die staubige Straße überqueren.

Eine Ansammlung abgenutzter Western-Klischees?

Ja schon, aber noch viel mehr. Der von allen gehaßte Bürgermeister Herod (Gene Hackman)
hat in seinem Wüstenkaff einen Wettbewerb der besonderen Art ins Leben gerufen. Einmal im
Jahr läßt er hartgesottene Revolverhelden solange aufeinander schießen, bis nur noch einer — bis jetzt immer er - übrig ist. Auch diesmal treffen sich wieder die besten Schützen des Wilden Westen. Zum ersten Mal ist eine Frau unter ihnen.

Frauen gab es natürlich schon immer im amerikanischsten aller Filmgenres. Meistens als Barfrau oder Hure mit goldenem Herzen, als Witwe, manchmal auch als Geliebte, selten mit eigenständigem Profil. Ein Meisterwerk wie \"Johnny Guitar\" (1954) brach zwar das gängige Machoklischee, das zur Pferdeoper gehört wie die Bohnensuppe, indem er Aggression und Gewalt nicht mehr den Herren der Schöpfung überläßt: Joan Crawford und Mercedes McCambridge tragen ihre Todfeindschaft mit Waffen aus. Doch ihr Vorbild macht keine Schule. Der Westernmythos wird auf andere Weise demontiert.

Clint Eastwood verrät in \"Erbarmungslos\" sein beinhartes Image, Mel Gibson in \"Maverick\". Aber erst \"Bad Girls\" läßt wieder Frauen aufs Pferd. Nur Lassoschleudern allein macht noch kein Cowgirl: Drew Barrymore und ihre Freundinnen sind mehr schön als überzeugend.

\"Schneller als der Tod\" ist anders - und besser. Sharon Stone spielt brillant die toughe Pistoliera, die nach Redemption gekommen ist, um sich an Herod für ein schreckliches Verbrechen zu rächen. Sie schießt sich Runde um Runde voran, und hofft, im Endkampf gegen den Bösewicht anzutreten. Cort, der Priester (Russel Crow e), und Harods unehelicher Sohn Kid (Leonardo DiCaprio) haben das gleiche lebensgefährliche Ziel.

Sam Raimi, dessen Horrorspektakel \"Tanz der Teufel\" in Deutschland seinerzeit beschlagnahmt wurde, drehte Hommage und Persiflage zugleich. Liebevoll zelebriert er alte Westernbilder: den Uhrturm aus \"High Noon\", die Galgenszene aus \"Spiel mir das Lied vom Tod\". Während andere Szenen getränkt sind mit schwarzem Humor. Anders wäre es auch kaum auszuhalten, wie sich größenwahnsinnige Scharfschützen gegenseitig ins Jenseits befördern.
So ist es lustig, auch wenn einem das Lachen bisweilen im Halse steckenbleibt.

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