Schülerhilfen Testbericht

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Erfahrungsbericht von Jazzmin

Dynamischer Gruppenunterricht?

Pro:

Motivation kann steigen, kompetente Hausaufgabenbetreuung

Kontra:

teuer, zu große Lerngruppen, Lernerfolg oft fraglich

Empfehlung:

Nein

Da ich nun selbst schon längere Zeit als Nachhilfelehrerin tätig bin, sowohl privat als auch bei der Schülerhilfe, möchte ich gerade den Eltern, die nach einer effektiven Nachhilfe für ihre Kinder suchen, mit ein paar Erfahrungen bei der Wahl behilflich sein.

Zuerst möchte ich ein paar neutrale Beschreibungen des Instituts und des Konzepts vorwegschicken, bevor ich von meinen persönlichen Erfahrungen berichte.


Das Institut
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Seit 25 Jahren schon bietet die Schülerhilfe Nachhilfe und Förderunterricht an. Mittlerweile gibt es fast 900 Niederlassungen in ganz Deutschland und Österreich.
1974 wurde die Schülerhilfe von zwei Lehramtsstudenten in Gelsenkirchen gegründet.
Heute werden neben den ca. 200 regulären Niederlassungen ca. 700 Niederlassungen nach dem Franchise-System betrieben.


Das Konzept
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Durch die Betreuung in Kleingruppen von bis zu höchstens 5 Teilnehmern soll individuell auf die Schwächen der einzelnen Schüler eingegangen werden. Der Unterricht soll Spaß beim Lernen bringen und die Motivation fördern. Prüfungsängste sollen weitestgehend abgebaut werden.


Fächerangebot
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Gleich vorweg, Nachhilfe oder „Förderunterricht“ für Fächer wie Geschichte und Erdkunde werden in der Schülerhilfe nicht angeboten. Das sind reine Lernfächer und somit stellen sie kein wirkliches Problem dar. Zum regulären Angebot zählen, je nach Niederlassung, Deutsch, Mathe, Englisch, Französisch und Latein.


Lernmaterialien
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Eigens entworfene Bücher der Schülerhilfe dienen zum Einüben und Wiederholen des Unterrichtsstoffs. Des weiteren stehen Arbeitsblätter, LÜK-Lernkästen und (Duden-)Lernbücher zur Verfügung.


Betreuung
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Während der 90 Minuten Unterricht werden Hausaufgaben unter Aufsicht (und Anweisung) des Lehrers erledigt, Stoff aus der Schule wiederholt und Klassenarbeiten oder Nachprüfungen vorbereitet. Die Nachhilfe oder Hausaufgabenbetreuung kann je nach Bedarf auch gerne mehrmals pro Woche in Anspruch genommen werden, was bei den meisten Schülern der Fall ist. Die Gruppen bestehen, wie oben schon erwähnt, aus ca. 3-5 Schülern. Die Gruppen werden nach Möglichkeit so zusammengestellt, dass gleichaltrige Schüler mit den gleichen Fächern zusammen unterrichtet werden. Es gibt außerdem auch die Möglichkeit des Einzelunterrichts.


Anforderungsprofil des Schülers
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Grundsätzlich soll jedem Schüler eine Chance gegeben werden, seine schulischen Leistungen zu verbessern oder zu halten. Nichtsdestotrotz wird schon beim ‚Vorstellungsgespräch’ (ganz harmloses Vorstellen mit einem Elternteil bei der Büroleiterin) darauf geachtet, dass das Kind für den Gruppenunterricht geeignet ist. Schnupperstunden werden nicht überall angeboten, aber am besten einfach mal nachfragen, ob das Kind nicht zuschauen darf.
Der Gruppenunterricht ist nicht dafür gedacht, eine permanente Einzelbetreuung zu ersetzen: Ein wenig Selbständigkeit beim Arbeiten und Rücksicht auf andere seitens der Schüler sind das A und O für das Funktionieren des Gruppenunterrichts.


Kontrollfunktion
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Um den Eltern in regelmäßigen Abständen einen Nachweis liefern zu können, welche Leistungen ihr Kind in der Schülerhilfe erbringt, wird bei Anmeldung eine eigene Mappe für den Schüler vorbereitet. Hier befinden sich dann Hefte, ein Unterrichtsbogen und gegebenenfalls auch eine Bonuskarte. Die Hefte werden kostenlos gestellt. Der Unterrichtsbogen wird nach dem Kurs vom Lehrer ausgefüllt, in dem der durchgenommene Unterrichtsstoff, eine Bewertung der Mitarbeit und ein Signum des Lehrers eingetragen werden. So kann Schülern, Eltern und Lehrern jeder Zeit einen Einblick über Erfolge und Mißerfolge gewährt werden. Zusätzlich gibt es bei ‘meiner’ Schülerhilfe eine Bonuskarte, auf der nach jeder Unterrichtseinheit ein Stempel gemacht wird. Sammelt der Schüler fleißig, erhält er bei entsprechender Anzahl von Stempeln ein kleines Geschenk. Die Ergebnisse von Klassenarbeiten und Zeugnisnoten werden seperat vermerkt.
Der Lehrer hat außerdem eine Anwesentheitsliste, in der fehlende Schüler eingetragen werden. Liegt keine (telefonische) Entschuldigung seitens der Eltern vor, so wird auch nachgehakt.


Die Lehrkräfte
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Die Lehrkräfte sind in der Regel ehemalige Lehrer oder Studenten. Studenten machen den größeren Teil der Lehrer aus.


Preise
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Diese müssen leider vor Ort oder einfach telefonisch erfragt werden, da sie nicht veröffentlicht sind. Als Lehrerin kann ich nur mein eigenes Gehalt angeben. Schätzungsweise liegt eine Unterrichtseinheit à 90 Minuten bei ca. 13 €. Ohne Gewähr. Je nach Anzahl der wöchentlichen Besuche und abhängig davon, ob noch zusätzlich andere Geschwister einen Vertrag laufen haben (Vergünstigung!), fällt der monatliche Betrag aus.





Persönliche Erfahrungen
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Nach über 1-jähriger Mitarbeit bei der Schülerhilfe ist mir aufgefallen, dass das so hoch angepriesene Konzept von Motivationsförderung und Nachhilfe mit Gruppendynamik eher selten aufgeht. Woran das liegen kann, seht Ihr anhand meiner folgenden Erfahrungen.

Schon einige Male habe ich erfahren, dass Eltern ihre Kinder regelrecht zur Schülerhilfe hingeschleift haben, um deren Noten zu verbessern. Eines ist klar: Will das Kind selbst keine Nachhilfe in Anspruch nehmen, sollten die Schutzbefohlenen auch keinen Vertrag abschließen, der meines Wissens mindestens ein halbes Jahr Mindestlaufdauer hat. Das ist rausgeworfenes Geld und hilft dem Kind nur sehr wenig, wenn es dadurch nicht sogar mit einer völligen Leistungsverweigerung droht. Auch der verantwortliche Lehrer kann sich vergeblich bemühen, den Schüler zu irgendeiner Aufgabe zu ermutigen.


Des weiteren sollte ich noch auf die Arbeit der Lehrer eingehen.
Man stelle sich eine Gruppe von 5 ausgepowerten Schülern vor, die gerade aus der Schule kommen, und alles andere im Sinn haben als in den folgenden 90 Minuten irgendetwas zu arbeiten. Diesem Bild stehe ich mindestens einmal im Monat gegenüber. Nach gutem Zureden oder auch ernsten Worten und manchmal auch leeren Drohungen (ja leider) beginnt meist pünktlich der Unterricht. Oft verbrachte ich schon etliche Minuten damit, die Schüler zu ermahnen, doch endlich ihre Privatgespräche auf später zu verschieben und die Hausaufgaben zu erledigen. Meist kommen sie erst kurz vor Klassenarbeiten zur Einsicht, dass langsam angefangen werden sollte, sich ernsthaft mit dem Unterrichtsstoff auseinanderzusetzen. Den Stress und die Verantwortung gegenüber der schulischen Leistungen des Schülers seitens der Lehrkräfte kann man sich wohl gut vorstellen. Also wird in 90 Minuten neben dem Verteilen von Aufgaben und der Betreuung bei der Erledigung von Hausaufgaben von vier anderen Kindern noch schnell eine Klassenarbeit vorbereitet. Dass bei so einem stressigen Klima und der geringen Bereitschaft der Schüler, sich auch zusätzlich noch zu Hause mit dem Unterrichtsstoff zu beschäftigen, keine erheblichen Verbesserungen der schulischen Leistung zu erwarten sind, ist offensichtlich. Eltern reagieren sicherlich enttäuscht, dass die teure Nachhilfe nicht den ‘versprochenen’ Erfolg mit sich zieht.

Trotz des negativen Eindrucks, möchte ich Euch nicht die schönen Seiten der Schülerhilfe verschweigen. Es herrschen natürlich auch entspannte Verhältnisse im Unterricht. Ich habe ein sehr lockeres Verhältnis zu meinen Schülern, möchte ich behaupten, so dass nicht der Zwang des Erbringen von Leistung im Vordergrund steht. Die Schüler fragen oft selbständig nach nicht verstandenem Unterrichtsstoff, doch häufig hake ich zur Sicherheit lieber selber nach, gerade bei Grundschülern. Da meist 3 Kurse in verschiedenen Räumen parallel laufen, treffen sich bei der Schülerhilfe Freunde und manchmal sogar Klassenkameraden wieder. Ich bemühe mich um eine gute Atmosphäre innerhalb der Gruppen, so dass weder Streit noch Mobbing eine Chance haben. Ganz wie in der Schule wird über Probleme im Umgang mit anderen Schülern offen gesprochen. Kurse werden so, wenn auch selten, neu zusammengestellt.


Fazit
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Eltern sollten mit ihren Kindern vorher genau besprechen, was die Erwartungen und Motivationen sind. Ist von beiden Seiten der Wille da, etwas zu lernen, ist zwar ein guter Grundstein gesetzt, aber trotzdem Vorsicht.

Der Gruppenunterricht ist im Vergleich zum privaten Einzelunterricht verhältnismäßig teuer. Für eine Stunde Einzelunterricht nehme ich 8 €, doch bei der Schülerhilfe zahlt man für 90 Minuten in der Gruppe das Doppelte.

Der Gruppenunterricht ist nicht immer von Vorteil. Ich bezweifle, dass die Kids durch die Gruppendynamik wirklich motiviert werden. Offensichtlich läd der Unterricht in der Gruppe eher zu langen privaten Gesprächen ein. Einzelunterricht ist in dieser Hinsicht wirklich effektiver, gerade wenn in kurzer Zeit viel Stoff aufgeholt werden muss. Ganz ehrlich, ein Lehrer hat selten die Zeit, sich intensiv um jeden einzelnen Schüler zu kümmern. Eine Milchmädchenrechnung macht schon deutlich wieviel Minuten jeder Schüler höchstens gewidmet bekommt, wenn 4 weitere seiner Sorte 90 Minuten lang mit ihm zusammen unterrichtet werden!

Für Eltern, die eine Hausaufgabenbetreuung suchen, kann ich die Schülerhilfe durchaus weiterempfehlen! Hier bin ich mit meiner eigenen Arbeit als Lehrerin selbst zufrieden. Wenn die Schüler sehen, dass sie nicht alleine vor einem Berg an Hausaufgaben sitzen, ist das doch schon geteiltes Leid. Die Arbeit wird ihnen selbstverständlich nicht vom Lehrer abgenommen, auch wenn so die Erwartungshaltung vieler Schüler aussieht.

Am besten die Erwartungshaltung an den Förderunterricht nochmal überdenken und dann die Vor-und Nachteile der Schülerhilfe so darlegen. Der Erfolg bei der Schülerhilfe hängt, wie ich gezeigt habe, von mehreren Faktoren ab.

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Einheitliche Info-Nummer in vielen deutschen Städten!

19418 Mo.-Fr. 15.00 bis17.30 Uhr
0800/1941800 ganztags


Online weitere Infos unter:
http://www.abc-schuelerhilfe.de

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Bei weiteren Fragen stehe ich gerne zur Verfügung!

Danke für’s Lesen,
Jazzmin

12 Bewertungen, 1 Kommentar

  • CSzockerNoob

    19.05.2002, 02:43 Uhr von CSzockerNoob
    Bewertung: sehr hilfreich

    Alleine lernen macht wirklich keinen Spass