Schwebebahn Testbericht

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Erfahrungsbericht von Gemeinwesen

Eines der Sieben Weltwunder des Öffentlichen Personennahverkehrs

Pro:

siehe Text

Kontra:

siehe Text

Empfehlung:

Ja

„Kurz nach meyner Ankunfth liesz ich mich davon ueberzeucken, eyne Fahrt in der so genannten Schweb-Bahn anzutrethen. Man faehrt darinnen auf eine durchaus ergoetzliche Weyse durch das Wupperthal. Alleyn, es setzet diese Art der Hinforthbewegung eyne gewisse Freiheit von Schwindel voraus.“
(aus den Briefen des Bodo Lebrecht Edler von Öbenknöben, 1753)


„Schwebebahnfahren ist wie Berg-und-Talbahnfahren, nur eben ohne Berge. Außerdem kann man abends den Leuten so schön ins Wohnzimmer gucken, he, he!“
(Johannes R., Wuppertalbewohner)



Urkundliche Erwähnung findet die Wuppertaler Schwebebahn bereits um 1600. In einer Handschrift aus dem Besitz der Grafen von Berg finden wir folgende Ausführungen, die nicht nur für Historiker und Städteplaner bedeutsam sein dürften:

„ (...) haben Wir den Bau einer Unterirdisch-Bahn verfüget. Zu unserem Verdruss hat der Baumeyster, den Wir beauftraget, kuerzlich arg dem oerthlichen Piere zugesprochen. Darauff hat der Toelpel im Suff die Bauplaene auf dem Kopffe vor sich hingelegt, so dass oben verwechselt ward mit unten. Nun ist das Malheur geschehen und nicht mehr zu aendern (...) Wir wollen’s deshalb dabei belassen.“

Die Schwebebahn – ein baulicher Zufall? Es spricht vieles dafür, denn das Wuppertaler ÖPNV-Modellprojekt ist ja nun auch nicht gerade eines, das in der Folge überall auf der Welt kopiert worden wäre. Die Wuppertaler Schwebebahn erinnert eher an Monorailzüge, wie wir sie aus zahlreichen Freizeit- und Themenparks kennen, als an ein reguläres Verkehrsmittel. Tatsächlich formierte sich in den späten 70er Jahren des letzten Jahrhunderts eine Bürgerinitiative, die forderte, die 13,3 Kilometer lange Strecke um einen Looping zu erweitern. So ist das eben: Hamburg hat den „Dom“, München das Oktoberfest, Köln den Karneval, Düsseldorf die größte Kirmes am Rhein – und Wuppertal das größte Kirmes-Fahrgeschäft im Bergischen Land.

Kein Wunder, dass die Schwebebahn sich auch im Schaustellergewerbe von jeher großer Beliebtheit erfreut – und das beileibe nicht nur bei den zweibeinigen Artisten. Am 21. Juli 1950 beförderte die Schwebebahn einen jungen Elefanten namens Tuffi – was als Reklamegag für den Circus Althoff begann, endete mit dem so genannten Wuppertaler Elefantensturz, den die Einwohner der Bergischen Metropole noch heute mit einem großen Umzug feiern. Was lange Zeit im Dunkeln blieb, war der Grund, aus dem der Jungbulle sich plötzlich aus dem in Fahrt befindlichen Zug gestürzt hatte: Neun Jahre zuvor, nämlich 1941, hatte Tuffi im Kino den Disney-Film „Dumbo“ gesehen – und da Elefanten bekanntlich nie vergessen, hatte der Dickhäuter sich vorgenommen, beizeiten selbst die Probe aufs Exempel zu machen und die eigenen Ohren auf Flugtauglichkeit zu testen. Zum Glück ging die Sache glimpflich aus – wahrscheinlich wachte eine gute Tuffifee über das Geschick des kleinen Elefanten. Im Bergischen Land wurde das sonderbare Ereignis sogar zur Redensart: „den Tuffi machen“ oder einfach „sich vertuffen“ heißt in Wupertal und Umgebung noch heute soviel wie „sich übersaschend dünne machen“ („Nach dem fünfzehnten Mariacron ist ihm überraschend schlecht geworden, Er hat sich dann auch ziemlich schnell vertufft, ohne sich beim Gastgeber zu verabschieden.“)

Für die Touristen aus aller Herren Länder, die in jedem Jahr millionenfach nach Wuppertal strömen, um einmal im Leben mit der einzigen O-Bahn der Welt zu fahren, ist die Fahrt in der Schwebebahn aber auch ohne Absprung bei voller Fahrt ein Erlebnis. Und mit einem Preis von umgerechnet 1,20 (Kinder) bzw. 2,00 Euro (Erwachsene) ist ein Fahrschein für eine Schwebebahnfahrt sogar noch sehr viel günstiger als die meisten Achterbahnen. Bezahlt wird an den Automaten, die an jeder Haltestelle bereitstehen und die seit der kürzlich erfolgten Umrüstung neben der alten Bergischen Währung, dem Wuppertaler, auch Euromünzen annehmen.

45 Bewertungen, 13 Kommentare

  • doeter

    15.11.2007, 18:26 Uhr von doeter
    Bewertung: sehr hilfreich

    *joooohl* Eine misslungene U-Bahn: das überzeugt!

  • marina71

    30.03.2007, 19:01 Uhr von marina71
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße und ein schönes WE!

  • anonym

    15.03.2007, 21:26 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    LG Damaris :-)

  • freetibet

    25.02.2007, 19:16 Uhr von freetibet
    Bewertung: sehr hilfreich

    Eine interessante historische Parallele hat sich in Köln abgespielt, wo eben eine Schwebebahn geplant war. Im Zuge der Karnevalsfeierlichkeiten und der daraus folgenden Umkehrung aller Verhältnisse wurde die Bahn jedoch ebenerdig gebaut. Ein Modell, dass s

  • LadySimara

    25.02.2007, 16:42 Uhr von LadySimara
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr hilfreich und Liebe Grüße von Steffi :-)

  • Matze1195

    23.02.2007, 13:57 Uhr von Matze1195
    Bewertung: sehr hilfreich

    ~sh~ :o)

  • panico

    23.02.2007, 12:00 Uhr von panico
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg panico:-)

  • bigmama

    22.02.2007, 23:17 Uhr von bigmama
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg Anett

  • anonym

    22.02.2007, 20:29 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh, LG Biggi :-)

  • sandrad198

    22.02.2007, 13:58 Uhr von sandrad198
    Bewertung: sehr hilfreich

    **sh+lg** Sandra :o)

  • Vicky

    22.02.2007, 11:26 Uhr von Vicky
    Bewertung: sehr hilfreich

    * Sehr hilfreich - Vic *

  • creedy18

    22.02.2007, 10:59 Uhr von creedy18
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh + lg

  • paula2

    22.02.2007, 10:49 Uhr von paula2
    Bewertung: sehr hilfreich

    liebe Grüße