Schweden - Senegal 1:2 n.V. (Achtelfinale) Testbericht
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Erfahrungsbericht von Fhrink
Die TOP 10 der Fußball-WM-Finals
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Die WM 2002 gehört nun der Vergangenheit an. Zeit für ein
neues Ranking der WM-Finals seit 1930.
Zu den Infos folgendes: Die Finals von 1966 - 2002 habe ich alle in voller Länge gesehen, nicht wenige mehrfach.
Vom 1962er Finale gibt es eine längere Aufzeichnung, von den Finals davor jeweils mehrminütige.
Durch zeitgenössische Fußball-Literatur erhält man einen
guten Eindruck über den Verlauf der Finalpartien vor 1950,
so dass ich dieses Ranking hier guten Gewissens abliefern
kann.
1. England - BRD 4:2 n. V. (1966)
Urteil: 1000 Fußball-Punkte, 1 Extra-Punkt für das Drama.
Dramatik, Atmosphäre im englischen Fußball-Mekka Wembley
bei Regen und Sonnenschein. Unvergessene Spielertypen auf
beiden Seiten wie die Gebr. Charlton, Banks, Hurst, Moore,
Stiles, Seeler, Beckenbauer, Overath, Schnellinger, Held,
Höttges, Weber und Haller.
Spektakuläre Torfolge, überraschende deutsche Führung,
Rückstand, Ausgleich der Deutschen durch Weber, der kollek-
tiven Jubel auslöste. Die Verlängerung mit einem England,
das sich beispielhaft vom 2:2 kurz vor dem Ende erholte
und dann \"jenes\" Tor erzielte, das dieses Match alleine
schon so unvergessen macht. Auch das 4:2, die letzte Aktion
der Partie war regelwidrig, denn es liefen bereits Zu-
schauer über das Feld.
Auch wenn man das Match heute in voller Länge sieht, kommt
in kaum einer Phase Langeweile auf. Man spürt jederzeit
die unvergleichliche Spannung, die damals über diesem
Duell lag, das natürlich von der englischen Presse vorher
in deren unnachahmlicher Manier angeheizt worden ist.
Noch lange danach wurde die Partie diskutiert und ist auch
heute noch ein unvergessener Aufreger.
2. Schweden - Brasilien 2:5 (1958)
Urteil: 1000 Fußball-Punkte
Die wahre Geburtsstunde des brasilianischen Fußballs, der
zwar schon zuvor große Erfolge feierte und bemerkenswerte
Spieler hervor brachte, doch erst bei dieser WM, speziell
in diesem Finale \"Zauberfußball\" praktizierte.
Dazu die Legendenbildung. Der 17jährige Pèle, erst im 3.
Match beim 2:0 gegen die UdSSR erstmals eingesetzt, sollte
den Weg zum 1. WM-Titel Brasiliens\' nachhaltig und insge-
samt 6 Toren frei machen.
Schweden war keinesfalls ein schwacher Gegner. Ausgebuffte
Italien-Profis wie Liedholm und Hamrin standen im Team,
zudem wog der Heimvorteil schwer. Nicht zuletzt mit ihm
hatten sie den deutschen Titelverteidiger im Halbfinale
mit 3:1 ausgebootet. Es gelang sogar der Führungstreffer,
doch je länger die Partie dauerte, desto deutlicher wurde
die Überlegenheit Brasiliens\'. Vava, Didi, Pèle, Garrincha
wirbelten was das Zeug hielt und schließlich fiel ein
Treffer nach dem anderen.
Schweden gab nie auf und kam am Ende zum 2. Treffer, mußte
aber eingestehen, daß der beste Fußball der Welt in dieser
Zeit von diesen Südamerikanern mit diesem \"Kind\" im Team
gespielt wurde.
3. BRD - Ungarn 3:2 (1954)
Urteil: 999 Fußball-Punkte, Ungarn nicht in Bestform
Viele werden dieses Finale für das beste halten und man
kann sie verstehen.
Trotzdem muß eingeschränkt werden, da Ungarn vielleicht
etwas überheblich (wohl bewußt von Herberger provoziert)
in die Partie gingen und sie auch nicht ihren besten Tag
hatten. Beweisen kann man das an der Tatsache, daß Ungarn
vorher über 4 Jahre unbesiegt war und auch nach dem Finale
noch über 2 Jahre unbesiegt bleiben sollte, ehe dann durch
die politischen Ereignisse 1956 Ungarn\'s Fußball einbrach
und sich bis heute nicht mehr recht davon erholt hat.
Über das Match selbst muß man nicht viel sagen. Jeder kennt die Ereignisse, jeder kennt die reportage von
Herbert Zimmermann, der das \"Vater unser\" des deutschen
Fußballs für alle Zeiten in den Äther schrie.
4. Uruguay - Argentinien 4:2 (1930)
Urteil: 990 Fußball-Punkte. Argentinien nicht der best-
mögliche Finalist, da viele starke Europäer
noch nicht dabei waren. Doch die Saat ging auf..
In Europa fast unbemerkt lieferten sich die beiden Kontrahenten im 1. WM-Finale ein großes Match. Sie absol-
vierten eine erbitterte Partie, der kleine gegen den gro-
ßen Nachbarn.
Uruguay bestätigte seine Olympia-Siege von 1924 + 1928.
Der Gastgeber, der in Josè Nasazzi bereits eine Art \"Li-
bero\" hatte, ging durch Dorado in Führung. Peucelle glich
für Argentinien aus und WM-Goalgetter Stabile brachte die
Gauchos in Front. Nach einer Stunde aber setzte sich Uru-
guays\' Spielkunst durch. Cea, Iriarte und Castro sicherten
den Urus den 1. WM-Titel der Fußball-Geschichte.
Bereits damals war die stimmung durch Zeitungsberichte
angeheizt. Schiedsrichter Langenus ließ hinter jedem Tor
eine Leibwache für sich postieren. Die Parole für das
Finale hieß: \"Kein argentinischer Revolver im Stadion...\"
Viele der Uru-Weltmeister sind noch heute große Idole in
ihrem Land wie die \"schwarze Perle\" Andrade.
Argentinien hatte in Stabile den 1. WM-Torschützenkönig,
der Ende 1966 starb und wie ein großer Staatsmann begraben
wurde.
5. Italien - Ungarn 4:2 (1938)
Urteil: 950 Fußball-Punkte. War Italien wirklich das
beste Team? Wie 1934 blieb Uruguay auch dies-
mal der WM fern.
Das 1. WM-Finale mit ausschließlich europäischer Beteili-
gung steht in der Liste ganz oben, da beide Mannschaften,
auf dem Höhepunkt ihrese Könnens, die bedingungslose
Offensive suchten.
Zudem gelang Italien eine eindrucksvolle Bestätigung des
ersten, wenig glanzvollen WM-Titels 4 Jahre zuvor.
Sieht man heute die Tore der alten Aufzeicchnung, gerät man
ins Schwärmen. Auf italienischer Seite erlangten Spieler
wie Meazza (der einem berühmten Stadion seinen Namen gab),
Piola, Colaussi und Trainer Pozzo Weltruhm, für Ungarn
machten sich Szabo und Dr. Szengeller einen Namen.
6. Brasilien - Italien 4:1 (1970)
Urteil: 930 Fußball-Punkte. Brasilien Weltmeister mit
Glanz und Gloria, gegen einen allerdings ge-
schwächten Gegner.
Der angemessenes Schlußpunkt der WM 1970 in Mexiko, der oft
als besten aller Zeiten bezeichneten.
Die Aera Pèle auf ihrem Höhepunkt. Brasilien dominierte
das Turnier souverän und erzielte Traumtor auf Traumtor.
Der Treffer zum 4:1 durch Carlos Alberto gilt, da alle Mit-
spieler zuvor am Ball waren, als eine der schönsten Kombi-
nationen im Fußball. Der Treffer setzte den Schlußpunkt
der Aera Pèle, dessen eher rustikale Nachfolger nie wirk-
lich vergleichbare fußballerische Attraktivität erreichten.
Italien hielt eine Halbzeit gut mit, ehe es dem Halbfinale
gegen die BRD Tribut zollen mußte. Einem Match, das mit
seiner Dramatik, seinen unbeschreiblichen Torraumszenen als
Finale gute Chancen für Platz 1 hätte.
7. BRD - Niederlande 2:1 (1974)
Urteil: 920 Fußball-Punkte. Ungeheuer spannend. Spie-
lerisch hatte die BRD jedoch schon 1972 ihren
höchsten Level erreicht. Die Niederlande agierte
zu überheblich und wurde bestraft.
Die BRD-generation der 60er/70er Jahre auf ihrem Höhepunkt.
Helmut Schön besaß eine Mannschaft, die eine perfekte Mi-
schung aus Kampf und Technik produzierte.
Der Gegner Niederlande, ähnlich spielend, jedoch defensiv
schwächer, schockte die BRD in der 2. MIn. durch ein Elf-
meter-Tor. Doch \"Kaiser\" Franz Beckenbauer trieb seine
Mannen zum Sieg über \"König\" Johann Cruyffs\' Untertanen.
Nicht unerwartet gelang ausgerechnet dem besten Stürmer der
Welt nach Pèle, Gerd Müller, der Siegtreffer.
Sein insgesamt 14. WM-Tor. Bis zum heutigen Tage Rekord.
8. Frankreich - Brasilien 3:0 (1998)
Urteil: 900 Fußball-Punkte. Keine Nation der Welt hätte
an diesem Tag Frankreich besiegen können. Zu
perfekt liefen die Rädchen ineinander.
Großen spielerischen Glanz verbreitete die \"Equipe Tricolore\" im `98er Finale. Nur selten gewann eine Nation
so souverän ein Endspiel. Ein genuß, Zinedine Zidane zuzu-
sehen, der für ein paar Jahre im verhätnismäßig hohem Alter
zum weltbesten Spieler werden sollte.
Brasilien eliminierte seine Gegenwehr selbst, da durch bis
heute ungeklärte Ungereimtheiten der Top-Spieler Ronaldo
verletzt/krank eingesetzt wurde.
9. Argentinien - BRD 3:2 (1986)
Urteil: 885 Fußball-Punkte. Die Unberechenbarkeit des
Fußballs macht aus einem faden Finale noch
einen Klassiker.
DAS Jahr des Diego Maradonna. Selten wurde ein WM-Sieg so
an einem einzigen Spieler fest gemacht. Im Finale blieb er eher blaß. Bis auf eine entscheidende Ausnahme, seinem Paß
zum 3:2 durch Burruchaga.
Zuvor hatte die BRD, wieder einmal, ein 0:2 ausgeglichen,
durch der ihr eigenen Mentalität, sich nie mit einer Nie-
derlage abzufinden. Das machte ein lange Zeit einseitiges
Endspiel in der letzten Viertelstunde zum großen Drama mit
Happy End für die Gauchos.
10. Brasilien - BRD 2:0 (2002)
Urteil: 860 Fußball-Punkte. Von den guten WM-Finals
das schwächste. Brasilien eiskalt auf den Feh-
ler wartend. Die BRD genauso mutig wie naiv
agierend. Schönes Duell: Torwart-Titan vs.
Zauber-Stürmer.
Seit ca. 1974 war BRD - Brasilien ein oft gennater Final-
tip. Nie traf er ein. Ausgerechnet, als ihn kaum jemand auf
der Pfanne hatte, ergibt sich das \"Traumfinale\" der beiden
weltbesten Fußball-Nationen.
Die spielerisch verhältnismäßig limitierte, aber mutige
BRD liefert der \"Selecao\" ein offenes Match und wird just in dem Moment abgefangen, als ein Sieg möglich scheint.
Brasiliens\' Ronaldo, 1998 noch Frankreichs\' Zidane unter-
legen, triumphiert über \"King Kahn\" und setzt Rekorde:
12. WM-Treffer, Pèle eingeholt, 5. WM-Triumph Brasiliens\'.
Man wird sehr alt werden müssen, um den Tag zu erleben, an
dem eine andere Nation als Brasilien WM-Rekordsieger
sein wird.
neues Ranking der WM-Finals seit 1930.
Zu den Infos folgendes: Die Finals von 1966 - 2002 habe ich alle in voller Länge gesehen, nicht wenige mehrfach.
Vom 1962er Finale gibt es eine längere Aufzeichnung, von den Finals davor jeweils mehrminütige.
Durch zeitgenössische Fußball-Literatur erhält man einen
guten Eindruck über den Verlauf der Finalpartien vor 1950,
so dass ich dieses Ranking hier guten Gewissens abliefern
kann.
1. England - BRD 4:2 n. V. (1966)
Urteil: 1000 Fußball-Punkte, 1 Extra-Punkt für das Drama.
Dramatik, Atmosphäre im englischen Fußball-Mekka Wembley
bei Regen und Sonnenschein. Unvergessene Spielertypen auf
beiden Seiten wie die Gebr. Charlton, Banks, Hurst, Moore,
Stiles, Seeler, Beckenbauer, Overath, Schnellinger, Held,
Höttges, Weber und Haller.
Spektakuläre Torfolge, überraschende deutsche Führung,
Rückstand, Ausgleich der Deutschen durch Weber, der kollek-
tiven Jubel auslöste. Die Verlängerung mit einem England,
das sich beispielhaft vom 2:2 kurz vor dem Ende erholte
und dann \"jenes\" Tor erzielte, das dieses Match alleine
schon so unvergessen macht. Auch das 4:2, die letzte Aktion
der Partie war regelwidrig, denn es liefen bereits Zu-
schauer über das Feld.
Auch wenn man das Match heute in voller Länge sieht, kommt
in kaum einer Phase Langeweile auf. Man spürt jederzeit
die unvergleichliche Spannung, die damals über diesem
Duell lag, das natürlich von der englischen Presse vorher
in deren unnachahmlicher Manier angeheizt worden ist.
Noch lange danach wurde die Partie diskutiert und ist auch
heute noch ein unvergessener Aufreger.
2. Schweden - Brasilien 2:5 (1958)
Urteil: 1000 Fußball-Punkte
Die wahre Geburtsstunde des brasilianischen Fußballs, der
zwar schon zuvor große Erfolge feierte und bemerkenswerte
Spieler hervor brachte, doch erst bei dieser WM, speziell
in diesem Finale \"Zauberfußball\" praktizierte.
Dazu die Legendenbildung. Der 17jährige Pèle, erst im 3.
Match beim 2:0 gegen die UdSSR erstmals eingesetzt, sollte
den Weg zum 1. WM-Titel Brasiliens\' nachhaltig und insge-
samt 6 Toren frei machen.
Schweden war keinesfalls ein schwacher Gegner. Ausgebuffte
Italien-Profis wie Liedholm und Hamrin standen im Team,
zudem wog der Heimvorteil schwer. Nicht zuletzt mit ihm
hatten sie den deutschen Titelverteidiger im Halbfinale
mit 3:1 ausgebootet. Es gelang sogar der Führungstreffer,
doch je länger die Partie dauerte, desto deutlicher wurde
die Überlegenheit Brasiliens\'. Vava, Didi, Pèle, Garrincha
wirbelten was das Zeug hielt und schließlich fiel ein
Treffer nach dem anderen.
Schweden gab nie auf und kam am Ende zum 2. Treffer, mußte
aber eingestehen, daß der beste Fußball der Welt in dieser
Zeit von diesen Südamerikanern mit diesem \"Kind\" im Team
gespielt wurde.
3. BRD - Ungarn 3:2 (1954)
Urteil: 999 Fußball-Punkte, Ungarn nicht in Bestform
Viele werden dieses Finale für das beste halten und man
kann sie verstehen.
Trotzdem muß eingeschränkt werden, da Ungarn vielleicht
etwas überheblich (wohl bewußt von Herberger provoziert)
in die Partie gingen und sie auch nicht ihren besten Tag
hatten. Beweisen kann man das an der Tatsache, daß Ungarn
vorher über 4 Jahre unbesiegt war und auch nach dem Finale
noch über 2 Jahre unbesiegt bleiben sollte, ehe dann durch
die politischen Ereignisse 1956 Ungarn\'s Fußball einbrach
und sich bis heute nicht mehr recht davon erholt hat.
Über das Match selbst muß man nicht viel sagen. Jeder kennt die Ereignisse, jeder kennt die reportage von
Herbert Zimmermann, der das \"Vater unser\" des deutschen
Fußballs für alle Zeiten in den Äther schrie.
4. Uruguay - Argentinien 4:2 (1930)
Urteil: 990 Fußball-Punkte. Argentinien nicht der best-
mögliche Finalist, da viele starke Europäer
noch nicht dabei waren. Doch die Saat ging auf..
In Europa fast unbemerkt lieferten sich die beiden Kontrahenten im 1. WM-Finale ein großes Match. Sie absol-
vierten eine erbitterte Partie, der kleine gegen den gro-
ßen Nachbarn.
Uruguay bestätigte seine Olympia-Siege von 1924 + 1928.
Der Gastgeber, der in Josè Nasazzi bereits eine Art \"Li-
bero\" hatte, ging durch Dorado in Führung. Peucelle glich
für Argentinien aus und WM-Goalgetter Stabile brachte die
Gauchos in Front. Nach einer Stunde aber setzte sich Uru-
guays\' Spielkunst durch. Cea, Iriarte und Castro sicherten
den Urus den 1. WM-Titel der Fußball-Geschichte.
Bereits damals war die stimmung durch Zeitungsberichte
angeheizt. Schiedsrichter Langenus ließ hinter jedem Tor
eine Leibwache für sich postieren. Die Parole für das
Finale hieß: \"Kein argentinischer Revolver im Stadion...\"
Viele der Uru-Weltmeister sind noch heute große Idole in
ihrem Land wie die \"schwarze Perle\" Andrade.
Argentinien hatte in Stabile den 1. WM-Torschützenkönig,
der Ende 1966 starb und wie ein großer Staatsmann begraben
wurde.
5. Italien - Ungarn 4:2 (1938)
Urteil: 950 Fußball-Punkte. War Italien wirklich das
beste Team? Wie 1934 blieb Uruguay auch dies-
mal der WM fern.
Das 1. WM-Finale mit ausschließlich europäischer Beteili-
gung steht in der Liste ganz oben, da beide Mannschaften,
auf dem Höhepunkt ihrese Könnens, die bedingungslose
Offensive suchten.
Zudem gelang Italien eine eindrucksvolle Bestätigung des
ersten, wenig glanzvollen WM-Titels 4 Jahre zuvor.
Sieht man heute die Tore der alten Aufzeicchnung, gerät man
ins Schwärmen. Auf italienischer Seite erlangten Spieler
wie Meazza (der einem berühmten Stadion seinen Namen gab),
Piola, Colaussi und Trainer Pozzo Weltruhm, für Ungarn
machten sich Szabo und Dr. Szengeller einen Namen.
6. Brasilien - Italien 4:1 (1970)
Urteil: 930 Fußball-Punkte. Brasilien Weltmeister mit
Glanz und Gloria, gegen einen allerdings ge-
schwächten Gegner.
Der angemessenes Schlußpunkt der WM 1970 in Mexiko, der oft
als besten aller Zeiten bezeichneten.
Die Aera Pèle auf ihrem Höhepunkt. Brasilien dominierte
das Turnier souverän und erzielte Traumtor auf Traumtor.
Der Treffer zum 4:1 durch Carlos Alberto gilt, da alle Mit-
spieler zuvor am Ball waren, als eine der schönsten Kombi-
nationen im Fußball. Der Treffer setzte den Schlußpunkt
der Aera Pèle, dessen eher rustikale Nachfolger nie wirk-
lich vergleichbare fußballerische Attraktivität erreichten.
Italien hielt eine Halbzeit gut mit, ehe es dem Halbfinale
gegen die BRD Tribut zollen mußte. Einem Match, das mit
seiner Dramatik, seinen unbeschreiblichen Torraumszenen als
Finale gute Chancen für Platz 1 hätte.
7. BRD - Niederlande 2:1 (1974)
Urteil: 920 Fußball-Punkte. Ungeheuer spannend. Spie-
lerisch hatte die BRD jedoch schon 1972 ihren
höchsten Level erreicht. Die Niederlande agierte
zu überheblich und wurde bestraft.
Die BRD-generation der 60er/70er Jahre auf ihrem Höhepunkt.
Helmut Schön besaß eine Mannschaft, die eine perfekte Mi-
schung aus Kampf und Technik produzierte.
Der Gegner Niederlande, ähnlich spielend, jedoch defensiv
schwächer, schockte die BRD in der 2. MIn. durch ein Elf-
meter-Tor. Doch \"Kaiser\" Franz Beckenbauer trieb seine
Mannen zum Sieg über \"König\" Johann Cruyffs\' Untertanen.
Nicht unerwartet gelang ausgerechnet dem besten Stürmer der
Welt nach Pèle, Gerd Müller, der Siegtreffer.
Sein insgesamt 14. WM-Tor. Bis zum heutigen Tage Rekord.
8. Frankreich - Brasilien 3:0 (1998)
Urteil: 900 Fußball-Punkte. Keine Nation der Welt hätte
an diesem Tag Frankreich besiegen können. Zu
perfekt liefen die Rädchen ineinander.
Großen spielerischen Glanz verbreitete die \"Equipe Tricolore\" im `98er Finale. Nur selten gewann eine Nation
so souverän ein Endspiel. Ein genuß, Zinedine Zidane zuzu-
sehen, der für ein paar Jahre im verhätnismäßig hohem Alter
zum weltbesten Spieler werden sollte.
Brasilien eliminierte seine Gegenwehr selbst, da durch bis
heute ungeklärte Ungereimtheiten der Top-Spieler Ronaldo
verletzt/krank eingesetzt wurde.
9. Argentinien - BRD 3:2 (1986)
Urteil: 885 Fußball-Punkte. Die Unberechenbarkeit des
Fußballs macht aus einem faden Finale noch
einen Klassiker.
DAS Jahr des Diego Maradonna. Selten wurde ein WM-Sieg so
an einem einzigen Spieler fest gemacht. Im Finale blieb er eher blaß. Bis auf eine entscheidende Ausnahme, seinem Paß
zum 3:2 durch Burruchaga.
Zuvor hatte die BRD, wieder einmal, ein 0:2 ausgeglichen,
durch der ihr eigenen Mentalität, sich nie mit einer Nie-
derlage abzufinden. Das machte ein lange Zeit einseitiges
Endspiel in der letzten Viertelstunde zum großen Drama mit
Happy End für die Gauchos.
10. Brasilien - BRD 2:0 (2002)
Urteil: 860 Fußball-Punkte. Von den guten WM-Finals
das schwächste. Brasilien eiskalt auf den Feh-
ler wartend. Die BRD genauso mutig wie naiv
agierend. Schönes Duell: Torwart-Titan vs.
Zauber-Stürmer.
Seit ca. 1974 war BRD - Brasilien ein oft gennater Final-
tip. Nie traf er ein. Ausgerechnet, als ihn kaum jemand auf
der Pfanne hatte, ergibt sich das \"Traumfinale\" der beiden
weltbesten Fußball-Nationen.
Die spielerisch verhältnismäßig limitierte, aber mutige
BRD liefert der \"Selecao\" ein offenes Match und wird just in dem Moment abgefangen, als ein Sieg möglich scheint.
Brasiliens\' Ronaldo, 1998 noch Frankreichs\' Zidane unter-
legen, triumphiert über \"King Kahn\" und setzt Rekorde:
12. WM-Treffer, Pèle eingeholt, 5. WM-Triumph Brasiliens\'.
Man wird sehr alt werden müssen, um den Tag zu erleben, an
dem eine andere Nation als Brasilien WM-Rekordsieger
sein wird.
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