Seat Cordoba Testbericht
Abbildung beispielhaft
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Auf yopi.de gelistet seit 08/2003
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Summe aller Bewertungen
- Fahreigenschaften:
- Fahrkomfort:
- Platzangebot:
- Zuverlässigkeit:
Erfahrungsbericht von wolfmichaelblank
Beim neuen Modell quietschen die Sitze
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Update Dez. 2001:
Eine dringende Bitte an alle Leser: werfen sie nach Möglichkeit noch einen Blick in meinen zweiten Bericht, "So mißbraucht Volkswagen das Vertrauen der Kunden".
Das unbekannte Gesicht in der Menge
Als langjähriger Freund von Volkswagen-Fahrzeugen gibt mir der Fuhrpark meines Arbeitgebers die Chance, viele verschiedene Autos kennenzulernen, im wesentlichen von Seat.
Obwohl die spanische Firma Seat schon seit einigen Jahren zum VW-Konzern gehört, habe ich die Marke bislang ziemlich ignoriert, weil ich der spanischen Qualität skeptisch gegenüber stand.
Ich habe in den letzten Jahren aber so einige schlechte Erfahrungen mit VW gemacht, was sowohl die Produkte, als auch den Service anbetrifft (siehe auch meine Berichte über Golf TDI und Passat 1,8T ).
Spätestens wegen dem unverfrorenen Preisleistungsverhältnis bei VW Polo, Golf & Co.
distanziere ich mich heute mehr denn je von Volkswagens „Premium-Produkten“.
Grund genug, die sogenannten „Billig-Produkte“ mal näher unter die Lupe zu nehmen.
Hier also mein Fahrbericht zum Seat Cordoba Vario 1,4:
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Innenraum:
Seit einigen Jahren gibt es das Stufenheckmodell von Seat, den „Cordoba“, auch als Kombi. Der Cordoba „Vario“ trägt als billigstes und kleinstes Kombimodell im VW-Konzern eine schwere Bürde: seine Karosserie stammt noch vom Seat Ibiza, der in Zusammenarbeit mit VW 1993 entwickelt wurde.
Bis zum Modelljahr 1999 präsentierte sich der Cordoba noch in einem ziemlichen basis-mäßigen Innenraumdesign, das scheinbar bewusst zeigen sollte, dass man einen Billig-Kombi gekauft hat.
Beim Facelift des Cordoba für das Modelljahr 1999 ist die knapp geschnittene Karosserie erhalten geblieben, „hinter den Kulissen“ hat sich aber eine ganze Menge getan.
Während das vormals altbackene Armaturenbrett ziemlich kleinbürgerlich wirkte, hat der neue Cordoba ein richtig attraktives und fahrerorientiertes Cockpit erhalten. Das komplett neue Innenraumdesign ist sehr hochwertig und funktionell. Die Oberflächen sind angenehm anzufassen, und das große Digitaldisplay in der Mittelkonsole wirkt zeitgemäß. Es dient als sinnvolle Zentralanzeige für die Einstellungen von Radio und Lüftung. Alle Knöpfe drumherum sind intuitiv zu bedienen. Die 6-stufige Lüftungsanlage mit ihren großen Öffnungen im Armaturenbrett funktioniert tadellos, und auch das Seat-Sound-System klingt passabel.
Insgesamt ist die Bedienung vergleichbar mit allen anderen VW-Modellen, d.h. es gibt nirgendwo Probleme. Das Kombiinstrument am Fahrerplatz ist sehr attraktiv und gut ablesbar, durch die dauerhafte Hintergrundbeleuchtung kommt es noch schöner zur Geltung.
Die Sitze aus dem VW-Regal sind nochmals besser geworden als im alten Cordoba, sie sind komfortabel gefedert, geben ordentlichen Halt, und wenn man sie richtig einstellt, ist auch ihr orthopädischer Wert nicht zu verachten. Das gilt, annähernd, selbst für die Rückbank.
Das freundliche Polsterdesign der Austattungslinie „Stella“ und die neuerdings nahezu perfekte Fahrerposition machen den Cordoba noch sympathischer.
Im Innenraumdesign ist das Duo Seat Ibiza/Cordoba sowohl dem recht simplen Polo, als auch dem arg biederen Skoda Fabia weit überlegen. In puncto Raumgefühl auf den Vorderplätzen zieht der Cordoba mit beiden Mitbewerbern auf gleicher Ebene mit, obwohl das Karosseriekonzept vergleichsweise antiquiert ist.
A propos Karosseriekonzept: in der veralteten Hülle hat der Cordoba seinen größten Feind. Vorne ist das Raumgefühl so gut, dass richtiges Kompaktklasse-Gefühl á la Golf-3 aufkommen will, auf den hinteren Plätzen hapert’s aber an Beinfreiheit. Hier sitzen nur Kinder bis 12 Jahren bequem. Bei größeren Personen oder älteren Leuten werden die sehr engen Türausschnitte zum ernsthaften Problem.
Für Kombifahrer steht der Nutzwert ganz oben auf der Prioritätenliste. Zwar ist der Cordoba Vario ein Kombi, er hat daher, im Vergleich zum Ausgangsmodell Ibiza, die längere Kofferraumfläche, und im Vergleich zum Standard-Cordoba auch die bessere Variabilität. Das Kofferraumvolumen von 390 Litern bleibt jedoch recht mickrig. Immerhin kann man beim Vario sperrige Sachen gut unterbringen.
Schade: einen sehr hohe Ladekante verhindert ein einfaches „hineinschieben“ von schweren Lasten, die weit in den Kofferraum ragenden Radhäuser schränken die Variabilität zusätzlich ein, und die maximale Ladakapazität von weniger als 400kg zeigen weitere Probleme des Karosseriekonzepts auf.
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Sicherheit:
Der Seat Cordoba ist ein hochwertiger Kleinwagen, von dem auch ein hohes Maß an Sicherheit erwartet wird. Seit dem Modelljahr 1999 verfügt er daher serienmäßig über so sinnvolle Austattungsdetails wie Doppelairbags, Sidebags, ABS, Gurtstraffer mit Gurtkraftbegrenzer vorne, sowie Kopfstützen vorne und hinten, sowie die Kindersitzsicherung ISO-FIX.
Im Bereich der aktiven Sicherheit verfügt der Seat über ein narrensicheres Fahrwerk, sehr gute Bremsen und eine prima Übersichtlichkeit.
Wieder hinterlässt die alte Karosserie einen faden Beigeschmack: Im Euro-NCAP Crashtest schnitt der technisch vergleichbare Bruder „Ibiza“ mit 3,5 Sternen ab, das ist nicht ganz Uptodate, ein Golf-3 ist aber auch nicht besser. Ein ESP gibt es nur in der Austattungslinie „Sport“, dann aber serienmäßig. Wegen dem sicheren Fahrverhalten des Cordoba ist das „TCS“ keinesfalls zwingend notwendig. Trotzdem ärgerlich, weil schon das Crashverhalten nicht sonderlich rühmlich ist.
Trotz allem ist der Cordoba ein sehr sicheres Auto.
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Fahrdynamik:
Neben der Karosserie stammt auch das Fahrwerk des Cordoba in seinem Grundkonzept noch dem von 1993. Es hat sich bisher im allen technisch vergleichbaren Ablegern des VW-Konzerns bewährt (VW Polo & Lupo, Seat Ibiza, Inca, Cordoba und Vario). Es ist aber zum Facelift grundlegend überarbeitet worden und wird nicht nur den Fahrern eines Autos der alten Generation ein Lächeln auf’s Gesicht zaubern. Es ist einfach wunderbar, wie leichtgängig und feinfühlig diese Servolenkung arbeitet. Der Cordoba lässt sich höchst leichtfüßig und spielerisch durch die Stadt jonglieren, dass es eine Freude ist. Die von den Vorgängern bekannten Wankbewegungen der Karosserie sind wesentlich gedämpft worden, sie lassen sich durch die tolle Lenkung nur etwas leichter provozieren als vorher.
Das Getriebe ist leichtgängig und präzise zu schalten, auch die Pedale sind hervorragend abgestimmt, was in meiner Erfahrung mit aktuellen VW-Modellen nicht selbstverständlich ist.
Die Technik, die im Cordoba zum tragen kommt, ist relativ urwüchsig. Das Fahrgefühl, dass im Zusammenspiel mit flottem Motor, knackigem Getriebe, perfekter Fahrerposition und gelungenem Fahrwerk entsteht, finde ich aber beeindruckend.
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Komfort:
Ob bei soviel Lob für die bisherigen Eigenschaften des Cordoba kein Raum mehr für Komfort bleibt? Doch, ganz bestimmt! Das Fahrwerk ist zwar recht straff abgestimmt, bietet neben einer sehr guten Fahrdynamik aber auch passablen Langstreckenkomfort. Die Windgeräusche sind relativ gering und kommen erst ab etwa 120km/ zur Geltung. Auch die gute Dämmung des Motors und die angenehmen Sitze machen Freude. Spaß macht auch die komplette Austattung im Modell „Stella“. Serienmäßig ist eine Zentralverriegelung mit Fernbedienung, E-Fenster vorne, Soundsystem mit 4 (guten!) Lautsprechern vorne, höhenverstellbarer Fahrersitz, geteilt umlegbare Rückbank, Pollenfilter, Umluftschaltung, eine Außentemperaturanzeige, Colorverglasung und eine Dachreling.
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Antrieb:
Der 1,4-Liter 16Ventiler mit 75PS ist eine sehr empfehlenswerte Motorisierung. Er zieht auf Befehl spontan und kräftig durch, und bleibt durch die stark verbesserte Geräuschdämmung angenehm dezent. Hier ist keine Spur von irgendeiner Basismäßigkeit zu erkennen, im Gegenteil, der Cordoba lässt sich in allen Drehzahlbereichen souverän und sportlich bewegen.
Der Durchschnittsverbrauch unseres Cordoba Vario liegt bei 8,5 Litern. Für einen Firmenwagen, der manchmal auch ziemlich niederträchtig behandelt wird, ist das in Ordnung.
Eigentlich macht man mit keinem der im Cordoba-Vario angebotenen Antriebsquellen etwas falsch. Mit dem 1,6-Liter-Motor mit 100PS wird der das Auto zu einem richtigen sportiven Autobahnflitzer, der auch mal 200km/h schnell ist. Mit diesem Motor geht auch bei schwerer Beladung die Post ab. Der Verbrauch dürfte hier zwischen 8 und 9,5 Litern liegen.
Aber auch schon der „schwache“ 1,4er mit 60PS ist für Leute mit geringen Ansprüchen absolut ausreichend, da er einen ähnlich passablen Drehmomentwert wie die 75PS-Maschine auf die Antriebswelle stemmt (116Nm zu 128Nm).
Der Verbrauchsnachteil des 75PS-Aggregats ist jedoch gering, dafür bietet er bei Beladung mehr Ressourcen, und bleibt für mich erste Wahl.
Alle Dieselmodelle sind extrem sparsam und (je nach Modell) verdammt stark. Sowohl der 90PS, als auch der 110PS-TDI lassen keine Wünsche in Bezug auf Leistung und Leistungsentfaltung offen. In seiner Leistung ist der 68PS-Saugdiesel mit dem 75PS-Benziner durchaus vergleichbar, und keineswegs lethargisch. In meiner Firma werden die Autos meistens –gelinde ausgedrückt- rasant bewegt. Die Saugdiesel verbrauchen dabei etwa 5,5 Liter, die Turbodiesel etwa 6,5 Liter Diesel.
Das Motorkonzept aller drei angeboten Diesel ist allerdings urwüchsig, und das Motorgeräusch daher ziemlich rustikal. Wer langjähriger Dieselfahrer ist, wird damit kein Problem haben. Trotz der verbesserten Geräuschdämmung im neuen Cordoba gehen mir die brummigen Diesel im Winter ganz schön auf den Nerv.
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Qualität / Zuverlässigkeit:
In der letzten Zeit hat sich mir öfters die Frage aufgedrängt, ob ein moderner Volkswagen auch so hochwertig und zuverlässig ist, wie es einem der Konzern in der Katalogen versichert, und wie einen ein VW mit seinem treugläubigen Gesicht anlächelt.
Der Volkswagenkonzern musste sich in den letzten Jahren zunehmend mit heftiger Kritik von Seiten der Kunden und der Fachpresse auseinandersetzen. Ich wollte den oft geäußerten Flüchen über die eigentlich attraktiven, aber angeblich minderqualitativen VWs lange keinen Glauben schenken, bis ich es mit zahlreichen Fahrzeugen zu tun bekam, die tatsächlich schauderhaft verarbeitet waren. Als extrem problematisch sind mir die Modellreihen Seat Arosa/VW Lupo, VW Golf/Bora und VW Passat aufgefallen. Kundenzufriedenheitstabellen und Pannenindizes in der Fachpresse bestätigen den beschämenden Eindruck voll und ganz.
Nicht so der Seat Cordoba. Zwar macht seine Innenaustattung (noch) nicht so viel her wie die schönen VW-Modelle, aber alle Verkleidungen, Schalter, etc. halten wirklich was sie versprechen. Wie schon erwähnt wird unser Cordoba teils auf ziemlich niederträchtige Weise behandelt, was eigentlich den Verschleiß von Auto und Karosserie dramatisch erhöhen sollte. Klappern oder Knarrgeräusche sind diesem Auto aber fremd, leider quietschen beim neuesten Modell wie nun in fast jedem anderen VW die Vordersitze. Außerplanmäßige Werkstattaufenthalte gab es bei unseren zwei Cordobas nach insgesamt 80TKM Laufleistung kaum.
Mit der antiquierten, knapp geschnittenen, aber recht soliden und äußerst steif verarbeiteten Karosserie hält der unscheinbare Kombi scheinbar einen unerwarteten Joker in der Hand.
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Kosten und Fazit:
Ein Seat Cordoba Vario mit dem 75PS-Benziner kostet in Deutschland 28.700 Mark. Der Cordoba bleibt mit seiner knappen Bauform ein Kleinwagen, und dafür ist das verdammt viel Geld. Aber man bekommt einen komplett ausgestatteten, relativ variablen und übersichtlichen Kombi, mit sehr guter Motorisierung, ordentlichem Komfort, sehr handlichen Fahreigenschaften und ausgereifter Qualität.
Zwar macht die biedere Außenhaut bis auf das freundliche Gesicht und das freche Heck nicht sonderlich viel her. Wegen dem viel sympathischeren Innenraum und dem insgesamt gefälligeren Äußeren würde ich den Cordoba Vario aber dem tschechischen Skoda Fabia Combi vorziehen. Der Skoda kostet aber nur 26800 Mark und ist damit 2000 Mark günstiger, obwohl er technisch das moderne Auto ist.
Ärgerlich für den Spanier: Er hat die engere Karosserie und ein marginal schlechteres Crashverhalten, aber er teilt sich alle seine Eigenschaften mit dem technisch identischen, aber sündhaft teuren VW Polo Variant. Und weil das VW Management keine zu große Preisspanne zwischen Polo und Cordoba sehen wollte, bleibt der Seat so teuer.
Bisher haben wir im Unternehmen mit unserem Seat-Händler in Neckargemünd-Mückenloch bei Heidelberg gute Erfahrungen gemacht.
Der kleine spanische Kombi ist wohl einer der ganz wenigen Autos im VW-Konzern, der die alten Volkswagen-Tugenden Fahrspaß, Qualität, Zuverlässigkeit und Ökonomie bei gutem Preisleistungsverhältnis verkörpert. Daher würde ich auch gerne eine eindeutige Empfehlung für Ihn aussprechen und Ihn mit dem Prädikat "5 Sterne" schmücken. Leider kann ich ihm das nach einer Reihe von sehr schlechten Erfahrungen mit anderen VW's in der Familie und und im Freundeskreis nicht mehr zugestehen, siehe dazu meinen anderen Bericht über den VW-Konzern.
Am Ende kann ich dem Cordoba trotz einem überwiegend gutem Gesamtbild nur das Gesamtergebnis "3 Sterne" zukommen lassen.
Was passiert im Falle einer Reklamation? Und bei anderen Service- bzw. Reparaturangelegenheiten? Was ich bei meinem VW-Händler mit meinen Privatautos erlebte, war eine Enttäuschung auf der ganzen Linie.
Wie lange werden die Kunden weitere Preiserhöhungen noch hinnehmen? Ich kaufe das nächste mal in Dänemark.
Eine dringende Bitte an alle Leser: werfen sie nach Möglichkeit noch einen Blick in meinen zweiten Bericht, "So mißbraucht Volkswagen das Vertrauen der Kunden".
Das unbekannte Gesicht in der Menge
Als langjähriger Freund von Volkswagen-Fahrzeugen gibt mir der Fuhrpark meines Arbeitgebers die Chance, viele verschiedene Autos kennenzulernen, im wesentlichen von Seat.
Obwohl die spanische Firma Seat schon seit einigen Jahren zum VW-Konzern gehört, habe ich die Marke bislang ziemlich ignoriert, weil ich der spanischen Qualität skeptisch gegenüber stand.
Ich habe in den letzten Jahren aber so einige schlechte Erfahrungen mit VW gemacht, was sowohl die Produkte, als auch den Service anbetrifft (siehe auch meine Berichte über Golf TDI und Passat 1,8T ).
Spätestens wegen dem unverfrorenen Preisleistungsverhältnis bei VW Polo, Golf & Co.
distanziere ich mich heute mehr denn je von Volkswagens „Premium-Produkten“.
Grund genug, die sogenannten „Billig-Produkte“ mal näher unter die Lupe zu nehmen.
Hier also mein Fahrbericht zum Seat Cordoba Vario 1,4:
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Innenraum:
Seit einigen Jahren gibt es das Stufenheckmodell von Seat, den „Cordoba“, auch als Kombi. Der Cordoba „Vario“ trägt als billigstes und kleinstes Kombimodell im VW-Konzern eine schwere Bürde: seine Karosserie stammt noch vom Seat Ibiza, der in Zusammenarbeit mit VW 1993 entwickelt wurde.
Bis zum Modelljahr 1999 präsentierte sich der Cordoba noch in einem ziemlichen basis-mäßigen Innenraumdesign, das scheinbar bewusst zeigen sollte, dass man einen Billig-Kombi gekauft hat.
Beim Facelift des Cordoba für das Modelljahr 1999 ist die knapp geschnittene Karosserie erhalten geblieben, „hinter den Kulissen“ hat sich aber eine ganze Menge getan.
Während das vormals altbackene Armaturenbrett ziemlich kleinbürgerlich wirkte, hat der neue Cordoba ein richtig attraktives und fahrerorientiertes Cockpit erhalten. Das komplett neue Innenraumdesign ist sehr hochwertig und funktionell. Die Oberflächen sind angenehm anzufassen, und das große Digitaldisplay in der Mittelkonsole wirkt zeitgemäß. Es dient als sinnvolle Zentralanzeige für die Einstellungen von Radio und Lüftung. Alle Knöpfe drumherum sind intuitiv zu bedienen. Die 6-stufige Lüftungsanlage mit ihren großen Öffnungen im Armaturenbrett funktioniert tadellos, und auch das Seat-Sound-System klingt passabel.
Insgesamt ist die Bedienung vergleichbar mit allen anderen VW-Modellen, d.h. es gibt nirgendwo Probleme. Das Kombiinstrument am Fahrerplatz ist sehr attraktiv und gut ablesbar, durch die dauerhafte Hintergrundbeleuchtung kommt es noch schöner zur Geltung.
Die Sitze aus dem VW-Regal sind nochmals besser geworden als im alten Cordoba, sie sind komfortabel gefedert, geben ordentlichen Halt, und wenn man sie richtig einstellt, ist auch ihr orthopädischer Wert nicht zu verachten. Das gilt, annähernd, selbst für die Rückbank.
Das freundliche Polsterdesign der Austattungslinie „Stella“ und die neuerdings nahezu perfekte Fahrerposition machen den Cordoba noch sympathischer.
Im Innenraumdesign ist das Duo Seat Ibiza/Cordoba sowohl dem recht simplen Polo, als auch dem arg biederen Skoda Fabia weit überlegen. In puncto Raumgefühl auf den Vorderplätzen zieht der Cordoba mit beiden Mitbewerbern auf gleicher Ebene mit, obwohl das Karosseriekonzept vergleichsweise antiquiert ist.
A propos Karosseriekonzept: in der veralteten Hülle hat der Cordoba seinen größten Feind. Vorne ist das Raumgefühl so gut, dass richtiges Kompaktklasse-Gefühl á la Golf-3 aufkommen will, auf den hinteren Plätzen hapert’s aber an Beinfreiheit. Hier sitzen nur Kinder bis 12 Jahren bequem. Bei größeren Personen oder älteren Leuten werden die sehr engen Türausschnitte zum ernsthaften Problem.
Für Kombifahrer steht der Nutzwert ganz oben auf der Prioritätenliste. Zwar ist der Cordoba Vario ein Kombi, er hat daher, im Vergleich zum Ausgangsmodell Ibiza, die längere Kofferraumfläche, und im Vergleich zum Standard-Cordoba auch die bessere Variabilität. Das Kofferraumvolumen von 390 Litern bleibt jedoch recht mickrig. Immerhin kann man beim Vario sperrige Sachen gut unterbringen.
Schade: einen sehr hohe Ladekante verhindert ein einfaches „hineinschieben“ von schweren Lasten, die weit in den Kofferraum ragenden Radhäuser schränken die Variabilität zusätzlich ein, und die maximale Ladakapazität von weniger als 400kg zeigen weitere Probleme des Karosseriekonzepts auf.
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Sicherheit:
Der Seat Cordoba ist ein hochwertiger Kleinwagen, von dem auch ein hohes Maß an Sicherheit erwartet wird. Seit dem Modelljahr 1999 verfügt er daher serienmäßig über so sinnvolle Austattungsdetails wie Doppelairbags, Sidebags, ABS, Gurtstraffer mit Gurtkraftbegrenzer vorne, sowie Kopfstützen vorne und hinten, sowie die Kindersitzsicherung ISO-FIX.
Im Bereich der aktiven Sicherheit verfügt der Seat über ein narrensicheres Fahrwerk, sehr gute Bremsen und eine prima Übersichtlichkeit.
Wieder hinterlässt die alte Karosserie einen faden Beigeschmack: Im Euro-NCAP Crashtest schnitt der technisch vergleichbare Bruder „Ibiza“ mit 3,5 Sternen ab, das ist nicht ganz Uptodate, ein Golf-3 ist aber auch nicht besser. Ein ESP gibt es nur in der Austattungslinie „Sport“, dann aber serienmäßig. Wegen dem sicheren Fahrverhalten des Cordoba ist das „TCS“ keinesfalls zwingend notwendig. Trotzdem ärgerlich, weil schon das Crashverhalten nicht sonderlich rühmlich ist.
Trotz allem ist der Cordoba ein sehr sicheres Auto.
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Fahrdynamik:
Neben der Karosserie stammt auch das Fahrwerk des Cordoba in seinem Grundkonzept noch dem von 1993. Es hat sich bisher im allen technisch vergleichbaren Ablegern des VW-Konzerns bewährt (VW Polo & Lupo, Seat Ibiza, Inca, Cordoba und Vario). Es ist aber zum Facelift grundlegend überarbeitet worden und wird nicht nur den Fahrern eines Autos der alten Generation ein Lächeln auf’s Gesicht zaubern. Es ist einfach wunderbar, wie leichtgängig und feinfühlig diese Servolenkung arbeitet. Der Cordoba lässt sich höchst leichtfüßig und spielerisch durch die Stadt jonglieren, dass es eine Freude ist. Die von den Vorgängern bekannten Wankbewegungen der Karosserie sind wesentlich gedämpft worden, sie lassen sich durch die tolle Lenkung nur etwas leichter provozieren als vorher.
Das Getriebe ist leichtgängig und präzise zu schalten, auch die Pedale sind hervorragend abgestimmt, was in meiner Erfahrung mit aktuellen VW-Modellen nicht selbstverständlich ist.
Die Technik, die im Cordoba zum tragen kommt, ist relativ urwüchsig. Das Fahrgefühl, dass im Zusammenspiel mit flottem Motor, knackigem Getriebe, perfekter Fahrerposition und gelungenem Fahrwerk entsteht, finde ich aber beeindruckend.
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Komfort:
Ob bei soviel Lob für die bisherigen Eigenschaften des Cordoba kein Raum mehr für Komfort bleibt? Doch, ganz bestimmt! Das Fahrwerk ist zwar recht straff abgestimmt, bietet neben einer sehr guten Fahrdynamik aber auch passablen Langstreckenkomfort. Die Windgeräusche sind relativ gering und kommen erst ab etwa 120km/ zur Geltung. Auch die gute Dämmung des Motors und die angenehmen Sitze machen Freude. Spaß macht auch die komplette Austattung im Modell „Stella“. Serienmäßig ist eine Zentralverriegelung mit Fernbedienung, E-Fenster vorne, Soundsystem mit 4 (guten!) Lautsprechern vorne, höhenverstellbarer Fahrersitz, geteilt umlegbare Rückbank, Pollenfilter, Umluftschaltung, eine Außentemperaturanzeige, Colorverglasung und eine Dachreling.
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Antrieb:
Der 1,4-Liter 16Ventiler mit 75PS ist eine sehr empfehlenswerte Motorisierung. Er zieht auf Befehl spontan und kräftig durch, und bleibt durch die stark verbesserte Geräuschdämmung angenehm dezent. Hier ist keine Spur von irgendeiner Basismäßigkeit zu erkennen, im Gegenteil, der Cordoba lässt sich in allen Drehzahlbereichen souverän und sportlich bewegen.
Der Durchschnittsverbrauch unseres Cordoba Vario liegt bei 8,5 Litern. Für einen Firmenwagen, der manchmal auch ziemlich niederträchtig behandelt wird, ist das in Ordnung.
Eigentlich macht man mit keinem der im Cordoba-Vario angebotenen Antriebsquellen etwas falsch. Mit dem 1,6-Liter-Motor mit 100PS wird der das Auto zu einem richtigen sportiven Autobahnflitzer, der auch mal 200km/h schnell ist. Mit diesem Motor geht auch bei schwerer Beladung die Post ab. Der Verbrauch dürfte hier zwischen 8 und 9,5 Litern liegen.
Aber auch schon der „schwache“ 1,4er mit 60PS ist für Leute mit geringen Ansprüchen absolut ausreichend, da er einen ähnlich passablen Drehmomentwert wie die 75PS-Maschine auf die Antriebswelle stemmt (116Nm zu 128Nm).
Der Verbrauchsnachteil des 75PS-Aggregats ist jedoch gering, dafür bietet er bei Beladung mehr Ressourcen, und bleibt für mich erste Wahl.
Alle Dieselmodelle sind extrem sparsam und (je nach Modell) verdammt stark. Sowohl der 90PS, als auch der 110PS-TDI lassen keine Wünsche in Bezug auf Leistung und Leistungsentfaltung offen. In seiner Leistung ist der 68PS-Saugdiesel mit dem 75PS-Benziner durchaus vergleichbar, und keineswegs lethargisch. In meiner Firma werden die Autos meistens –gelinde ausgedrückt- rasant bewegt. Die Saugdiesel verbrauchen dabei etwa 5,5 Liter, die Turbodiesel etwa 6,5 Liter Diesel.
Das Motorkonzept aller drei angeboten Diesel ist allerdings urwüchsig, und das Motorgeräusch daher ziemlich rustikal. Wer langjähriger Dieselfahrer ist, wird damit kein Problem haben. Trotz der verbesserten Geräuschdämmung im neuen Cordoba gehen mir die brummigen Diesel im Winter ganz schön auf den Nerv.
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Qualität / Zuverlässigkeit:
In der letzten Zeit hat sich mir öfters die Frage aufgedrängt, ob ein moderner Volkswagen auch so hochwertig und zuverlässig ist, wie es einem der Konzern in der Katalogen versichert, und wie einen ein VW mit seinem treugläubigen Gesicht anlächelt.
Der Volkswagenkonzern musste sich in den letzten Jahren zunehmend mit heftiger Kritik von Seiten der Kunden und der Fachpresse auseinandersetzen. Ich wollte den oft geäußerten Flüchen über die eigentlich attraktiven, aber angeblich minderqualitativen VWs lange keinen Glauben schenken, bis ich es mit zahlreichen Fahrzeugen zu tun bekam, die tatsächlich schauderhaft verarbeitet waren. Als extrem problematisch sind mir die Modellreihen Seat Arosa/VW Lupo, VW Golf/Bora und VW Passat aufgefallen. Kundenzufriedenheitstabellen und Pannenindizes in der Fachpresse bestätigen den beschämenden Eindruck voll und ganz.
Nicht so der Seat Cordoba. Zwar macht seine Innenaustattung (noch) nicht so viel her wie die schönen VW-Modelle, aber alle Verkleidungen, Schalter, etc. halten wirklich was sie versprechen. Wie schon erwähnt wird unser Cordoba teils auf ziemlich niederträchtige Weise behandelt, was eigentlich den Verschleiß von Auto und Karosserie dramatisch erhöhen sollte. Klappern oder Knarrgeräusche sind diesem Auto aber fremd, leider quietschen beim neuesten Modell wie nun in fast jedem anderen VW die Vordersitze. Außerplanmäßige Werkstattaufenthalte gab es bei unseren zwei Cordobas nach insgesamt 80TKM Laufleistung kaum.
Mit der antiquierten, knapp geschnittenen, aber recht soliden und äußerst steif verarbeiteten Karosserie hält der unscheinbare Kombi scheinbar einen unerwarteten Joker in der Hand.
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Kosten und Fazit:
Ein Seat Cordoba Vario mit dem 75PS-Benziner kostet in Deutschland 28.700 Mark. Der Cordoba bleibt mit seiner knappen Bauform ein Kleinwagen, und dafür ist das verdammt viel Geld. Aber man bekommt einen komplett ausgestatteten, relativ variablen und übersichtlichen Kombi, mit sehr guter Motorisierung, ordentlichem Komfort, sehr handlichen Fahreigenschaften und ausgereifter Qualität.
Zwar macht die biedere Außenhaut bis auf das freundliche Gesicht und das freche Heck nicht sonderlich viel her. Wegen dem viel sympathischeren Innenraum und dem insgesamt gefälligeren Äußeren würde ich den Cordoba Vario aber dem tschechischen Skoda Fabia Combi vorziehen. Der Skoda kostet aber nur 26800 Mark und ist damit 2000 Mark günstiger, obwohl er technisch das moderne Auto ist.
Ärgerlich für den Spanier: Er hat die engere Karosserie und ein marginal schlechteres Crashverhalten, aber er teilt sich alle seine Eigenschaften mit dem technisch identischen, aber sündhaft teuren VW Polo Variant. Und weil das VW Management keine zu große Preisspanne zwischen Polo und Cordoba sehen wollte, bleibt der Seat so teuer.
Bisher haben wir im Unternehmen mit unserem Seat-Händler in Neckargemünd-Mückenloch bei Heidelberg gute Erfahrungen gemacht.
Der kleine spanische Kombi ist wohl einer der ganz wenigen Autos im VW-Konzern, der die alten Volkswagen-Tugenden Fahrspaß, Qualität, Zuverlässigkeit und Ökonomie bei gutem Preisleistungsverhältnis verkörpert. Daher würde ich auch gerne eine eindeutige Empfehlung für Ihn aussprechen und Ihn mit dem Prädikat "5 Sterne" schmücken. Leider kann ich ihm das nach einer Reihe von sehr schlechten Erfahrungen mit anderen VW's in der Familie und und im Freundeskreis nicht mehr zugestehen, siehe dazu meinen anderen Bericht über den VW-Konzern.
Am Ende kann ich dem Cordoba trotz einem überwiegend gutem Gesamtbild nur das Gesamtergebnis "3 Sterne" zukommen lassen.
Was passiert im Falle einer Reklamation? Und bei anderen Service- bzw. Reparaturangelegenheiten? Was ich bei meinem VW-Händler mit meinen Privatautos erlebte, war eine Enttäuschung auf der ganzen Linie.
Wie lange werden die Kunden weitere Preiserhöhungen noch hinnehmen? Ich kaufe das nächste mal in Dänemark.
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