Shaman - Santana Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von diva68
Carlos malt mit Wasserfarben
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
\"Viele Bands und Musiker malen nur mit einer Farbe\", erklärte Santana in einem Interview und meint sinnbildlich: \"Sie verschreiben sich von Anfang an einem einzigen Musikstil. Aber das ist nichts für mich. Ich will mit jeder Farbe malen, die verfügbar ist. Ich will in allen Farben des Regenbogens malen.\" Santana tut’s, - so verspricht es jedenfalls vollmundig das Website-Marketing auf www.santana.de
Meine persönliche Sichtweise ist da eine andere. Als ich, freudig erregt wie eine Neunjährige bei der Bescherung, das neue Santana-Album in den Händen hielt (amazon.de sei Dank), wurde ich sogleich an „Supernatural“ das letzte Album erinnert. Schön, dachte ich, wenn der Meister sich auch diesmal wieder durch alle musikalischen Stile bewegt, dann... *freu*
Bei einem Blick auf das Cover, das ebenfalls an „Supernatural“ erinnert, liegt der Vergleich mit dem Vorgänger zumindest schon mal sehr nah. Soweit, so gut.
\"Shaman\", übrigens, steht für \"Shamane\" und damit für Personen, die die Gabe besitzen, in Ekstase Verbindung mit Geistern aufzunehmen, Menschen zu heilen oder das Unglück abzuwenden...aber, soviel vorweg, um in Ekstase zu kommen, brauche zumindest ich etwas anderes als dieses Santana-Album.
Da hilft es auch nichts, dass Carlos S. eine illustre Schar von Gästen um sich herum versammelt hat. Namen wie Placido Domingo, Dido, P.O.D., Michelle Branch, Chad Kroeger (Frontmann von Nickelback), Seal und Macy Gray lassen die Herzen eines Musik-Fans zunächst mal höher schlagen. Doch die Ergebnisse dieser Zusammenarbeit empfinde zumindest ich als enttäuschend.
O.k., dann schauen wir uns die Tracks mal genauer an:
*** Tracklist ***
1. Adouma
2. Nothing at all (feat. Musiq)
3. The Game Of Love (feat. Michelle Branch)
4. You are my kind (feat. Seal)
5. Amoré (Sexo) (feat Macy Gray)
6. Foo Foo
7. Victory is won
8. America (feat. P.O.D.)
9. Sideways (feat Citizen Cop)
10. Why Don´t You and I (feat. Chad Kroeger)
11. Feels like Fire (feat. Dido)
12. Let me love You tonight
13. Aye Aye Aye
14. Hoy Es Adios (feat. Alejandro Lei)
15. One of these days (feat. Ozomatli)
16. Novus (feat. Placido Domingo)
Der Opener „Adouma“ stimmt mich gemächlich-anregend auf „Shaman“ ein. Die Mischung aus west-afrikanischen Klängen von Angélique Kidjo und dem magischen Gitarrenspiel von Carlos Santana macht Lust auf mehr.
Auch „Nothing At All“, das von Musiq, gesungen wird, empfinde ich als ordentlichen Song. Eine Ballade in typischer Santana-Manier. Nett.
Doch „The Game Of Love“, gesungen von Michelle Branch, lässt erste Zweifel aufkommen. Was ist das hier? Ein Versuch, Musik für die Massen zu machen?
Wenn schon Pop, Herr Santana, dann doch bitte mit etwas mehr Niveau! Oder steht hier etwa der Deal im Vordergrund, den „aufgehenden US-Rockstar“ Michelle Branch noch etwas zu pushen? Die Musik kann es jedenfalls nicht sein.
Als nächstes „You Are My Kind“ mit Seal. Allein dessen einzigartig-markante Stimme gibt dem Song etwas Großes. Vielleicht wäre dieser Song die bessere Wahl für die Single-Auskopplung gewesen. Solide Popmusik, die ich mir gefallen lasse. Vom Hocker haut mich das jedoch nicht.
In „Amoré (Sexo)“ mixt Grammy-Gewinnerin Macy Gray ihre rauchige Stimme mit Latin-Rhythmen. Auch ganz nett.
Wirklich schön ist „Foo Foo“. Das Instrumental klingt wie der „Soundtrack“ für einen lateinamerikanischen Abend mit Freunden.
Das folgende Stück „Victory Is Won“ ist auch ganz typisch Santana. Eine dominante Gitarre, ein tolles Keyboard-Solo. Kuscheln à la „Samba Pa Ti“.
Gespannt war ich auf das Ergebnis der Zusammenarbeit mit P.O.D. Die Kontraste zwischen Carlos´ latin-angehauchtem Gitarren-Spiel und dem brachialen Riff von P.O.D.s-Marcos sind zwar durchaus vorhanden, da aber in „America“ alles schön glatt gebürstet wurde, klingt es auch nicht weiter spannend.
Über „Feels Like Fire“ mit Dido steht auf der Homepage, der Song lasse „Blumen auf die Herzen regnen“. Sicherlich ein schönes Bild. Wenn es denn zuträfe. Didos Stimme ist es letztendlich, die dem Song wenigstens einen Hauch von Atmosphäre schenkt.
Bis hierhin warte ich noch auf das Highlight des Albums. Aber es kommt und kommt nicht. Auf „Supernatural“ waren tolle, überraschende, einzigartige Songs mit viel Seele zu finden, auf „Shaman“ wartet man lange lange darauf.
Ich höre mir also die weiteren Tracks an, versuche, mich ganz auf die Musik zu konzentrieren, mich zu öffnen. Vielleicht bin auch nur ich „nicht richtig auf Empfang“...
Doch der CD-Player zeigt erbarmungslos an, dass die Scheibe sich dem Ende nähert...14...15...
Ah, Track 16 reißt mich ein wenig aus meinem Frust: „Novus“ mit Placido Domingo bietet in der Tat etwas Neues. Die Kombination der ausdrucksstarken Stimme eines weltberühmten Opern-Tenors mit feurigen Gitarren-Riffs ist das einzig wirklich Spannende an diesem Album. Den Begriff „Highlight“ möchte ich jedoch nicht verwenden.
„Man spürt die Energie, den Spaß und die Kreativität aus allen Poren“ tönt die Werbe-Maschinerie auf der Santana-Homepage. Nein, ihr Ignoranten, eben das tut man nicht. Dafür ist das Ganze zu harmonisch, zu gefällig, zu mainstream, einfach zu glattgebügelt. Schade, Carlos. Aber so ist das eben mit den Erwartungen. Nur selten werden sie erfüllt.
Doch was soll`s. „Shaman“ ist von Santana, und deshalb ist es natürlich auch wieder zeimlich weit oben in den Charts gelandet. So funktioniert es eben, das Business.
Meine persönliche Sichtweise ist da eine andere. Als ich, freudig erregt wie eine Neunjährige bei der Bescherung, das neue Santana-Album in den Händen hielt (amazon.de sei Dank), wurde ich sogleich an „Supernatural“ das letzte Album erinnert. Schön, dachte ich, wenn der Meister sich auch diesmal wieder durch alle musikalischen Stile bewegt, dann... *freu*
Bei einem Blick auf das Cover, das ebenfalls an „Supernatural“ erinnert, liegt der Vergleich mit dem Vorgänger zumindest schon mal sehr nah. Soweit, so gut.
\"Shaman\", übrigens, steht für \"Shamane\" und damit für Personen, die die Gabe besitzen, in Ekstase Verbindung mit Geistern aufzunehmen, Menschen zu heilen oder das Unglück abzuwenden...aber, soviel vorweg, um in Ekstase zu kommen, brauche zumindest ich etwas anderes als dieses Santana-Album.
Da hilft es auch nichts, dass Carlos S. eine illustre Schar von Gästen um sich herum versammelt hat. Namen wie Placido Domingo, Dido, P.O.D., Michelle Branch, Chad Kroeger (Frontmann von Nickelback), Seal und Macy Gray lassen die Herzen eines Musik-Fans zunächst mal höher schlagen. Doch die Ergebnisse dieser Zusammenarbeit empfinde zumindest ich als enttäuschend.
O.k., dann schauen wir uns die Tracks mal genauer an:
*** Tracklist ***
1. Adouma
2. Nothing at all (feat. Musiq)
3. The Game Of Love (feat. Michelle Branch)
4. You are my kind (feat. Seal)
5. Amoré (Sexo) (feat Macy Gray)
6. Foo Foo
7. Victory is won
8. America (feat. P.O.D.)
9. Sideways (feat Citizen Cop)
10. Why Don´t You and I (feat. Chad Kroeger)
11. Feels like Fire (feat. Dido)
12. Let me love You tonight
13. Aye Aye Aye
14. Hoy Es Adios (feat. Alejandro Lei)
15. One of these days (feat. Ozomatli)
16. Novus (feat. Placido Domingo)
Der Opener „Adouma“ stimmt mich gemächlich-anregend auf „Shaman“ ein. Die Mischung aus west-afrikanischen Klängen von Angélique Kidjo und dem magischen Gitarrenspiel von Carlos Santana macht Lust auf mehr.
Auch „Nothing At All“, das von Musiq, gesungen wird, empfinde ich als ordentlichen Song. Eine Ballade in typischer Santana-Manier. Nett.
Doch „The Game Of Love“, gesungen von Michelle Branch, lässt erste Zweifel aufkommen. Was ist das hier? Ein Versuch, Musik für die Massen zu machen?
Wenn schon Pop, Herr Santana, dann doch bitte mit etwas mehr Niveau! Oder steht hier etwa der Deal im Vordergrund, den „aufgehenden US-Rockstar“ Michelle Branch noch etwas zu pushen? Die Musik kann es jedenfalls nicht sein.
Als nächstes „You Are My Kind“ mit Seal. Allein dessen einzigartig-markante Stimme gibt dem Song etwas Großes. Vielleicht wäre dieser Song die bessere Wahl für die Single-Auskopplung gewesen. Solide Popmusik, die ich mir gefallen lasse. Vom Hocker haut mich das jedoch nicht.
In „Amoré (Sexo)“ mixt Grammy-Gewinnerin Macy Gray ihre rauchige Stimme mit Latin-Rhythmen. Auch ganz nett.
Wirklich schön ist „Foo Foo“. Das Instrumental klingt wie der „Soundtrack“ für einen lateinamerikanischen Abend mit Freunden.
Das folgende Stück „Victory Is Won“ ist auch ganz typisch Santana. Eine dominante Gitarre, ein tolles Keyboard-Solo. Kuscheln à la „Samba Pa Ti“.
Gespannt war ich auf das Ergebnis der Zusammenarbeit mit P.O.D. Die Kontraste zwischen Carlos´ latin-angehauchtem Gitarren-Spiel und dem brachialen Riff von P.O.D.s-Marcos sind zwar durchaus vorhanden, da aber in „America“ alles schön glatt gebürstet wurde, klingt es auch nicht weiter spannend.
Über „Feels Like Fire“ mit Dido steht auf der Homepage, der Song lasse „Blumen auf die Herzen regnen“. Sicherlich ein schönes Bild. Wenn es denn zuträfe. Didos Stimme ist es letztendlich, die dem Song wenigstens einen Hauch von Atmosphäre schenkt.
Bis hierhin warte ich noch auf das Highlight des Albums. Aber es kommt und kommt nicht. Auf „Supernatural“ waren tolle, überraschende, einzigartige Songs mit viel Seele zu finden, auf „Shaman“ wartet man lange lange darauf.
Ich höre mir also die weiteren Tracks an, versuche, mich ganz auf die Musik zu konzentrieren, mich zu öffnen. Vielleicht bin auch nur ich „nicht richtig auf Empfang“...
Doch der CD-Player zeigt erbarmungslos an, dass die Scheibe sich dem Ende nähert...14...15...
Ah, Track 16 reißt mich ein wenig aus meinem Frust: „Novus“ mit Placido Domingo bietet in der Tat etwas Neues. Die Kombination der ausdrucksstarken Stimme eines weltberühmten Opern-Tenors mit feurigen Gitarren-Riffs ist das einzig wirklich Spannende an diesem Album. Den Begriff „Highlight“ möchte ich jedoch nicht verwenden.
„Man spürt die Energie, den Spaß und die Kreativität aus allen Poren“ tönt die Werbe-Maschinerie auf der Santana-Homepage. Nein, ihr Ignoranten, eben das tut man nicht. Dafür ist das Ganze zu harmonisch, zu gefällig, zu mainstream, einfach zu glattgebügelt. Schade, Carlos. Aber so ist das eben mit den Erwartungen. Nur selten werden sie erfüllt.
Doch was soll`s. „Shaman“ ist von Santana, und deshalb ist es natürlich auch wieder zeimlich weit oben in den Charts gelandet. So funktioniert es eben, das Business.
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