Shrek - Der tollkühne Held (VHS) Testbericht

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ab 11,42
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Erfahrungsbericht von Clara12

Aus Ohrenschmalz macht er sich Kerzen

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Manchmal beobachtet man Menschen im Café, in der Bahn oder an anderen Orten, die vollkommen konzentriert in etwas versunken sind und plötzlich impulsiv und lauthals auflachen. Hätte man mich vor ein paar Tagen dabei beobachtet, als ich den Film Shrek angesehen habe, hätte man das ebenfalls sehen können, denn der vollkommen am Computer hergestellte Film ist einfach umwerfend komisch.

Shrek ist ein großes, dickes und knallgrünes Wesen aus der Gattung der Ogre (= Menschenfresser, Unhold), das abgeschieden im Sumpf wohnt. (Der Begriff „Ogre“ wurde für die deutsche Fassung in „Oger“ umgewandelt.) Dort fühlt er sich wohl, duscht ausgiebig im Schlamm, stellt aus seinem Ohrenschmalz Kerzen für die abendliche Dinner-Beleuchtung her und genehmigt sich Martinis mit einem Auge anstelle der obligatorischen Olive. Er fühlt sich richtig wohl hier und nutzt sein auffallendes Äußeres, seine laute Stimme und seine Körpergröße zu seinem Vorteil, wenn einmal wieder ein paar Menschen kommen, die ihm Böses wollen. Alles in allem ist er glücklich und zufrieden mit seinem Leben.

Eines Tages aber ändert sich dies, denn in seinem Sumpf schlagen diverse Figuren, die wir aus dem Märchen kennen, ihre Zelte auf. Da sind nicht nur die 7 Zwerge, Pinocchio und der böse Wolf, sondern hier werden alle gängigen Figuren aus unseren Kindertagen auf nette Art persifliert.
Fast zeitgleich rettet Shrek einen sprechenden Esel, der von Soldaten eingefangen werden soll. Dieser heißt einfach nur Esel und ist eine fürchterliche Laberbacke, sein Mundwerk steht nicht eine Minute still. Penetrant weigert er sich, wieder zu gehen, und so hat die schöne beschauliche Ruhe und Harmonie im Sumpf ein Ende.

Shrek erfährt von den Märchenfiguren, dass der, was seine Statur, nicht aber sein Ego betreffend, erheblich zu kurz geratene Herzog Farquaad den Umzug angeordnet hat. Um die Wesen aus seinem Zuhause zu bekommen, machen sich Shrek und der penetrante Esel auf, Herzog Farquaad aufzusuchen, um die Sache rückgängig zu machen.

Farquaad organisiert zu diesem Zeitpunkt ein Ritterturnier – der Gewinner soll eine Prinzessin, die er sich mittels eines magischen Spiegels ausgeguckt hat, aus einem von einem Drachen bewachten Turm retten. Denn nur wenn der kleine Tyrann eine Königstochter heiratet, wird auch sein Wunsch, König zu sein, wahr.
Der große starke Oger gerät ins Kampfgeschehen, geht als klarer Sieger hervor und soll nun die Prinzessin befreien. Im Gegenzug würde Farquaad dann die Märchenfiguren aus dem Sumpf abziehen.

Shrek und der Esel machen sich auf, die Prinzessin zu befreien. Dies gelingt, und die hübsche Drachendame, die sie bewacht, verliebt sich in den ohne Punkt und Komma plaudernden Esel. Auf dem Rückweg in den Palast des Herzogs kommen sich die wunderschöne und im Matrix-Zeichentrick-Stil kämpfende Prinzessin Fiona und Shrek einander näher. Doch dieser weiß nicht, dass auf Fiona ein Fluch liegt, der sie bei Sonnenuntergang in einen Oger verwandelt. Besagter Fluch wird erst dann aufgehoben, wenn sie ihre wahre Liebe findet, und dann wird sie auch ihre wahre Gestalt annehmen.

Wie das im Märchen immer so ist, siegt am Ende die Liebe, Herrscher Farquaad ist aus dem Rennen, und es gibt ein happy end für alle Hauptpersonen samt Drachenlady.


Der Film hat mich schlichtweg begeistert! Er ist brillant animiert, d.h., die Mimiken und Gestiken der Figuren wirken absolut echt, das ist in jeder Szene immer wieder verblüffend. Jedes kleine Detail stimmt hier und ist perfekt umgesetzt. Aber nicht nur die „Darsteller“ wirken so echt, sondern auch die Natur. Wasser sieht tatsächlich aus wie Wasser, das Lagerfeuer scheint richtig zu prasseln, beim Esel ist jedes einzelne Haar brillant scharf zu erkennen und die Falten an der Kleidung schwingen im richtigen Rhythmus um die Beine, wenn sich die Figuren bewegen.

Dies ist aber nicht alles, denn sehenswert wird der Film auch durch seine unendlich vielen Gags. Es gibt wirklich keine Szene, in der ich nicht gelacht, gequiekt oder zumindest extrem breit gegrinst hätte. Sicherlich habe ich von Haus aus kein trübes Naturell, aber dieser Film ist um Längen witziger als vieles, was ich in den letzten Monaten gesehen habe.
Unendlich viele Dinge sind komisch, und dabei teilweise so versteckt, dass man den Film mehrmals sehen kann und immer wieder etwas Neues entdeckt. So zum Beispiel konnte ich mich über die Szene schlapp lachen, in der ein kleines Pfefferkuchenmännchen immer wieder kopfüber in ein Glas Milch getaucht wurde, damit es Herzog Farquaad gewünschte Informationen lieferte. Sicherlich ist aber die Szene, in der Shrek und Fiona fröhlich furzend über eine Wiese laufen, auch sehr komisch und besonders für Kinder erheiternd.

Darüber hinaus arbeitet der 86 Minuten lange Film mit deutlichen Anspielungen auf bekannte Filme wie Matrix, der Saga um Robin Hood oder viele bekannte Märchen.

Auch wenn im Film gefoltert wird (dem Pfefferkuchenmännchen wird auch noch ein Bein abgebrochen und vor seinen Augen zerbröselt, der Feuer speiende Drache wird mit einem Kronleuchter um den Hals gefesselt usw.), so wirken diese Szenen auf Kinder sicherlich nicht erschreckend (FSK: 6 Jahre), denn es wird ganz klar herausgearbeitet, wer oder was gut und was böse ist, und alle malträtierten Figuren erscheinen später wieder höchst vergnügt und quicklebendig.

Auch mit Moral wird hier gearbeitet, denn es ist klar, dass die Aussage des Filmes nicht nur die ist, dass die Liebe siegt, sondern auch, dass vermeidlich schreckliche Monster ein gutes Herz haben und man sich deshalb vom Äußeren nicht täuschen lassen soll. Mut, Tapferkeit, Gutmütigkeit, Toleranz, Akzeptanz und ein Sinn für das Schöne fallen mir hier spontan als Schlagworte ein.

Als wäre dies nicht alles schon umwerfend genug, hat der Film einen weiteren großen Pluspunkt, und der ist die Musik. Sie ist fast ebenso vordergründig wie die Handlung und einfach perfekt ausgewählt. Fetzig, rhythmisch, laut und zu jeder Szene passend. So wird z.B. gesagt, dass Prinzessin Fiona gerne Pina Colada trinkt, und schon ertönt gleichnamiger Song.

Auch sind die Stimmen der Hauptpersonen wunderbar ausgesucht, sodass die Charaktere noch echter wirken. So wurde Shrek von Sascha Hehn, der Esel von der deutschen Stimme Eddy Murphys, Randolf Kronberg, gesprochen und Fiona von Esther Schweins. Im Original sind das Mike Myers als Shrek, Cameron Diaz als Fiona und Eddie Murphy als Esel.

Für mich ist es kein Wunder, dass Shrek einen Oskar als der bester Animationsfilm 2001 bekommen hat, und ich freue mich wie verrückt darauf, dass Teil 2 am 30.05.2004 (also heute in 781 Tagen) in die amerikanischen Kinos kommt, denn dann läuft er sicherlich auch bald bei uns. Die Story wird sein, dass Fionas Eltern das Pärchen einladen, aber noch gar nicht wissen, was denn mit ihrer Tochter geschehen ist …

Wer den Film noch nicht kennt, kann sich hier ein paar Bilder und mehr angucken.

www.shrek.com (amerikanisch)

http://movies.uip.de/shrek/intro.html

und bei Google http://www.google.de/search?hl=de&q=shrek&btnG=Google-Suche&meta= ca. 605.000 Treffer erzielen.


FAZIT: Diesen Film werde ich sicherlich noch einige Male sehen und immer wieder meinen Spaß daran haben, denn er ist einfach rundherum gelungen.

19 Bewertungen, 2 Kommentare

  • Andreas68

    07.05.2002, 00:22 Uhr von Andreas68
    Bewertung: sehr hilfreich

    Mich hat aber das Aufblasen und Zusammenknoten der Tiere abgestoßen. Gerade ggü. Kindern erscheint mir das gedankenlos in der heutigen Zeit mangelnden Respekts vor der Natur!

  • Herzkine

    10.04.2002, 00:03 Uhr von Herzkine
    Bewertung: sehr hilfreich

    Dieser FIlm ist einfach toll.