Shrek - Der tollkühne Held (VHS) Testbericht

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Erfahrungsbericht von Visor

I'm a Believer

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Shrek, der tollkühne Held.

Tollkühner Held also. Das sagt doch schon mal alles. Ein Trickfilm? Waaas, ein Trickfilm? Stefan, Du bist 18 Jahre alt! Da sieht man keine Trickfilme mehr! Ach, der mit dem Lama, den hättest Du streng genommen auch nicht sehen dürfen, aber da warst Du ja auch erst 17. Wie bitte, Shrek ist gar kein Trickfilm für kleine Kinder? Ja, für den denn dann? Ja sicher, für Erwachsene, wer’s glaubt! Du bist doch einfach nur kindisch, Stefan, das ist alles. Total kindliches Gemüt. Albern, naiv, und Du guckst Dir Trickfilme im Kino an.

Na und? Shrek ist zwar ein Trickfilm, und zwar kein handgezeichneter, sondern ein mit dem Computer erstellter. Hauptfigur ist eben jener Shrek, von Beruf oder Wesen Oger, Hautfarbe grün und ziemlich einsam.

Die Geschichte beginnt damit, dass der kleinwüchsige Herrscher über das Land den diversen dort lebenden Fabelwesen (aus allen erdenklichen Märchen) das Land wegnimmt und sie alle in den Sumpf umquartiert, in dem Shrek zu Hause ist.

Shrek fühlt sich in seinem Raumbedarf etwas eingeschränkt und beschließt, die Märchenviecher wieder loszuwerden, indem er ihnen ihren natürlichen Lebensraum, welcher nicht "Sumpflandschaft" ist, zurückerobert.

Günstig, dass der Herrscher (der mit den Komplexen wegen seiner geringen Körpergröße, ihr erinnert Euch?) gerade eine Prinzessin ausgesucht hat, durch deren Heirat er zum König würde. Günstig vor allem, dass Mr. Herrscher zu faul ist, die Prinzessin selbst zu retten – denn wie es sich gehört, ist sie in einem Schlossturm eines Schlosses eingesperrt, welches von einem (sehr femininen, was für die Story von ungeheurer Bedeutung ist) Drachen bewacht wird.

Durch Umwege gelangt also Shrek an den Auftrag und erhält die Option, sein Land zurückzuerhalten, wenn er es schafft.

Ihr kennt das ja, immer dann, wenn’s spannend wird oder man quasi ganz fertig war mit seinem Bericht, immer dann stürzt Windows ab. So auch in diesem Fall. Ich war fertig und muss jetzt ab dieser Stelle nochmal weiterschreiben. Sehr schlecht. Afri Cola ist auch aus, deshalb muss heute O-Saft als Ersatz herhalten...

Doch offen gesagt hat der letzte Absatz nichts mit Shrek zu tun. Shrek ernährt sich auch gar nicht von O-Saft, er isst lieber Insekten, Augen und andere für das menschliche Empfinden weniger appetitliche Dinge. Benötigt er für ein gemütliches, aber einsames, Abendessen einmal eine Kerze, holt er sich das Wachs aus dem Ohr und zündet es an. Ob Ohrenschmalz brennt, das herauszufinden überlasse ich kommenden Biologen- und Chemikergenerationen, jedenfalls charakterisiert dieses Verhalten Shrek als einen typischen Oger.

Von einer Prinzessin der gehobenen Kategorie (bei Prinzessinnen geht die Kategorieneinteilung nach dem Aussehen) erwartet man ein gänzlich anderes Benehmen. Sie sollte stolzieren, sich fein ausdrücken und ausgesprochen zart und zaghaft sein.

Nun, "spes saepe fallit" ist nicht nur der erste Satz in meinem Lateinbuch gewesen, sondern auch eine absolute Wahrheit: Die Hoffnung täuscht oft! Denn nicht nur der Prinz, sondern auch der Zuschauer hat auf eine solche Prinzessin gehofft, denn allein vom äußeren Eindruck her müsste sie die Erwartungen in vollem Umfange erfüllen können.

Erstaunlich ist dann, dass die Prinzessin nach einer spektakulären Rettungsaktion zwar stolziert, aber dabei rülpst. Sich zwar grazil bewegt, aber Kung-Fu beherrscht (an dieser Stelle haben die Shrek-Macher wie schon unzählige Filmeausdenker zuvor den Matrix-Style zu verarschen versucht. Is aber hübsch gemacht und man muss durchaus lachen).

Und dann ist da noch das GEHEIMNIS, das Frollein Prinzessin hat, von dem aber niemand weiß – zu Beginn jedenfalls.

Nun, der Weg zum Ende des Films ist lang, und nicht nur am Ende wird gute Musik gemacht (der Esel singt "I’m A Believer", ein Klassiker, welcher von Smash Mouth für den Film neu aufgelegt wurde). Smash Mouth lieferte auch noch All Star ab und zusammen mit weiteren rockigen und zum Teil etwas melancholischen Songs gibt der Shrek-Soundtrack eine für Trickfilme ungewohnt knackige und coole Musik ab. Meiner Meinung nach ist die Auswahl der Musik sehr gelungen und unterstützt die Wirkung des Films sehr gut.

Die Wirkung des Films, hab ich da richtig gelesen? – werdet Ihr Euch vielleicht fragen. Ja, Shrek hat auf jeden Fall Wirkung. Und gerade deshalb ist er auch für ältere Menschen (sogenannte "Erwachsene") nicht nur geeignet, sondern ungemein empfehlenswert.

Es ist ein Märchen, und wenn wir ehrlich sind, wann beschäftigen wir uns heute noch mit Märchen? Shrek (ich meine den Film, die Figur ist aber auch davon betroffen) hat einen grandiosen Humor, der einen packt. Wenn die "tote Braut" auf dem Tisch nichts verloren hat, aber das Bett schon vom bösen Wolf belegt ist, lacht das ganze Kino. Und so können wir ein Märchen sehen, das zwar andere Märchen etwas durch den Kakao zieht, aber seine romantische Wirkung mit Hilfe von viel Witz locker erreicht.

Technisch hervorragend realisiert wurde die Computer-Animation. Gesten und Mimik wirken wie bei echten Menschen, Pflanzen bewegen sich im Wind, Lichteinfälle und Schatten sind naturgetreu... Computer-Animation wie noch nie zuvor!

Die deutsche Version des Filmes wurde innerhalb von drei Tagen synchronisiert, prominente Stimmen sind dabei Esther Schweins (die Prinzessin) und Rufus Beck (der Esel). Die Stimmen passen gut zu den Charakteren, an einigen Stellen vermute ich jedoch eine etwas schlampige Übersetzung, da die Helden etwas aneinander vorbeireden.

Insgesamt ist Shrek ein absolut sehenswerter Film mit sehr hohem Spaß-Faktor!

In diesem Sinne: Then I saw her face, now I’m a Believer!
Euer Stefan

16 Bewertungen, 2 Kommentare

  • bigmama

    01.08.2006, 01:22 Uhr von bigmama
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh, LG Anett

  • Anuschka

    15.02.2002, 11:36 Uhr von Anuschka
    Bewertung: sehr hilfreich

    Wir haben grad die DVD zu Weihnachten bekommen :-)